29.09.2017

Millionen-Exit: GovTech-Startup Accela expandiert nach Europa

Es könnte der größte Deal in der Geschichte des “E-Government” sein. Berkshire Partners übernimmt Accela um hunderte Millionen Euro. Hierbei geht es um digitale Lösungen, die eine effiziente Verwaltung ermöglichen sollen. Der Österreicher Maximilian Schnödl treibt als COO/CFO und Chef-Stratege von Accela nun die Expansion nach Europa voran.
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Max Schnödl als Vortragender bei Pioneers’17, (c) Pioneers

E-Government ist auch in Österreich ein Thema: Im europaweiten Vergleich belegt Österreich eine Spitzenposition rund um die zentrale Themen Digital Government, GovTech, Public Sector Innovation und Public Service Design. Dies geht beim aktuellen, von der Europäischen Kommission jährlich erscheinenden Report “eGovernment Benchmark 2016” hervor. Zu innovativen Lösungen in dem Bereich zählen Technologien wie elektronische Identifikationsmöglichkeiten für Bürger oder das Versenden von elektronischen Dokumenten. Als Beispiel kann hier etwa die Handysignatur genannt werden. Durch GovTech-Lösungen können Behördenwege verkürzt oder überhaupt überflüssig werden (mehr dazu). Doch nicht nur in der Verwaltung, auch im Bereich der Bürgerbeteiligung versuchen GovTech-Unternehmen effiziente Lösungen zu entwickeln. So auch Accela, mit einem Österreichischen Top Manager Maximilian Schnödl.

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Accela Führend in den USA

Das Unternehmen ist eigenen Angaben nach im GovTech-Bereich in den USA, aber auch in anderen Ländern federführend. Accela entwickelt SaaS-Lösungen. “Software as a Service” bedeutet, das Software über das Internet zur Nutzung bereitgestellt wird. Kunden von Accela – beispielsweise Behörden – können die Software von Accela nutzen und bezahlen dann rein für die Nutzung.

Die Software selbst bleibt bei SaaS-Lösungen im Eigentum des Unternehmens, das dann auch die Wartung oder die Sicherheit übernimmt. Der große Vorteil für Kunden ist bei solchen Lösungen, dass hohe Anschaffungskosten entfallen.

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Kaufpreis „bis zur einer Milliarde Dollar“

Nach der Übernahme durch Berkshire Partners will Accela die Expansion in Europa vorantreiben – den ersten Schritt möchte man dafür in Dublin setzen. Airbnb oder Uber sollen mit Accelas Hilfe einfacher reguliert werden. “Langfristiges Ziel ist es, wie Salesforce, die Plattform für Drittanbieter zu öffnen, die Software auf meiner Plattform entwicklen”, erklärt Accela-CEO Ed Daihl dem Internetportal GovTech. “Das Investment von Berkshire ist, glaube ich, das größte Investment in der Geschichte von E-Government”. Eine genaue Summe ist nicht bekannt, aber: “Die Schecks, die sie schreiben sind zwischen einer halben Millarde und einer Milliarde Dollar”, so Daihl.

Wir berichten unmittelbar nach dem offiziellen Deal-Closing (19.00 Uhr CET), bleiben an der Story dran und werden euch über die Details und Hintergründe informiert halten.

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GoStudent, USA, Ohswald, Müller,
(c) Felix Hohagen - Felix Ohswald und Gregor Müller.

GoStudent-Gründer Felix Ohswald machte vor Kurzem auf sich aufmerksam, als sein Unternehmen die Berlitz Deutschland GmbH übernahm – brutkasten berichtete. Damit setzte er einen weiteren Schritt in die Offline-Strategie des Wiener Unicorns. Nichtsdestotrotz macht er sich weiterhin Gedanken um die Zukunft der Bildung in Bezug auf Künstliche Intelligenz, wie er in seinem gestrigen Gastbeitrag darlegte.

Nun jedoch meldet sich Ohswald per LinkedIn-Post und ruft „smarte Gründer:innen“ dazu auf, sich bei der Initiative „GoStudent Builders“ zu bewerben.

75 zu 25

GoStudent sucht mit dem Programm Gründer:innen, die neue Geschäftsmodelle auf Basis der GoStudent-Infrastruktur aufbauen möchten. Laut Website stehen 14 vorab definierte Problemstellungen zur Auswahl, etwa Abitur und Mittlere Reife in Deutschland bzw. Matura in Österreich für externe Kandidat:innen, Ausschreibungen im öffentlichen Bildungsbereich, Ferienlager oder ein KI-Agent für Lead-Follow-up. Alternativ können Teams eigene Ideen einbringen, sofern diese Umsatz erzielen und auf dem Netzwerk von GoStudent laufen.

Die Teilnehmer:innen halten 75 Prozent an der von ihnen aufgebauten Gesellschaft, GoStudent erhält 25 Prozent. Ein Gehalt gibt es am Anfang nicht, das Einkommen speist sich aus dem Gewinn des Unternehmens und soll als Motivation dienen („build to earn fast“). „Wenn dein Vorhaben funktioniert, gehören dir 75 % des Unternehmens. Wenn es nicht funktioniert, sagen wir dir frühzeitig Bescheid“, schreibt Ohswald per LinkedIn-Post.

Mehrheits-Klausel

GoStudent erhält eine Gebühr auf jene Umsätze, die über seine Kund:innen, Standorte und sein Vertriebsteam laufen. Ab dem dritten Jahr kann das Unicorn laut eigenen Angaben die Mehrheit zu einem vorab vereinbarten EBITDA-Multiple übernehmen, bezahlt in GoStudent-Anteilen statt in bar.

Im Gegenzug stellt GoStudent nach eigenen Angaben Zugang zu mehr als 200.000 Kund:innen und mehr als 850 Standorten bereit, darunter Studienkreis, Lernquadrat und Berlitz. Dazu kommen Lizenzen wie die BAMF-Zulassung sowie Gesellschaften in fünf Ländern. Alle 90 Tage werden Ziele vereinbart, bei wiederholtem Verfehlen endet der Zugang zu Kund:innen und Standorten.

Bewerbungen per Mail

Gesucht werden KI-native Einzelpersonen und Teams mit bis zu drei Personen, bewerben kann man sich per E-Mail an die Co-Founder Felix Ohswald (CEO) und Gregor Müller (COO). Die erste Runde endet am 15. Dezember 2026, Entscheidungen sollen vor Weihnachten fallen, der Start ist für Jänner 2027 geplant.

„Wir haben mehr validierte Geschäftsmöglichkeiten als Menschen, die sie umsetzen können“, erklären Ohswald und sein Co-Founder Gregor Müller ihre Beweggründe für diesen Schritt. „Anstatt für jede einzelne Idee Mitarbeiter:innen einzustellen oder ein Unternehmen aufzukaufen, übertragen wir diese Möglichkeiten an Macher:innen, die etwas Eigenes aufbauen und besitzen wollen. Die meisten Startups scheitern an drei Dingen: daran, die ersten Kund:innen zu gewinnen, die notwendige Infrastruktur und die erforderlichen Lizenzen aufzubauen und Kapital zu beschaffen. Wir nehmen dir alle drei Hürden ab. Du startest mit unseren bestehenden Kund:innen, unseren Standorten, unseren Lizenzen und unseren Daten. Du musst keinen einzigen Cent an Investorengeldern aufbringen.“

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