19.09.2025
AN ATLASSIAN

Milliardenexit für US-Startup mit Bad Vöslauerin als CTO

Das US-Startup DX hat eine Lösung entwickelt, mit der die Produktivität von Developer:innen gemessen werden kann. Neben der in Österreich ansässigen CTO Laura Tacho hatte das Startup auch österreichische Investor:innen an Bord.
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Laura Tacho ist CTO bei DX | Foto: Laura Tacho
Laura Tacho ist CTO bei DX | Foto: Laura Tacho

Seit November 2023 ist Laura Tacho vom niederösterreichischen Bad Vöslau aus Chief Technology Officer (CTO) der Developer-Intelligence-Plattform DX. Diese schreibt heute Schlagzeilen: Sie legte einen Exit hin und wurde vom australisch-amerikanischen Software-Riesen Atlassian mit Hauptsitz in Sidney (Australien) für eine Milliarde US-Dollar in Cash und Anteilen übernommen.

Übernahme von DX macht Schlagzeilen

Atlassian tätigte – so schreibt die amerikanische Tech-News-Plattform TechChrunch – heute seine größte Akquisition. Mit der Übernahme von DX, das in Salt Lake City in Utah seinen Hauptsitz hat, wird auch dessen Produktpalette in Atlassian integriert, um dessen Serviceportfolio zu erweitern. Unternehmen nutzen DX, um die Produktivität ihrer Entwicklerteams zu analysieren und Engpässe zu identifizieren, die sie ausbremsen.

Österreichische Investor:innen bei DX an Bord

Von dem Milliardenexit profitieren auch österreichische Investoren, die bei DX an Bord waren: Für Andreas Klinger, der zuletzt mit seinem Lobbying für die EU Inc. auffiel, war es der erste Exit mit seiner Gesellschaft Prototype Capital. Auch die früheren Codeship-Gründer Moritz Plassnig und Manuel Weiss waren als Angel beteiligt – auch Laura Tacho war damals übrigens für das Unternehmen tätig. Der vierte österreichische Investor war der Serial-Entrepreneur Max Stoiber.

Eine weitere Österreicherin mit DX-Bezug ist Michaela Greiler-Göritzer: Sie war bereits 2021 als Head of Research im Unternehmen tätig und investierte ebenfalls in DX. Gemeinsam mit CEO Abi Noda veröffentlichte sie das wissenschaftliche Paper „An Actionable Framework for Understanding and Improving Developer Experience„, das zentrale Grundlagen der heutigen Produktentwicklung legte.

Bereits zweite Akquisition im September

DX wurde vor fünf Jahren von Abi Noda und Greyson Junggren gegründet. Co-Founder Noda erklärte bereits im Jahr 2022, dass er das Unternehmen gegründet habe, um zu verstehen, was Entwicklungsteams in ihrem Workflow behindert. Damals hatte er das Gefühl, dass jene Kennzahlen, die er zuvor als Produktmanager verwendete, kein vollständiges Bild vermittelten. Er wollte etwas Besseres entwickeln – ohne Developern das Gefühl zu geben, dass sie überwacht werden.

„Unsere Annahmen darüber, was wir brauchten, um Produkte schneller auf den Markt zu bringen, unterschieden sich erheblich von dem, was die Teams und Entwickler als Hindernisse empfanden“, erklärte Noda damals gegenüber dem US-Medium TechCrunch. „Selbst die Teams waren sich ihrer eigenen Probleme und ihrer Führungsrolle nicht immer bewusst.“

Für Atlassian ist das nicht die erste Akquisition in diesem Monat: Erst Anfang September akquirierte der Software-Riese den AI-Browser-Entwickler The Browser Company.


Disclaimer: Der Artikel wurde am 10. Oktober 2025 nachträglich rund um die Rolle von Michaela Greiler-Göritzer ergänzt.

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(c) Startups for Europe
(c) Startups for Europe

Bislang wurde Startup-Europa durch zwei Organisationen auf europäischer Ebene vertreten: Das European Startup Network (ESN) fungierte primär als Dachverband der nationalen Startup-Organisationen wie etwa AustrianStartups in Österreich. Allied for Startups, dessen Netzwerk auch mehrere außereuropäische Organisationen umfasst, trat als Interessensvertretung für Startup-politische Anliegen auf EU-Ebene auf. Nun schlossen sich die beiden Verbände zu „Startups for Europe“ mit Sitz in Brüssel zusammen.

„Europa zum besten Ort der Welt zu machen, um ein Unternehmen zu gründen, zu skalieren und im Wettbewerb zu bestehen“

Die Mission sei mutig und einfach: Europa zum besten Ort der Welt zu machen, um ein Unternehmen zu gründen, zu skalieren und im Wettbewerb zu bestehen, heißt es in einer Presseaussendung zum Start. In dieser werden einmal mehr die bekannten Probleme europäischer Startups thematisiert: mangelndes Risikokapital, Bürokratie, Fragmentierung und die aus all dem resultierende Abwanderung von Startups. „Das ist kein Schicksal, sondern ein Regelwerk – und Regeln können neu geschrieben werden“, konstatiert man bei Startups for Europe.

„Durch den Zusammenschluss machen wir aus der Erfahrung von Tausenden Gründer:innen echtes politisches Gewicht. Europa hat alles, was es braucht, um führend zu sein. Jetzt muss es seine Gestalter:innen bauen lassen“, kommentiert Simon Schaefer. Der bisherige Allied-for-Startups-Präsident ist nun Präsident von Startups for Europe. Schaefer war auch Co-Initiator der Initiative EU-INC. Ein weiterer Co-Initiator, der gebürtige Österreicher Andreas Klinger, ist nun auch Teil des neu gebildeten Vorstands von Startups for Europe – ebenso wie AustrianStartups-CEO Hannah Wundsam.

Wundsam: „Wir können es uns nicht mehr leisten, nur innerhalb unserer Landesgrenzen zu denken“

Wundsam kommentiert auf brutkasten-Anfrage: „Die EU-INC-Initiative hat gezeigt: Echte Reformen in Europa brauchen eine starke, klare Stimme von außen. Wir können es uns nicht mehr leisten, nur innerhalb unserer Landesgrenzen zu denken. Auch nicht in der Politik. Die Rahmenbedingungen für Startups werden in Brüssel gesetzt. Deshalb müssen wir unsere Kräfte bündeln und gemeinsam unüberhörbar sagen, was sich ändern muss, damit Europa der Ort wird, an dem die Zukunft gebaut wird.“

Konkrete und übergeordnete Ziele altbekannt

Die Umsetzung der paneuropäischen Rechtsform EU Inc. ist auch – wie nicht anders zu erwarten – eines der zentralen konkreten Anliegen der neuen Dachorganisation. Daneben nennt man den European Innovation Act, die Spar- und Investitionsunion und die Regulierung von KI und dem digitalen Bereich als konkrete Bereiche, die priorisiert werden sollen. Die übergeordneten Ziele überraschen ebenso wenig: ein echter europäischer Binnenmarkt für Startups, mehr verfügbares Kapital und das Ziel, Frontier-Technologien tatsächlich am Kontinent zu Größe zu bringen.

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