03.07.2019

Markt für Mikromobilität soll in Österreich bis 2030 eine Milliarde US-Dollar betragen

"Shared Micromobility" mit Elektrorollern, E-Bikes oder E-Tretrollern boomt und hat enorm an Potenzial gewonnen. Das weltweite Marktvolumen soll laut der Unternehmensberatung McKinsey bis 2030 auf bis zu 500 Milliarden US-Dollar anwachsen – in Österreich auf eine Milliarde.
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Mikromobilität
(c) fotolia / Photodesign-Deluxe

Elektroroller, E-Bikes oder E-Tretroller: Das Geschäft mit der „Mikromobilität“ rund um die berüchtigte „Last Mile“ boomt. Bis 2030 sollen sich in Europa mit Mobilitätsangeboten in diesem Bereich bis zu 150 Milliarden US-Dollar umsetzen lassen, das geht zumindest aus einer Studie der Unternehmensberatung McKinsey hervor. Weltweit soll das Marktvolumen sogar 500 Milliarden US-Dollar betragen. Für Österreich prognostiziert McKinsey ein Marktvolumen von rund einer Milliarde US-Dollar. Generell wachse der globale Markt laut der Studie dreimal so schnell wie Carsharing-Angebote.

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Nach drei Monaten in der Gewinnzone

Dem prognostizierten 500 Milliarden US-Dollar Markt stehen 5,7 Milliarden US-Dollar gegenüber, die Investoren bislang in Mikromobilität-Startups investiert haben. Rund 85 Prozent des Kapitals wäre laut McKinsey dabei nach China geflossen. Aus Sicht der Anbieter sei der Markt äußerst attraktiv. Bei den niedrigen Anschaffungskosten von rund 400 US-Dollar für einen E-Tretroller könne man schon nach drei Monaten die Gewinnzone erreichen, so McKinsey.

Gründe des Booms der Mikromobilität

Den Boom und das enorme Wachstumspotential führt die Unternehmensberatung unter anderem auf demographische Faktoren zurück. „Mehr als ein Viertel der Weltbevölkerung lebt in Städten mit mehr als einer Million Einwohnern“, sagt Florian Weig, Seniorpartner aus dem Münchener Büro von McKinsey und Mitautor der Studie. Zudem seien 50 bis 60 Prozent aller Fahrten in Städten kürzer als acht Kilometer und würden damit auch für E-Roller, E-Bikes oder E-Tretroller in Frage kommen.

Aktuelle Herausforderungen

Als aktuelle Herausforderungen sieht McKinsey die Kundenakzeptanz sowie die rechtlichen Rahmenbedingungen, die einer europäischen Vereinheitlichung bedürfen. „Damit das Angebot funktioniert, sollte jetzt auch in Europa schnell ein einheitlicher gesetzlicher Rahmen für alle Formen der Mikromobilität geschaffen werden. Zudem müssen Städte und Anbieter Hand in Hand arbeiten“, sagt Kersten Heineke, Partner im Frankfurter Büro von McKinsey. Zudem müssten auch Verbesserungen hinsichtlich des Produktangebots, wie robuster designte E-Scooter, geschaffen werden.


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Claus Schmidt | © Schrotter
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Das seit diesem Sommer börsennotierte Grazer Energie- und Atomkraft-Scaleup (bzw. je nach Lesart Unicorn) Emerald Horizon hat schon zuvor mit Personal-Entscheidungen auf sich aufmerksam gemacht: Zunächst holte man vergangenes Jahr Ex-Nationalbank-Gouverneur Robert Holzmann, später Ex-FPÖ-Chef Norbert Hofer jeweils in Vice-President-Positionen ins Team. Eine nun verkündete Personalie weist etwas weniger Prominenz, dafür wohl mehr Pragmatismus auf: Der erfahrene österreichische Manager Claus Schmidt übernimmt den Verantwortungsbereich „Organizational Development & Quality Management“.

Ziel: fit für die ambitionierten Pläne

Für Emerald Horizon geht es darum, die gesamte Organisation fit für die ambitionierten Pläne zu machen. Denn sowohl mit dem erst teilweise marktreifen Energiespeichersystem „Dual Store Plus“ als auch mit den geplanten Thorium- und Teilchenbeschleuniger-basierten Mini-Atomkraftwerken „Ades“ (brutkasten berichtete) will man in den kommenden Jahren in die Serienproduktion, um in die weltweite Skalierung zu gehen. Als Produktionspartner hierfür ist die niederländische VDL Groep bereits fixiert.

„Wir kommen aus der Forschung und gehen in die Industrialisierung. Über diesen Übergang entscheidet die Organisation in wesentlichem Maße mit“, sagt Vice President Operations Philipp Pölzl. „Claus Schmidt hat in mehreren Industrien Verantwortung übernommen. Diese Erfahrung holen wir uns an Bord.“ Schmidt bringe mit, was ein Deep-Tech-Unternehmen in der Wachstumsphase brauche: „Struktur, Qualitätsdenken und ein Gespür für Teams“.

Claus Schmidt: 25 Jahre Erfahrung im Top-Management

Konkret kommt der studierte Betriebswirt Schmidt mit mehr als 25 Jahren Erfahrung als CEO und CSO in unterschiedlichen Branchen und Ländern. Er war unter anderem Geschäftsführer der Umdasch Shopfitting Group mit 1.500 Mitarbeitern in 16 Ländern, CEO der Columbia S.r.l. in Italien und der Shoptec k.f.t in Ungarn, CEO der IDEAL Kältetechnik und zuletzt Generalbevollmächtigter der SIMACEK Holding in Wien und Hamburg.

„Emerald Horizon ist in einer Phase, in der aus einer Entwicklung Schritt für Schritt großartige Produktlösungen entstehen. Diese Herausforderung reizt mich enorm, und ich freue mich auf die Arbeit mit diesem großartigen und wachsenden Team“, kommentiert Schmidt.

Ungewöhnlicher Börsengang

In einem durchaus ungewöhnlichen Schritt ging Emerald Horizon Anfang dieses Sommers im Segment „standard market continuous“ an die Wiener Börse. Ungewöhnlich deshalb, weil das erste geplante Produkt „Dual Store Plus“ nach eigenen Angaben teilweise erst in der Prototypenphase ist – konkret der Wärmespeicher „CALStore“; vom geplanten Hauptprodukt „Ades“ gibt es noch keinen Prototypen. Für die kommenden Jahre rechnet das Unternehmen mit Verlusten, was zuletzt zu einem ungewöhnlichen Finanzierungsschritt führte. Dennoch wird das Unternehmen an der Börse bereits mit mehr als einer Milliarde Euro bewertet.

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