27.09.2021

Aniveri: Aus der Apotheken-Lehre zum Tier-HealthTech-Startup

Nach der Matura entschied sich Michaela Hösele für Lehre statt Studium. Später gründete sie gemeinsam mit ihrer Chefin das Startup Aniveri.
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Aniveri: Michaela Hösele
(c) Aniveri: Michaela Hösele
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Die Steirerin Michaela Hösele ist gewiss nicht die erste, die nach den ersten Semestern im Biologie-Studium feststellte, dass es nicht das richtige für sie ist. Was sie dann tat, ist aber eher ungewöhnlich. „Ich habe eine Lehre als pharmazeutisch-kaufmännische Assistentin in der Apotheke in Kalsdorf bei Graz absolviert“, erzählt die Mitgründerin des Startups Aniveri.

Von der Tierabteilung in der Apotheke zur Startup-Gründung mit der Chefin

Und in dieser Lehre stellten sie und ihre Chefin Uli Walther schnell die gemeinsame Leidenschaft für das Thema Tiergesundheit fest. Die Apotheke bekam eine eigene Tierabteilung. „Und wir haben immer wieder darüber gesprochen, dass wir gemeinsam noch mehr in der Richtung machen wollen“, erzählt die 28-Jährige. Noch sei es aber nicht soweit gewesen. Auch auf Anraten von Walther arbeitete Hösele eine Zeit lang in einer anderen Apotheke. Bald darauf begann sie als Vortragende am Wifi, wo sie nach wie vor Vorbereitungskurse für die Lehrabschlussprüfung leitet.

Nach der Rückkehr in die Apotheke Kalsdorf fiel dann der Entschluss, gemeinsam mit Pharmazeutin Walther ein Startup zu gründen – und zwar im Tiergesundheitsbereich. Mit Diplomen in den Bereichen Tierernährung und Bachblüten für Tiere sowie als Tiertrainerin brachte Hösele noch zusätzliche Kompetenzen ein, etwas habe aber noch gefehlt, erzählt die Gründerin: „Dann sind Remo Taferner und Markus Nachbargauer auf uns aufmerksam geworden. Sie bringen Know-how im IT- und Business-Bereich ein und haben uns geholfen, dass Aniveri das wird, was es heute ist“.

Aniveri: Mit einem Haarbüschel und ein paar Fragen zur Detox-Kur fürs Haustier

Das Produkt des Startups wird derzeit hauptsächlich über Tierärzte vertrieben. Aniveri liefert seinen Kund:innen auf Basis eines im Labor untersuchten Test-Kits, für das Hund oder Katze ein Haarbüschel abgeschnitten werden muss, und einigen online beantworteten Fragen, zwei Reports. Der erste enthält eine Analyse zum aktuellen Gesundheitszustand des Tiers, in der etwa auch auf Schwermetallwerte oder die Versorgung mit Mineralstoffen eingegangen wird.

Im zweiten Report bekommen Nutzer:innen einen Plan für Ernährung und Nahrungsergänzungsmittel, wobei man einen großen Fokus auf Natürlichkeit setze, erklärt Hösele. Den Start macht eine Art Detox-Kur für Hund oder Katze. „Der Plan enthält drei Phasen: Eine Reinigungsphase, eine Aufbauphase und zuletzt die neue Grundversorgung“, erläutert die Gründerin. Damit habe man bereits einige Erfolge erzielen können. „Wir hatten zum Beispiel einen Hund, der seit Jahren inkontinent war, der es nun nicht mehr ist. Bei einem anderen hat eine Nahrungsmittelunverträglichkeit aufgehört“, erzählt Hösele.

„Ich will Österreich zeigen, dass es auch ohne universitäre Ausbildung geht“

Aniveri-Gründerin Michaela Hösele

Derzeit werden diese Reports auf Basis von Laborergebnissen und Antworten der Kund:innen noch manuell erstellt. Doch gemeinsam mit dem KI-Spezialisten Leftshift One aus dem Nachbarort Feldkirchen bei Graz wird bereits an einer AI-Lösung gearbeitet. Auch ein digitales Dashboard für Tierärzte soll es von Aniveri bald geben.

Und auch sonst hat Michaela Hösele nicht vor, sich zurückzulehnen. „Das geht bei mir gar nicht, dass ich nur brav sitzen bleibe. Ich muss mich ständig weiterbilden und weiterentwickeln. Ich bin sehr ehrgeizig“, sagt die Gründerin. Und sie hat noch ein Ziel: „Ich will Österreich zeigen, dass es auch ohne universitäre Ausbildung geht“.

„Von der Idee zur Zündung“

Aniveri war eines der Bewerber-Startups beim Event „Von der Idee zur Zündung – Gründer:innen Geschichten“, das der brutkasten gemeinsam mit den österreichischen Notar:innen am 23. Juni veranstaltete. Im Zuge des Events gaben die Finalist:innen sowie Expert:innen einen authentischen Einblick, welche Soft Skills es braucht, um erfolgreich ein Startup zu gründen. Mehr darüber könnt ihr auch hier nachlesen.

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Christina Hirschl, Geschäftsführerin von Silicon Austria Labs | (c) Helge Bauer
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Laut internationaler Energieagentur wird sich der weltweite Stromverbrauch der Rechenzentren bis 2030 auf rund 945 Terawattstunden mehr als verdoppeln. Das entspricht etwas mehr als dem gesamten Stromverbrauch Japans heute. Während die EU ein verpflichtendes Nachhaltigkeits-Label entwirft, um den Energie- und Wasserverbrauch der Branche einheitlich bewerten zu können, arbeitet man in Österreich bei Silicon Austria Labs an energieeffizienter KI und Rechen-Hardware.

Stromsparen mittels Chip-Bausteinen und optimierten KI-Modellen

Bei Silicon Austria Labs arbeitete man schon 2025 an einer effizienteren KI, wie brutkasten berichtete. Nun soll Energie mittels Hardware-Beschleunigern gespart werden, also mit Chip-Bausteinen, die KI-Berechnungen mit wesentlich geringerem Energieaufwand ausführen als herkömmliche Prozessoren. So entwickelt das Silicon Austria Labs für das europäische Projekt ISOLDE im Rahmen des Chips Joint Undertaking energieeffiziente Beschleuniger.

„Unsere Stärke liegt darin, KI dort effizient zu machen, wo sie tatsächlich rechnet, im Chip und im Datacenter“, sagt Christina Hirschl, CEO von Silicon Austria Labs. „Wir entwickeln Hardware und Verfahren, die dieselbe Rechenleistung mit deutlich weniger Energie erbringen. Das ist die Grundlage, damit KI in Europa nachhaltig wachsen kann.“

Zudem optimiert Silicon Austria Labs KI-Modelle so, dass sie Daten nicht in große Rechenzentren senden, sondern direkt auf den jeweiligen Geräten laufen, wie etwa Haushaltsgeräten, Sensoren oder Satelliten. Auch an einem energieeffizienten „föderierten Lernen“ wird bei Silicon Austria Labs geforscht. Bei dem Prozess wird KI trainiert, ohne dabei sensible Daten zusammenzuführen.

Energiesparende Elektronik für ein unabhängiges Europa

Laut Silicon Austria Labs geht es bei der Forschung nicht nur um Nachhaltigkeit, sondern auch um die technologische Unabhängigkeit Europas. Durch selbst entwickelte energieeffiziente Chips und Verfahren sei man weniger abhängig von außereuropäischen Anbietern. „Energieeffiziente Elektronik ist ein Standortvorteil für Österreich und Europa“, sagt Hirschl. „Wer die sparsamste Technologie beherrscht, macht sich unabhängiger und verbindet Digitalisierung mit Klimazielen.”

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