17.03.2022

Michael Kowatschew neuer Präsident von Sigma Squared – dem Verein für Gründer unter 26

Michael Kowatschew, ehemals The Pixel Beat, mit neuer Position beim Nachfolger der "Kairos Society".
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Daniel Dippold und Michael Kowatschew © privat/Montage
(v.l.) Daniel Dippold und Michael Kowatschew © privat/Montage

Sigma Squared ist eine globale Gemeinschaft von mehr als 1.000 Unternehmer:innen unter 26, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, kaputte Branchen zu verändern und positive Auswirkungen zu erzielen. Zuvor war die Organisation als „Kairos Society“ bekannt, die vor mehr als 13 Jahren in den Vereinigten Staaten gegründet wurde. Nun hat sie mit Michael Kowatschew einen neuen Präsidenten. Kowatschew ist The Pixel Beat-Co-Founder, NOVID20-Initiator und neuer Geschäftsführer bei somethingcreative in Österreich. Daniel Dippold, Co-Founder von ewor und der NEWNOW Group, tritt somit als Founding President zurück und steigt in den Aufsichtsrat auf.

Die verrücktesten Founder unter 26

Mit einer Präsenz auf fünf Kontinenten und in mehr als 25 Ländern handelt es sich laut Kowatschew um eine Community mit den verrücktesten Foundern unter 26. Die Idee sei es, den Steve Jobs oder Bill Gates „von Morgen“ langfristig zusammenzubringen. Darunter sind Gründer, deren Unternehmen mit mehreren hundert Millionen Euro oder mehr bewertet sind oder etwa über plus 100 Mitarbeiter verfügen. Auch Unicorn-Founder wie Felix Ohswald oder Hannah Wundsam, Vaitea Cowan von Enapter, Eric Steinberger von ClimateScience und Sebastian Böhmer von First Momentum gehören zur „invite-only-„Gemeinschaft.

Aus Kairos Society Europe entstanden

“Sigma Squared hat als Organisation nun Stabilität und eine unglaubliche Dynamik erreicht. Ich freue mich darauf, unsere Community auf dem Weg zum nächsten Level zu führen und Sigma Squared Fellows dabei zu unterstützen, die Zukunft zu verändern.” sagt Michael Kowatschew. Die Sigma Squared Society ist aus der Kairos Society Europe entstanden, die vor mehr als 13 Jahren, im Jahr 2008, in den Vereinigten Staaten gegründet wurde.

Sigma Squared veranstaltet jährlich den globalen Sigma Squared Summit zu dem Sigma-Squared-Fellows und Executives eingeladen werden. Vergangenes Jahr fand der Summit an der Wirtschaftsuniversität Wien statt – 2022 soll der Summit im Oktober in Cascais, Portugal, über die Bühne gehen und kann nur von Fellows und speziell eingeladenen Führungskräften besucht werden.

Sigma Squared Summit 2021

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Teamfoto Klartext AI | (c) Leandra Schurz Photography

Elektronikprodukte enthalten wertvolle Rohstoffe, werden aber häufig so entwickelt, dass sie sich nicht einfach reparieren, wiederverwenden oder recyceln lassen. Das Wiener Startup Klartext AI will mit Künstlicher Intelligenz dazu beitragen, das zu ändern. Das 2025 gegründete Unternehmen entwickelt KI-Lösungen für unterschiedliche Anwendungsbereiche, darunter doclarity, ein Tool zur Erstellung barrierefreier PDF-Dokumente. Im Rahmen des Eureka-Forschungsprojekts „ManageR“ entwickelt es einen KI-Assistenten, der Elektronikhersteller bei Entscheidungen zur Kreislaufwirtschaft unterstützen soll. Dafür erhält Klartext AI eine Förderung von rund 250.000 Euro von der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft (FFG).

Das Projekt startete am 1. Oktober 2026 und läuft über drei Jahre. Klartext AI ist dabei für die KI-Technologie zuständig und entwickelt den sogenannten ‚ManageR Copilot‘. Dieser soll Informationen über Produkte, Materialien und gesetzliche Vorgaben zusammenführen und daraus Handlungsempfehlungen ableiten.

KI soll Reparatur und Wiederverwendung bewerten

Im Mittelpunkt von ManageR steht ein digitales Bewertungs- und Optimierungstool. Dieses soll Unternehmen dabei helfen, für einzelne Produkte und Komponenten geeignete Kreislaufstrategien zu finden. Dabei geht es beispielsweise um die Frage, ob Bauteile repariert, wiederverwendet, aufbereitet oder recycelt werden sollten. Die Software soll in unterschiedlichen Phasen des Produktlebenszyklus zum Einsatz kommen – etwa bei der Entwicklung oder im Einkauf. Je nach Lebenszyklusphase soll das System unterschiedliche Handlungsmöglichkeiten aufzeigen. Neben ökologischen Faktoren soll dabei auch die Wirtschaftlichkeit berücksichtigt werden.

Eine Herausforderung ist dabei die Vielzahl an benötigten Informationen. Dazu zählen etwa Produktstücklisten, Materialdaten, regulatorische Anforderungen und branchenspezifisches Fachwissen. Diese Informationen sind häufig auf unterschiedliche Systeme und Abteilungen verteilt oder liegen bei einzelnen Experten. Das Wiener Startup entwickelt deshalb ein KI-Agentensystem samt Benutzeroberfläche, das die Daten verknüpfen soll. Ein besonderer Schwerpunkt liegt laut Anna Poledna, Business Development bei Klartext AI, auf der Nachvollziehbarkeit: Nutzer sollen erkennen können, auf welchen Informationen und Quellen die Vorschläge beruhen. Technologisch setzt das Startup dafür unter anderem auf Wissensgraphen und Multi-Agenten-Systeme.

Eine Rolle bei der Entstehung des Projekts spielten laut Poledna auch neue EU-Vorgaben. Die Ökodesign-Verordnung (ESPR) soll unter anderem die Langlebigkeit und Reparierbarkeit von Produkten verbessern. Der Digitale Produktpass soll künftig Informationen zu Materialien, Reparaturmöglichkeiten und Umweltauswirkungen verfügbar machen.

Zusammenarbeit mit Fraunhofer und Industrieunternehmen

An ManageR sind neben Klartext AI das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung (IPA), die Universität Stuttgart sowie die deutschen Unternehmen ifm und Ansmann beteiligt. Fraunhofer koordiniert das Projekt und entwickelt unter anderem ein Bewertungsmodell, während die Universität Stuttgart ihre Expertise in der Ökobilanzierung einbringt. Die beiden Industrieunternehmen stellen ein 3D-Kamerasystem und ein Ladegerät zur Verfügung, an denen die Technologie getestet werden soll.

„Für uns ist es großartig, dass wir unsere KI-Forschung direkt in die Anwendung bringen können. In ManageR entwickeln wir gemeinsam mit führenden Forschungseinrichtungen neue Methoden und testen sie gleichzeitig an echten Industrieprodukten“, sagt Poledna.

Nach Abschluss des Forschungsprojekts im September 2029 soll die Technologie laut Poledna kommerziell angeboten werden. Geplant ist, sie künftig auch für weitere Elektronikprodukte einzusetzen. Wie breit das System anwendbar sein wird, hängt insbesondere von der Verfügbarkeit entsprechender Daten ab.

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