20.05.2022

Miba übernimmt Mehrheit an Mühlviertler Batterie-Startup Voltlabor

Der oberösterreichische Batterie-Spezialist Voltlabor wird künftig unter dem Namen "Miba Battery Systems" weitergeführt. Zudem wird ein neues Batterie-Produktionswerk errichtet.
/artikel/miba-voltlabor
Miba
(c) Miba Battery Systems

Seit 2019 ist die Miba am Mühlviertler Batterie-Spezialisten Voltlabor beteiligt. Nun übernimmt die Technologiegruppe die Mehrheit am Unternehmen, das ursprünglich von Johannes Kaar gemeinsam mit Edmund Jenner-Braunschmied und Martin Reingruber gegründet wurde. Wie ein Sprecher der Miba gegenüber brutkasten erläutert, hält die Miba ab sofort 50,1 Prozent und das Gründerteam von Voltlabor 49,9 Prozent der Unternehmensanteile.

Voltlabor gilt als Hidden Champion in seiner Branche und entwickelt sowie produziert Batterie-Systeme für eine breite Palette an Endanwendungen. Dazu zählen unter anderem E-Autos, Elektro-Motorräder, Busse, Boote, autonome Stapler aber auch elektrische Pistenfahrzeuge sowie bemannte Drohnen. Zudem baut es den Miba FLEXcooler, ein neuartiges System zum Temperaturmanagement, in seine Batteriesysteme ein.

Voltlabor verzeichnete rasantes Mitarbeiterwachstum

Das Unternehmen ist seit dem Einstieg der Miba vor drei Jahren stark gewachsen. Als die drei Gründer die Miba Gruppe 2019 mit 25,1 Prozent an Bord geholt haben, hatte das Unternehmen zehn Mitarbeiter:innen. Innerhalb der letzten drei Jahre konnte das Unternehmen seine Anzahl auf über 70 Mitarbeiter:innen ausbauen.

„Mit der Miba haben wir vor drei Jahren den richtigen Partner für das Wachstum von Voltlabor gewählt. Ihr weltweiter Marktzugang, ihr Innovationsgeist und ihr industrielles Know-how haben den gemeinsamen Erfolgsweg erst ermöglicht“, so Kaar.

(c) Miba Battery Systems

Errichtung eines neuen Batterie-Produktionswerks

Dieses Wachstum soll laut Miba unter dem neuen Unternehmensnamen „Miba Battery Systems“ nun weiter beschleunigt werden. In Bad Leonfelden entsteht dafür derzeit auf 3.900 Quadratmetern Nutzfläche ein eignes Batterie-Produktionswerk. Aufgrund der Marktnachfrage ist zudem eine weltweite Expansion und der Aufbau von weiteren Standorten geplant. Zudem soll „Miba Battery Systems“ künftig auch das globale Vertriebs- und Produktionsnetzwerk der Miba-Gruppe nutzen.

„Die Übernahme der Mehrheit an Voltlabor ist ein wichtiger Meilenstein bei der Umsetzung unserer Unternehmensstrategie ‚Miba 100‘“, so Miba Vorstandsvorsitzender F. Peter Mitterbauer. „Angetrieben von unserer Unternehmensmission ‚Technologies for a cleaner planet‘ wollen wir bis 2027 mit Technologien für Endanwendungen zur effizienten Gewinnung, Übertragung, Speicherung und Nutzung von Energie auf einen Umsatz von 1,5 Milliarden Euro wachsen. Batterien als Speichermedien für Energie sind dabei ein wichtiger Pfeiler und eine optimale Ergänzung des Miba Produktportfolios.“


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Hansi Hansmann auf der Main Stage des Female Future Festivals 2026. © brutkasten

Unter dem Motto „The Power of Connection“ versammelten sich am 22. Oktober rund 2.000 Teilnehmende in der Wiener Ottakringer Eventlocation. Das von den Schwestern Verena Eugster und Patricia Zupan-Eugster gegründete Female Future Festival widmete sich Themen wie Leadership, künstlicher Intelligenz und Finanzkompetenz. Neben Fachpanels zu Verhandlungsstrategien oder finanzieller Gesundheit war auch Business Angel Hansi Hansmann als Keynotespeaker auf der Bühne zu sehen.

„…, weil ich glaube, dass es unsere Welt besser macht“

Im Gespräch mit brutkasten nannte Hansmann seine Motivation für den Besuch: „Ich habe zwei kleine Töchter und ich möchte gerne, dass meine Töchter später im Leben irgendwann alles das machen können, was sie machen wollen, ohne dass ihr Geschlecht sie daran hindert.“ „Ich bin ein ganz, ganz großer Fan davon, dass es mehr Unternehmerinnen und mehr Investorinnen gibt. Überhaupt mehr Frauen an der Macht, weil ich glaube, dass es unsere Welt besser macht“, ergänzt er zu seinen Beweggründen.

Was seine Beteiligungen angeht, sieht der Investor und ehemalige Manager in Sachen Geschlechterverteilung ein klares Muster: „Ich habe in alles investiert: in rein männliche Teams natürlich viel mehr, aber auch rein weibliche und gemischte Teams. Am besten performen gemischte Teams aus meiner Erfahrung.“

Der Hebel gemischter Teams

Den Vorteil gemischter Teams sieht Hansmann im Zusammenspiel unterschiedlicher Stärken: Es gebe „unterschiedliche Eigenschaften und Skills zwischen Frauen und Männern, und die Mischung macht’s aus“.

Als Beispiel nennt er den Markteintritt: „Ein reines Männerteam geht mit dem Produkt raus, wenn es fertig ist. Nach dem Motto ’das können wir mal rausschieben in den Markt, probieren wir mal, schauen wir mal, ob es ankommt.’ Beim reinen Frauenteam, da muss das Produkt perfekt sein. Und das dauert natürlich fünf Monate länger, bis die auf den Markt gehen, und damit vergeht Zeit.“ Für ihn gilt: „Das gemischte Team, wo sozusagen alle Stimmen zu Wort kommen, ist das Ideale.“

Deutlicher Finanzierungs-Gap in H1/2026

Doch obwohl die Teamkonstellation am besten zu performen scheint, bestehen nach wie vor große Ungleichheiten in Sachen Startup-Finanzierung. Erst kürzlich zeigte der Female Start-up Funding Index H1/2026 von EY Österreich, Female Founders und Fund F das Ausmaß. Im ersten Halbjahr flossen 472 Mio. Euro Risikokapital in österreichische Startups, ein Plus von 329 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Rein männliche Teams erhielten davon 94,9 Prozent, gemischte Teams 4,8 Prozent und rein weibliche Teams 0,3 Prozent. Der Frauenanteil unter den analysierten Gründer:innen lag bei rund 13 Prozent. „Frauen dürfen gründen. Finanziert werden Männer“, brachte es Lisa-Marie Fassl, Managing Partner von Fund F, in der damaligen Aussendung auf den Punkt.

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