10.09.2025
EXPANSION

Metaroom: Salzburger Scanning-Startup startet in Sub-Sahara

Amrax, das Unternehmen hinter Metaroom, kooperiert mit Agile Business Technology und bringt seine KI-gestützte 3D-Scanning-Technologie nach Subsahara-Afrika.
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Martin Huber und Hans Schlick
Die Amrax-Gründer Martin Huber und Hans Schlick | (c) Metaroom by Amrax

Die Digitalisierungsplattform Metaroom gibt heute seine Vertriebspartnerschaft mit Agile Business Technology – einem südafrikanischen Anbieter von Softwarelösungen für die AEC-Branche (Architecture, Engineering, and Construction) in Afrika – bekannt. Im Rahmen dieser Partnerschaft wird Agile Business Technology zum alleinigen Distributor von Metaroom in der Region südlich der Sahara.

Metaroom: 3D-Modelle und 2D-Grundrisse

Damit erhalten Architekten, Ingenieure, Projektentwickler, öffentliche Einrichtungen, Bauunternehmen und Fachplaner Zugang zu einer Mobile-First-Lösung für die Erfassung und Digitalisierung von Bestandsräumen. Mit Metaroom lassen sich einzelne Räume, mehrstöckige Flächen oder ganze Gebäude in kurzer Zeit mit einem iPhone Pro oder iPad Pro scannen. Die Plattform erstellt dann automatisch 3D-Modelle und 2D-Grundrisse, die sich in über 30 CAD- (Computer-Aided-Design) und BIM-Formate exportieren lassen.

„Afrika gehört zu den dynamischsten Regionen weltweit, wenn es um Urbanisierung und Bauentwicklung geht“, sagt Martin Huber, CEO von Metaroom by Amrax, der die Plattform gemeinsam mit Hans Schlick entwickelt hat. „Die Digitalisierung bildet die Grundlage für schnelleres, intelligenteres und nachhaltigeres Bauen. Dank der bewährten Expertise und starken regionalen Präsenz von Agile sind wir überzeugt, dass Metaroom Fachleute in ganz Afrika dabei unterstützen wird, Zeit und Kosten zu sparen sowie neue Chancen in Planung und Betrieb zu erschließen.“

Computer-Aided-Design

Jaco Barnard, Geschäftsführer von Agile, zur Kooperation: „Wir sehen Metaroom als eine ideale Ergänzung unseres Portfolios. Die Benutzerfreundlichkeit, Geschwindigkeit und Kompatibilität mit führenden Computer-Aided-Design- und BIM-Plattformen werden für unsere Kunden, die täglich mit den Herausforderungen von Bestandsaufnahmen und Baudokumentationen konfrontiert sind, einen echten Unterschied machen.“

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REEDuce-Gründerin Birgit van Duyvenbode (Mitte) bei der Eröffnung der neuen Schilf-Lärmschutzwand | (c) Strabag

An der A1 Westautobahn bei Völlerndorf nahe St. Pölten geht eine neue Lärmschutzanlage in Betrieb. Statt auf herkömmliche Materialien wie Beton oder Aluminium setzt diese auf Schilf, Thermoholz und Lehm. Dahinter steckt das Wiener Startup REEDuce rund um Gründerin und CEO Birgit van Duyvenbode. Gemeinsam mit der Asfinag und dem Baukonzern Strabag wurde die Technologie nun auf einem rund einen Kilometer langen Autobahnabschnitt umgesetzt.

REEDuce-Geschäftsführerin Birgit van Duyvenbode, Infrastrukturminister Peter Hanke und ASFINAG-Vorstand Hartwig Hufnagl bei der Präsentation der neuen Schilf-Lärmschutzwand an der A1.

4.000 Schilfbündel für einen Kilometer Lärmschutz

Die Anlage entstand im Zuge der Sanierung der A1 zwischen St. Pölten und Völlerndorf. Auf einer Fläche von rund 2.690 Quadratmetern wurden Lärmschutzelemente mit einem Rahmen aus thermisch behandeltem Holz, einer Lehmfüllung und beidseitiger Schilfabdeckung verbaut.

Das verwendete Schilf stammt aus dem Raum Neusiedler See. Für den rund einen Kilometer langen Abschnitt wurden insgesamt 4.000 Schilfbündel benötigt. Das entspricht etwa 1,5 Prozent der gesamten österreichischen Schilfernte. Die Nutzung des Rohstoffs soll gleichzeitig zur Pflege des Ökosystems am Neusiedler See beitragen.

Anders als konventionelle Lärmschutzwände soll die Konstruktion nach Angaben von REEDuce vollständig kreislauffähig sein. Zugleich soll sie dieselben technischen Anforderungen hinsichtlich Lärmschutz und Haltbarkeit erfüllen, wie herkömmliche Systeme.

„Mit dem ersten Autobahn-Kilometer unserer Lärmschutzwand aus Schilf, Thermoholz und Lehm erreichen wir einen wichtigen Meilenstein“, sagt Gründerin van Duyvenbode. Die Technologie zeige, dass Lärmschutz und Umweltschutz gemeinsam funktionieren können.

Von der Idee des Vaters zum Startup

Der Ursprung der Idee reicht bis ins Jahr 2008 zurück. Damals entwickelte das Sägewerk von van Duyvenbodes Vater im Rahmen eines EU-Forschungsprojekts eine ökologische Lärmschutzwand, die an der A22 bei Langenzersdorf errichtet wurde. Die Gründerin griff die Idee später auf und entwickelte die Technologie unter dem Namen REEDuce weiter.

Bereits Anfang 2022 berichtete brutkasten über das Startup. 2023 wurde REEDuce bei der #glaubandich Challenge zum „Startup des Jahres“ gekürt. Im selben Jahr folgte ein erstes Pilotprojekt mit der Asfinag: An der S33 bei Herzogenburg wurde eine 16 Meter lange Testwand errichtet, um die Technologie unter realen Bedingungen zu erproben.

Mit der neuen Anlage an der A1 kommt die weiterentwickelte Technologie nun in deutlich größerem Umfang zum Einsatz. Für die Asfinag ist das Projekt zugleich eine Möglichkeit, weitere Erfahrungen mit der Bauweise aus regionalen Naturmaterialien zu sammeln.

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