Hier kann man am Hometrainer im Metaverse radeln und dabei Coins verdienen
Das Startup Cardio kombiniert mit seinem Metabike Sport, HealthTech, Gaming, Metaverse und Krypto. Als Motivation gibt es für User:innen den Cardiocoin.
Immer wieder versuchen Unternehmen, mehrere große Trends gleichzeitig aufzugreifen. Besonders viele Buzzwords kann das Startup Cardio mit Sitzen in Südkorea und dem Silicon Valley in seinem Pitch nennen: Sport, HealthTech, Gaming, Metaverse und Krypto. Doch dafür ist das Produkt erstaunlich schnell erklärt: Das „Metabike“ ist ein Hometrainer mit Gaming-Controller, der mit Tablet oder TV (und später auch VR-Brille) verbunden werden kann, mit dem User:innen in einem Metaverse derzeit rund 50 verschiedene Spiele spielen können. Dabei können sie Punkte in Form des ERC20-Tokens Cardiocoin sammeln, den sie wiederum auf der Plattform des Startups für Health-Angebote einsetzen können.
Rennspiele oder Lieblingssendungen auf dem Metabike
„Die Menschen können auf Metabike trainieren, während sie mit anderen Nutzern in Rennspielen konkurrieren, durch die malerische Natur fahren, ihre Lieblingssendungen auf OTT-Plattformen ansehen und in führende Metaverse-Plattformen wie Roblox eintauchen – und das alles, während sie ihr Training verfolgen, Belohnungen für ihre Fitness erhalten und echten Spaß beim Training haben“, erklärt Gründer und CEO Daniel Park in einer Aussendung.
Cardiocoin gegen Bewegungsmangel im Metaverse
In einem BETA-Test wurde von Cardio bereits das Laufband Metarun in 20 Fitnessstudios in Korea eingesetzt. Dabei seien 43.744 km an Trainingsdistanz in 25.712 Trainingseinheiten in 7.449 Stunden zurückgelegt worden, und die Nutzer:innen hätten dabei Rewards im Wert von umgerechnet rund 10.000 Dollar erhalten, heißt es vom Startup. Insgesamt verfolge man eine größere Vision: „Herz-Kreislauf-Erkrankungen machen den Löwenanteil der Gesundheitskosten aus und stehen im Mittelpunkt der Gesundheitsvorsorge. Mit dem Aufkommen des Metaverse werden noch mehr Menschen weniger Sport treiben und die Bewegung in diesen digitalen Räumen ihren Fingern überlassen. Cardio’s Metabike & Metarun schlagen eine Brücke zwischen ‚realer‘ Bewegung und Metaverse-Aktivität, indem sie die Vorteile von Fitness mit dem Spaß digitaler Inhalte verbinden“.
Biotech Summit Austria: Der Wille zum Champion ist da – das Kapital noch nicht
Kommentar: Karin Hofelich war beim Biotech Summit Austria in Innsbruck und fragt: Kommt das Geld aus dem neuen Dachfonds auch bei Biotech-Unternehmen an?
Biotech Summit Austria: Der Wille zum Champion ist da – das Kapital noch nicht
Kommentar: Karin Hofelich war beim Biotech Summit Austria in Innsbruck und fragt: Kommt das Geld aus dem neuen Dachfonds auch bei Biotech-Unternehmen an?
Rund 250 Teilnehmer:innen aus zwölf Ländern, zwei Tage in Innsbruck, ein Motto: „Start up, Scale up, Step up!“ Mit vielen neuen Kontakten und einem guten Gefühl bin ich nach Hause gefahren und mit einer offenen Frage: Die österreichische Biotech-Branche ist so gut vernetzt wie nie, aber woher kommt künftig das Geld, damit aus exzellenter Forschung Unternehmen werden, die in Europa groß werden?
Am Wissen fehlt es nicht. Ob Europa in der Biotechnologie mitspielt, entscheidet sich an der Finanzierung der Wachstumsphase.
Europa zwischen den USA, Golfstaaten und China
Der Schwerpunkt des Summits lag auf dem Scaleup, also auf dem Schritt vom Startup zum international wachsenden Unternehmen.
Ein Bild für die Zukunft der Pharmatrends zeichnete Claudio Albrecht, ehemaliger CEO der Stada AG. Er sprach darüber, wie Geopolitik, neue Technologien und sich wandelnde Gesundheitssysteme die Pharmaindustrie bis 2035 prägen könnten. Besonders hervorgehoben hat er dabei die Transformation Chinas von einer Service-Industrie zu einem Innovationsmotor sowie die Dynamik in den Golfstaaten. Europa widmete er keine eigene Folie in seiner Präsentation, was vom Publikum hinterfragt wurde. Es wirft die Frage auf, welchen Stellenwert Europa künftig im globalen Wettbewerb überhaupt noch spielen wird.
(c) Hofelich – Claudio Albrecht gab einen Ausblick in die Zukunft.
Ein Champion, der nicht auswandern muss
Den Gegenentwurf lieferte Karl Nehammer, Vizepräsident der Europäischen Investitionsbank (EIB) und ehemaliger Bundeskanzler. Besonders in Erinnerung geblieben ist mir vor allem ein Satz: „The next champion should not need to leave Europe in order to become a global champion.“
(c) Hofelich – Karl Nehammer, Vizepräsident der Europäischen Investitionsbank (EIB).
Das Ziel ist ambitioniert und gerade in der Biotechnologie bislang schwer erreichbar. Entwicklungszyklen dauern hier i. d. R. mehr als ein Jahrzehnt.
Der Startup- & Scaleup-Dachfonds: eine gute Nachricht mit Fragezeichen
Für die Branche besonders interessant war die Diskussion über den geplanten österreichischen Dachfonds. Stefan Haubner, Founding Partner bei APEX Ventures, widmete sich der Frage, ob Europa ein eigenes Modell für Venture Capital braucht. Dabei ging es auch um den österreichischen Fund-of-Funds.
Der Dachfonds soll Anfang 2027 starten. Der Staat steuert 100 Mio. Euro bei, institutionelle Investoren sollen weitere 400 Mio. Euro bringen. Das ist ein wichtiges Signal. Weil es ein Dachfonds ist, investiert er aber nicht direkt in Unternehmen, sondern in andere Fonds.
Wie viel von diesem Geld tatsächlich bei Biotech-Unternehmen ankommt, ist derzeit offen.
Life Sciences brauchen Investoren mit Fachwissen und langem Atem. Davon gibt es in Österreich nur wenige. Wenn der Dachfonds vor allem in Generalisten-Fonds fließt, könnte die Biotechnologie leer ausgehen.
Tirol zeigt, wie Standortarbeit aussieht
Auch organisatorisch war der Summit ein Vorzeigeprojekt. Veranstaltet wurde der Summit von BIOTECH AUSTRIA, Human.technology Styria und der Standortagentur Tirol. Vor Ort vertreten waren Peter Llewellyn-Davies, Präsident von BIOTECH AUSTRIA, Marcus Hofer, CEO der Standortagentur Tirol, und Lejla Pock, CEO von Human.technology Styria. Äußerst charmant moderiert hat Damita Pressl.
Die Villa Blanka hoch über Innsbruck bot eine außergewöhnliche Kulisse; ebenso das Gala-Dinner am Abend in der Rooftop-Bar des Hotels aDLERs. Begeistert zeigten sich auch die Teilnehmer:innen, die am Vortag im Rahmenprogramm die Skisprungschanze Bergisel besichtigt hatten. Ich selbst habe mir am Dienstagmorgen den Health Hub Tirol angesehen. Das Technologiezentrum ist seit knapp einem Jahr in Betrieb und bietet noch freie Flächen. Das ist die Art Standortpolitik, die wirkt: Infrastruktur, Netzwerk und ein Treffpunkt, an dem Forschung, Investor:innen und Politik tatsächlich ins Gespräch kommen.
Was es jetzt braucht
Der Summit hat gezeigt, dass die Branche sich der Herausforderungen bewusst ist und weiß, was zu tun ist.
Der nächste Champion muss nicht auswandern. Aber dafür muss das Kapital vor Ort stärker mobilisiert werden.
Der fünfte Biotech Summit Austria findet am 21. und 22. Oktober 2027 in Graz statt. Bis dahin wissen wir mehr darüber, ob der Dachfonds auch der Biotechnologie hilft.
Disclaimer: Karin Hofelich ist Life Science Lead beim brutkasten-Schwestermagazin VentureCapital. Das VC Magazin war Medienpartner des Summits.
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