Meta Nanos: Hero-Gründer holen Investment mit neuem NFT-Metaverse-Startup
Nach ihrem Exit an die Novomatic-Tochter Greentube mit Hero im vergangenen Jahr gehen Paul Polterauer und Philip Peinsold mit ihrem neuen Projekt Meta Nanos an den Start.
Vor ziemlich genau einem Jahr verkündete das Wiener Startup Hero seinen Exit an die Novomatic-Tochter Greentube – der brutkasten berichtete. Bekannt geworden war dieses unter anderem für den ersten ICO nach österreichischem Recht im Jahr 2017. Nun gehen die Gründer Paul Polterauer und Philip Peinsold mit ihrem neuen Projekt an die Öffentlichkeit. „Meta Nanos ist ein play-to-earn-Metaverse, in dem Nutzer:innen Avatar-NFTs (die „Nanos“) erwerben und mit ihnen gegen Geld spielen können. Die Vision ist es, eine eigene digitale Welt zu erschaffen, in der Nutzer:innen spielen, sich austauschen, miteinander interagieren und sich mit ihren digitalen Avataren ausdrücken können“, heißt es vonseiten des Startups.
Herocoin kommt bei Meta Nanos zum Einsatz
Dabei soll auch der Herocoin des an Greentube verkauften Startups eine zentrale Rolle spielen. Generell besteht eine enge Partnerschaft mit dem Unternehmen. „Meta Nanos ist das erste von vielen Projekten, die Herocoin als integralen Bestandteil ihres Geschäftsmodells nutzen werden“, sagt Co-Founder Peinsold. „Die Kombination aus unserem Startup Spirit und dem Corporate-Rückhalt von Greentube ist die perfekte Grundlage für Innovation und Erfolg. In den nächsten Jahren werden wir als Ergebnis dieser Partnerschaft mehrere innovative Produkte auf den Markt bringen“, meint Polterauer.
Nano Meta Games, das Unternehmen hinter der Plattform, holte auch bereits sein erstes Investment. Ein nicht näher genannter Betrag kommt von Blockpit-Gründer Florian Wimmer, dem auf Token-Business spezialisierten VC SMAPE Capital, Business Angel of the Year 2020 Niki Futter und Investor Mathias Roch. Bis zum Sommer wolle man eine weitere Kapitalrunde abschließen, heißt es vom Startup. Zudem konnte Meta Nanos Bitcoin-Austria-Gründer Andreas Petersson als Team-Mitglied gewinnen.
Auf Dauer immer mehr Spiele von anderen Entwicklern
Im vom Startup geschaffenen Metaverse soll es verschiedenste Spiele „von Rennspielen über Multiplayer Online Battle Arena-Spielen bis hin zu Shootern“ geben, in denen User:innen mit den „Nanos“ gegeneinander antreten können. Die ersten dieser Spiele will Nano Meta Games selbst entwickeln – mit einem anfänglich Fokus auf Rennspiele. Auf Dauer sollen aber immer mehr Spiele von anderen Anbietern oder auch der Community entwickelt werden. Dazu soll es zukünftig auch öffentliche API-Schnittstellen und Generatoren geben. Den ersten Drop im Projekt wird es am 22. Februar geben. Später im Jahr wolle man 22.222 Nano-Avatar-NFTs verkaufen.
„Pharmazeutisch gibt es keinen Grund gegen den Rx-Versand“
In Österreich ist der Versand von rezeptpflichtigen Medikamenten verboten. Redcare-Österreich-Chefin Martina Egger erklärt im Interview, warum das eine Frage des politischen Willens ist, und was eine Öffnung volkswirtschaftlich brächte.
„Pharmazeutisch gibt es keinen Grund gegen den Rx-Versand“
In Österreich ist der Versand von rezeptpflichtigen Medikamenten verboten. Redcare-Österreich-Chefin Martina Egger erklärt im Interview, warum das eine Frage des politischen Willens ist, und was eine Öffnung volkswirtschaftlich brächte.
Martina Egger, Director Country Management Österreich bei Redcare Pharmacy (Shop-Apotheke.at) |(c) brutkasten / Haris Dervisevic
Redcare Pharmacy ist Europas führende Online-Apotheke und tritt in Österreich unter Shop-Apotheke.at auf. Die Gruppe setzte 2025 rund 2,9 Mrd. Euro um, ein Plus von 24 Prozent, und zählt europaweit über 14,2 Millionen aktive Kund:innen. Laut Handelsverband war das Unternehmen zuletzt der drittgrößte Onlineshop des Landes, nach Amazon und Zalando. Ein zentrales Geschäftsfeld bleibt hierzulande aber verschlossen: Der Versand rezeptpflichtiger Medikamente, in acht EU-Ländern längst erlaubt, ist in Österreich verboten.
Für dieses Thema steht bei Redcare Martina Egger. Die gebürtige Deutsche wurde in der heimischen Startup-Szene als Mitgründerin von Pluz Care bekannt, einer Plattform, die rezeptfreie Medikamente gemeinsam mit lokalen Apotheken nach Hause lieferte. Nach dem Aus des Startups holte sie Redcare Pharmacy als Director Country Management Österreich, unter der Bedingung, unternehmerisch frei agieren zu können.
Im Gespräch mit brutkasten plädiert Egger offen für eine Liberalisierung des Rx-Versands und verweist auf eine von Redcare beauftragte EcoAustria-Studie, die ein volkswirtschaftliches Potenzial im dreistelligen Millionenbereich sieht. Sie erklärt, warum sie kein Apothekensterben fürchtet, wie das Unternehmen Beratung digital abbildet und welche Rolle KI-Agenten künftig spielen sollen.
brutkasten: Du hast Pluz Care mitgegründet, das später in Liquidation übernommen wurde. Was hat dich zu Redcare gebracht?
Ich bin dem Thema treu geblieben. Pluz Care wollte Medikamente binnen einer Stunde nach Hause bringen, in Österreich aber nur rezeptfreie. Als die Finanzierung scheiterte – zwei Due-Diligence-Runden durch, dann geplatzt – hat mich Shop-Apotheke als Country Managerin geholt. Meine Bedingung war, unternehmerisch frei handeln zu können. Heute kann ich viel mehr an der Sache arbeiten als zur Startup-Zeit, in der ich vor allem am Fundraisen war.
brutkasten: Wie entwickelt sich Redcare in Österreich?
Konkrete Österreich-Zahlen nennen wir als börsennotiertes Unternehmen nicht, wir berichten auf Group Level. Aber laut Handelsverband waren wir zuletzt der drittgrößte Onlineshop des Landes, nach Amazon und Zalando. Wir gewinnen weiter eine fünfstellige Zahl neuer Kund:innen pro Monat. Den größten Mehrwert sehen die ländlichen Regionen, dort wird die Online-Bestellung von Medikamenten am stärksten angenommen.
brutkasten: Der Versand rezeptpflichtiger Medikamente ist in Österreich verboten. Warum?
Pharmazeutisch gibt es keinen Grund, der gegen den Rx-Versand spricht. In Deutschland gibt es ihn seit 25 Jahren, in der Schweiz ist er erlaubt. In Skandinavien sind Online-Apotheken bereits lange etabliert. Shop-Apotheke ist eine echte Apotheke, die denselben Regularien unterliegt wie jede andere in Europa. Dass es das Verbot in Österreich gibt, ist eine Frage des politischen Willens. Ähnlich wie bei der Notariatskammer geht es um den Schutz bestehender Strukturen.
brutkasten: Führt der Onlineversand zum Apothekensterben?
In Österreich nicht, im Gegenteil, die Zahl der Apotheken steigt. Das deutsche Problem liegt an der schwierigen Nachfolge und an schließenden Arztpraxen. In Startup-Sprache: Der Arzt ist der Lead Generator für die Apotheke, fällt er weg, ist der Sales Funnel done. Die Dimension ist ohnehin überschaubar: In Deutschland liegt der Online-Anteil am Rx-Geschäft bei fast zwei Prozent, in Märkten mit langer Erfahrung wie Schweden bei etwa 20 Prozent.
Martina Egger im Gespräch mit brutkasten | (c) brutkasten / Haris Dervisevic
brutkasten: Wie versucht ihr, das zu ändern?
Wir sprechen uns seit rund einem Jahr offen für die Rx-Liberalisierung aus, auch im Austausch mit der Apothekerkammer. Eine von uns beauftragte EcoAustria-Studie hat das volkswirtschaftliche Potenzial einer Öffnung berechnet, etwa durch ersparte Wege, herausgekommen ist ein Betrag im dreistelligen Millionenbereich. Auf EU-Ebene erwarte ich viel, gleichzeitig liegt die Entscheidung bei den Mitgliedstaaten. Wichtig ist das hybride Modell: Niemand wird gezwungen, aber wer in Vorarlberg 30 Kilometer zur nächsten Apotheke hat, soll die Option bekommen.
brutkasten: Eine Online-Apotheke verschickt also nicht nur Pakete?
Nein, wir sind eine Apotheke und müssen beraten. Der durchschnittliche Rx-Kunde in Deutschland ist über 60, entsprechend hoch ist die Zahl unserer meist telefonischen Beratungsgespräche. Jede Bestellung durchläuft einen Wechselwirkungscheck, das Vier-Augen-Prinzip bilden wir digital ab. Erkennt das System eine Wechselwirkung, nehmen wir Kontakt auf, notfalls auch zum Arzt.
brutkasten: Wo setzt ihr auf KI?
KI nutzen wir, wo es geht, viel im Hintergrund, etwa im Pricing. Eine eigene AI-Unit beschäftigt sich mit Conversational Commerce. Wir tracken auch schon den Traffic über ChatGPT, der ist noch nicht relevant, steigt aber leicht.
brutkasten: Wo wollt ihr wachsen, und ist Amazon Pharmacy eine Gefahr?
Wachsen wollen wir in allen Bestandsmärkten, neue Markteintritte sind derzeit kein Thema, wir schauen uns aber immer potenzielle Märkte an. Der Fokus liegt klar auf dem Kerngeschäft. Amazon Pharmacy sehe ich nicht als unmittelbare Bedrohung, der US-Markt funktioniert so anders, dass sich die Modelle kaum vergleichen lassen.
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