19.06.2015

Messenger-Dienst WhatsApp fällt beim Datenschutz durch

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© Whatsapp: Datenschutz-Aktivisten aus den USA haben die Großen wie Apple oder Whatsapp unter die Lupe genommen.

Geht es nach amerikanischen Datenschutz-Aktivisten seien Apple, Yahoo oder etwa WordPress sichere Dienste, wenn es um die heiße Daten-Thematik geht. Der Kurznachrichtendienst WhatsApp hingegen mit über 800 Millionen User versagt fast vollständig. Vom hohen Schutzniveau bei Apple, Adobe, Yahoo und Diensten wie WordPress oder der Wikipedia ist die Facebook-Tochter jedenfalls weit entfernt.

Die Electronic Frontier Foundation (EFF) nahm für die Untersuchung die Datenschutz-Politik von 24 Online-Unternehmen und Cloud-Anbietern unter die Lupe. Auch der Online-Speicherdienst Dropbox, die Blogplattform WordPress und der Wikipedia-Betreiber Wikimedia bekamen mit fünf von fünf möglichen Punkten die Bestnote.

Die ausschlaggebenden fünf Kriterien waren etwa ob ein Dienst sich an den besten Verfahren orientiere, die von der Branche akzeptiert seien. Außerdem spielte eine Rolle, ob ein Dienst die Nutzer über staatliche Daten-Anfragen und Speicherfristen informiere, staatliche Begehren zum Entfernen von Inhalten offenlege und Hintertüren in den Systemen für staatliche Stellen ablehne.

Am schlechtesten wurde WhatsApp bewertet. Der Kurzmitteilungsdienst erhielt lediglich einen Punkt, obwohl der Dienst nach der Übernahme durch Facebook nun mit besseren Ressourcen zum Schutz der Daten ausgestattet sei. Für WhatsApp spreche lediglich, dass man dort Hintertüren für Behörden ablehne. Bei den vier anderen Kriterien fiel der populäre Messenger durch.

Bei Google und Amazon bemängelte die EFF in der am späten Mittwoch veröffentlichen Studie fehlende Informationen für Nutzer über Datenanfragen der Behörden sowie über die Datenspeicherung. Bei Facebook und dem Karriere-Netzwerk LinkedIn sieht die EFF Defizite bei Informationen über Behörden-Anträge zum Entfernen einzelner Inhalte.

Twitter verpasste mit vier von fünf Punkten eine Bestnote, weil der Dienst seine Anwender nicht über Daten-Anfragen von staatlichen Stellen informiert. Bei Microsoft (3 von 5) wurden fehlende Informationen zur Speicherfrist bemänglet. Außerdem informiere der Software-Konzern nicht von sich aus über Löschungs-Ersuchen staatlicher Stellen. Auch der in Startup-Unternehmen populäre Dienst Kommunikationsdienst Slack erhielt nur drei von fünf Punkten.

Quelle

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Enact, Roboter die fühlen, Roboter, Robotik
© Enact

Roboter können viel. Sie sehen fast alles, sie schweißen, heben, sortieren. Eines fehlt ihnen jedoch: Fingerspitzengefühl. Deshalb bleiben die letzten Handgriffe der Montage Handarbeit: ein Kabel, das einrasten muss, eine Dichtung, die sitzen muss, eine Schraube, die klemmt. Diesem Mangel an Feinfühligkeit stellt sich das Schweizer Startup Enact entgegen und baut Roboter, die Kraft spüren. Sie messen Druck und Widerstand über ihre eigenen Antriebe, wie der Mensch über Muskeln und Sehnen, und ein Modell lernt daraus, heißt es. Der Roboter merkt ohne Zusatzsensoren und ohne künstliche Haut, ob das Teil sitzt.

Enact von Caltech-Forscher gegründet

Dass das mehr als eine Nische ist, zeigen die Zahlen. China etwa hat 2025 354.000 Industrieroboter installiert, fast drei von fünf weltweit (IFR). Europa gewinne dagegen nicht über Masse sondern über Varianz, und genau dort rechnen sich Roboter bisher selten, weil jemand jede Aufgabe einzeln programmieren müsse. Roboter, die durch Vormachen lernen und spüren, ob ein Teil sitzt, sollen diese Einzelprogrammierung ersparen und auch kleine Serien automatisierbar machen. Genau hier setzt Enact an: bei den letzten Handgriffen der Montage.

Gegründet wurde das Zürcher Startup im März 2026 von Manuel Yves Galliker. Der Maschinenbauer der ETH Zürich war Gastforscher am Caltech, leitete bei 1X das Team, das dem Humanoiden NEO das Gehen beibrachte, und arbeitete danach bei Physical Intelligence.

Dort sah er, dass Kamera und Teleoperation für die Fabrik nicht ausreichen, und ging zurück nach Zürich. „Das Silicon Valley hat historisch betrachtet enorme Stärken in Software und KI, aber es fehlt an Spezialisten für Robotik und Hardware-Engineering“, sagt Galliker.

Investment von Mensch

Nun sammelte er mit Enact 30 Millionen US-Dollar in einer Pre-Seed-Runde ein, und das noch bevor es ein Produkt gibt. Das hat einen Grund, wie man in der Aussendung liest: „Das Startup baut alles selbst. Antriebe, Regelung und Modell entstehen unter einem Dach, was am Anfang mehr kostet als ein Modell auf einen fremden Arm zu setzen.“ Die ersten Antriebe laufen, der Ansatz sei laut Enact validiert.

Angeführt wird die Millionen-Runde von redalpine, Notion Capital und firstminute capital. Als Business Angels investieren Yann LeCun (von 2013 bis Ende 2025 Chief AI-Scientist bei Meta), Arthur Mensch (Co-Founder Mistral AI), Andrew Lonsberry (Path Robotics) und David Wallerstein (früher Tencent). Aktuell arbeiten zehn Personen in Zürich, bis Ende 2027 sollen es viermal so viele werden.

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