21.06.2022

MentorMe: Wie aus einer Notlage das größte Mentoring-Programm für Frauen entstand

MentorMe ist das größte und am schnellsten wachsende Mentoring-Programm für Frauen im deutschsprachigen Raum. Wir haben im brutcast mit der österreichisch-brasilianischen Gründerin und Geschäftsführerin Karin Heinzl über die Anfänge und das rasante Wachstum der Plattform gesprochen.
/artikel/mentorme-karin-heinzl
MentorMe
MentorMe Gründerin Karin Heinzl | (c) MentorMe

Der Begriff „Kosmopolitin“ beschreibt wohl am besten den beruflichen Werdegang und die Biographie von Karin Heinzl. Nach einem Studienaufenthalt in den USA und einem Job bei einem New Yorker Wallstreet Unternehmen zog es die halb Österreicherin, halb Brasilianerin Anfang der 2010er Jahre nach Berlin, um dort als Kommunikations-Referentin und International Officer bei der FDP zu arbeiten.

Der 22. September 2013 sollte jedoch für Heinzl zum Schicksalstag werden und fortan ihren weiteren Karriereweg bestimmen. Im Zuge der deutschen Bundestagswahl verlor die FDP nach 65 Jahren im Parlament den Sitz im deutschen Bundestag. Gemeinsam mit 600 weiteren Kolleg:innen musste Heinzl damals als Mitarbeiterin der FDP ihre Kisten packen und verlor quasi von einem Tag auf den anderen ihren Job. Die nächste internationale Station ließ allerdings nicht lange auf sich warten. Durch einen persönlichen Kontakt erhielt sie die Chance nach Indien zu gehen, um dort drei Monate lang für eine NGO zu arbeiten.


Die Hintergründe im brutcast

Mehr zu den Hintergründen rund um MentorMe und das rasante Wachstum hat uns Gründerin Karin Heinzl im brutcast erzählt.


Die Gründung von MentorMe

Nach ihrer Rückkehr nach Deutschland war Heinzl von ihren Eindrücken in Indien derart geprägt, dass sie fortan etwas machen wollte, das auch einen sozialen Impact hat. „Zurück in Berlin war mir klar, dass ich mit und für Menschen arbeiten möchte“, so Heinzl im brutcast. Allerdings stoß Heinzl im Zuge der Job-Suche auf zahlreiche Hürden. „Eines Tages war ich in der Arbeitsagentur und meine Betreuerin wollte mir nicht einmal die Hand geben. Ich bin damals aus dem Zimmer gegangen und habe mir gedacht, dass ich mein eigenes Projekt starte, wo ich selbst der eigene Boss bin“, so Heinzl über die Anfänge ihrer Selbständigkeit.

Bereits in ihrer Zeit bei der FDP begleitete Heinzl ein Mentoring-Programm, das Frauen beim Einstieg in die Politik unterstützte. Diese Expertise rund um das Thema Mentoring wollte sie fortan in ihrem ersten eigenständigen Projekt einbringen. „Während meiner Zeit in Deutschland, den USA und Indien hat mir immer ein Sparringspartner gefehlt, der mir im Rahmen meiner Karriere unterschiedliche berufliche Wege aufzeigt“, so Heinzl. Schlussendlich entstand aus der Arbeitslosigkeit und eigenen Notlage die Idee, ein Unternehmen namens MentorMe zu gründen.

Der rasante Aufstieg von MentorMe

Seit der Gründung im Jahr 2015 unterstützt MentorMe weibliche Senior Professional und Young Professionals dabei, sich beruflich zu orientieren, weiterzuentwickeln und neu zu positionieren. Mentees werden für einen Meenteebeitrag, der sich an der individuellen Einkommenssituation orientiert, mit passenden Mentor:innen unterschiedlichster Branchen vernetzt. Zudem bietet MentorMe auch Training- und Networking Events an.

Rund sieben Jahre nach Gründung zählt MentorMe zum größten und schnellst wachsenden Mentoring-Programm für Frauen im deutschsprachigen Raum. Gemeinsam mit ihrem Team unterstützte Heinzl seither rund 2.500 Mentees. Aktuell stehen mehr als 3.000 Mentor:innen mittlerweile auf der Plattform zur Verfügung. Zudem werden jährlich rund 200 Trainings und Workshops angeboten.

Technologische Weiterentwicklung von MentorMe

Um künftig die Matchmaking-Ergebnisse noch weiter zu verbessern, entschloss man sich im September 2021 die Plattform technologisch völlig neu aufzustellen. Gemeinsam mit Nagarro als Digitalisierungspartner wurde eine neue User Experience designt. Intelligente Algorithmen verbessern fortan nicht nur den Match für Mentor:innen und Mentees, sondern bieten ihnen auch deutlich mehr Möglichkeiten: Mentees erstellen und verwalten ihr Profil selbst und können aktiv nach passenden Matches suchen. Der manuelle Aufwand konnte dadurch um 80 Prozent reduziert werden.

Wie Heinzl abschließend erläutert, zählt das Sozialunternehmen MentorMe mittlerweile nicht mehr nur Mentees zum Kundenkreis. Im Rahmen von Partnerschaften nutzen auch Firmen die Plattform für ihren HR-Bereich – angefangen vom Recruting über die Personalentwicklung bis hin zum Employer Branding. Zu den Firmen zählen keine Geringeren als Coca-Cola, Ernst & Young, OTTO, ING, Deloitte oder Aktion Mensch. Aber auch kleinere Startups und mittelständische Unternehmen setzen auf die Lösung. Für 2022 plant MentorMe übrigens auch in Österreich Fuß zu fassen. Zuvor steht allerdings noch der Launch in Kenia am Programm, wie die kosmopolitische Gründerin verrät.


Deine ungelesenen Artikel:
02.06.2026

700 Prozent Produktivitätsplus: Grazer KI-Startup vertieft Partnerschaft mit deutschem Softwareentwickler

Das Grazer KI-Startup Context64.ai stellt die technologische Infrastruktur für die neue Produktlinie von Emposo (Hays Group). Bei einem gemeinsamen Projekt im Automotive-Engineering wurde laut den Unternehmen eine siebenfache Produktivitätssteigerung erzielt.
/artikel/700-prozent-produktivitaetsplus-grazer-ki-startup-vertieft-partnerschaft-mit-deutschem-softwareentwickler
02.06.2026

700 Prozent Produktivitätsplus: Grazer KI-Startup vertieft Partnerschaft mit deutschem Softwareentwickler

Das Grazer KI-Startup Context64.ai stellt die technologische Infrastruktur für die neue Produktlinie von Emposo (Hays Group). Bei einem gemeinsamen Projekt im Automotive-Engineering wurde laut den Unternehmen eine siebenfache Produktivitätssteigerung erzielt.
/artikel/700-prozent-produktivitaetsplus-grazer-ki-startup-vertieft-partnerschaft-mit-deutschem-softwareentwickler
Context64.ai CEO & Founder Marko Lah (r.) mit COO Jan Bernasch (l.)

Das steirische Startup Context64.ai, gegründet von Marko Lah, hat sich auf die Bereitstellung horizontaler und industrieagnostischer KI-Infrastruktur spezialisiert. Erst Anfang des Jahres ging das Unternehmen mit der deutschen 3DSE Management Consultants GmbH eine strategische Allianz ein – brutkasten berichtete. Nun stellen die Grazer die technologische Plattform für die neue „Data2AI“-Produktlinie des deutschen Softwareentwicklers Emposo bereit.

Klare Rollenverteilung

Die Rollenverteilung bei der Kooperation ist klar: Context64 stellt die Plattform, Emposo baut daraus fertige Kundenlösungen. Emposo ist eine hundertprozentige Tochtergesellschaft der Hays Holding. Während der Mutterkonzern Hays primär als weltweit agierender Personaldienstleister im Recruiting-Bereich bekannt ist, konzentriert sich Emposo als spezialisierter Lösungsanbieter auf IT- und Engineering-Dienstleistungen sowie die Abwicklung von Werk- und Serviceverträgen. Nach einer einjährigen Pilotphase wurde die Zusammenarbeit mit dem Grazer Startup nun fest verankert.

Strukturierte Daten statt KI-Halluzinationen

Der Software-Stack von Context64.ai setzt beim sogenannten Kontextproblem herkömmlicher Sprachmodelle an. Über den „Data Context Hub“ werden verteilte Unternehmensdaten – darunter Anforderungen, Stücklisten und Qualitätsdaten – in einem Knowledge Graph miteinander vernetzt.

Die ergänzende Komponente „M4AI“ (Memory for AI) ermöglicht KI-Agenten den gezielten Zugriff auf dieses strukturierte Wissen. Dadurch navigieren die Agenten entlang der realen Unternehmensstruktur, anstatt isolierte Dokumente zu durchsuchen. Das soll Verarbeitungszeiten verkürzen, Fehlantworten (Halluzinationen) minimieren und den Ressourceneinsatz senken.

Pilotprojekt im Automobil-Sektor

Als ersten produktiven Anwendungsfall nennen die Unternehmen ein Projekt aus dem Automobil-Engineering, bei dem ausführbare Testfälle automatisiert aus Spezifikationen und Signaldaten erzeugt werden. Laut Aussendung führte der Einsatz der Software in dem langjährigen Kundenprogramm zu einer siebenfachen Produktivitätssteigerung gegenüber der zuvor wochenlangen manuellen Erstellung.

Context64.ai-Gründer Marko Lah sieht in dem Projekt ein übergeordnetes Muster für den Markt: „KI selbst wird zur Commodity – entscheidend ist, was darunter liegt: die saubere Vernetzung von Daten über Systemgrenzen hinweg, Präzision, effizienter Token-Einsatz.“, argumentiert er. „Die Domänenexperten sitzen bereits in den Unternehmen. Was fehlt, ist die Infrastruktur, dieses Wissen mit KI zu verbinden – die liefern wir als Plattform.“

Toll dass du so interessiert bist!
Hinterlasse uns bitte ein Feedback über den Button am linken Bildschirmrand.
Und klicke hier um die ganze Welt von der brutkasten zu entdecken.

brutkasten Newsletter

Aktuelle Nachrichten zu Startups, den neuesten Innovationen und politischen Entscheidungen zur Digitalisierung direkt in dein Postfach. Wähle aus unserer breiten Palette an Newslettern den passenden für dich.

Montag, Mittwoch und Freitag

AI Summaries

MentorMe: Wie aus einer Notlage das größte Mentoring-Programm für Frauen entstand

AI Kontextualisierung

Welche gesellschaftspolitischen Auswirkungen hat der Inhalt dieses Artikels?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

MentorMe: Wie aus einer Notlage das größte Mentoring-Programm für Frauen entstand

AI Kontextualisierung

Welche wirtschaftlichen Auswirkungen hat der Inhalt dieses Artikels?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

MentorMe: Wie aus einer Notlage das größte Mentoring-Programm für Frauen entstand

AI Kontextualisierung

Welche Relevanz hat der Inhalt dieses Artikels für mich als Innovationsmanager:in?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

MentorMe: Wie aus einer Notlage das größte Mentoring-Programm für Frauen entstand

AI Kontextualisierung

Welche Relevanz hat der Inhalt dieses Artikels für mich als Investor:in?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

MentorMe: Wie aus einer Notlage das größte Mentoring-Programm für Frauen entstand

AI Kontextualisierung

Welche Relevanz hat der Inhalt dieses Artikels für mich als Politiker:in?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

MentorMe: Wie aus einer Notlage das größte Mentoring-Programm für Frauen entstand

AI Kontextualisierung

Was könnte das Bigger Picture von den Inhalten dieses Artikels sein?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

MentorMe: Wie aus einer Notlage das größte Mentoring-Programm für Frauen entstand

AI Kontextualisierung

Wer sind die relevantesten Personen in diesem Artikel?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

MentorMe: Wie aus einer Notlage das größte Mentoring-Programm für Frauen entstand

AI Kontextualisierung

Wer sind die relevantesten Organisationen in diesem Artikel?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

MentorMe: Wie aus einer Notlage das größte Mentoring-Programm für Frauen entstand