Chatbot von Elite-Uni soll Mental Health Probleme therapieren
Über 350 Millionen Menschen sollen weltweit an psychischen Problemen leiden. Kann eine Künstliche Intelligenz Menschen mit Angstzuständen therapieren? Und wenn dies möglich wäre, was passiert, wenn die Entwicklung eines solchen Bots in die falschen Hände gerät?
Chatbots kommen in vielen Bereichen bereits zum Einsatz. Vor allem als Marketingtool erfreuen sie sich wachsender Beliebtheit. Der Woebot, der diese Woche vorgestellt wurde, verfolgt einen komplett anderen Ansatz. Von Psychologen der US-amerikanischen Universität Stanford entwickelt, soll er Menschen mit mentalen Problemen, wie Angstzuständen oder Depressionen, bei der Heilung unterstützen.
In Kontakt mit dem Woebot tritt man, indem man ihn ganz einfach im Facebook Messenger anschreibt. Auf eine charmante Art und Weise wird man an die Funktionalität des Bots herangeführt. (Siehe Screenshot) Er operiert dabei mit einfachen Buttons, die einen im Erzählstrang weiterführen.
Ab dem ersten Kontakt, wird der Bot den User täglich nach seinem Gefühlszustand fragen, diesen analysieren und Muster erkennen lernen.
Was hilft mehr: Selbsthilfe-Buch oder Chatbot?
Rund ein Jahr sollen Psychologen und Experten an dem Bot gearbeitet und geforscht haben. Im Rahmen einer Studie, bei der 70 Studenten teilgenommen haben, soll die Wirksamkeit des Chatbots bestätigt worden sein. Die Teilnehmer wurden dafür in zwei Gruppen geteilt: Ein Teil der Studenten musste täglich mit dem Bot interagieren, während die andere Gruppe zu einem Selbsthilfe-E-Book gegriffen hat.
Jenen Studenten, die mit dem Woebot gearbeitet haben, soll es am Ende der Versuchszeit besser gegangen sein. Der Bot selbst weist kurz nach dem Start darauf hin, dass „Versuchspersonen bereits nach zwei Wochen“ geholfen worden sei. Trotzdem soll er den Gang zum „echten“ Therapeuten nicht ersetzen.
Kein Wort übers Kindheitstrauma
„Der Woebot ist ein Roboter, dem du alles erzählen kannst. Er ist keine Künstliche Intelligenz, die dir wie durch ein Wunder Sachen erzählen wird, die dir nicht einmal bewusst waren“, erklärt Woebot-CEO Alison Darcy im Rahmen eines Interviews dem Wired Magazin. Der Bot möchte also einen nicht dazu bringen, das tiefliegende Kindheitstrauma niederzuschreiben, sondern Schritt für Schritt die generelle Gemütsstimmung anheben.
Laut WHO leiden mindestens 350 Millionen Menschen an psychischen Problemen und mindestens die Hälfte aller schweren Depressionen wird nicht behandelt. Kann ein Chatbot hier tatsächlich helfen oder zumindest Mauern brechen?
Was wäre allerdings, wenn..
Sollte der Woebot und andere Lösungen tatsächlich zum mentalen „Herlferlein“ des Menschen werden und Besserung bieten, muss auch die andere Seite der Medaille beleuchtet werden. Denn im Umkehrschluss könnte ein negativ programmierter Bot viel Unheil anrichten. Für Menschen, die bereits mit mentalen Problemen kämpfen und täglich mit negativen Nachrichten überhäuft werden, könnten ein solcher Missbrauch eine große Gefahr darstellen.
Österreichisches Startup mit Mental Health Lösung
„Das ist nicht nur möglich, das passiert auch jetzt schon“, meint Christoph Schnedlitz von HiMoment. „Erst vor kurzem wurde Instagram als soziales Netzwerk mit der größten Gefahr für Mental Health evaluiert.“ Ein soziales Netzwerk, das viele Menschen täglich benutzen. Als Prävention vor mentalen Problemen soll wiederum HiMoment dienen.
Therapie durch positivie Erinnerungen
Das Startup aus Österreich trainiert seine Nutzer glücklicher zu werden. Positive Momente, an die man sich gerne erinnert, werden in der HiMoment App dokumentiert. Schlechte Momente sollen mit guten Erinnerungen quasi ausgetauscht werden. Trotzdem: „Happiness is an inside job“, meint Schnedlitz. „Depressionen können nicht digital geheilt werden, nur verhindert. Unser Hirn lernt durch Wiederholung. Um glücklich zu sein, muss man sich auf die guten Dinge konzentrieren. Da sind sich die Studien einig.“
Ob auch HiMoment an einem Chatbot arbeitet? „Wir arbeiten momentan an keinem Chatbot. Unser „HiMo“ wird in unserer App sein. Wir wollen schon einmal einen Chatbot machen. Allerdings sehen wir das eher als Growth-Kanal, nicht als eigenes Produkt.“ Übrigens: HiMoment ist kostenlos, der Woebot nur die ersten zwei Wochen, danach muss man ein Abo abschließen.
40-Millionen-Euro-Exit: Damian Izdebskis techbold wird Teil der deutschen accompio Gruppe
Die deutsche accompio Gruppe übernimmt 100 Prozent der Anteile an der Wiener techbold technology group AG zu einer Bewertung von knapp 40 Millionen Euro. Die Transaktion steht unter Vorbehalt der Wettbewerbsbehörde.
40-Millionen-Euro-Exit: Damian Izdebskis techbold wird Teil der deutschen accompio Gruppe
Die deutsche accompio Gruppe übernimmt 100 Prozent der Anteile an der Wiener techbold technology group AG zu einer Bewertung von knapp 40 Millionen Euro. Die Transaktion steht unter Vorbehalt der Wettbewerbsbehörde.
Eine Geschichte, die das Leben schreibt: „Zwölf Jahre lang war ich ‚der mit der Pleite‘. Ab heute bin ich ‚der mit dem Comeback'“, sagt Damian Izdebski Freitagmorgen gegenüber brutkasten. Sein 2015 gegründetes Unternehmen techbold technology group AG wird von der deutschen accompio Gruppe übernommen – zu einer Bewertung von knapp 40 Millionen Euro, wie brutkasten in Erfahrung brachte. 2014 hatte Izdebski mit seinem damaligen Unternehmen DiTech Insolvenz anmelden müssen, was damals landesweit für Schlagzeilen sorgte.
28 Millionen Euro Umsatz im Mittelstand
Techbold ist auf IT-Outsourcing, Cloud-Lösungen sowie Cybersecurity für kleine und mittlere Unternehmen spezialisiert. Über das letzte Jahrzehnt akquirierte das IT-Unternehmen ganze 18 Unternehmen, um seine Expansion voranzutreiben wie brutkasten engmaschig verfolgte. Nun wird techbold selbst zum Gekauften. Die entsprechenden Verträge wurden bereits unterzeichnet, der Vollzug steht noch unter dem Vorbehalt der Freigabe durch die zuständige Wettbewerbsbehörde, wie das Unternehmen heute morgen per Aussendung mitteilte.
Techbold beschäftigt mittlerweile mehr als 170 IT-Spezialist:innen an Standorten in Wien, Oberösterreich und dem Burgenland und betreut rund 1.400 Kund:innen. Zuletzt erwirtschaftete die IT-Firma einen Jahresumsatz von rund 28 Millionen Euro. Für Kund:innen sowie laufende Verträge des Wiener Unternehmens soll sich im Tagesgeschäft laut Unternehmensangaben nichts ändern.
Spektakuläres Comeback
Gründer Damian Izdebski, der 2025 die CEO Rolle zurücklegte und danach im Aufsichtsrat tätig war, meint gegenüber brutkasten: „Zum ersten Mal seit 25 Jahren weiß ich nicht, was als Nächstes kommt. Alle, die mich kennen, wissen: Das dauert nicht lange.“
Dem heutigen Erfolg geht eine weniger erfreuliche Geschichte voran. 2014 musste Izdebski mit seinem ehemaligen Unternehmen DiTech Insolvenz anmelden. Ein Schritt mit dem der Gründer sehr offen umgeht: „Beide Schlagzeilen habe ich mir selbst geschrieben – an der zweiten habe ich nur deutlich länger gearbeitet.“ Er fügt hinzu: „In Amerika ist eine Pleite ein Kapitel im Lebenslauf. In Österreich ein Urteil fürs Leben. Ich habe beschlossen, das Urteil nicht anzunehmen.“
Auch Investor und Aufsichtsratmitglied Hermann Futter freut sich vor allem für Izdebski: „Ich habe immer an Damian geglaubt und bin seit fast 20 Jahren mit ihm befreundet. Er hat allen bewiesen, dass man auch in Österreich scheitern und wieder aufstehen kann! Chapeau.“ Und auch für ihn als Investor habe sich der Exit ausgezahlt, so Futter gegenüber brutkasten.
Reaktionen aus dem Umfeld
An techbold beteiligt waren neben Hermann Futter unter anderem auch Niki Futter, Stefan Kalteis und Hansi Hansmann. Letzterer meint zur Übernahme: „Es war ein sehr erfolgreicher Exit, der sich für mich wirklich ausgezahlt hat. Techbold ist ein wachstumstarkes Unternehmen in einem großen Markt, welches auch ordentlich profitabel ist. Das macht die Firma natürlich zu einem attraktiven Übernahmeziel“
Auch Aufsichtsratmitglied Niki Futter, der die Position von 2017 bis 2025 besetzte, meldete sich auf Anfrage zurück: „Das ist ein ganz tolles Ergebnis und ich gratuliere dem Team rund um Damian ganz herzlich und wünsche alles Beste für die weitere Zukunft. Ich freu mich, dass ich dieses Unternehmen über acht Jahre im Aufsichtsrat begleiten durfte.“
Für die Verhandlungen holte sich Izdebski Unterstützung von Thomas Hillebrand und Nico Zaiser vom Wiener M&A-Spezialisten i5invest. „Ich würde mit Thomas und Nico von „i5invest“ jederzeit wieder ein Unternehmen verkaufen. Die Jungs sind so professionell und erfahren – ich durfte in den letzten Wochen so viel von ihnen lernen. Danke dafür!“, sagt er.
Buy-and-Build-Strategie der Käufer
Auf Käuferseite fügt sich die Übernahme in die Expansionsstrategie ein. Accompio agiert als Managed Security Service Provider und beschäftigt an 22 Standorten in Deutschland, Österreich, Ungarn und Bulgarien insgesamt rund 900 IT-Expert:innen. Von der Head of M&A bei accompio Katrin Wollinger-Zepf heißt es gegenüber brutkasten „Es war ein sehr effizienter und konstruktiver Prozess auf absoluter Augenhöhe.“
„Die Übernahme von techbold ist ein weiterer konsequenter Schritt in unserer Buy-and-Build-Strategie: Wir bauen systematisch die führende IT-Services-Plattform im DACH-Raum auf“, führt Georg Willig, CFO der accompio Gruppe, aus. Man suche für den Ausbau gezielt nach unternehmergeführten IT-Dienstleistern mit starker Marktposition und durch den Zukauf aus Wien baut die Gruppe ihre Präsenz in Österreich nun weiter aus.
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