meisterlabs: 7 Millionen User und ein ambitionierter Hiring-Plan
Die Wiener Firma Meisterlabs, die mit ihrem Online-Mindmapping-Tool mindmeister weltweit groß geworden ist, hat die sieben Millionen User-Marke geknackt. Dieses Jahr soll das Team am Wiener Standort mehr als verdoppelt werden.
2006 gegründet konnte sich die Software-Firma meisterlabs mit Sitz in Wien und München in den vergangenen Jahren einen beachtlichen Kundenstock aufbauen. Mit dem ersten Produkt, dem Mindmapping-Tool mindmeister, hat man es inzwischen auf etwa sechs Millionen User gebracht. Eine weitere Million Kunden hat man mit dem vor eineinhalb Jahren gelaunchten Task-Managing-Tool meistertask gewonnen. Beide Tools stehen als Browser-Version und als App zur Verfügung. Allein vergangenes Jahr kamen insgesamt rund eine Million User dazu, nachdem sich die Firma von einem verhängnisvollen Rückschlag 2014 erhohlt hatte.
Der österreichische Markt war dabei, trotz Sitz der operativen Abteilung in Wien, zu keiner Zeit allzu interessant für die Gründer Michael Hollauf und Till Vollmer. „Österreich ist global gesehen ein sehr kleiner Markt. Wir haben uns von Anfang an international orientiert“, erzählt Hollauf. Tatsächlich kommt etwa ein Drittel der User aus den USA und ein weiteres aus ganz Europa, wobei hier Deutschland und das Vereinigte Königreich überwiegen. Das dritte Drittel teile sich vorwiegend auf Südamerika, Russland und Japan auf. Das „Meister“ im Namen sei eine bewusste Referenz auf die Herkunft der Firma und werde international gut angenommen, erzählt Hollauf. Im englischsprachigen Raum kenne man das Wort ohnehin.
Standort Wien: ca. 25 neue Mitarbeiter für 2017 geplant
Dass das Unternehmen nun erstmals doch in Österreich PR betreibt, hat einen anderen Grund: Man will bei meisterlabs attraktiver für hiesige Fachkräfte werden. Denn es ist geplant, das Team am Wiener Standort dieses Jahr stark zu erweitern. „Wir wollen uns in den kommenden Monaten mehr als verdoppeln. Das heißt, wir werden hier etwa 25 neue Mitarbeiter einstellen“, sagt Hollauf. Gerade erst hat die Firma zusätzlich zu den Standorten in Wien und München ein Büro in San Francisco eröffnet, das auch schon bald von einem Mitarbeiter auf zwei, und später noch weiter wachsen soll.
Electronic Arts, SAP, Oracle, Philips und CNN als Kunden
(c) meisterlabs: Mindmaps mit mindmeister
Meisterlabs arbeitet mit seinen Tools mit einem Freemium-Modell. Im Moment stehe man bei etwa 40.000 zahlenden Kunden, unter denen aber einige größere Teams seien, erzählt Hollauf. Damit käme man auf rund 150.000 zahlende User. Gerade die Konversion von Free- zu Premium-Usern sei im vergangenen Jahr stark nach oben gegangen. Inzwischen zählt meisterlabs mehrere namhafte Konzerne zu seinen Kunden. So nutzen etwa Electronic Arts, SAP, Oracle, Philips und CNN die Tools des Unternehmens. Auch an international rennomierten Universitäten ist vor allem das Mindmapping-Tool mindmeister beliebt.
„Hatten bislang kein Vertriebsteam“
Die Konzerne und Unis seien ganz von alleine gekommen und deren Mitarbeiter hätten sich mit der Standard-Prozedur online registriert, erzählt Hollauf: „Wir hatten bislang im Unternehmen nie ein Vertriebs-Team. Wir bauen gerade erst eine Mannschaft auf. Als wir gesehen haben, dass sich immer mehr Mitarbeiter bestimmter Konzerne registrieren, haben wir dann schon nachtelefoniert und den Unternehmen spezielle Deals angeboten.“ Mit der Erweiterung des Teams soll nun auch die Kundenakquise gezielter betrieben werden.
Erholung nach ungerechtfertigter Google-Rückstufung
2014 hatte meisterlabs einen großen Rückschlag erlebt. Google hatte fälschlicherweise in den Unternehmensrichtlinien untersagte Methoden vermutet und die Firma in den Suchergebnissen von Platz drei auf Seite drei zurückgestuft. Meisterlabs hatte nämlich ermöglicht, die mindmeister-Mindmaps auf Websites einzubetten. Die Daten blieben dabei auf dem meisterlabs-Server, wodurch jede Mindmap einen Backlink zur Seite der Wiener Firma hatte. Ein Google-Bot vermutete automatisch generierte Links, was zu der Rückstufung führte. „Es hat insgesamt ein halbes Jahr gedauert, bis endgültig geklärt war, dass diese Links tatsächlich von menschlichen Usern gesetzt wurden und Google ihre penalty wieder aufhob“, erzählt Hollauf. Wirklich von dem Rückschlag erholt hätte man sich erst vergangenes Jahr.
Das Voting zum „Innovator of the Year“ 2026 – Kategorie Startups
Mit dem Innovator of the Year kürt brutkasten jedes Jahr gemeinsam mit seiner Community die innovativsten Köpfe Österreichs. In der Kategorie „Startups“ kannst du jetzt bis 1. November 2026 für deine:n Favorit:in abstimmen. Der Award wird am 5. November im Rahmen des brutkasten-Jahresevents Momentum vergeben.
Das Voting zum „Innovator of the Year“ 2026 – Kategorie Startups
Mit dem Innovator of the Year kürt brutkasten jedes Jahr gemeinsam mit seiner Community die innovativsten Köpfe Österreichs. In der Kategorie „Startups“ kannst du jetzt bis 1. November 2026 für deine:n Favorit:in abstimmen. Der Award wird am 5. November im Rahmen des brutkasten-Jahresevents Momentum vergeben.
Ein weiteres spannendes Jahr in der heimischen Startup-Welt geht in die finale Phase. Während das tiefe Tal beim Investmentvolumen endlich überwunden ist, sorgen die weiterhin angespannte gesamtwirtschaftliche Lage und immer neue geopolitische Zerwürfnisse nach wie vor für Herausforderungen.
Einige Startups müssen sich geschlagen geben, andere schlagen sich durch und manche schlagen sich richtig gut. Mit Ausdauer, Umsetzungswillen und einzigartigen Innovationen haben auch dieses Jahr viele junge Unternehmen großes geschafft.
Zehn davon holen wir als Nominierte für den Innovator of the Year in der Kategorie Startups vor den Vorhang. Der Preis wird heuer zum 6. Mal vergeben. Am 5. November findet die feierliche Award Ceremony im Rahmen des brutkasten-Jahresevents Momentum im Wiener Palais Berg statt. Neben der Kategorie Startups wird der Award dieses Jahr in den Kategorien Scaleups und Corporate Innovation vergeben. Als Preis in allen drei Kategorien winkt jeweils ein brutkasten-Medienpaket im Wert von 4.100 Euro.
Die „Innovator of the Year“-Kategorie Startups wird durch die Österreichische Notariatskammer unterstützt.
Publikumsvoting zum Innovator of the Year | Kategorie „Startups“
Nun ist, wie jedes Jahr, deine Stimme gefragt. Bis zum 1. November (23:59 Uhr) kannst du für deine:n Favorit:in abstimmen! Jede:r User:in hat pro Tag und Kategorie genau eine Stimme – es lohnt sich also, die eigene Community zu aktivieren.
(Hinweis: Bei mehrfacher Stimmabgabe pro Tag erfolgt zwar keine gesonderte Fehlermeldung im Voting-Tool, Mehrfachvotes werden vom System jedoch automatisiert erkannt und ausgefiltert).
Aktuell schießen sehr viele KI-Startups aus dem Boden. Doch nur ein winziger Bruchteil davon baut ein eigenes KI-Modell. Ablatic AI aus Linz ist eines davon. Im September ging es mit seinem Large Language Model Talos an den Start, das in mehreren Benchmark-Tests mit der Weltklasse mitspielt. In einer Kategorie übertraf man sogar OpenAIs Flagship-Modell GPT-5.6 Sol. Das gelang mit einem kleinen Team und bislang ohne VC-Kapital. Trainiert wird das Modell in der AI Factory Austria AI:AT im Rahmen des EuroHPC-Programms.
Andreas Posch, Stephan Beisken und Achim Plum, die Gründer von Aitiologic, holten heuer 6,4 Mio. Euro in einer Seed-Runde, angeführt von den Healthcare-Investoren Heal Capital und Ananda Impact Ventures. Aitiologic entwickelt die Plattform „Aitios“, die zellfreie DNA im Blut untersucht und die Daten mit KI auswertet. Die Technologie geht auf die Forschung von Gründer und CEO Andreas Posch bei Siemens Healthineers zurück und wurde vom Startup exklusiv lizenziert. Zudem holte man Gordon Sanghera, den Mitgründer des britischen DNA-Sequenzierungs-Spinoffs Oxford Nanopore Technologies, an Bord. Er führte es 21 Jahre lang als CEO, bis zum Börsengang in London.
Das HealthTech-Unternehmen aus Linz entwickelt einen nicht-invasiven Selbsttest zur Diagnose von Endometriose, der auf Menstruationsblut basiert und Frauen operative Eingriffe ersparen soll. Im März 2026 sicherte sich das Team rund um Clara Ganhör ein sechsstelliges Investment, um die Produktentwicklung und wichtige klinische Tests weiter voranzutreiben. Das Jahr 2026 war zudem für Diamens besonders erfolgreich, da das Spinoff den S&B Award sowie den Edison-Preis in Oberösterreich gewann. Hinzu kam eine Nominierung für den EY-Scaleup Award in der Kategorie BioTech und Spin-off.
Das Linzer Deep-Tech-Startup Iono Robotics von Gründer und CEO Ümit Bas hat heuer in der Tabakfabrik Linz seinen humanoiden Roboter „Workmate“ erstmals öffentlich präsentiert. Das System soll in knapp zwei Jahren in Serienproduktion gehen und ist speziell für den industriellen Einsatz konzipiert. Erste Pilotkund:innen sind bereits an Bord. Gedacht ist „Workmate“, wie der Name nahelegt, als Unterstützung in Arbeitsumgebungen, konkret in Branchen wie Industrie, Logistik, Handel und Service. Punkten soll er dabei unter anderem mit einer im Kopf integrierten Drohne, die aus der Luft die Umgebung noch besser erfassen kann.
Das Tiroler Startup REPS von Gründer Alfons Huber macht Straßen zu Kraftwerken: Sein Road Energy Production System wandelt die Bremsenergie von Lkw über Platten in der Fahrbahn in Strom um. Seit November 2025 läuft die erste kommerzielle Anlage im Hamburger Hafen, über 115.000 Lkw haben dort in sechs Monaten rund 6.700 Kilowattstunden erzeugt. Im Mai holte sich REPS 23,6 Millionen US-Dollar mit einem britischen VC-Fonds im Lead, nur acht Monate nach dem 1,3-Millionen-Seed. Mit dem Kapital will das Unternehmen aus Mils, an dem auch Elisabeth Köstinger beteiligt ist, international ausrollen. Über 90 Interessenten aus der Hafen- und Logistikbranche stehen laut eigenen Angaben in Gesprächen.
Viele Raumfahrt-Startups scheitern daran, dass sie ihre Technologien vor dem Markteintritt nie im All testen können. R-Space, mit Sitz am Flughafen Wien-Schwechat, will diese Hürde abbauen und bietet mit ihrem eigens entwickelten Satelliten In-Orbit-Tests als Rundum-Service an. Das Ziel: Firmen innerhalb von nur sechs Monaten ins All zu bringen. Ende 2026 soll die erste Mission an Bord einer Rakete des deutschen Herstellers Isar Aerospace mit Technologien von drei Partnerunternehmen starten. Das 2021 gegründete Unternehmen will damit die Weichen für die nächste Generation europäischer Raumfahrt stellen; die nächsten drei Satelliten sind laut eigenen Angaben bereits in Vorbereitung.
Der KI-Boom bringt eine neue Geschwindigkeit mit sich. Auch für etablierte Unternehmen führt daher kein Weg an KI-generiertem Code vorbei. Dieser birgt aber bekanntlich (noch) erhebliche Risiken. Das Linzer Startup Straion nimmt sich des Problems an und sorgt mit seiner Anwendung dafür, dass der KI-generierte Code interne Standards, Sicherheitsanforderungen und Architekturvorgaben von Unternehmen erfüllt. Damit konnte sich das Startup dieses Jahr auch ein 1,1-Mio.-Euro-Investment sichern.
Das Wiener Space-Tech-Startup Tumbleweed hat dieses Jahr bewiesen, dass der Zugang zum Weltall in Rekordgeschwindigkeit möglich ist: Die Hardware für die erste Orbit-Mission „Oasis Alpha“ wurde in unter neun Monaten fertiggestellt und war laut eigenen Angaben bereits frühzeitig ausgebucht. Am 7. Juli 2026 feierte das Unternehmen einen weiteren Meilenstein, als der Satellit im Rahmen einer SpaceX Transporter-17-Mission erfolgreich in eine erdnahe Umlaufbahn gebracht wurde.
Das Wiener Startup Turn-Motion von Georg Popp, Chien-hua Huang und Manuel Lachmayr fertigt maßgeschneiderte Orthesen mit KI und 3D-Druck, bis zu 15 Stück in der Zeit, die bisher für eine einzige gebraucht wurde. Die Gründungsgeschichte ist persönlich: Popp erkrankte als Kind an Polio und sollte laut Prognose den Rollstuhl kaum verlassen können. Heuer holte sich das Startup sein erstes privates Kapital, und das mit Signalwirkung: Noctua Science Ventures, der Spinoff-Fonds von Speedinvest und TU Wien, führte die Pre-Seed-Runde an, sein erstes bekanntes Investment überhaupt. Mit dabei sind das Wiener Tech-Scaleup Squer und drei Business Angels.
Das Wiener Startup zone14 von Simon Schmiderer, Tobias Gahleitner und Lukas Grömer baute sein Engagement im heimischen Fußball aus und schloss heuer eine Partnerschaft mit dem Wiener Sport-Club. Das Team will mit seiner Technologie Video- und Performance-Analysen im Fußball breiter zugänglich machen und konnte neben dem Hernalser Kultklub auch Ex-ÖFB-Kapitän Marc Janko als strategischen Investor für sich gewinnen. Die Technologie des Startups ist in über zehn Ländern verfügbar: Mehr als 200 Systeme sind global im Einsatz – von flächendeckenden Ausstattungen ganzer Ligen wie der ersten Profiliga Zyperns bis hin zu Traditionsvereinen wie dem SK Rapid, dem FK Austria Wien und dem SV Darmstadt 98.
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