21.08.2025
ABSCHIED

„Meine Reise endet jetzt“: Kosima Kovar gibt CEO-Rücktritt bei Viora bekannt

Nach viereinhalb Jahren gibt Co-Founderin Kosima Kovar ihren CEO-Posten beim Wiener Startup Viora ab. 
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Viora-Co-Founderin und CEO Kosima Kovar | © Philipp Lipiarski
Viora-Co-Founderin und CEO Kosima Kovar | © Philipp Lipiarski

„Meine persönliche Reise als CEO bei Viora endet jetzt“, verkündete Kosima Kovar via LinkedIn. „Ich blicke mit einem lachenden und einem weinenden Auge auf die letzten Jahre zurück.“

Gegründet wurde Viora im März 2021 – damals noch unter dem Namen Ada Growth – von Kovar und ihrem Co-Founder Matthew Ziebarth. Das Wiener Startup betreibt eine E-Learning-App, die sich an Unternehmen richtet, und den Confidence Gap zwischen weiblichen und männlichen Mitarbeiter:innen durch Übungen zur Persönlichkeitsentwicklung schließen soll. Das soll Unternehmen attraktiver für weibliche Arbeitskräfte machen. 

Unternehmensgeschichte

“Begonnen hat das Ganze als Nebenprojekt zu meiner Tätigkeit als CEO bei sgreening. Ich wollte Frauen Tools in die Hand geben, durch die sie sich selbst von innen heraus stärken und sichtbarer in unserer Gesellschaft machen. Dabei war mir wichtig, auch Themen wie Zeitarmut und den Gender Pay Gap mitzudenken – so entstand die Idee für eine Micro Learning App“, erzählt die Gründerin.

Rund eineinhalb Jahre nach der offiziellen Gründung brachte Viora die erste Version der App auf den Markt. “Sofort haben EY, Erste Group Bank AG, voestalpine High Performance Metals GmbH und DORDA Rechtsanwälte GmbH bei uns unterschrieben”, lässt Kovar Revue passieren. Das Startup konnte seither zahlreiche Erfolge einfahren und bekannte Investor:innen für sich gewinnen – wie zum Beispiel Hansi Hansmann, den VC-Fonds Calm/Storm und Fund F (brutkasten berichtete).

Rückzug aus der Geschäftsführung

Nun zieht sich Kovar aus der Geschäftsführung zurück. „Ich bin unglaublich stolz, gemeinsam mit meinem großartigen Team ein EdTech-Business aufgebaut zu haben, das gezielt daran arbeitet, den Gender Confidence Gap zu schließen.“ Gemeinsam mit CTO und Co-Founder Matthew Ziebarth baute sie über die Jahre ein Team von sechs Personen auf. 

„Ich durfte unglaublich viel lernen und werde die Zusammenarbeit mit euch wundervollen Menschen vermissen – mein Team, unsere Kund:innen, unsere Expert:innen, alle, die es ermöglicht haben, dass Viora das werden durfte, was es heute ist“, so Kovar.

Wie es für sie beruflich weitergeht, lässt sie noch offen. „Das Thema wird immer mein Thema bleiben. Es wurde mir in die Wiege gelegt und ich werde weiterhin für Gender Equity in dieser Welt kämpfen. Ich möchte noch mehr Menschen erreichen, noch mehr Frauen Mut machen und noch mehr verändern.“

Christiane Holzinger als Geschäftsführerin eingetragen

Wer künftig die CEO-Rolle bei Viora übernimmt, wurde bisher noch nicht kommuniziert. Im Firmenbuch des Unternehmens ist seit dem 5. August allerdings eine neue Geschäftsführung eingetragen: Christiane Holzinger. 2023 gewann die Ex-JW-Chefin den „Business Angel of the Year“-Award. Außerdem investierte sie selbst – auch 2023 – in Viora (brutkasten berichtete). Auf brutkasten-Anfrage bestätigt Holzinger, dass sie die Geschäftsführung lediglich interimistisch übernimmt. Welche Rolle Kovar künftig im Unternehmen spielen wird, ist derzeit noch offen.


Hinweis von der Redaktion: Auf brutkasten-Anfrage wurden bislang keine zusätzlichen Statements abgegeben. Sollten diese nachgereicht werden, ergänzen wir den Artikel entsprechend.

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Die Gründer Rafael Schwarz und Philipp Linsbichler vor einem Sammelmodul | © Social Cycle

Jeder kennt es: Der Softdrink ist getrunken und übrig bleibt nur die leere Plastikflasche. Was soll man mit ihr machen? Wegwerfen und so Pfandsammlern die Arbeit erschweren oder doch bis zum nächsten Supermarkt gehen und dort die Flasche ordnungsgemäß retournieren? Genau diesem Problem nehmen sich die beiden Gründer von Social Cycle, Rafael Schwarz und Philipp Linsbichler, an. Sie haben ein System zum Pfandsammeln entwickelt, das herkömmliche Pfandringe ersetzen soll. Laut den Gründern ist es u.a. flexibler einsetzbar, sauberer und billiger.

Sammeln mit einer Röhre

Social Cycle setzt auf eine röhrenartige Konstruktion, in die leere Flaschen und Dosen gesteckt werden können. Ihr Sammelsystem ist wesentlich günstiger als herkömmliche Pfandringe. „Unser System kostet zwischen 79 und 99 Euro. Die Pfandringe kosten alleine in der Produktion schon 300 Euro, mit genau der gleichen Kapazität an Flaschen. Außerdem spart man sich die Montage“, sagt der Unternehmensberater. Die Sammelkonstruktionen von Social Cycle werden nämlich nur mit Schellen fixiert, was für zusätzliche Flexibilität sorge. „Du kannst dann einfach die Module z.B. vom Bahnhof abmontieren und dann bei einem Fest montieren“, erklärt Schwarz.

Zudem sei die Reinigung wesentlich einfacher als bei allen anderen Systemen am Markt. Weiters passen die Module laut dem Co-Founder besser ins Stadtbild als bisherige Sammelsysteme. „Wir haben auch das Feedback bekommen, dass es einfach viel besser im öffentlichen Raum ausschaut, was natürlich eins der größten Probleme bei den Pfandringen ist“, erklärt Schwarz.

So sehen die Sammelmodule von Social Cycle aus. | © Social Cycle

Wien als nächstes Ziel

Social Cycle ist bereits an über 150 Standorten in Österreich und Deutschland vertreten, unter anderem in Bregenz, Steyr und Kahl am Main. Nur in Wien fehlen noch jegliche Pfandsammelsysteme. Auf brutkasten-Anfrage erklärt das Büro des Wiener Klimastadtrats Jürgen Czernohorszky (SPÖ), dass Pfandsammelsysteme auch zur „Ablagerung sonstiger Abfälle“ verwendet würden, was zu höheren Reinigungskosten führe.

„Dabei haben wir eben unser System genau so entwickelt, dass es dieses Problem nicht gibt“, erklärt Schwarz. Ab September gebe es erneut Gespräche mit der SPÖ, den NEOS und den Grünen. Der 25-Jährige ergänzt: „Wir rechnen zu 100 Prozent mit einem positiven Ausgang. Wir sind wirklich überzeugt, dass es einfach eine perfekte Lösung auch für Wien ist.“

Dem Büro des Klimastadtrats sind Gespräche im Herbst nicht bekannt. Es erklärt, dass das Einwegpfand u. a. das Ziel verfolge, Getränkeverpackungen in den Recyclingkreislauf zurückzuführen. „Die Einführung von Pfandsammelbehältnissen würde diesem Grundgedanken entgegenstehen, da dadurch ein Anreiz entstehen kann, Pfandgebinde bewusst im öffentlichen Raum zurückzulassen und deren Rückführung auf Dritte zu verlagern“, ergänzt das Büro.

Präsenz in ganz Europa

Das im März 2026 gegründete Unternehmen finanziert sich mittels Bootstrapping. Investoren soll es keine geben. Als Kunden kommen für Social Cycle Städte, Gemeinden und Abfallverbände in Frage. Die Gründer wollen ihr Produkt durch konstantes Feedback verbessern und sich so gegenüber ihrer Konkurrenz durchsetzen. Dabei setzen sie auf Mundpropaganda, Medienberichte und die eigene Kommunikation z.B. mittels Mails. Schwarz und Linsbichler denken trotz langsamen Wachstums bereits an die nächsten großen Schritte. Das Startup soll u.a. nach Holland und Irland expandieren und seine Präsenz in Deutschland verstärken. Schwarz möchte mit dem Pfandsammelsystem auch in Hamburg und Berlin vertreten sein. „Unser Ziel ist es wirklich, dass unsere Module in die Infrastruktur eingebunden sind wie Mistkübel, in ganz Europa“, stellt der Co-Founder fest.

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