28.10.2022

Mehr Urlaub oder 4-Tage-Woche: Ontec macht die Arbeitswelt, wie sie Mitarbeiter:innen gefällt

Ziel ist, allen Beschäftigten der Ontec AG Raum für die vielfältigen Aspekte ihres Lebens zu geben, so eine nachhaltig glückliche Belegschaft aufzubauen und auch potenzielle neue Mitarbeiter für das Unternehmen zu begeistern.
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(c) Ontec - Daniel Sieder, Matthias Hausegger, Manfred Nowotny (v. l. n. r.), Vorstand von Ontec.

Das IT-Unternehmen Ontec hat einen eigenen Weg gefunden, auf moderne Arbeitsmarktanforderungen zu reagieren und entwickelte für die neue Arbeitswelt gleich ein ganzes Set von Arbeitszeitmodellen. Darunter die 4-Tage-Woche oder Extra-Urlaub.

Es ist bekannt, dass IT-Fachkräfte rar und sehr begehrt sind. Um die Frage zu beantworten, wie man bei der großen Konkurrenz und neuen Anforderungen seitens der Arbeitgeberseite attraktiv bleibt, hat Ontec den ersten logischen Weg gewählt und die eigenen Mitarbeiter nach ihren Wünschen befragt.

Man stellte fest, dass Arbeitszeitflexibilisierung auf der Bedürfnisliste ganz oben steht. Daraus hat man folglich gleich drei Modelle entwickelt, aus denen bestehende und neue Mitarbeiter gleichermaßen wählen können.

Verschiedene Modelle für die 4-Tage-Woche

Vollzeit beim IT-.Unternehmen heißt seit Juni 2022 bei vollem Gehaltsausgleich nur noch 36 Stunden pro Woche zu arbeiten. Wer möchte, kann dies auch in Form einer 4-Tage-Woche tun.

Alternativ können sich die Ontec-Mitarbeiter bei einem Gehalt von 90 Prozent des Vollzeitäquivalents für eine 32-Stunden-Woche entscheiden. Dies kann auch an vier Wochentagen erbracht werden.

Das Modell „6. Urlaubswoche“

Wer die Freizeit lieber am Stück genießen möchte, kann statt einer Arbeitszeitreduktion auch eine sechste Urlaubswoche in Anspruch nehmen. Auch hier ist eine 4-Tage-Woche möglich.

Remote-Work, Homeoffice oder Büro

Neben Arbeitszeiten, die Raum für Freizeitaktivitäten und Familie ermöglichen sollen, war auch der Arbeitsort Gegenstand von Flexibilisierungswünschen. Ontec-Mitarbeiter können daher, sofern es ihre Tätigkeit erlaubt, frei wählen, von wo aus sie arbeiten wollen. Das Unternehmen unterstützt hier stark bei der Einrichtung des Homeoffice-Arbeitsplatzes.

Da für Teambuilding, kreatives Arbeiten, Mitarbeiterbindung und Ähnliches die gemeinsame physische Anwesenheit förderlich ist, werden positive Anreize für Bürotage so gesetzt, dass sich möglichst viele Mitarbeiter an den gleichen Tagen im Büro treffen. Das basiert jedoch jedenfalls auf Freiwilligkeit.

Holacracy als Ermöglicher maximaler Flexibilität

Damit maximale Flexibilität bei Arbeitszeit und -ort gelingen kann, ohne dass die Qualität eigener Services und Leistungen abnimmt, braucht es auch flexible Arbeitsprozesse. Das weiß Ontec und hat daher die Organisationsform „Holacracy“ ins Feld geführt.

Das System wurde bereits 2018 eingeführt und habe sich eigenen Worten nach, nicht nur während der Corona-Pandemie bewährt.

Zur Erklärung: In „Holacracy“ wird auf klassische Hierarchien verzichtet, stattdessen steht die Entscheidungsfindung durch die jeweils fachlich kompetenten Rollen und Kreise und Selbstorganisation im Vordergrund. Gestützt durch maximale Transparenz, haben alle Mitglieder der Organisation die Möglichkeit, diese selbst aktiv in partizipativen Prozessen mitzugestalten. So können die Mitarbeiter selbst ihr Unternehmen rasch und in kleinen Schritten an veränderte Bedingungen anpassen.

Vom Glück und Teil des Lebens

Die Frage, warum es sich lohnt, in das Glück der eigenen Mitarbeiter zu investieren, ist eine simple.
Motivierte und glückliche Mitarbeiter leisten bessere Arbeit, das scheint außer Frage zu stehen. Zudem verbleiben sie und damit ihr Know-how länger im Unternehmen als Personen, die mit ihrem Arbeitsplatz unzufrieden sind.

„Diese Sichtweise ist jedoch nicht ausreichend, denn als Arbeitgeber nehmen wir einen großen Teil der Zeit unserer Mitarbeiter in Anspruch. Damit haben wir einen wesentlichen Einfluss auf deren Leben. Wir sehen uns deshalb in der Verantwortung, die Rahmenbedingungen für diesen Teil des Lebens so zu gestalten, dass sich die bei Ontec-Beschäftigten wohlfühlen“, erklärt das Team rund um die Vorstände Daniel Sieder, Manfred Nowotny und Matthias Hausegger.

Life-Life-Balance

Und ergänzt: „Dabei wollen wir Spielraum für deren vielfältige andere Interessen lassen, denn auch die schönste Arbeit macht auf Dauer ohne Abwechslung nicht glücklich. Sei es eine berufsbegleitende Ausbildung, eine zweite Beschäftigung, ein intensiv ausgelebtes Hobby oder die Familie, jeder Mitarbeiter der Ontec hat neben der Arbeit Projekte, in die er Zeit investieren möchte. Deshalb bemühen wir uns um eine Life-Life-Balance, in der alle Aspekte des Lebens Platz finden.“

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GoStudent, USA, Ohswald, Müller,
(c) Felix Hohagen - Felix Ohswald und Gregor Müller.

GoStudent-Gründer Felix Ohswald machte vor Kurzem auf sich aufmerksam, als sein Unternehmen die Berlitz Deutschland GmbH übernahm – brutkasten berichtete. Damit setzte er einen weiteren Schritt in die Offline-Strategie des Wiener Unicorns. Nichtsdestotrotz macht er sich weiterhin Gedanken um die Zukunft der Bildung in Bezug auf Künstliche Intelligenz, wie er in seinem gestrigen Gastbeitrag darlegte.

Nun jedoch meldet sich Ohswald per LinkedIn-Post und ruft „smarte Gründer:innen“ dazu auf, sich bei der Initiative „GoStudent Builders“ zu bewerben.

75 zu 25

GoStudent sucht mit dem Programm Gründer:innen, die neue Geschäftsmodelle auf Basis der GoStudent-Infrastruktur aufbauen möchten. Laut Website stehen 14 vorab definierte Problemstellungen zur Auswahl, etwa Abitur und Mittlere Reife in Deutschland bzw. Matura in Österreich für externe Kandidat:innen, Ausschreibungen im öffentlichen Bildungsbereich, Ferienlager oder ein KI-Agent für Lead-Follow-up. Alternativ können Teams eigene Ideen einbringen, sofern diese Umsatz erzielen und auf dem Netzwerk von GoStudent laufen.

Die Teilnehmer:innen halten 75 Prozent an der von ihnen aufgebauten Gesellschaft, GoStudent erhält 25 Prozent. Ein Gehalt gibt es am Anfang nicht, das Einkommen speist sich aus dem Gewinn des Unternehmens und soll als Motivation dienen („build to earn fast“). „Wenn dein Vorhaben funktioniert, gehören dir 75 % des Unternehmens. Wenn es nicht funktioniert, sagen wir dir frühzeitig Bescheid“, schreibt Ohswald per LinkedIn-Post.

Mehrheits-Klausel

GoStudent erhält eine Gebühr auf jene Umsätze, die über seine Kund:innen, Standorte und sein Vertriebsteam laufen. Ab dem dritten Jahr kann das Unicorn laut eigenen Angaben die Mehrheit zu einem vorab vereinbarten EBITDA-Multiple übernehmen, bezahlt in GoStudent-Anteilen statt in bar.

Im Gegenzug stellt GoStudent nach eigenen Angaben Zugang zu mehr als 200.000 Kund:innen und mehr als 850 Standorten bereit, darunter Studienkreis, Lernquadrat und Berlitz. Dazu kommen Lizenzen wie die BAMF-Zulassung sowie Gesellschaften in fünf Ländern. Alle 90 Tage werden Ziele vereinbart, bei wiederholtem Verfehlen endet der Zugang zu Kund:innen und Standorten.

Bewerbungen per Mail

Gesucht werden KI-native Einzelpersonen und Teams mit bis zu drei Personen, bewerben kann man sich per E-Mail an die Co-Founder Felix Ohswald (CEO) und Gregor Müller (COO). Die erste Runde endet am 15. Dezember 2026, Entscheidungen sollen vor Weihnachten fallen, der Start ist für Jänner 2027 geplant.

„Wir haben mehr validierte Geschäftsmöglichkeiten als Menschen, die sie umsetzen können“, erklären Ohswald und sein Co-Founder Gregor Müller ihre Beweggründe für diesen Schritt. „Anstatt für jede einzelne Idee Mitarbeiter:innen einzustellen oder ein Unternehmen aufzukaufen, übertragen wir diese Möglichkeiten an Macher:innen, die etwas Eigenes aufbauen und besitzen wollen. Die meisten Startups scheitern an drei Dingen: daran, die ersten Kund:innen zu gewinnen, die notwendige Infrastruktur und die erforderlichen Lizenzen aufzubauen und Kapital zu beschaffen. Wir nehmen dir alle drei Hürden ab. Du startest mit unseren bestehenden Kund:innen, unseren Standorten, unseren Lizenzen und unseren Daten. Du musst keinen einzigen Cent an Investorengeldern aufbringen.“

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