13.03.2023

MedYouCate: Krebserkrankung machte Top-Werbeagentur-Chef zum Startup-Gründer

Mit Reichl und Partner führt Rainer Reichl eine der erfolgreichsten Werbeagenturen Österreichs. Eine sehr persönliche Erfahrung bewog ihn zur Gründung des Medizin-EduTech-Startups MedYouCate.
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Agentur-Chef Rainer Reichl gründete 2021 das Startup MedYouCate
Agentur-Chef Rainer Reichl gründete 2021 das Startup MedYouCate | (c) Reichl und Partner

Milka, Bauhaus, Edelweiß oder auch Rebel Meat – das sind nur vier Referenzkunden der Linzer Werbeagentur Reichl und Partner. Sie ist eine der größten und erfolgreichsten Österreichs. Gegründet hat sie im Jahr 1988 Rainer Reichl. 33 Jahre später, 2021, startete der Unternehmer mit MedYouCate eine weitere Firma – ein Medizin-EduTech-Startup. Dahinter steht eine sehr persönliche Erfahrung.

„Ich bin um mein Leben gelaufen“

„Ich wurde am 2016 mit Krebs diagnostiziert: Darm, Leber, Lunge. ‚Machen Sie sich noch eine schöne Zeit‘, sagte ein Arzt zu mir. Ich bin um mein Leben gelaufen, hab die besten Onkologen und Chirurgen in Salzburg gefunden und bin heute nach zahlreichen Antikörper- und Chemotherapien und Operationen an Darm, Leber und Lungen am besten Wege wieder gesund zu werden und ein glückliches Leben zu führen“, erzählt der Gründer. Er ist sich sicher: Er verdankt den Therapieerfolg der außerordentlichen Expertise der behandelnden Ärzt:innen. MedYouCate soll dieses Wissen und diese Erfahrungen Mediziner:innen auf der ganzen Welt zugänglich machen. Dazu holte Reichl auch den Chirurgen, der ihn behandelt hatte, den Salzburger Professor Klaus Emmanuel, an Bord. Er fungiert als Präsident des Global Advisory Boards und ist am Unternehmen beteiligt.

MedYouCate: Erfolgreiche OP-Methoden sehen, noch bevor sie weltweit publiziert wurden

„Es soll doch jeder Chirurg der Welt die Chance haben, mit den besten Erfahrungen dieser Welt Menschen zu helfen. Und jeder Mensch soll die gleiche Qualität an Behandlungen erfahren dürfen, wie ich es erfahren habe“, sagt Reichl. Die Plattform soll als „Global Brain“ in Echtzeit neueste OP-Techniken zeigen. „Unsere MedYouCate-Videos sind von den besten Chirurg:innen der Welt kuratiert, werden von uns auch bearbeitet und mit Sprache erklärt. Die Videos werden ausschließlich von Uni-Professor:innen textlich bearbeitet und überprüft“, so der Gründer. Dabei bekämen Nutzer:innen neueste OP Methoden zu sehen, „die in der Praxis erfolgreich sind, aber noch nicht auf Pubmed [Anm. größte Medizin-Fachartikel-Datenbank] erschienen sind“. „Das rettet Menschenleben, weltweit“, sagt Reichl. Und keine andere bestehende Plattform könne das alles bieten.

„Wir haben das Potenzial, zur größten medizinischen Community der Welt zu werden“

Derzeit finden User:innen bei MedYouCate Inhalte im Bereich Viszeral- und Thorax-Chirurgie. Mit der Zeit sollen 35 weitere chirurgische Fachgebiete folgen. Zudem sind weitere Plattformen, etwa „MedYouCare“ für Pflege oder „MedYouTreat“ für Medikamenten-Therapien geplant. Schon jetzt betreibt MedYouCate eine eigene globale Job-Plattform im Bereich Chirurgie. Die Vision ist für Reichl klar: „Wir haben das Potenzial, zur größten medizinischen Community der Welt zu werden“. Dafür holte sich das Startup bereits 1,5 Millionen Euro Investment vom Bildungsunternehmen Brain Company. Eine weitere Finanzierungsrunde wird aktuell aufgestellt.

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Novus-Gründer und CEO René Renger mit dem Novus One
(c) Novus

Als brutkasten erstmals über Novus berichtete, war das Fahrzeug aus Braunschweig noch ein Projekt mit guter Anekdote: 75 Kilogramm leicht, Vollcarbonrahmen, Motor im Hinterrad, und ein Team, das eine Kaufanfrage von Elon Musk ausgeschlagen hatte. Inzwischen ist aus dem Prototyp ein Serienfahrzeug geworden. Jetzt gibt das 2019 gegründete Unternehmen von Gründer und CEO René Renger, einem ehemaligen Lead Designer bei Volkswagen, eine Finanzierungsrunde in Höhe eines zweistelligen Millionen-Dollar-Betrags bekannt. Angeführt wird sie von 468 Capital mit Sitz in Berlin und San Francisco. Die genaue Summe nennt Novus nicht.

Serienauslieferungen seit dem Frühjahr

Das Novus One im Stadtverkehr
Das Novus One im Stadtverkehr (c) Novus

Die Serienauslieferungen des Novus One in Europa starteten laut Aussendung im Frühjahr 2026, das Fahrzeug ist in mehreren europäischen Ländern in Kundenhand. Die Founders Edition startet bei 21.300 Euro netto. Das Fahrzeug wiegt 121 Kilogramm, beschleunigt in unter zwei Sekunden von 0 auf 50 km/h und erreicht bis zu 130 km/h. Die 6,2-kWh-Batterie bietet laut Hersteller 150 Kilometer Reichweite und lädt in 90 Minuten von 0 auf 80 Prozent.

Novus bezeichnet das Fahrzeug als „Lightbike“ und reklamiert damit eine eigene Kategorie, die die Vorteile von E-Bike, Roller und Motorrad kombinieren soll. Der eigentliche Kniff liegt in der Zulassung: Das Fahrzeug fährt in zwei per Software einstellbaren Leistungsstufen, als Rollerklasse L1e bis 45 km/h und als Motorradklasse L3e bis 130 km/h. In der Einstiegskonfiguration reicht in den USA und in Europa laut Novus ein Autoführerschein, wobei die Voraussetzungen je nach Land und in den USA je nach Bundesstaat variieren. Damit zielt das Unternehmen nach eigenen Angaben auf über 400 Millionen Autofahrer in Europa und Nordamerika statt auf die Nische des Zweiradmarkts.

„Unser Ziel ist nicht, den Motorradmarkt zu elektrifizieren oder nur ein weiteres Zweirad zu bauen. Unser Ziel ist, urbane Mobilität neu zu verteilen. Investoren dieses Kalibers an Bord zu haben, zeigt mir, dass der Markt das genauso sieht“, sagt Renger.

Vom Musk-Nein zum Tesla-Ingenieur an Bord

Das Shareholder-Ökosystem umfasst laut Novus über 30 Investoren. Mit an Bord ist Eric Bach, ehemaliger Chief Engineer bei Lucid Motors und Director of Engineering bei Tesla, der als Investor und Board Advisor an der Fahrzeugentwicklung mitwirkt. Zudem steigt Martin Hoffmann ein, der On vom Schweizer Startup zur globalen Premium-Performance-Marke skaliert und als CFO und Co-CEO an die Börse gebracht hat. Dazu kommen Gründer und Führungskräfte von Kembara VC, Adidas, Audi, BMW, Chrono24, FINN, Grover, Mercedes-AMG, New Balance, Vay und Xiaomi, Venture-Investoren aus dem Silicon Valley und Europa sowie Rennfahrerin Sophia Flörsch. Ein Zweiradhersteller findet sich unter den Gesellschaftern nicht.

„Wir haben uns nicht nach klassischen Mobilitätsinvestoren umgeschaut. Was wir aufgebaut haben, funktioniert eher wie ein eigener Y Combinator“, sagt Hannes A. H. Krieger, CSO und Gründungsmitglied von Novus.

USA 2027, Novus Two Ende 2027

Das frische Kapital soll in den Marktstart in den USA 2027, die Expansion in europäische Lifestyle-Metropolen und die Entwicklung des Novus Two fließen. Das zweite Modell soll die Lightbike-Kategorie zu einem niedrigeren Einstiegspreis in die Breite bringen, der Produktionsstart ist für Ende 2027 geplant.

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