23.02.2018

Medien: Und täglich grüßt das Bitcoin-Murmeltier

Glosse. "Sex sells" war gestern. Für die Quote setzen Medien heute auf Bitcoin. Und: Ja! Dieser Artikel eingeschlossen.
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Bitcoin-Murmeltier - die FOMO ist zurück
Das Bitcoin-Murmeltier grüßt wieder täglich. Bearbeitung: Der Brutkasten - (c) fotolia.com - artepicturas

Knapp über 600 Hits. Das ergibt die Google-News-Suchanfrage beim Suchbegriff „Bitcoin“. Wohlgemerkt für die vergangenen 24 Stunden an einem Tag ohne globale Big News zur Kryptowährung. Insgesamt gibt es über 23 Millionen Hits – allesamt News-Artikel, in denen das Wort „Bitcoin“ vorkommt. Das allgemeine Motto der Medien scheint derzeit zu sein: „Und täglich grüßt das Bitcoin-Murmeltier“.

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„Sex sells“ war gestern

„Sex sells“ war gestern. Heute bringt Bitcoin Quote. Die Online-Abteilungen der großen Tageszeitungen bringen täglich mehrere Artikel, die das Schlagwort im Titel haben. Sie wissen warum. Auch dieser Beitrag – eine Glosse – wird mehr Klicks erzielen, als so manche gut recherchierte Analyse. Weil das Wort „Bitcoin“ im Titel steht. Murmeltiere mögen die meisten Menschen auch.

Belanglosigkeiten

Dabei werfen sich die Medien auf die erstaunlichsten Belanglosigkeiten. Eine große österreichische Tageszeitung brachte gestern einen Beitrag zu einem Bug auf einer mäßig bekannten japanischen Trading-Börse vor einer Woche. Sieben (!) Personen waren betroffen. Tatsächliche Auswirkungen gibt es keine. Aber ein User fordert nun seine zwei Milliarden Bitcoins, die er dank des Bugs um Null Yen erworben hat. Eine Summe, die nicht existiert. Aber genug für eine Headline.

Die tägliche magische 10.000-Dollar-Grenze

Eine ganz wunderbare Gelegenheit bietet sich im Moment auch dadurch, dass der Bitcoin-Kurs um die 10.000 US-Dollar schwankt. Dann kann man einfach täglich abwechselnd die Headlines „Bitcoin steigt über 10.000 Dollar“ und „Bitcoin fällt unter 10.000 Dollar“ bringen. Manchmal sogar beide an einem Tag.

Bitcoin-Murmeltier – bis zum Ende des Hypes…

Wird der Hype jemals ein Ende haben? Klar doch, aber es dauert wohl noch ein wenig. Bis dahin heißt es auch bei uns im Brutkasten: „Und täglich grüßt das Bitcoin-Murmeltier“. Die Quote überlassen wir doch nicht ganz den anderen 😉

+++ Optioment: Ein “Ausgleichsfonds”, ein Gemeinderat und die Karibik +++

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V.l.n.r. LH Stv. Stephan Pernkopf, COO Gate Space Johannes Pammer, Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner, ESA-Generaldirektor Josef Aschbacher | © NLK Filzwieser

Die Zukunft des ESA-Phi-Lab Austria ist bis 2031 sicher. Das Land Niederösterreich und die ESA (über den Bund) finanzieren den Space Hub in Schwechat mit 4,4 bzw. 5,2 Millionen Euro, wie bei den Austrian Space Days bekanntgegeben wurde. Somit können weitere Unternehmen gefördert werden. Ziel für die Förderperiode ab 2028 ist, neuartige Raumfahrttechnologien schneller vom Prototyp in die industrielle Produktion zu bringen.

Unabhängigkeit und Wertschöpfung

Aufgrund der geopolitischen Lage sei es zentral, mit der „Konkurrenz aus den USA und Asien mithalten zu können“, sagt Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner. Sie präzisiert: „Wenn wir die Schlüsseltechnologien nicht in der Hand haben, dann steigt unsere Abhängigkeit sowohl politisch, aber vor allem auch wirtschaftlich. Was das heißt, haben wir in den letzten Jahren hautnah zu spüren bekommen.“

Außerdem sieht sie eine Chance für den Wirtschaftsstandort Österreich: „Wir erwarten uns neue Jobs, neue Unternehmen und dadurch auch neue Wertschöpfung, aber vor allem auch Wohlstand in der Zukunft.“ Während andere Branchen laut Mikl-Leitner wegen der wirtschaftlichen Lage verloren gingen, habe die Raumfahrt Potential. „Es gibt in der Raumfahrt ein Wachstum von zehn Prozent pro Jahr. Raumfahrttechnologie und auch Bahntechnologie sind die am schnellsten wachsenden Bereiche weltweit und da wollen wir natürlich auch mit dabei sein.“

LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf betont: „Die Verlängerung des ESA-Phi-Lab ist wichtig, um zu zeigen, dass wir auch in angespannten Budgetzeiten in Zukunftstechnologien investieren.“

Vier Ausschreibungen, mehr als 150 Einreichungen

Seit seiner Einführung im Jahr 2024 gab es vier Ausschreibungsrunden, in denen insgesamt über 150 Projekte eingereicht wurden. Einreichungen seien weiterhin laufend möglich. Die Förderung betrage zwischen 200.000 und 500.000 Euro die Projekte würden 12 bis 24 Monate begleitet werden. Der Schwerpunkt liege auf Upstream-Technologien, also der Hard- und Software für Satelliten und Raumfahrzeuge und ihren Betrieb. Das Programm verbindet die Finanzierung mit Unterstützung u. a. bei Geschäftsmodellen, Marktanalyse und Skalierung.

Im ESA Phi-Lab Austria werden aktuell 13 Projekte umgesetzt. Dabei sind Firmen wie Peak Technology, R-Space oder auch Gate Space beteiligt. Letztere designte einen Satelliten, der im Februar nächsten Jahres von SpaceX in den Orbit geschossen werden soll. Der Beaconsat ist Österreichs erster Militärsatellit und soll Angriffe auf Navigationssignale sichtbar machen.

Der Beatconsat (Bildmitte) wurde von Gate Space im Auftrag des Verteidigungsministeriums entwickelt. | © brutkasten

Auf Space Factory folgt Ausbau von Space Hub

Im Sommer dieses Jahres wurde die Space Factory, eine Infrastruktur für Prototyping und Tests, gegründet (brutkasten berichtete). Nun folgt der Ausbau des Space Hubs, um Platz für mehr Firmen zu schaffen. Aktuell sind dort zehn Unternehmen tätig. „Als österreichischer Generaldirektor bin ich wirklich sehr beeindruckt, wie dynamisch die Szene hier ist, wie schnell sich das aufbaut und wie vorwärtsschauend die Region Niederösterreich, aber Österreich insgesamt ist. Die Industrie ist aufgewacht und sehr aktiv. Das rennt jetzt“, sagt ESA-Generaldirektor Josef Aschbacher.

Space Region Lower Austria

In Niederösterreich möchte man „Raumfahrt weiterdenken“ und arbeitet daher an der Initiative „Space Region Lower Austria“. Von Seibersdorf über Wiener Neustadt bis zum Flughafen Wien-Schwechat sollen Forschungseinrichtungen und Unternehmen besser vernetzt werden und unter einer Dachmarke auftreten. „Wir stehen für Raumfahrttechnologie, wir wollen im internationalen Wettbewerb auch mitspielen können. Wir wollen uns von den USA und letztendlich auch von Asien abheben können“, sagt Mikl-Leitner.

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