25.08.2025
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Media Innovation Lab: Fellowship fördert Innovationen im Mediensektor

Das Fellowship-Programm des Media Innovation Labs der Mediengruppe Wiener Zeitung geht in eine neue Runde. Innerhalb von neun Monaten sollen junge Media- und Content-Tech-Startups ihre Ideen im Media Innovation Lab zur Marktreife entwickeln.
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Janin Pfleger und Alexandra Folwarski leiten gemeinsam das Fellowship des Media Innovation Labs. | credits: Marion Pertschy

Das neunmonatige Fellowship-Programm des Media Innovations Labs der Mediengruppe Wiener Zeitung unterstützt Content- und Media-Tech-Startups bei der Umsetzung neuer Ideen für Medienplattformen und -formate sowie bei der Entwicklung innovativer Technologien für Medienunternehmen. Es richtet sich an Gründer:innen, die Produkte, Technologien oder Formate speziell für die Medienbranche entwickeln und auf den Markt bringen wollen.

Bewerbungen sind noch bis 31. August 2025 (Mitternacht) möglich. Auch beim kommenden “Fellowship Batch #6” kann pro Projekt mit bis zu 40.000 Euro gefördert werden. Besonders gefragt sind Innovationen im Bereich Künstliche Intelligenz, Tools für Newsrooms und Content-Management-Systeme, Entwicklungen mit Large Language Models sowie Lösungen aus AdTech und FinTech.

Monatliche Workshops mit Expert:innen

In den kommenden Monaten erwarten die teilnehmenden Startups verschiedene Workshops, Einzelcoachings, Mentoring-Sessions und Netzwerkveranstaltungen. Darüber hinaus stellt die Mediengruppe Wiener Zeitung den Teilnehmenden Office-Space und einen Multimedia-Raum zur Verfügung. Insgesamt sind neun Workshops vorgesehen. “Wir orientieren die Workshop-Inhalte flexibel an den Needs der jeweiligen Startups. Dazu werden auch laufend neue Formate entwickelt”, erklärt Janin Pfleger, Program Manager des Fellowships. Mögliche Inhalte reichen dabei von Finanzplanung und Sales-Strategien bis zu Leadership, Funding oder Medienrecht. Das Programm leitet Pfleger gemeinsam mit Team Lead Alexandra Folwarski.

Die Inhalte der Workshops werden an die Needs der Startups angepasst. | credits: Clemens Schneider

Neben internen Coaches werden auch internationale Expert:innen eingebunden. Auch nach Abschluss des Programms bleibt der Zugang zu Wissen und Austausch bestehen: “Etwaige Deep Dive Themen sind auch für die Alumni offen. Wir versuchen die Startups nach Ablauf des Fellowships weiterhin mit Wissen zu unterstützen”, so Pfleger. Im Mittelpunkt stehe nämlich das Motto „Mit- und voneinander lernen“, getragen durch den Austausch zwischen aktuellen Teilnehmenden, Alumni und Branchenexpert:innen.

Bewerbungsprozess

Seit seiner Gründung 2021 verfolgt das Media Innovation Lab das Ziel, den österreichischen Medienstandort zu stärken und neue Geschäftsmodelle für die Branche zu erproben. Der Auswahlprozess für das Fellowship ist mehrstufig: Nach der schriftlichen Bewerbung folgen Trial Days mit Aufgaben vor Ort. Wer überzeugt, darf beim Pitch-Event direkt vor der Jury antreten. Bewertet wird insbesondere nach Innovationsgrad, Teamkompetenz, Entwicklungspotential und Commitment.

“Fellowship war ein echter Katalysator”

Ein Beispiel für die Wirkung des Programms ist das Wiener Startup nexus Group AI, das im vergangenen Batch teilnahm (brutkasten berichtete). Mit seiner KI-Lösung „Sara“ will das Unternehmen Nachrichtenarchive personalisiert zugänglich machen und so die Medienkompetenz fördern.

Die Gründer von nexus Group AI: Orion Forowycz (CTO) und Andrei Cursaru (CEO). | credits: nexus

“Das Fellowship war für uns ein echter Katalysator”, sagt Co-Founder und CEO Andrei Cursaru. “Am meisten unterstützt hat uns das gezielte Mentoring durch Branchenexpert:innen, die uns halfen, unser Produkt im Bereich Risk Intelligence weiter zu schärfen. Gleichzeitig war der direkte Zugang zum Netzwerk der Wiener Zeitung entscheidend, um die Anwendung unserer Technologie auch in der Medienberichterstattung zu validieren.” Besonders wertvoll sei die individuelle Betreuung gewesen. “Das Programm ist eine riesige Chance für alle Gründer:innen, die ihr Projekt auf das nächste Level heben wollen – eine klare Empfehlung”, sagt Cursaru abschließend.

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kalkül
© kalkül - Michael Leister (links) und Lukas Weilguny (rechts) von kalkül.

Entstanden ist kalkül aus einem eigenen Problem. Lukas Weilguny und Michael Leister entwickeln als Selbstständige seit 2017 Software für Unternehmen. Als ihr damals genutztes Rechnungsprogramm nach einer Übernahme spürbar schlechter wurde, sahen sie sich nach Alternativen um und testeten mehr als zehn Buchhaltungsprogramme.

„Wir haben kein einziges gefunden, das wirklich einfach und gleichzeitig auf Österreich zugeschnitten war. Buchhaltung ist der langweiligste Teil im Alltag von Selbstständigen. Niemand will stundenlang eine Software lernen, nur um die erste Rechnung zu schreiben. Genau das ändern wir“, erinnert sich Leister.

kalkül: von 1.000 auf 10.000 Nutzer:innen

Also schufen sie 2023 eine eigene Lösung: Ihre Software, die von der we-dev e.U. betrieben wird, dient der Erstellung von Angeboten und Rechnungen, führt die Einnahmen-Ausgaben-Rechnung mit und deckt Mahnwesen und Zahlungsabgleich ab. Laut Unternehmen ist sie auf die österreichischen Steuervorgaben abgestimmt.

Im November 2024 zählte kalkül 1.000 Nutzer:innen, im Februar 2026 waren es 5.000. Seither hat sich die Zahl innerhalb von sieben Monaten noch einmal verdoppelt. Treibende Kraft hinter dem organischen Wachstum waren den Gründern zufolge persönliche Empfehlungen und die Sichtbarkeit in Suchmaschinen. Bezahlte Werbeanzeigen testen die Gründer erst seit Kurzem. Das Unternehmen ist eigenfinanziert und hat bis heute keine externe Finanzierung aufgenommen.

Allgemein wird der Markt für Rechnungssoftware im deutschsprachigen Raum von deutschen Anbietern dominiert. Österreich werde dort meist nur als kleines Nischenland mitgedacht. Besonderheiten wie Kleinunternehmerregelung, Einnahmen-Ausgaben-Rechnung, BAO-Aufbewahrungspflichten oder Verzugszinsen nach österreichischem Recht werden oft nur oberflächlich abgedeckt, sagen die Founder. Kalkül sei hingegen exakt für diesen Markt gebaut, inklusive Rechnern für Einkommensteuer, SVS-Beiträge, Gewinnfreibetrag und Abschreibungen.

Freemium-Modell

Um Selbstständige gerade zu Beginn zu entlasten, setzt kalkül auf ein Freemium-Modell: Kernfunktionen wie Angebote, Rechnungen, Mahnwesen und die Einnahmen-Ausgaben-Rechnung sind ohne Limits dauerhaft kostenlos. Ein Abo indes schaltet Zusatzfunktionen wie den automatischen Bankabgleich mit über 2.600 Banken frei. Der überwiegende Teil der 10.000 Nutzer:innen verwendet die Gratisversion, wie man mitteilt.

„Als wir das Abo eingeführt haben, gab es dafür wochenlang praktisch keine exklusiven Funktionen. Trotzdem haben Leute bezahlt, einfach um die Entwicklung zu unterstützen. Das war für uns das ehrlichste Feedback, das wir bekommen konnten“, sagt Weilguny.

Integrierte Registrierkassenlösung als nächster Schritt

Als nächsten großen Schritt kündigen die Gründer eine integrierte Registrierkassenlösung an. Parallel baut kalkül die Zusammenarbeit mit Steuerberatern aus: Enger Partner ist die Linzer Kanzlei Raml & Partner, die zwölffach als „Steuerberater des Jahres“ (in der Kategorie „Allrounder Oberösterreich“) ausgezeichnet wurde. Weitere Kooperationen sind geplant. Mittelfristig soll außerdem eine KI-gestützte Belegerkennung Ausgaben automatisch auslesen und kategorisieren.

Welche Funktionen zuerst kommen, entscheidet – laut Foundern – weitgehend die Community: Je häufiger ein Feature angefragt wird, desto weiter rückt es nach vorn. „Wir wollen das einfachste Rechnungsprogramm für Selbstständige in Österreich sein“, sagt Leister. „Mit 10.000 Nutzern sind wir ein gutes Stück weiter, aber bei 376.112 Ein-Personen-Unternehmen im Land haben wir noch viel vor uns.“

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