04.03.2025
PERSONALIE

Matthias Seiderer neuer CPTO bei enliteAI

Der Co-Founder von Paydora Matthias Seiderer verantwortet in seiner neuen Rolle beim KI-Startup enliteAI die technologische Vision des Unternehmens.
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enlite, Seiderer, CPTO
(c) enliteAI/Stock.Adobe - Matthias Seiderer von enliteAI.

Matthias Seiderer hat mit Ende Dezember 2024 die Rolle des Chief Technology & Product Officer beim Wiener KI-Startup enliteAI (mit CEO Clemens Wasner) übernommen. Er beendet damit seine Tätigkeit als CIO beim Münchner Unternehmen Dock Financial.

enliteAI über den Sommer kennengelernt

Seiderer war sieben Jahre lang bei Anyline – zuletzt als CRO – beschäftigt, bevor er im Oktober 2021 CTO und Co-Founder bei Paydora (2023 von Dock Financial übernommen) wurde.

„Nach dem Paydora-Exit stand ich vor der Entscheidung, was als Nächstes kommt“, sagt er. „Mein Antrieb war immer das Gründen – etwas von Grund auf aufzubauen, zu skalieren und nachhaltig zu gestalten. Die Möglichkeit, das mit einem ‚Venture Studio‘ zu verbinden, hat mich besonders gereizt. Andreas Greilhuber, mit dem ich bei Anyline bereits eng zusammengearbeitet habe, stellte mir über den Sommer gemeinsam mit Clemens Wasner enliteAI vor und meinte, ‚bevor du etwas Neues startest, hör dir das an‘.“

USPs überzeugten

Was schlussendlich Seiderer bei enliteAI überzeugt hat, war die Kombination aus einem „starken, ambitionierten Team, der einzigartigen Verbindung von AI und dem „Venture Studio“ sowie den technologischen Alleinstellungsmerkmalen. Konkreter: „ein weltweit führendes Open-Source-Framework (Maze) für Reinforcement Learning und mit Detekt eine bereits global eingesetzte Feature-Extraction-Plattform für Mobile-Mapping-Daten“, wie der Chief Technology & Product Officer erklärt.

Als CTPO von enliteAI verantwortet Seiderer künftig die technologische Vision, Produktstrategie und deren Umsetzung – mit dem Ziel, innovative KI-Technologien marktfähig zu machen und nachhaltig zu skalieren.

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Strom aus Wind und Sonne braucht Speicher. Für sie entwickelt das Projekt Phoenics neue Batteriezellen. Konzeptbild, mit KI erstellt. | (c) Virtual Vehicle
Strom aus Wind und Sonne braucht Speicher. Für sie entwickelt das Projekt Phoenics neue Batteriezellen. Konzeptbild, mit KI erstellt. | (c) Virtual Vehicle

Wind und Sonne liefern Strom, wann sie wollen, nicht wann ihn jemand braucht. Diese Lücke schließen Batteriespeicher. Sie werden damit zur Schlüsseltechnologie der Energiewende. Genau hier setzt Phoenics an: Ein steirisches Konsortium entwickelt die nächste Generation von Lithium-Ionen-Zellen für stationäre Speicher.

Koordiniert wird das Projekt von der Virtual Vehicle Research GmbH in Graz. Partner sind Varta Innovation, die Materials Center Leoben Forschung GmbH (MCL) und AVL List. Phoenics läuft 36 Monate und kostet 2,9 Millionen Euro. Knapp zwei Millionen davon kommen von der FFG, aus der Ausschreibung „Energieforschung 2024″.

Ein Material, zwei Ziele

Im Zentrum steht ein Kathodenmaterial: Lithium-Mangan-Eisenphosphat, kurz LMFP. Es ist eine Weiterentwicklung des etablierten Lithium-Eisenphosphats (LFP). LFP-Zellen gelten als sicher und robust, und sie kommen ohne kritische Rohstoffe wie Kobalt oder Nickel aus. LMFP soll zusätzlich bis zu 20 Prozent mehr spezifische Energiedichte liefern. Auf gleichem Bauraum ließe sich damit mehr Energie speichern.

Diesen Materialvorteil will das Konsortium in die fertige Zelle bringen. Die Zielmarken: 20 Prozent mehr Energiedichte, 40 Prozent längere Lebensdauer.

Was noch offen ist

Bis dahin bleiben Fragen. Wie verhält sich das Material über die Lebensdauer, wie altert es, und lässt es sich industriell verarbeiten und skalieren?

Das Konsortium kombiniert deshalb Experiment und Simulation. Die Partner untersuchen das Kathodenmaterial über den gesamten Lebenszyklus, mit Materialcharakterisierung, hochauflösender Bildgebung und KI-gestützter Auswertung. Parallel entstehen physikbasierte und datengetriebene Modelle. Sie bilden das Verhalten der Zelle von der Mikrostruktur bis zum kompletten Speichermodul ab und sollen Entwicklungszyklen verkürzen.

„Die Mikrostruktur von Elektrodenmaterialien beeinflusst maßgeblich Leistung, Lebensdauer und Zuverlässigkeit von Batteriezellen“, sagt Roland Brunner, Gruppenleiter am MCL.

Ein eigener Schwerpunkt gilt der Sicherheit. Spezielle Testverfahren sollen zeigen, ob LMFP-Zellen den Anforderungen an Betriebssicherheit und Zuverlässigkeit genügen. AVL bringt dafür seine Erfahrung in der elektrochemischen Modellierung ein. Verbinde man physikalische Modelle mit Methoden des maschinellen Lernens, ließen sich kritische Betriebszustände und Sicherheitsaspekte frühzeitig vorhersagen, sagt Roland Wanker, Geschäftsbereichsleiter Advanced Simulation Technologies bei AVL.

Aufbauen statt neu anfangen

Phoenics setzt die Zusammenarbeit aus dem Vorgängerprojekt OpMoSi fort. „Unsere Stärke liegt darin, modernste Simulations- und Analysemethoden mit industrieller Entwicklungskompetenz zu verbinden“, sagt Projektleiter Philip Kargl von Virtual Vehicle.

Varta Innovation steuert die Fertigungsseite bei, von der Materialentwicklung über die Elektrodenfertigung bis zur Zellintegration. Großes Potenzial sehen die Partner vorerst bei stationären Speichern. Langfristig könnten die Ergebnisse auch der Elektromobilität nützen.

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