15.06.2021

Martin Rohla bezeichnete den Auftritt dieses Startups als schlechtesten Pitch aller Zeiten – nun ist er Mentor

HolyRecipe musste bei seinem Auftritt bei "2 Minuten 2 Millionen" - war heuer im März im TV zu sehen - erhebliche Kritik von Investor Martin Rohla einstecken. Einige Zeit nach der Ausstrahlung und mit einer Neu-Strukturierung der Firma, vermeldet das Unternehmen einen neuen Partner. Und konnte seinen größten Kritiker sogar als Mentor gewinnen.
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(c) HolyRecipe - Robert Leder und Aline Martinek starten nach erheblicher Kritik neu durch.

Der Auftritt von HolyRecipe in der Startup-Show hat damals bei Martin Rohla statt Vertrauen, Misstrauen erzeugt. „Er denke nicht daran, einzusteigen, obwohl die Idee eine gute wäre“, hatte der Investor einst offenbart und den Pitch als den schlechtesten, den er je gesehen hätte, bezeichnet. Worte, die Wirkung gezeigt haben, wie der brutkasten berichtete.

Gründe für Kritik von Rohla

Das Startup ermöglicht Usern auf der Plattform zwischen verschiedenen Gerichten zu wählen, die in einem der Partner-Restaurants angeboten werden. In Folge versendet HolyRecipe eine Kochbox mit den jeweiligen Zutaten des Gerichts innerhalb von 48 Stunden an den Kunden und schaltet zudem auf dem angelegten Profil des Nutzers ein vorab abgedrehtes Video mit einer Kochanleitung frei. So die Idee, die eigentlich bei den TV-Investoren gut ankam. Die Weigerung allerdings zu offenbaren, wieviel Eigenkapital im Unternehmen stecke und keine Antwort bei der Frage, wieviel es koste einen Kunden zu gewinnen, führte zur Kritik von Martin Rohla.

Culinarius steigt ein

Nun aber hat sich HolyRecipe neu aufgestellt (Co-Founder verließ das Startup), Partner wie die „huth Gastronomie“ oder Toni Mörwald gefunden; und sich mit Culinarius, einer Consulting-, Event- und Medienagentur für Gastronomie in Wien, sogar einen neuen Investor geangelt. Der mit 30 Prozent Beteiligung für ein „Media for Equitiy“-Package eingestiegen ist – bei einer Bewertung von 650.000 Euro. Zudem wurde der größte Kritiker zum Mentor, wie Co-Founderin Aline Martinek erzählt.

Post von Martin Rohla

Pünktlich zum Relaunch von HolyRecipe hat das geniale Restaurant-Kochboxen-Start Up einen starken Partner…

Posted by Martin Rohla on Tuesday, June 8, 2021

Die Culinarius GmbH hat gemerkt, dass sich das Verhalten der Konsumenten insbesondere in der Corona-Krise verändert hat, sodass HolyRecipe mit seinem Konzept für Gastronomen neue Absatzmärkte erschließt, heißt es vom Neu-Investor zu den Gründen zum Einstieg. Mit dieser Beteiligung erhofft sich das Startup in Zukunft deutlich mehr Werbekraft durch den Neo-Partner. Auf sämtlichen Plattformen von Culinarius (wie z.B. Gastro News) wird HolyRecipe in Zukunft vermarktet werden. Das Ziel dabei: zumindest 8.000 verkaufte Kochboxen im ersten Jahr.

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Elisabeth Zehetner (Staatssekretärin für Energie, Startups und Tourismus) | Foto: Martin Pacher
Elisabeth Zehetner (Staatssekretärin für Energie, Startups und Tourismus) | Foto: Martin Pacher / brutkasten

Dass sich die aktuell noch laufenden Verhandlungen zur EU Inc. auf Ratsebene nicht so entwickeln, wie es sich die Initiator:innen der gleichnamigen Initiative wünschen würden, ist allgemein bekannt. Übte man nach der Veröffentlichung des Kommissionsentwurfs im März noch deutliche Kritik an diesem, würde man ihn inzwischen wohl gerne so annehmen. Denn der aktuell noch in Ausarbeitung befindliche Vorschlag des Rats der EU-Justizminister:innen dürfte letztlich, wenn man mit den Verhandlungen vertrauten Personen Glauben schenken darf, kaum noch etwas mit dem ursprünglichen Vorschlag der Initiative zu tun haben. Die absoluten Kern-Forderungen seien darin de facto zur Gänze gestrichen, was überbleibe sei „nicht mehr als ein Label und vielleicht etwas schnellere Gründung“, hört man.

Österreich als EU-Inc.-Antagonist

Das offizielle Österreich spielt dabei dem Vernehmen nach eher die Rolle des Antagonisten. Das SPÖ-geführte Justizministerium zähle in den Verhandlungen zu den Verhinderern. Rot-weiß-roter Gegenwind zur EU Inc. komme aber auch von anderer Seite, nicht nur, wie allgemein bekannt, von Notariatskammer und Arbeiterkammer, sondern auch von einflussreichen Personen in der Wirtschaftskammer.

Zehetner: deutliche Positionierung pro EU Inc.

In dieser durchaus komplexen Gemengelage von Interessen aus ganz unterschiedlicher Richtung, mag es fast verwundern, dass sich Startup-Staatssekretärin Elisabeth Zehetner nun öffentlich durchaus deutlich positionierte. „Ich bin unzufrieden damit, wohin sich die Diskussion zur EU Inc. momentan entwickelt – sowohl auf EU- als auch auf nationaler Ebene“, sagte sie heute bei einer Keynote im Rahmen des Verbund Venture Day 2026 an der WU Wien. Auf diese Weise werde die EU Inc. nicht zur Alternative zur amerikanischen Delaware Inc., die auch sie sich wünsche.

Mitarbeiter:innenbeteiligung via FlexCo „noch nicht attraktiv genug“

Auch sonst gab sich Zehetner in ihrer Rede, die sich auf europäische Souveränität im Startup-Bereich fokussierte, kritisch. Die FlexCo etwa bezeichnete sie in Sachen Mitarbeiter:innen-Beteiligung als „ersten Schritt“, aber „noch nicht attraktiv genug“. Es brauche neue Steuerregeln, die Mitarbeiter:innenbeteiligung praktikabel machen. Auch ihre bereits einmal dezidiert geäußerte Forderung nach Steuererleichterungen bei Startup-Beteiligungen – vulgo Beteiligungsfreibetrag – wiederholte sie bei der Gelegenheit. Auf europäischer Ebene sieht sie Handlungsbedarf u.a. in Sachen Kapitalmarktunion. Lob gab es von Zehetner dafür für den European Scaleup Funds – ergänzt mit Eigenlob für den geplanten österreichischen Dachfonds.

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