09.06.2015

Martin Ott von Facebook: „Dinge zu vereinfachen“ ist das große Motto

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Martin Ott von Facebook spricht über die Zukunft des Social Media Giganten.
„Wir sind keine Champions, sondern Herausforderer“, meinte bereits Arianna Huffington von The Huffington Post im Zusammenhang mit der heute stattfindenden NOAH-Konferenz von Marco Rodzynek im Tempodrom in Berlin. Martin Ott von Facebook, verantwortlich für den NE und CEE-Bereich, möchte dies nur bestätigen. „Wir wollen ebenfalls mehr als Herausforderer denken, denn wir müssen konstant unser Business Modell überdenken“, so Ott.
„Die zentrale Frage ist: Was können wir heute entwickeln, was für den Kunden von morgen von Wert ist?“, dies sollte seiner Meinung nach von jedem Unternehmen hinterfragt werden.
Facebook alleine hat 1,4 Milliarden User. „Das Ziel von Facebook ist es, die Welt offener zu machen und zu connecten“, meint Ott. Dazu soll auch die „Facebook-Familie“ beitragen: WhatsApp und Instagram sind da nur zwei Beispiele.
„Der nächste Schritt, den wir gehen, ist Dinge zu vereinfachen. Vor allem möchten wir die Sharing-Experience vereinfachen“, so Ott. Ziel sei es, hunderte Millionen Menschen auf der ganzen Welt miteinander zu verknüpfen. Dafür seien einige neue Features eingeführt worden: Neuerungen im Bearbeiten von Fotos, beim Video-Sharing und außerdem kann man nun Geld an Freunde via Facebook schicken. Außerdem hat Facebook Instant Articles eingeführt. „Es muss auch neue Möglichkeiten in der Kommunikation zwischen Firmen und ihren Kunden geben“, meint Ott mit Blick auf die nahe Zukunft. Neuerungen in der Kundenkommunikation soll es dank dem Kauf-Button geben. Als Kunde soll es ganz einfach sein, eine Bestellung aufzugeben, den Versandvorgang zu tracken und direkt mit dem Kundencenter in Kontakt treten zu können.
„Wenn man einen Blick auf Facebook von vor ein paar Jahren wirft, bemerkt man, dass es vor allem um Status-Updates und Texte ging. Seit damals wird der „Shared-Content“ immer wichtiger und auch Videos“ Dies habe spätestens die Viralität rund um die ALS Ice Bucket Challenge, eine als Spendenaktion gestartete Video-Kampagne, bewiesen. 4 Milliarden Videos werden auf Facebook täglich konsumiert.
In Zukunft möchte sich Facebook auf Virtual Reality konzentrieren, eine Entwicklung, die komplett neue Möglichkeiten bietet. Als Video-Consumer kann man etwa direkt im Film interagieren, was viele unterschiedliche Kameras möglich machen, weshalb man ein „im Film sein“-Gefühl bekommt.
Am Ende betont Ott noch einmal, dass Facebook auch in Zukunft „Challenger“ bleiben möchte – die Fahnen seien jedenfalls auf Wachstum gesetzt.

 

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Gründer-Duo Josef Chen (l.) und Ivan Tregear (r.) mit dem Roboter Fusion. (c) Kaikaku

Im China-Restaurant seiner Eltern in Linz schälte Josef Chen bereits in seiner Kindheit Kartoffeln und half im Betrieb. Die Idee für sein Startup kam dem Oberösterreicher genau hier: Wiederkehrende Restaurantarbeit mit Robotik zu automatisieren. Über Chens Werdegang hat brutkasten bereits berichtet.

Nach einigen Gründungen verzeichnete Chen durch Kaikaku seinen bislang größten Erfolg: Innerhalb von drei Monaten nach der Gründung im April 2023 konnten dafür bereits 750.000 US-Dollar an Investments eingesammelt werden. Nun gibt der Founder die Übernahme durch das US-Unternehmen Reef, und damit einen erfolgreichen Exit bekannt.

„Kaikaku haben wir in London aufgebaut. Die Idee entstand aber im Restaurant meiner Eltern in Linz. Dass wir jetzt bei Reef daran weiterarbeiten können, macht mich stolz“, sagt Chen.

360 Bowls pro Stunde

Das Herzstück von Kaikaku heißt Fusion, ein modularer Roboter. Im eigenen Bowl-Restaurant Common Room, das bis November 2024 in London geöffnet hatte, wurde der Roboter getestet. Mittlerweile hat Kaikaku fünf Generationen von Fusion entwickelt. Der Roboter portioniert die Zutaten nach Bestellung. Nach Unternehmensangaben schafft die fünfte Generation je nach Konfiguration bis zu 360 Bowls pro Stunde.

30 Mio.-Dollar Bewertung

„Wir haben eine (bisher) unangekündigte Seed-Runde über 4 Millionen Dollar in einer Branche eingesammelt, die die meisten Investoren – ehrlich gesagt – als total unsexy abgeschrieben hatten“, kommentiert der Founder auf LinkedIn. Das Unternehmen wurde nach Angaben von Chen Ende 2025 mit 30. Mio.-US-Dollar bewertet.

Über den jetzigen Verkaufspreis an Reef wird geschwiegen. Was bekannt ist: Kaikaku bringt seine Technologie und sein Kernteam zu Reef.

SoftBank Vision Fund 1 als Investor

Das US-Unternehmen Reef – spezialisiert auf digitale Infrastruktur für Gastronomie und lokale Services – hat seit der Gründung über 1,5 Milliarden US-Dollar Kapital eingeworben. Zu den Investoren zählt unter anderem der 98,6 Milliarden US-Dollar schwere SoftBank Vision Fund 1. Details zur aktuellen Finanzlage, der Eigentümerstruktur oder der genauen Höhe einzelner Beteiligungen lässt Reef in seiner aktuellen Ankündigung allerdings offen.

„Reef ist die Skalierung“

Mit den Worten: „Wir sind nicht hier, um einfach nur einen beeindruckenden Roboter zu bauen. Wir sind angetreten, um zu beweisen, dass die Technologie reif ist, die Unit Economics funktionieren und das Einzige, was jetzt noch fehlt, Skalierung ist. Reef ist diese Skalierung. Bald mehr dazu“, lässt Chen die Zukunft des Unternehmens offen. Was nach Chen jedenfalls feststeht: Im Markt für Gastronomie-Infrastruktur und Kitchen-Tech würde sich derzeit eine Phase hoher Kapitalzuflüsse abzeichnen.

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