20.11.2020

Marcus Grausam: „Mit 5G kann man IoT komplett neu bewerten.“

Am 23.11. dreht sich am A1 IoT Day alles um das Internet der Dinge. Im Vorfeld haben wir Marcus Grausam, CEO von A1, die wichtigsten Fragen zu diesem Thema gestellt.
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Marcus Grausam A1 CEO
Marcus Grausam, CEO von A1. (c) Renee Del Missier
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Das Internet der Dinge (IoT) wird medial immer wieder erwähnt – aber wo wird es in Österreich wirklich eingesetzt?

Marcus Grausam: Eigentlich wird IoT schon sehr breit eingesetzt, denn es bezeichnet die Kommunikation zwischen Maschinen und Geräten. Wenn man von IoT spricht, denkt man meist an größere Lösungen, wie wir sie mit einigen Kunden bereits umsetzen konnten. Seien es smarte Produktionslinien oder auch vernetzte Luftgütemesser auf öffentlichen Verkehrsmitteln. Aber in Wahrheit ist jede Smart Home Anwendung ein Beispiel für IoT.

Welche Vorteile ergeben sich durch vernetzte Geräte?

Marcus Grausam: Die Vorteile sind vielfältig und lassen sich nicht verallgemeinern: Manche IoT-Projekte haben zum Beispiel zum Ziel, die Wartung von Maschinen vorherzusagen und so teure Ausfälle zu vermeiden. Andere Projekte optimieren durch Echtzeit-Datenflüsse die Supply Chain im Produktionsprozess und sparen hier bares Geld. Unterm Strich haben aber alle IoT-Umsetzungen eines gemeinsam: Sie ermitteln Daten, deren Analyse es ermöglicht, automatisch Abläufe zu steuern. Und genau dieser Analyse-Prozess ist der komplexe Teil des Internet of Things.

Entsteht durch die Anbindung von Geräten ans Netz nicht automatisch ein Sicherheitsrisiko?

Marcus Grausam: Nicht zwangsläufig: Sicherheitsrisiken entstehen dann, wenn man glaubt, dass IoT-Lösungen „von der Stange“ ausreichen. Im Zuge von IoT-Projekten ist Security immer einer der ersten Analysepunkte. Welche Daten brauche ich, wo brauche ich sie und wie kommen sie dort hin: Das sind die Fragen, die man sich sehr ernsthaft stellen sollte.

Welche Rolle spielt 5G bei IoT? Sind die Anwendungen nicht jetzt auch schon möglich?

Marcus Grausam: Es gibt Basis-Anwendungen des IoT, die auch mit 4G oder Wlan funktionieren, das ist richtig. Mit 5G haben wir aber technische Möglichkeiten, die andere Übertragungstechnologien nie erreichen werden. Das ist die Basis dafür, IoT und seine Anwendungsmöglichkeiten ganz neu zu denken und zu bewerten. Wenn ich plötzlich keine wirkliche Verzögerung im Datentransfer mehr habe, kann ich an ganz neue Einsatzmöglichkeiten denken, da einfach ein limitierender Faktor wegfällt.

Ihre Prognose: Wie vernetzt werden unsere Geräte in den nächsten Jahren sein?

Marcus Grausam: Ich glaube, dass fast kein Unternehmen, das langfristig erfolgreich sein will, an IoT-Anwendungen vorbeikommt. Vom kleinen Abfallentsorger bis hin zu globalen Produktions-Unternehmen wird der Einsatz von smarten IoT-Lösungen ein Mehr an Effizienz und Qualität und ein Weniger an Kosten bedeuten.

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Thomas Arnoldner | (c) A1
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31 Milliarden Euro ist das Portfolio der Staatsholding Öbag aktuell ungefähr wert. Diese teilen sich auf nur sieben Beteiligungen auf: Bundesimmobiliengesellschaft BIG (100 Prozent), Post AG (52,8 Prozent), Verbund (51 Prozent), Casinos Austria (33,2 Prozent), OMV (31,5 Prozent), Telekom Austria und EuroTeleSites (jeweils 28,4 Prozent).

Arnoldner setzt sich einstimmig aus engerer Auswahl von neun Personen durch

Nachdem die Funktionsperiode der aktuellen Chefin Edith Hlawati bald endet, war die Holding zuletzt auf der Suche nach einem bzw. einer neuen CEO. Nach einem dreimonatigen Auswahlverfahren mit laut Öbag insgesamt 46 Bewerber:innen, von denen neun in die engere Auswahl kamen, traf der Aufsichtsrat nun eine Entscheidung – einstimmig, wie betont wird. Neuer Chef wird demnach Thomas Arnoldner, aktuell noch stellvertretender CEO der Telekom Austria AG. Er war zuletzt acht Jahre im Telekom-Austria-Vorstand, darunter von 2018 bis 2023 als CEO. Davor war er in verschiedenen anderen Führungspositionen in der Telekom-Branche tätig. Außerdem leitet er gemeinsam mit Keba-CEO Christoph Knogler die KI-Taskforce der Industriellenvereinigung.

„Besondere Verantwortung“

„Der Beste hat das Rennen gemacht. Für die Öbag, aber auch für die Republik und die Steuerzahler, ist das eine zukunftsweisende und erfolgversprechende Entscheidung. Sie soll der positiven Entwicklung des Wirtschaftsstandorts Österreich bestmöglich dienen“, kommentiert Öbag-Aufsichtsratsvorsitzender Günther Ofner. Arnoldner selbst betont, er gehe die Aufgabe mit großem Respekt an. „Die Öbag verwaltet nicht ihr eigenes Geld, sondern Vermögen der Republik und damit des Steuerzahlers. Daraus entsteht eine besondere Verantwortung. Aus acht Jahren im Vorstand eines großen, börsennotierten Infrastrukturunternehmens weiß ich, was Kapitalmarkt und Mitaktionäre von einem verlässlichen Kernaktionär erwarten – und was ein starker Standort von seiner Infrastruktur braucht. Die Öbag soll als Eigentümer aktiv gestalten und unabhängig entscheiden. So stärken wir unsere Beteiligungen und damit den Industrie- und Energiestandort Österreich“, so der neue Chef.

Neue Strategie auf Industriestrategie-Basis „mit Leben erfüllen“

Und wie kann man sich diese aktive Gestaltung vorstellen? Aufsichtsratsvorsitzender Ofner umreißt: „Hauptaufgaben werden sein, die neue Öbag-Strategie im Einklang mit der Industriestrategie des Bundes mit Leben zu erfüllen und die Öbag, die Staatsbeteiligungen mit einem Portfoliowert von 31 Milliarden Euro verwaltet, als Alleinvorstand weiterhin auf sachlicher und unabhängiger Basis erfolgreich zu führen, in guter Kooperation mit dem Aufsichtsrat.“

Aktivere Rolle der Öbag geplant

Die Öbag hat ihre neue Strategie im April dieses Jahrs vorgestellt, wie brutkasten berichtete. Ein Hintergrund von dieser, die, wie erwähnt, auch den Zielen der Industriestrategie 2035 der Bundesregierung dienen soll, ist auch der Wechsel der Öbag-Zuständigkeit vom Finanz- ins Wirtschaftsministerium. Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer sprach in diesem Zusammenhang von einer „geänderten Erwartungshaltung“ und dem Wunsch nach einer aktiveren Rolle der Staatsholding. Dabei zeigte er sich auch offen für weitere Beteiligungen – ein, wie brutkasten damals analysierte, schwer umsetzbares Unterfangen.

Starke Abhängigkeit von Politik

Ob es Arnoldner in der Rolle tatsächlich gelingt, Akzente zu setzen und die „aktivere Rolle“ über jene als Dividendenbringer des Bunds hinaus, Realität werden zu lassen, hängt letztlich nicht nur von ihm, sondern auch von politischen Entscheidungen ab. Allein ein Anteilsverkauf durch die Öbag muss etwa einstimmig im Ministerrat beschlossen werden.

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Marcus Grausam: „Mit 5G kann man IoT komplett neu bewerten.“

  • Am 23.11. dreht sich am A1 IoT Day alles um das Internet der Dinge.
  • Wir haben Marcus Grausam, CEO von A1, Fragen zu diesem Thema gestellt.
  • Unterm Strich haben aber alle IoT-Umsetzungen eines gemeinsam: Sie ermitteln Daten, deren Analyse es ermöglicht, automatisch Abläufe zu steuern. Und genau dieser Analyse-Prozess ist der komplexe Teil des Internet of Things.
  • Im Zuge von IoT-Projekten ist Security immer einer der ersten Analysepunkte. Welche Daten brauche ich, wo brauche ich sie und wie kommen sie dort hin: Das sind die Fragen, die man sich sehr ernsthaft stellen sollte.
  • 5G ist die Basis dafür, IoT und seine Anwendungsmöglichkeiten ganz neu zu denken und zu bewerten.
  • Vom kleinen Abfallentsorger bis hin zu globalen Produktions-Unternehmen wird der Einsatz von smarten IoT-Lösungen ein Mehr an Effizienz und Qualität und ein Weniger an Kosten bedeuten.

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