MangoMates: MangoSpaghetti auf der Löwen-Speisekarte
Mangos, Limettensaft und Salz - die Klassiker der lateinamerikanischen Küche - sind in Spaghetti-Form in Deutschland vertreten. Das deutsch-kolumbianische Paar präsentiert seine Business Idee kommenden Montag in der Höhle der Löwen.
Mango in Spaghetti-Form mit Limettensaft, Salz und Sriracha- oder Schokosauce? Die lateinamerikanische Food-Kombi hat es dank dem deutsch-kolumbianischen Duo Dayan und Marcel nach Europa geschafft. Ob MangoSpaghetti mit Chili-Schokoladen-Dressing den Hunger der Löw:innen stillen werden, wird sich am Montag, den 12. September, in der dritten Folge von “Die Höhle der Löwen” zeigen.
Kolumbien, Australien & Berlin: Die Wurzeln einer interkulturellen Business Idee
Der Brand Name MangoMates soll an den langjährigen Australienaufenthalt des Duos erinnern, wo die Idee des salzigen Mango-Fruchtsnacks vor rund fünf Jahren entstanden ist. 2020 hat das Business Duo MangoMates gegründet. Ein Jahr später eröffneten sie ihren ersten MangoMates Laden in der Berliner East Side Mall. Ihr Business: Süß-fruchtige MangoSpagetthi mit Limette und Salz, verfeinert mit süßen und pikanten Saucen und Toppings.
MangoMates überschreitet nicht nur Ländergrenzen
So außergewöhnlich wie ihre Business Idee ist auch die Speisekarte der MangoMates: Neben dem Mango Original bieten die beiden auch pikante Variationen mit Chili und Knoblauch an. Auch süße Variationen finden sich auf der Speisekarte: Zum Beispiel Mango Eilikoko, eine Kombination aus MangoSpaghetti mit selbstgemachtem Eierlikör und Kokosraspeln, oder Mango Schokasa, eine Schokoladen-Karamell-Saucen-Kombination.
Vitamine, Salz und Naschen
“Unsere Kund:innen können die süßen oder pikanten MangoSpaghetti wahlweise mit Toppings garnieren. So sieht das Ganze nicht nur lecker aus, sondern schmeckt auch richtig gut”, so Dayan über ihr lateinamerikanisches Lieblingsgericht. Das Gründerpaar möchte der Mango eine neue Bühne geben und mithilfe von Investor:innen weitere MangoMates-Läden in Deutschland eröffnen. Neben unternehmenseigenem Webshop bietet das Unternehmen auch Catering-Service für Veranstaltungen. Zur Expansion ihres Restaurants sind die beiden Gründer:innen auch auf der Suche nach Franchisepartner:innen.
Wenn der Pitch vor der siebenköpfigen Höhle-der-Löwen-Jury gut läuft, könnte das Business Duo das gewünschte Investment von 100.000 Euro für 15 Prozent der Firmenanteile bekommen. Marcel Martin (39) und Dayan Estrada (35) sind ambitioniert: “Wir werden die Löwen mit lateinamerikanischem Streetfood kulinarisch verzaubern.”
Mehr zu MangoMates gibt es am Montag, den 12. September 2022, in der Höhle der Löwen um 20.15 Uhr auf VOX.
In Museen und Bibliotheken weltweit lagern hunderttausende Inschriften und über eine Million Papyrusfragmente aus der Antike. Der Großteil des Materials ist fragmentarisch und schwer lesbar. „92 Prozent der Papyri warten bis heute auf ihre Entzifferung. Ein gigantischer, unerschlossener Schatz der Geschichte“, heißt es per Aussendung der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW). Genau hier möchte Apollo ansetzen.
Apollo: „Neues Fenster zu unserem gemeinsamen kulturellen Erbe“
Entwickelt wurde das Large Language Model (LLM) in einer Kooperation zwischen der ÖAW und den europäischen KI-Unternehmen Mistral AI und SAIL Reply. Am gestrigen Mittwoch präsentierten die Forschungspartner die erste Stufe des Apollo-KI-Systems, das ab sofort der Wissenschaft und der Öffentlichkeit zur Verfügung steht.
„Apollo zeigt, was europäische Zusammenarbeit leisten kann, wenn KI, die gezielt an wissenschaftliche Anforderungen angepasst werden kann, auf jahrhundertealtes wissenschaftliches Wissen trifft“, sagt Guillaume Lample, Co-Founder und Chief Scientist von Mistral. „Indem Mistrals Technologie dabei hilft, Texte wiederherzustellen, die seit zweitausend Jahren nur fragmentarisch überliefert sind, eröffnet sie ein neues Fenster zu unserem gemeinsamen kulturellen Erbe – und das ist erst der Anfang.“
600 Millionen Wörter
Die meisten Texte der Antike sind nur unvollständig überliefert und es fehlen einzelne Wörter oder sogar ganze Textpassagen. Das Sprachmodell Apollo könne fehlende Inhalte von Fragmenten eigenständig ergänzen und dabei helfen, das Verständnis und die historische Einordnung eines Schriftstückes zu verbessern.
Obwohl für das Training der KI in Altgriechisch nur 600 Millionen Wörter zur Verfügung standen – mehrere zehn Milliarden Wörter gelten üblicherweise als der Standard für LLMs – sei eigenen Angaben nach Apollo treffsicher.
„Bei einem vorhandenen Originaltext auf Papyrus erreicht das Modell bei maskierten, also bewusst versteckten Passagen eine Trefferquote von rund 80 Prozent“, erklärt Anna Dolganov, Forscherin am Österreichischen Archäologischen Institut der ÖAW und Mastermind hinter dem Projekt. Bei tatsächlich unbekannten Textlücken bewerteten internationale Fachexpert:innen, die das KI-System im Rahmen einer Blindstudie evaluiert haben, Apollos Vorschläge in 77 Prozent der Fälle als mindestens ebenso gut wie durch Menschen vorgenommene Ergänzungen und in 16–20 Prozent der Fälle sogar besser, heißt es.
Apollo erkennt Sprachstufen
Besonders beeindruckend sei zudem, wie präzise Apollo zwischen verschiedenen Sprachstufen des Griechischen unterscheiden kann, betont Dolganov: „Unser LLM kann mit vergleichsweise geringem Wissen über einen Kontext weitreichende Schlüsse ziehen. Anhand von Satzbau und Vokabular erkennt Apollo präzise, ob ein Text zum Beispiel aus Homers ‚Odyssee‘ stammt, und ergänzt ihn im passenden Sprachregister.“
Als Beweis zeigte Dolganov bei der Präsentation von Apollo etwa eine antike Geburtsurkunde, die vollständig rekonstruiert wurde. Zudem wurde eine beim Ausbruch des Vesuvs verkohlte Schriftrolle an entscheidenden Stellen „vollständig lesbar gemacht“. Und mit der Rekonstruktion einer fragmentarischen Inschrift aus dem Schwarzmeerraum hat sich der Forscherin zufolge belegen lassen, dass in einer bestimmten Region bereits römisches Recht galt. Die Aussendung sprach hierbei von einer „weitreichenden Erkenntnis, die durch einen Beleg für die römische Prostitutionssteuer untermauert wird.“
Weitere Stufen geplant
„Mithilfe der KI entsteht ein neues Bild der antiken Sozial- und Wirtschaftsgeschichte, da sich viele Erkenntnisse erst aus der Masse der Dokumente ergeben – etwa bei Steuerquittungen“, präzisiert Dolganov.
Und Heinz Faßmann, Präsident der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, ergänzt: „Apollo bringt die Erforschung von historischen Schriftstücken und Dokumenten in ein neues Zeitalter. Der Einsatz des neuen Sprachmodells wird völlig neue Forschungsfragen zulassen und unser historisches Wissen erweitern. Wir sind stolz, dass die ÖAW gemeinsam mit dem europäischen KI-Unternehmen Mistral diese wegweisende Technologie entwickelt hat. Für die Zukunft streben wir eine vertiefte Zusammenarbeit mit Mistral an.“
Der ersten Stufe des Modells sollen bald noch weitere folgen. „Das Ziel ist ambitioniert, aber machbar“, wie Dolganov betont: Die KI soll künftig unerschlossene Papyri sowohl entziffern als auch rekonstruieren können. Geplant ist außerdem eine Erweiterung, mit der das Modell thematische und semantische Suchen in der gesamten griechischen Textüberlieferung durchführen sowie Parallelstellen suchen soll und so die passende Evidenz für Ergänzungsvorschläge gleich mitliefert.
Dolganov, die ÖAW und Mistral wollen jedoch bei Altgriechisch nicht aufhören. Aufbauend auf den Erfahrungen soll die KI künftig auch mit einem lateinischen Textkorpus trainiert werden. Dafür stehen dann rund zwölf Milliarden Wörter zur Verfügung. Was für das Projekt noch fehlt, sei ein passender Name.
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