28.09.2022

Lust zu arbeiten sinkt rasant – vor allem bei Jungen

Eine in Deutschland durchgeführte Umfrage zeigt eine zuletzt massiv gesunkene Arbeitsbereitschaft, vor allem bei unter 40-Jährigen.
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Lust zu arbeiten & Arbeitsbereitschaft sinkt rasant - Startups sind bei Studierenden als Arbeitgeber denkbar unbeliebt - Startup Gründen - Anleitung zum Scheitern
(c) Adobe Stock - khosrork

„Die Jungen wollen nix mehr arbeiten“ – diese Aussage hört man in letzter Zeit vor allem von Vertreter:innen der Baby-Boomer-Generation immer häufiger. Und sie haben Recht, wie eine nun in Deutschland vom Institut Yougov für den Versicherer HDI durchgeführte repräsentative Studie zeigt. Für diese wurden im Juni und Juli 3.891 Arbeitnehmer:innen ab 15 Jahren befragt. Und sie gibt einen Einblick, wie es statistisch tatsächlich um die derzeit großen Themen mangelnde Arbeitsbereitschaft, „Quiet Quitting“, Vier-Tage-Woche und Co aussieht.

Arbeitsbereitschaft: Mehr als die Hälfte würde zu arbeiten aufhören, wenn sie es sich leisten könnten

Die Hauptergebnisse: 48 Prozent der Vollzeit-Beschäftigten in Deutschland würden gerne zu Teilzeit-Arbeit wechseln, wenn sie die Möglichkeit dazu vom Arbeitgeber bekommen. Bei den unter 40-Jährigen liegt dieser Wert sogar mit 51 Prozent knapp über der Hälfte. 56 Prozent der Befragten stimmen zudem der Aussage zu: „Ich würde so schnell wie möglich mit meinem beruflichen Arbeiten aufhören, wenn ich es finanziell nicht mehr nötig hätte“. In der ersten Ausgabe dieser Studie 2019 waren es nur rund ein Drittel der Befragten.

Großteil wünscht sich Vier-Tage-Woche bei gleicher Bezahlung

Mehr als drei Viertel aller Beschäftigten (76 Prozent) wünschen sich die Einführung der Vier-Tage-Woche in ihren Unternehmen. Besonders stark ist das in der Industrie der Fall (86 Prozent). Hier wäre sogar jeder Vierte (24 Prozent) bereit, dafür auf einen Teil des Lohns zu verzichten (unter allen Beschäftigten sind es 13 Prozent). Sprich: Der überwiegende Großteil der Befragten wünscht sich einen Tag weniger Arbeit bei voller Bezahlung. Immer mehr Arbeitnehmer:innen – zuletzt 42 Prozent – können sich zudem überhaupt „ein Leben ohne Beruf“ vorstellen. Dieser Wert lag 2020 noch bei 31 Prozent.

Je besser bezahlt, desto eher „Traumberuf“…

Wie wichtig der Beruf genommen wird, hängt – wie sollte es anders sein – auch mit der Bezahlung zusammen. 37 Prozent der Befragten geben an, heute in dem Beruf zu arbeiten, den sie sich immer gewünscht und daher angestrebt haben. „Das Empfinden der Arbeit als Traumberuf steigt signifikant mit wachsendem Einkommen. Mit steigendem Lebensalter nimmt es dagegen ab“, heißt es dazu von den Studienautor:innen.

…dennoch Lehrer:innen an der Spitze

Auffällig sind auch große Unterschiede zwischen Selbständigen (46 Prozent im Traumberuf) und Angestellten (36 %) sowie zwischen Beschäftigten in Teilzeit (29 Prozent) und in Vollzeit (39 Prozent). Am höchsten ist die „Traumberuf-Quote“ übrigens bei Lehrern und Ausbildern mit 59 Prozent. Bei Beschäftigten im Sicherheits- und Reinigungsgewerbe ist sie dagegen mit 20 Prozent am niedrigsten.

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Rivero
© Rivero - (v.l.) Stephan Wächter, Fatemeh Nikayin und Thomas Müller.

Rivero, die europäische Plattform für Zahlungsoperationen, hat heute bekanntgegeben, dass Elevator Ventures, der Corporate-Venture-Capital-Fonds der Raiffeisen Bank International (RBI), als Investor beim Schweizer Fintech eingestiegen ist. Die Partnerschaft soll Riveros weitere Expansion in Europa unterstützen, mit besonderem Fokus auf die Märkte in Zentral- und Osteuropa. Über die genaue Summe ist nichts bekannt.

Rivero: Kajo und Amiko

Rivero wurde von Thomas Müller, Fatemeh Nikayin und Stephan Wächter gegründet, um Intelligenz und Automatisierung in einige der besonders komplexen operativen Herausforderungen der Zahlungsbranche zu bringen. Die Technologie soll es Finanzinstituten ermöglichen, stark regulierte und ressourcenintensive Zahlungsprozesse zu modernisieren und manuelle Arbeitsabläufe durch intelligente Automatisierung zu ersetzen.

Die Compliance-Plattform von Rivero heißt Kajo und soll die Compliance in Zahlungsnetzwerken vereinfachen, indem sie Updates automatisch verteilt, eine Übersicht auf einen Blick liefert und fragmentierte Dokumente und Anforderungen der Zahlungsnetzwerke in ein KI-gestütztes Wissensverzeichnis verwandelt.

Die KI-gestützte Anwendung Amiko indes bringt agentische KI in das Streitfallmanagement (Dispute Management) und die Betrugsrückgewinnung. Die Lösung sortiere Fälle intelligent vor, koordiniere die nächsten sinnvollen Schritte und automatisiere Dispute-Workflows vom Eingang bis zur Lösung, während sie Agent:innen bei komplexen Fällen anleitet, die menschliche Spezialist:innen erfordern. Das soll Instituten helfen, Gelder schneller zurückzuholen, den operativen Aufwand zu reduzieren und ein besseres Erlebnis für Karteninhaber:innen zu bieten.

„Elevator Ventures von strategischer Relevanz“

Während Rivero in Europa expandiert, konzentriert sich das Unternehmen zunehmend nicht nur auf den Ausbau seiner Technologie, sondern auch auf die Stärkung seiner Position im breiteren europäischen Bankenökosystem. Für die nächste Entwicklungsphase von Rivero sei Elevator Ventures von besonderer strategischer Relevanz: Durch die Verbindung zur RBI Group und das Netzwerk in Zentral- und Osteuropa verfüge Elevator Ventures über umfangreiche Erfahrung darin, Technologieunternehmen, die Finanzinstitute bedienen, zu unterstützen und ihnen bei der Orientierung und Expansion in europäischen Bankenmärkten zu helfen, heißt es.

„Europas Finanzinstitute suchen nach besseren Wegen, zunehmend komplexe Zahlungsoperationen zu managen, und wir sehen eine große Chance, Riveros Technologie zu vielen weiteren Instituten auf dem Kontinent zu bringen“, sagt Thomas Müller, CEO von Rivero. „Da wir nun in die nächste Wachstumsphase eintreten, wollen wir Investor:innen am Tisch haben, die sowohl die Komplexität des Bankgeschäfts als auch die Märkte verstehen, in denen wir tätig sind. Die Expertise von Elevator Ventures im Finanzdienstleistungsbereich und ihr besonders starkes Netzwerk in Zentral- und Osteuropa machen sie zu einem hoch relevanten strategischen Partner für Rivero.“

Maximilian Schausberger, Managing Director bei Elevator Ventures, ergänzt: „Rivero adressiert eine Reihe operativer Herausforderungen, die für Banken und Zahlungsinstitute in ganz Europa immer wichtiger werden. Das Team verbindet tiefgehende Zahlungsverkehrsexpertise mit Technologie, die speziell auf die Anforderungen regulierter Finanzinstitute ausgelegt ist. Wir sehen eine starke Übereinstimmung zwischen Riveros Ambitionen und unserer Erfahrung und unserem Netzwerk im europäischen Bankwesen und freuen uns darauf, das Unternehmen bei seiner weiteren Expansion zu unterstützen.“

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