Lydia Kelovitz alias "Wildsau" hat ein Startup gegen Bauchbeschwerden gegründet. Die Idee kam ihr bereits vor Jahren, nachdem sie beinahe verstorben wäre.
Die Ballermann-Sängerin Lydia Kelovitz (Alpenlydia) wurde 2016 wegen eines mechanischen Darmverschlusses notoperiert. „Ich wäre fast gestorben“, sagt sie; ein Teil ihres Darms musste entfernt werden. Von da an ziert eine Narbe am Bauch ihren Körper, die sie daran erinnert. Seit diesem Eingriff ist auch der Magen-Darm-Trakt sehr empfindlich geworden und Kelovitz leidet unter Verdauungsproblemen. Deshalb hat sie „Wildsau-Kräuterbitter“ gegründet.
Wildsau soll bei Verdauungsbeschwerden helfen
Das Getränk soll vor allem gegen Verdauungsbeschwerden helfen und deftiges Essen auch bei einem empfindlichen Magen-Darm-Trakt leichter genießbar machen. Produziert wird der Wildsau-Alpenkräuterbitter vom Traditionsunternehmen Riviera, das im Jahre 1923 gegründet wurde und sich noch immer in Familienbesitz befindet.
(c) Wildsau/IG – Lydia Kelovitz kooperiert mit Riviera.
Die Basis ihres Produkts ist „Riviera Schwedenbitter“, ein traditionelles pflanzliches Nahrungsergänzungsmittel mit Extrakten aus ausgewählten Kräutern, das ursprünglich zur Anwendung bei Verdauungsbeschwerden wie Blähungen, Völlegefühl und Appetitlosigkeit gedacht war.
Von DSDS über den Dschungel zum Mörtel und dann zum Startup
Lydia Kelovitz trat als Kandidatin bei „Deutschland sucht den Superstar“ 2013 und 2020 auf. 2021 nahm die gebürtige Neunkirchnerin an „Ich bin ein Star – Die große Dschungelshow“ teil. 2021 datete sie Baumeister Richard Lugner und verpasste sich selbst den „Kosenamen“ Wildsau. Heute ist sie geschieden und hat den Weg ins Unternehmerinnentum gewagt.
Wildsau bei „2 Minuten 2 Millionen“
„Ich hab‘ keinen Mann, ich hab‘ keine Kinder, aber mein Baby ist die ‚Wildsau‘. Da steck‘ ich meine ganze Energie und Kraft rein“, sagt sie und hofft auf ein Investment in der Startup-Show „2 Minuten 2 Millionen“, in der sie am Dienstagabend auftritt. Weiters dabei: Igelkind, Fidler.App, Virtuelles Staging und Pop Fender.
Während die G7 über KI berät: EU-Kommissarinnen werben auf der VivaTech für Europas eigene Champions
Während in Évian die Chefs der großen KI-Konzerne mit den G7-Staatschefs zusammensitzen, skizzieren Ekaterina Zaharieva und Henna Virkkunen in Paris den europäischen Gegenentwurf. Frisch dazu: ein neues Eurobarometer und ein Fünf-Milliarden-Fonds.
Während die G7 über KI berät: EU-Kommissarinnen werben auf der VivaTech für Europas eigene Champions
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EU-Exekutiv-Vizepräsidentin Henna Virkkunen bei ihrer Keynote "Europe's Tech Moment" auf der VivaTech in Paris. (c) Martin Pacher | brutkasten
Es ist ein Tag mit zwei Schauplätzen. In Évian-les-Bains geht am Mittwoch der G7-Gipfel zu Ende. Am Abschlusstag sitzen die Chefs der führenden KI-Konzerne, darunter Sam Altman (OpenAI), Dario Amodei (Anthropic), Demis Hassabis (Google DeepMind) und Arthur Mensch (Mistral), mit den Staats- und Regierungschefs bei einem Arbeitsmittagessen zu Frontier-KI, Infrastruktur und Souveränität. Mehrere hundert Kilometer entfernt, auf der VivaTech in Paris, liefern zwei EU-Kommissarinnen die europäische Antwort auf die Frage, ob der Kontinent eigene globale Tech-Champions bauen kann.
Souveränität als europäischer Gegenentwurf
Henna Virkkunen, Exekutiv-Vizepräsidentin für technologische Souveränität, verwies in ihrer Keynote „Europe’s Tech Moment“ selbst auf das G7-Treffen. Weltweit investierten Regierungen massiv in ihre technologische Führung, Europa müsse seine eigene Kapazität stärken, Technologien zu entwickeln, zu produzieren und einzusetzen. Rückenwind holt sie sich aus einem am selben Tag veröffentlichten Eurobarometer: Demnach stufen 79 Prozent der Europäer:innen Digitalpolitik als EU-Top-Priorität ein, 85 Prozent befürworten Investitionen in europäisch entwickelte Infrastruktur, 82 Prozent wollen weniger Abhängigkeit von Drittstaaten.
Untermauert ist diese Linie durch das European Technological Sovereignty Package, das die Kommission Anfang Juni vorlegte: mit dem CHIPS Act 2.0 für die Halbleiter-Wertschöpfungskette und dem Cloud and AI Development Act, der einen einheitlichen Souveränitätsrahmen für Cloud-Dienste schafft. Niemand dürfe einen „Kill-Switch“ über kritische Infrastruktur haben, so hatte Virkkunen die Stoßrichtung bei der Präsentation des Pakets zusammengefasst. Beim Risikokapital benannte sie das Gefälle: Auf die USA entfielen über 50 Prozent des globalen VC, auf China rund 40, auf Europa nur etwa fünf Prozent.
Fünf-Milliarden-Fonds gegen die Fragmentierung
Im Panel „Can Europe Build Global Champions?“ setzte Ekaterina Zaharieva, Kommissarin für Startups, Forschung und Innovation, auf Selbstbewusstsein. Europa habe die besten Deep-Tech-Talente und den größten Binnenmarkt, kranke aber an Fragmentierung. Dagegen verwies sie auf das 28. Regime, ein „europäisches Delaware“ für grenzüberschreitende Gründungen, und auf den Scaleup Europe Fund: fünf Milliarden Euro, seit Mai von EQT gemanagt, erste Investments im Herbst, gedacht, um Deep-Tech-Scale-ups in Europa zu halten.
Ekaterina Zaharieva auf der VivaTech 2026 | (c) VivaTech
Der Kontrapunkt eines Gründers
Den Kontrapunkt lieferte mit Jean-Charles Samuelian ein Gründer, der über sein Boardmandat bei Mistral mit der Runde in Évian verbunden ist, wo Mistral-CEO Mensch am Mittagstisch saß. Der CEO des Gesundheits-Scaleups Alan mag die Erzählung vom benachteiligten Europa nicht. Er habe nie gefragt, was Europa ihm geben solle, sondern wie er ein Problem löse. Wer ein echtes Kategorie-Produkt baue, finde auch Kapital, notfalls global. Das Defizit sei nicht mangelnder Ehrgeiz, sondern eine Kultur, die Risiko scheue, bis hin zum Einkauf.
Anknüpfungspunkte für Österreich
Für das heimische Ökosystem gibt es mehrere Anknüpfungspunkte. Die KI-Infrastruktur, die Virkkunen beschwört, hat in Österreich eine Adresse: Die AI Factory Austria (AI:AT), geführt von Advanced Computing Austria und dem AIT, ist seit Sommer 2025 in Betrieb, der Wiener Coworking-Hub seit Februar offen, ein KI-Supercomputer für Wien soll 2027 folgen. Der CHIPS Act 2.0 betrifft mit Standorten wie Infineon in Villach oder AT&S beim Advanced Packaging unmittelbar heimische Player. Und die Debatte um Spätphasen-Kapital spiegelt die hiesige Diskussion um einen Dachfonds und institutionelles Wachstumskapital.
Die eigentliche Frage: Kauft Europa seine Innovation?
Am Ende verschob Zaharieva die Frage von der Finanzierung zur Nachfrage: Es gehe nicht mehr darum, ob Europa Kapital für Skalierung finde, sondern ob es seine eigene Innovation auch kaufe. Der erste Kunde müsse oft die öffentliche Hand sein. Während in Évian über die großen Linien verhandelt wird, liegt die Antwort darauf bei den Einkäufer:innen.
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