28.03.2025
CAMPING

LooBuddy: Kärntner Startup bringt Wohnmobil-Klo-Entleerung im Restmüll

Chemie-Toiletten von Campern müssen in speziellen Entsorgungsstationen entleert werden. Das Kärntner Startup LooBuddy will Campern mit seinem System mehr Freiheit verschaffen.
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(vl.) René Gasser und Oliver Kanduth von LooBuddy | (c) LooBuddy
(vl.) René Gasser und Oliver Kanduth von LooBuddy | (c) LooBuddy

Ein eigenes Wohnmobil ist für viele Menschen auch der realisierte Traum der großen (Reise-)Freiheit. Theoretisch – denn de facto darf man bekanntlich nicht überall einfach im Camper schlafen. Und auch wenn man diesen erlaubterweise zur Übernachtung auf einem Privatgrund abstellt, ergibt sich eine andere Herausforderung: Die verbaute Chemie-Toilette darf nur in speziellen Entsorgungsstationen – üblicherweise auf entgeltlichen Campingplätzen – entleert werden.

„Meine Familie und ich lieben das Reisen, und etwa die Hälfte der Zeit stehen wir autark, die andere Hälfte auf Campingplätzen. Doch eines hat mich beim autarken Campen immer genervt: Alle zwei bis drei Tage musste ich eine Entsorgungsstation für unser Chemieklo ansteuern. Stressig, umständlich und die meisten dieser Stationen gibt es ohnehin nur auf Campingplätzen – oft gegen Gebühr“, erzählt René Gasser, Gründer und Eigentümer des Kärntner Startups LooBuddy, auf der Website des Unternehmens.

Entsorgung im Restmüll dank schadstofffreiem „Superabsorber-Granulat“

Am Markt fand Gasser keine Lösung dafür, also entwickelte der Maschinenbauingenieur und Elektroniker selbst eine. LooBuddy nutzt ein „Superabsorber-Granulat“ und kann anstatt der Chemiekasette beim Wohnmobil-Klo eingesetzt werden. Ein Umbau sei also nicht notwendig, die Chemiekasette könne jederzeit wieder eingesetzt werden, betont man beim Startup.

Der Clou: Im Gegensatz zur gängigen Lösung landen die Ausscheidungen samt Granulat in einem Müllsack, der einfach im Restmüll entsorgt werden kann. Denn das Granulat sei chemie-, schadstoff- und mikroplastikfrei.

LooBuddy seit Oktober 2024 offiziell am Markt

Unterstützt unter anderem durch das build! Gründungszentrum Kärnten gewann Gasser mit LooBuddy bereits im Jahr 2023 erste Testkund:innen. 2024 erfolgte die Gründung einer FlexCo im Kärntner Ort Stockenboi und der Gründer holte den Elektrotechnikingenieur Oliver Kanduth an Bord, der auch über 20 Jahre Marketing-Erfahrung verfüge. Im Oktober folgte der offizielle Marktstart.

Nicht nur beim Thema Entsorgung, sondern auch in der Produktion, lege man Wert auf Nachhaltigkeit, betont man bei LooBuddy. Das Produkt besteht aus 100 Prozent recyceltem Kunststoff und wird von einem Partnerunternehmen in Klagenfurt per 3D-Druck hergestellt, erklärt Gasser in einem Beitrag der Kleinen Zeitung.

Aktuell auf Vertreibspartner-Suche

Aktuell verkauft das Startup den LooBuddy im eigenen Webshop. 790 Euro kostet das Gerät – für 50 Euro mehr gibt es eine elektrische Füllstandsanzeige. Nun sei man auch auf der Suche nach Vertriebspartnern wie Camping-Fachhändlern und klappere Messen ab, sagt der Gründer der Kleinen Zeitung. Im nächsten Schritt wolle man – nach entsprechender Nachfrage – auch eine Lösung für Boote entwickeln.

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RobCos Industrieroboter "Alfie" © RobCo

Sechs Jahre nach der Gründung in München hat RobCo den Unicorn-Status erreicht. Das teilte das Unternehmen heute per Presseaussendung mit. Innerhalb von nur neun Monaten konnte das Startup seine Unternehmensbewertung auf über eine Milliarde US-Dollar verdoppeln.

Dieser Sprung erfolgte im Rahmen einer aktuellen Finanzierungsrunde, die neue Investments mit einem Secondary Share Sale kombiniert. Dadurch erhalten langjährige Mitarbeitende die Möglichkeit, eigene Unternehmensanteile zu veräußern.

Cherry Ventures & European Tech Collective steigen ein

An der Transaktion beteiligen sich bestehende Kapitalgeber wie Sequoia, Lightspeed, Greenfield und Promus Ventures. Neu auf dem Cap Table sind unter anderem Cherry Ventures sowie das European Tech Collective, ein Netzwerk erfolgreicher europäischer Gründer:innen.

Roman Hölzl, Co-Founder und CEO von RobCo, ordnet die Finanzierung wie folgt ein: „Es gab eine starke Nachfrage, in RobCo zu investieren, und wir haben diesen Moment genutzt, um das Unternehmen zu stärken.“ Die Milliardenbewertung sei zwar ein Meilenstein, der Fokus liege nun aber auf der Auslieferung der neuen Roboter-Generation.

In seinem heutigen LinkedIn-Post weist er zudem nochmals auf die ambitionierte Mission des Unternehmens hin: „RobCo in jeder Fabrik“.

Industrieroboter „Alfie“ startet im März 2027

Hinter der Bewertung von RobCo steht ein Geschäftsmodell, das auf Hard- und Softwarelösungen für die Fertigungsindustrie basiert. Das Unternehmen entwickelt Robotik-Systeme, die dem Fachkräftemangel und Kostendruck in der Produktion entgegenwirken sollen. Im Zentrum der aktuellen Produktstrategie steht der Industrieroboter „Alfie“, dessen offizieller Marktstart für März 2027 geplant ist.

Das System ist darauf ausgelegt, durch KI-Integration unstrukturierte und sicherheitskritische Fabrikaufgaben selbstständig zu übernehmen. Luciana Lixandru, Partnerin bei Sequoia, kommentiert den technologischen Ansatz: „RobCo baut für eine Zukunft, in der KI nicht nur denkt und generiert, sondern auch in der physischen Welt agiert.“

US-Expansion im Gange

Für die künftige Skalierung baut das Startup seine Präsenz in den USA aus, die bereits jetzt als der am schnellsten wachsende Markt des Unternehmens gelten. Neben dem Sitz in München betreibt RobCo mittlerweile Fertigungsanlagen in Austin (Texas) sowie ein Entwicklungslabor in San Francisco. Um das US-Geschäft und die dortige Expansion direkt operativ zu steuern, verlegt CEO Hölzl seinen Standort in die Vereinigten Staaten.

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