16.07.2024
INTERVIEW

Longevity und Biohacking: Was Gründer:innen wissen müssen

Interview. Thomas Lechner, Co-Founder des Grazer Startups Luminous Labs, gibt einen Überblick über die wichtigsten Aspekte des Thema Langlebigkeit - und Tipps, wie sich die wichtigsten Erkenntnisse in den Startup-Alltag integrieren lassen.
/artikel/longevity-und-biohacking
Thomas Lechner, Co-Co-Founder von Luminous Lab, einem auf Longevity spezialisierten Grazer Startup
Thomas Lechner, Co-Co-Founder von Luminous Labs | Foto: Christine Rechling

Dieser Artikel erschien zuerst in der aktuellen Ausgabe unseres Printmagazins. Eine Downloadmöglichkeit findet sich am Ende des Artikels.


Ewig leben, länger gesund leben oder einfach die körperliche Leistungsfähigkeit im Berufsleben erhöhen – was steckt wirklich hinter den Megatrends Longevity und Biohacking?

Thomas Lechner beschäftigt sich seit Jahren mit den beiden Themen. Gemeinsam mit Barbara Sekulovska hat er Luminous Labs gegründet; das Grazer Startup entwickelt Rotlichttherapie-Geräte, mit denen positive Effekte auf Langlebigkeit und Wohlbefinden erzielt werden sollen. Im brutkasten-Interview gibt Lechner einen Überblick über den Themenbereich – und Tipps, wie sich die wichtigsten Erkenntnisse in den Startup-Alltag integrieren lassen.


brutkasten: Worum geht es beim Thema Longevity genau – ein längeres Leben, ein länger gesundes Leben? Wie würdest du es definieren?

Thomas Lechner: In den Medien ist es aktuell ein kontroverses Thema. Beim Begriff Longevity denkt man häufig an einen reichen weißen Mann, der in seinem Elfenbeinturm sitzt und sein Geld nicht hergeben will. Teilweise trifft dieses Klischeebild sogar zu: Sehr wohlhabende Menschen sind primär die treibenden Kräfte. Die sagen sich: „Jetzt habe ich so viel in meinem Leben geschaffen, sehe aber, dass es immer schwieriger wird und ich gerne noch mehr Zeit hätte.“ Aber die nächste große Phase beim Thema Langlebigkeit ist jetzt, dass man unterscheidet: Das eine ist die Lebensspanne – wie viele Jahre lebst du? Aber andererseits muss man die Gesundheitsspanne beachten: Wie viele dieser Jahre verbringst du in einem gesunden Zustand?

In Umfragen unterscheiden sich die Antworten auf die Frage, wie lange Menschen leben möchten, oft stark. Aber wenn man danach fragt, wie viel von den Lebensjahren man gesund verbringen möchte, antworten wahrscheinlich fast alle, dass „bis zum letzten Tag“ der Idealfall wäre. Das ist das größere Thema, und in diese Richtung bewegt sich auch die Langlebigkeits-Branche.

Wie ist Langlebigkeit von Biohacking abzugrenzen? Und wo überschneiden sich die Konzepte?

Biohacking ist ursprünglich von Dave Asprey begründet worden – aus dem Startup-Alltag im Silicon Valley heraus. Beim Biohacking schaut man hauptsächlich, dass man sich optimiert, sowohl körperlich als auch geistig. Das kann auch den Nebeneffekt haben, dass es die Gesundheits- oder die Lebensspanne erhöht. Aber primär geht es darum, die eigene Performance zu erhöhen. Biohacker wenden auch öfter Dinge an, die nicht überprüft sind und die vielleicht auch Nebenwirkungen haben können.

Langlebigkeit grenzt sich insofern davon ab, dass man dabei Dinge macht, die einem guttun und die dazu führen, dass man ein gutes und im Idealfall langes Leben hat. Dabei wägt man aber die Risiken und die Potenziale, die mit bestimmten Interventionen verbunden sind, sehr stark ab. Man ist weniger experimentell unterwegs.

Wie intensiv sollte man sich mit dem Thema Langlebigkeit beschäftigen?

Wenn man noch sehr jung ist, ist es gut, wenn man das Thema irgendwo im Kopf hat und sich bei den Dingen, die man so macht, fragt, ob das dabei hilft, ein gutes und gesundes Leben zu haben – oder ob es schadet. Und dann muss man eben die richtigen Entscheidungen treffen.

Wenn man erste Alterserscheinungen merkt, vielleicht so ab 50 Jahren, dann sollte man genauer hinschauen. Ich sehe das beispielsweise bei meinen Eltern: Die sind um die 60 herum, und da merkt man schon, dass man jedes Jahr massiv mehr Einsatz zeigen muss, um sein Level konstant zu halten, weil der Körper abbaut.

Das ist meiner Meinung nach der Unterschied: Man behält es entweder im Kopf, wenn man jung ist, und achtet darauf, die richtigen Entscheidungen zu treffen – oder man setzt auf Interventionen, wenn man den Abfall schon spürt.

Wenn ich mich für das Thema Langlebigkeit interessiere, wie kann ich erste Schritte setzen, wie in das Thema einsteigen?

Wichtig ist immer, dass man das Thema in unterschiedlichen Phasen betrachtet. Der Longevity-Investor Sergey Young sagt beispielsweise immer: Das Erste, was du machen kannst, ist, deinen aktuellen Lifestyle zu überprüfen – und zwar, indem du dich fragst: Was mache ich, das schädlich ist? Du rauchst nicht, trinkst nicht übermäßig? Das sind Dinge, die schon einmal extrem viel bringen. Man kann die Ernährung noch dazunehmen. Aber indem man Sachen, die schlecht für ei- nen sind, vermeidet, hat man einen ersten Schritt schon gesetzt.

Der zweite Schritt ist Diagnostik. Man sollte sich regelmäßig selbst oder von Ärzt:innen checken lassen – und lieber präventiv Dinge angehen. Dann hat man mehr Handlungsspielraum.

Der dritte Schritt ist, dass man optimierte Lebensweisen mit einbettet. Fasten kann bei- spielsweise einen positiven Einfluss auf die Gesundheitsspanne haben. Es gibt auch Dinge wie Wärme, Kälte, Atemübungen, Meditation, das Stressmanagement-Thema – das hat alles Einfluss, und das kann man angehen.

Obendrauf kann man noch bestimmte Interventionen setzen, die experimenteller sind. Dazu zählt beispielsweise unsere Technologie. Darüber hinaus geht der Trend langsam in die Richtung von „Reverse Actions“, das sind dann verjüngende Maßnahmen. Das wird noch dauern, ist aber der Weg in die Zukunft. Schritt für Schritt wird man Methoden finden, die es einem ermöglichen, zwei, drei oder fünf gesunde Jahre dazuzubekommen.

Du hast jetzt das Thema Rauchen und übermäßiges Trinken angesprochen. Wenn man es herunterbricht: Was sind die drei wichtigsten Punkte, die man aus einer Langlebigkeits- perspektive erfüllen sollte?

Der erste ist tatsächlich, nicht zu rauchen oder sich anderweitig zu vergiften. Ähnlich wichtig ist das Thema Schlaf – da geht es einerseits um die Schlafqualität, aber auch darum, dass man regelmäßigen Schlaf hat. Bemühe dich, dass du mindestens sieben bis acht Stunden Schlaf pro Nacht bekommst! Ein weiterer wichtiger Punkt ist, dass man Konstanz im Leben hat; dass man sich regelmäßig Zeit für sich nimmt, auch für die Familie.

Wenn man die sogenannten Blue Zones anschaut, also die Gegenden der Welt, in denen Menschen besonders alt werden, und untersucht, warum die Menschen dort so alt werden, kommt man auf ähnliche Themen: Was nimmt man zu sich? Also der Punkt Ernährung.

Dann beobachtet man in diesen Gegenden hohe körperliche Aktivitäten, die Leute bleiben also im hohen Alter relativ aktiv. Dazu kommen dann noch ein rhythmisches Leben und eine emotionale Verhaftung in der Gesellschaft. Auch das zeigt, dass die Kombination aus Ernährung, Bewegung und emotionalem Bezug mit einem Eingebundensein in die Gesellschaft sehr wichtig ist.

In welchem Ausmaß ist Bewegung notwendig, damit sie hinsichtlich Langlebigkeit relevant wird? Manchmal heißt es ja, dass schon ein geringes Ausmaß an Bewegung hilfreich ist – und Leistungssport möglicherweise dann schon schädlich sei …

Wenn man es jetzt ganz pauschal beantworten möchte, würde ich sagen: Jede Bewegung hilft. Man kann auch relativ viel machen, ohne dass es dem Körper Schaden zufügt. Wenn es in Leistungssport übergeht, kann es tatsächlich sein, dass es möglicher- weise auch hinderlich ist: Wenn du drei Stunden am Tag sehr intensives Training betreibst, kann es für den Körper fordernd sein und zu übermäßigen Abnutzungserscheinungen führen. Aber die große Mehrheit der Menschheit bewegt sich meistens zu wenig.

Ein interessantes Konzept ist auch jenes des „Centenarian Decathlon“, sinngemäß also des „Zehnkampfs für 100-Jährige“. Das hat der Longevity-Arzt und Autor Peter Attia geprägt; es hilft, zu wissen, wie viel man sich bewegen soll. Hinter dem Konzept steht folgende Frage: Stell dir vor, du bist 100 Jahre alt – was möchtest du in diesem Alter noch machen können? Daraus leitest du dann die derzeit notwendigen Maßnahmen ab.

Da muss es auch nicht unbedingt um einen Triathlon mit 100 gehen – aber vielleicht möchtest du mit 80 deine Enkel noch hochheben können. Und dann kannst du eben herleiten, wie viel Kilo du heute stemmen musst, damit du mit 80 deine Enkel, die 30 Kilogramm schwer sind, heben kannst – wenn man von einem konstanten Abbau des Körpers ausgeht.

Wie sehr spielt das Thema Mental Health in Longevity hinein?

Es spielt extrem hinein. Das geht oft unter, weil beim Thema Gesundheit der körperliche Aspekt am stärksten verankert ist. Aber im Langlebigkeitsaspekt kommt ja noch dazu, dass auch mit 80 oder 120 niemand allein sein möchte. Wenn man gute Beziehungen und Partnerschaften zu anderen Menschen hat, ist das förderlich – einerseits für die mentale Gesundheit, aber andererseits wirkt es sich auch körperlich aus.

Wie lässt sich das stressige Startup-Leben mit dem Langlebigkeitsgedanken verbinden?

Ich muss ganz ehrlich sagen, dass es tatsächlich so ist, dass man als Startup-Gründer Prioritäten setzt, die für die Gesundheit oft nicht ideal sind. Ich sehe das bei mir selbst. Ich tracke meine körperlichen Parameter wie Schlaf oder Herzraten-Variabilität genau mit, und ich schaue dabei immer, wie balanciert ich grundsätzlich bin. Ich weiß, dass ich in stressigen Phasen wahrscheinlich kein gutes, ideal gesundes Leben schaffen kann. Aber wenn es zu stark kippt, dann versuche ich, Interventionen zu setzen. Im Idealfall bringt man diese Dinge in Einklang.

Wenn ich mich mit Biohacking beschäftigen oder auch experimentieren will – wie kann ich starten?

Auch hier gibt es drei Aspekte. Der erste ist mental: Alleine, was Atemübungen oder Meditation bringt, ist ziemlich krass. Wenn man sich ein paar Minuten vor der Arbeit Zeit nimmt und sich
vorbereitet, etwa indem man durchgeht, was heute die Prioritäten sind, hilft das schon sehr.

Das zweite Thema ist Sport. Regelmäßig Sport zu machen ist superwichtig – da reichen auch schon 20 Minuten, in denen man sich auspowert.

Der dritte Punkt sind erste Interventionen, die im Idealfall automatisch gehen. Bei mir sind das beispielsweise Supplements wie Vitamin D. Ich merke etwa im Winter schnell, wenn ich unterversorgt bin, dass es meine Performance runterzieht. Sobald man mehr in der Sonne ist oder eben Vitamin D supplementiert, merkt man, dass man stärker da ist. Außerdem ist auch Licht etwas sehr Wichtiges, speziell in der Früh. Dann kann man sich immer fragen: Habe ich eine gute Abendroutine? Eine gute Schlafhygiene? Und man kann auch auf Technologie setzen, etwa über Photobiomodulation, wie wir es anbieten.

(Text wird unter dem Bild fortgesetzt)

Luminous Labs entwickelt Rotlichttherapie-Geräte, mit denen positive Effekte auf Langlebigkeit und Wohlbefinden erzielt werden sollen | Foto: Luminous Labs

Du hast jetzt das Thema Supplements, also Nahrungsergänzungsmittel, angesprochen. Was ist hier aus deiner Sicht sinnvoll, was unnötig, was möglicherweise sogar schädlich?

Auch hier stellt sich wieder die Frage, wie riskant man unterwegs sein möchte. Ich finde es grundsätzlich immer gut, wenn man ärztliche Begleitung hat. Zudem hilft es auch, wenn man seine Werte trackt, sei es mit Fitnesstrackern oder mit einem täglichen Journal. Dann kann man nachvollziehen, was mit Körper und Geist passiert: Was wird besser, was schlechter? Wasserlösliche Vitamine sind meist harmloser, da überschüssige Vitaminaufnahmen über die Niere und den Harn wieder ausgeschieden werden. Bei fettlöslichen Vitaminen besteht die Gefahr einer Überdosierung, die dann auch schädlich sein kann.

Es gibt ja auch Devices, mit denen man messen kann, wie sich der Blutzuckerspiegel verändert, wenn man bestimmte Dinge isst oder trinkt. Hältst du so etwas für sinn- voll?

Ich finde das hochgradig spannend und nutze das selbst auch. Man bekommt dadurch einen besseren Eindruck: Ist es mir jetzt das Plundergebäck wert, dass ich nach der Mittagspause einen Riesen-Down habe, oder nicht?

Man kann dann auch gut experimentieren: Wie wirkt sich beispielsweise eine Woche Intermittent Fasting aus? Was passiert in meinem Körper und welche mittelfristigen Auswirkungen hat es?

Wie siehst du die Entwicklungen rund um das Thema Longevity in den vergangenen Jahren?

Grundsätzlich hat es sich in den vergangenen Jahren überhaupt erst entwickelt. Bis vor rund drei Jahren hat es das Thema eigentlich so noch nicht gegeben – weder im Markt noch bei den Investoren. Biohacking kommt jetzt auch immer stärker in der breiten Masse an und die Leute sind offener dafür. Teilweise wird der Begriff Longevity auch schon aus Marketing-Gründen verwendet. Mittlerweile gibt es jetzt auch Ärzte, die den Begriff verwenden und sich darauf spezialisieren. Aber dennoch steckt das Thema noch in den Kinderschuhen und es zeigt sich jetzt erst, wie stark und schnell es sich vor allem auch in den Augen von Investoren entwickelt.

Es gibt auch Staaten, die das Thema Gesundheit bisher noch nicht so aufgearbeitet hatten und die sich jetzt in dieser Hinsicht einen Schritt weiter nach vorne trauen, verglichen etwa mit Europa. Ich war Ende des vergangenen Jahres beispielsweise in Saudi-Arabien eingeladen – ich konnte dort auch mit dem Gesundheitsminister reden; dort werden Regulatory Sandboxes für das Thema Longevity oder auch andere Medizininterventionen aufgebaut. Sie ermöglichen Experimente – natürlich im sicheren Rahmen, aber eben viel schneller als in anderen Ländern. In einem solchen Umfeld passiert dann wahrscheinlich in einem Jahr so viel wie in Österreich in zehn Jahren.

Manche im Longevity-Bereich haben das Ziel, den Alterungsprozess völlig zu stoppen – oder sogar umzukehren. Ist das realistisch oder fällt das eher in den Bereich Science-Fiction?

Es wird in den nächsten Jahren nicht die eine Pille geben, die das Altern stoppt und mit der man dann einfach nur genug Geld ausgeben muss, um jung zu bleiben. Was es meiner Meinung nach aber schon geben wird, sind Interventionen, die die Gesundheitsspanne verlängern. Vielleicht wird man manche Krankheiten, die jetzt die größten Killer sind, ausschalten können – und man kann den körperlichen und geistigen Verfall verlangsamen.

Es gibt auch den Begriff „Longevity escape velocity“ – er bezeichnet eine Situation, in der Interventionen das Leben oder auch die Gesundheitsspanne schneller verlängern, als du alterst. Du würdest also beispielsweise biologisch um ein Jahr älter, aber man kann die Lebensspanne durch eine Intervention um zwei Jahre verlängern. In diese Richtung könnte es in Zukunft gehen: dass man es schafft, vielleicht zwei, drei Jahre dazuzubekommen für beispielsweise ein Jahr, das man „verlebt“.

Eine der wahrscheinlich größten Herausforderungen für die Menschheit wären die Fragen, die sich daraus ergeben: Ist das überhaupt ethisch vertretbar? Was darf das kosten? Für wen ist das zugänglich? Was bedeutet eine mögliche Verlängerung des Lebens für Menschen in unterschiedlichen Lebensphasen? Für Menschen, die zum Beispiel 30 oder 40 Jahre alt sind, ist das toll. Aber was ist mit 90-Jährigen? Reicht es hier, dass man sagt, man er- hält den aktuellen Zustand, oder müsste man den nicht sogar umkehren, damit man ein wirklich gutes Leben erreicht? Diese Fragen zu beantworten, wird eine sehr große Herausforderung werden.

Sichere dir das brutkasten-Magazin in digitaler Form!

Trag dich hier ein und du bekommst das aktuelle brutkasten-Magazin als PDF zugeschickt und kannst sofort alle Artikel lesen!

Du erhältst mit der Anmeldung künftig auch Zugang für unseren Startup-Newsletter, den wir drei Mal pro Woche verschicken. Du kannst dich jederzeit unkompliziert wieder abmelden.

Aus dem Archiv: Luminous Labs und Zeitgeber im Talk über das Zukunftsthema Longevity (April 2023)

Deine ungelesenen Artikel:
16.10.2026

Das Voting zum „Innovator of the Year“ 2026 – Kategorie Scaleups

Mit dem Innovator of the Year kürt brutkasten jedes Jahr gemeinsam mit seiner Community die innovativsten Köpfe Österreichs. In der Kategorie „Scaleups“ kannst du jetzt bis 1. November 2026 für deine:n Favorit:in abstimmen. Der Award wird am 5. November im Rahmen des brutkasten-Jahresevents Momentum vergeben.
/artikel/das-voting-zum-innovator-of-the-year-2026-kategorie-scaleups
16.10.2026

Das Voting zum „Innovator of the Year“ 2026 – Kategorie Scaleups

Mit dem Innovator of the Year kürt brutkasten jedes Jahr gemeinsam mit seiner Community die innovativsten Köpfe Österreichs. In der Kategorie „Scaleups“ kannst du jetzt bis 1. November 2026 für deine:n Favorit:in abstimmen. Der Award wird am 5. November im Rahmen des brutkasten-Jahresevents Momentum vergeben.
/artikel/das-voting-zum-innovator-of-the-year-2026-kategorie-scaleups
Die diesjährigen Nominierten des "Innovator of the Year" in der Kategorie Scaleups. | © brutkasten

Erfolgreiche Skalierung ist das Ziel jedes Startups. Bekanntlich schaffen das bei weitem nicht alle, doch auch hierzulande wird die Gruppe jener, denen der Sprung zum starken Wachstum gelungen ist, immer größer – und das auch unter bekanntlich teils widrigen Bedingungen.

Auch dieses Jahr schafften wieder einige heimische Unternehmen den Schritt vom Startup zum Scaleup und legten beeindruckende Wachstumsstorys vor. Und einige bereits etablierte Scaleups zeigten eindrücklich, dass ihre Wachstumsambition ungebrochen ist.

Zehn davon holen wir als Nominierte für den Innovator of the Year in der Kategorie Scaleups vor den Vorhang. Der Preis wird heuer zum 6. Mal vergeben. Am 5. November findet die feierliche Award Ceremony im Rahmen des brutkasten-Jahresevents Momentum im Wiener Palais Berg statt. Neben der Kategorie Scaleups wird der Award dieses Jahr in den Kategorien Startups und Corporate Innovation vergeben. Als Preis in allen drei Kategorien winkt jeweils ein brutkasten-Medienpaket im Wert von 4.100 Euro.


Die „Innovator of the Year“-Kategorie Scaleups wird durch Polestar unterstützt.


Publikumsvoting zum Innovator of the Year | Kategorie „Scaleups“

Nun ist, wie jedes Jahr, deine Stimme gefragt. Bis zum 1. November (23:59 Uhr) kannst du für deine:n Favorit:in abstimmen! Jede:r User:in hat pro Tag und Kategorie genau eine Stimme – es lohnt sich also, die eigene Community zu aktivieren.

(Hinweis: Bei mehrfacher Stimmabgabe pro Tag erfolgt zwar keine gesonderte Fehlermeldung im Voting-Tool, Mehrfachvotes werden vom System jedoch automatisiert erkannt und ausgefiltert).

Jetzt voten!

Poll Maker

Emerald Horizon

Das Emerald-Horizon-Management (vl.) Mario J. Müller (Vice President R&D), Philipp Pölzl (Vice President Operations) und Florian Wagner (CEO) | © Wolf
Das Emerald-Horizon-Management (v.l.) Mario J. Müller (Vice President R&D), Philipp Pölzl (Vice President Operations) und Florian Wagner (CEO) | © Wolf

Auffallen ist gewiss eine der Stärken des Grazer Scaleups Emerald Horizon – sei es mit ausgerechnet diesem Produkt, Small Modular Reactors, im traditionell extrem atomkraftkritischen Österreich, mit Personalentscheidungen wie Ex-FPÖ-Chef Norbert Hofer oder mit dem dieses Jahr erfolgten ungewöhnlich frühen Börsengang. An der Wiener Börse wird das Unternehmen jedenfalls mittlerweile seit Monaten jenseits der Milliarden-Euro-Grenze bewertet und kann damit – je nach Definition – als Österreichs jüngstes Unicorn gesehen werden. Für die Entwicklung des Unternehmens gewiss noch entscheidender: Im August verkündete man, gemeinsam mit dem niederländischen Partner VDL Groep in die nächste Entwicklungsstufe des Small Modular Reactors zu gehen.

Enpulsion

Enpulsion-Gründer und -CEO Alexander Reissner | (c) Enpulsion
Enpulsion-Gründer und -CEO Alexander Reissner | (c) Enpulsion

Das niederösterreichische SpaceTech-Scaleup Enpulsion rund um Gründer Alexander Reissner liefert Antriebssysteme für Nano- und Mikrosatelliten. Zu Jahresbeginn sicherte sich das Unternehmen eine 22,5 Millionen Euro schwere Series-B-Finanzierung, um die Produktionskapazitäten am Standort Wiener Neustadt deutlich zu erhöhen. Im August 2026 verkündete Enpulsion zudem die geplante strategische Übernahme der britischen Lift Me Off Ltd, um das eigene Produkt-Portfolio um chemische Antriebe für besonders agiles Manövrieren im Weltraum zu erweitern. Zusätzlich steht für diesen Herbst ein zentraler Meilenstein an: ein Orbit-Test der neuartigen Antriebstechnik an Bord des heimischen Satelliten AT-Astra.

fiskaly

fiskaly - das Gründerteam Simon Tragatschnig (COO), Johannes Ferner (CEO) und Patrick Gaubatz (CTO) | (c) fiskaly
fiskaly – das Gründerteam Simon Tragatschnig (COO), Johannes Ferner (CEO) und Patrick Gaubatz (CTO) | (c) fiskaly

Das 2019 gegründete Wiener Unternehmen fiskaly von Johannes Ferner, Simon Tragatschnig und Patrick Gaubatz macht Kassentransaktionen cloudbasiert und gesetzeskonform. Die Zahlen sprechen für sich: 60 Prozent Wachstum im vergangenen Geschäftsjahr, profitabel, mehr als 150 Mitarbeitende, rund 1.900 B2B-Kund:innen mit über einer Million POS-Systemen in acht EU-Ländern und Marktführerschaft in Deutschland. Im September folgte der nächste Schritt vom Scaleup zum Infrastrukturanbieter: Mit David Feichter holte fiskaly den Ex-CEO von orderbird als Co-CEO an Bord, ausgerechnet jenen Mann, der 2019 als allererster Kunde den Deal mit Ferner verhandelt hatte. Feichter verantwortet den operativen Betrieb, Ferner konzentriert sich auf Partnerschaften und weitere Akquisitionen in Europa.

Flinn AI

Das Founder-Team von Flinn | © Flinn
Das Founder-Team von Flinn | © Flinn

Das 2023 gegründete Scaleup von Gründer Markus Müller entwickelt eine KI-gestützte Software, die regulatorische und qualitative Prozesse für MedTech- und Pharmaunternehmen automatisiert. Im Februar 2026 sorgte das Unternehmen mit einem Series-A-Investment von 20 Millionen Dollar für Aufsehen. Mit dem frischen Kapital treibt das Scaleup in diesem Jahr die gezielte Expansion auf dem US-Markt voran, um sich weltweit als Standard für regulatorische KI-Prüfungen im Gesundheitsbereich zu etablieren. Zudem plant man eine erste eigene Kund:innenkonferenz, die über 200 internationale MedTech-Entscheider:innen nach Wien bringen soll.

fonio.ai

fonio.ai-Co-Founder Daniel Keinrath (CEO, l.) und Matthias Gruber (CTO) | (c) fonio.ai

Wenn bei einem KMU niemand ans Telefon geht, übernimmt fonio.ai: Die KI-Agenten des erst 2024 gegründeten Wiener Startups von Daniel Keinrath und Matthias Gruber führen inzwischen rund zwei Millionen Anrufe pro Monat für über 7.000 Kund:innen. Im Juni schloss man eine Seed-Runde über 14,6 Millionen Euro ab, angeführt vom Londoner Fonds 20VC bei einer Bewertung von 120 Millionen Euro, ohne offiziellen Fundraise und ohne Pitch Deck. Im August knackte fonio.ai die Marke von zehn Millionen Dollar ARR – später folgte im Oktober die Marke von 15 Millionen Dollar. Mehr als die Hälfte des Umsatzes kommt laut Keinrath inzwischen von außerhalb der DACH-Region, im September eröffnete das Startup unter anderem sein Büro in Barcelona als Hub für Südeuropa.

Helferline

v.l.: Die Helferline-Gründer Clemens Schmidgruber und Alexander Niederhofer mit CTO Janko Glavić | (c) Helferline

Es ist eine Geschichte, wie sie nur die Startup-Welt schreiben kann: Vor mehr als zehn Jahren gegründet, konnte Helferline über lange Zeit zwar eine ganze Zahl namhafter Referenzen vorweisen, der wirtschaftliche Durchbruch blieb aber aus. Das änderte sich im Laufe der vergangenen Monate drastisch: Vor etwas mehr als einem Jahr stieg Hansi Hansmann als Investor ein. Seitdem holte man Großaufträge vom deutschen Telekom-Riesen O2, von Asus, von Starlink und weiteren. Aktuell befindet sich das Wiener Scaleup auf einem steilen Wachstumskurs und macht nach eigenen Angaben monatliche sechsstellige Gewinne.

Neoh

v.l.n.r.:  Die Neoh-Gründer Adel Hafizovic, Manuel Zeller und Patrick Kolomaznik | (c) Neoh
v.l.n.r.: Die Neoh-Gründer Adel Hafizovic, Manuel Zeller und Patrick Kolomaznik | (c) Neoh

Das Wiener Scaleup von Manuel Zeller konnte mit Süßigkeiten, die auf dem selbst entwickelten, kalorienarmen Zuckerersatzstoff Zero+ basieren, mittlerweile eine große Fangemeinde aufbauen, die auch über die Grenzen Österreichs hinausgeht. Auch machte, Stand April 2026, das B2B-Geschäft bereits rund 15 Prozent des Gesamtumsatzes aus, mit steigender Tendenz, wie Zeller erklärte. Dies und auch die Entwicklung einer gelungenen Bueno-Alternative sorgten dafür, dass eine Investmentgesellschaft aus Luxemburg namens Teseo Capital ins Scaleup einstieg. Dahinter steht die italienische Familie Ferrero, die mit Marken wie Nutella, Kinder und Ferrero Rocher den Süßigkeitenmarkt dominiert.

ParityQC

Die beiden CEOs von ParityQC: Wolfgang Lechner und Magdalena Hauser. | © Günther Egger

Das Innsbrucker Quantenunternehmen ParityQC von Wolfgang Lechner und Magdalena Hauser hat allein im heurigen Jahr einen 35-Mio.-Deal für den Bau eines mobilen Quantencomputers für das deutsche Verteidigungsministerium ergattert und im Rahmen der „EUREKA-Ausschreibung Deutschland-Israel“ eine Kooperation mit dem israelischen Quantensoftware-Spezialisten Classiq gestartet. Zudem lieferte es im April einen deutlichen Beleg dafür, dass europäisches Quantencomputing den Sprung aus dem Labor in die Industrie geschafft hat. Gemeinsam mit IBM stellte man einen neuen Weltrekord bei der Quanten-Fourier-Transformation (QFT) auf. Konkret wurde dabei die bislang größte jemals gemessene QFT auf einem IBM-Quantum-Heron-Prozessor realisiert, mit 52 supraleitenden Qubits statt der bisherigen 27 Ionenfallen-Qubits.

Reploid

Jonas Finck und Philip Pauer, Vorstände der Reploid Group AG | (c) Reploid / Stefan Beiganz
Jonas Finck und Philip Pauer, Vorstände der Reploid Group AG | (c) Reploid / Stefan Beiganz

Kein anderes heimisches Scaleup schaffte es dieses Jahr, in einer derartigen Regelmäßigkeit für Schlagzeilen zu sorgen. Das seit 2025 an der Wiener Börse gelistete Welser Insektenzucht-Unternehmen baute seine Führungsebene aus, eröffnete neue Expansionsmärkte, präsentierte neue Kund:innen, verkündete eine Übernahme und holte sich einen achtstelligen Wachstumskredit. Wiewohl die Geschäftszahlen bei genauerer Betrachtung etwas komplexer sind, als vom Scaleup dargestellt, steht fest: Reploid ist weiter voll auf Wachstumskurs. 

waterdrop

Die waterdrop-Gründer v.l.n.r: Christoph Hermann, Martin Murray, Henry Murray | (c) waterdrop
Die waterdrop-Gründer v.l.n.r: Christoph Hermann, Martin Murray, Henry Murray | (c) waterdrop

Das Wiener Scaleup waterdrop von Henry Murray, Martin Murray und Christoph Hermann holte sich im Mai ein 100-Millionen-Euro-Investment. Zu den Investor:innen dieser Runde zählten Aspeya, Atlantic Grupa und der alpine Ski-Weltcup-Champion Aleksander Aamodt Kilde. Schon im Jänner dieses Jahres verkündete das Scaleup seine Profitabilität. Zudem übernahm Jristian Cruz Limsico die Rolle des Global Creative Director, der seit 2017 die visuelle Identität des Modehauses Karl Lagerfeld prägte. Er verantwortet nun die weltweite Markenidentität des Unternehmens.

Toll dass du so interessiert bist!
Hinterlasse uns bitte ein Feedback über den Button am linken Bildschirmrand.
Und klicke hier um die ganze Welt von der brutkasten zu entdecken.

brutkasten Newsletter

Aktuelle Nachrichten zu Startups, den neuesten Innovationen und politischen Entscheidungen zur Digitalisierung direkt in dein Postfach. Wähle aus unserer breiten Palette an Newslettern den passenden für dich.

Montag, Mittwoch und Freitag

AI Summaries

Longevity und Biohacking: Was Gründer:innen wissen müssen

AI Kontextualisierung

Welche gesellschaftspolitischen Auswirkungen hat der Inhalt dieses Artikels?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

Longevity und Biohacking: Was Gründer:innen wissen müssen

AI Kontextualisierung

Welche wirtschaftlichen Auswirkungen hat der Inhalt dieses Artikels?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

Longevity und Biohacking: Was Gründer:innen wissen müssen

AI Kontextualisierung

Welche Relevanz hat der Inhalt dieses Artikels für mich als Innovationsmanager:in?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

Longevity und Biohacking: Was Gründer:innen wissen müssen

AI Kontextualisierung

Welche Relevanz hat der Inhalt dieses Artikels für mich als Investor:in?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

Longevity und Biohacking: Was Gründer:innen wissen müssen

AI Kontextualisierung

Welche Relevanz hat der Inhalt dieses Artikels für mich als Politiker:in?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

Longevity und Biohacking: Was Gründer:innen wissen müssen

AI Kontextualisierung

Was könnte das Bigger Picture von den Inhalten dieses Artikels sein?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

Longevity und Biohacking: Was Gründer:innen wissen müssen

AI Kontextualisierung

Wer sind die relevantesten Personen in diesem Artikel?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

Longevity und Biohacking: Was Gründer:innen wissen müssen

AI Kontextualisierung

Wer sind die relevantesten Organisationen in diesem Artikel?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

Longevity und Biohacking: Was Gründer:innen wissen müssen