30.05.2018

logismart: Mit Sharing Areas gegen „gelbe Zettel“

Startup-Portrait. Von Jahr zu Jahr nimmt die Anzahl der Paketsendungen stark zu - nämlich um ca. zehn Prozent. Ein Ende dieses Trends ist bislang nicht in Sicht. Mit ihrem Startup logismart mit Sitz in Kronstorf (OÖ) wollen Verena und Jürgen Steinbichler sowie Thomas Brandter Vieles im Bereich Paketversand komfortabler machen. Doch das ist nicht ihr einziges Ziel.
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(c) logismart. Die Gründer (v.l.n.r.) Jürgen Steinbichler, Verena Steinbichler und Thomas Brandtner auf der Messe Wels.

Es gibt ein rotes Tuch für Verena und Jürgen Steinbichler. Es sind die gelben Zettel im Briefkasten, die der Paketlieferdienst hinterlässt, wenn er das Paket nicht zustellen konnte. Das Paar bestellte oft online, und die Vorfälle mit den gelben Zetteln häuften sich. Das sei ärgerlich, denn „zwischen Jobs, Familie und Freizeit haben fast alle Leute heutzutage keine Zeit, zu gezwungenen Öffnungszeiten Kilometer entfernt ein Paket abzuholen“, erzählt das Ehepaar. Ihre Lösung für dieses Problem: logismart.

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Expertise auf vielen Gebieten

Ihre Idee war es, mit logismart den unliebsamen gelben Zetteln den Kampf anzusagen. Sie entwickelten gemeinsam ein System, das denkbar einfach funktioniert. Eine mobile App generiert und verschickt PINs an Zugriffsberechtigte, mit der sich eine verschlossene Ablagebox öffnen lässt. Entweder dauerhaft für Paketzusteller oder einmalig für andere Übergaben. Das Ehepaar bringt hierfür jahrelange Erfahrung im Software-Projektmanagement mit, sowie Expertise in Marketing und Vertrieb. Einen Freund, Thomas Brandtner, haben sie mit ins Boot geholt, um ihre Ideen mit Hard- und Software umsetzen zu können.

Österreich als guter Standort für logismart

Seinen Sitz hat das Startup in der oberösterreichischen 3000-Einwohner-Gemeinde Kronstorf. Es gab gute Argumente für das Paar, in Österreich zu gründen: „Die Hürden zur Unternehmensgründung sind heutzutage Gott sei Dank schon sehr gering. Es gibt online sehr viele Plattformen und Informationen und ebenso viele Veranstaltungen“, so Verena Steinbichler. Außerdem stellten sie fest, dass im Bereich der intelligenten Sharing Areas Österreich bislang noch nicht gut aufgestellt ist. Österreich sei deshalb ein guter Einstiegsmarkt für die Produkte und Dienste des jungen Startups.

Vielseitige Verwendungsmöglichkeiten

Haupteinnahmequelle ist derzeit der Verkauf der hauseigenen Hard- und Software. Es gibt verschiedene Lösungen für verschiedene Bedürfnisse. Zum Beispiel eine Aluminium-Paketbox in verschiedenen Größen mit der eigens kreierten Softwarelösung, oder das „Tech-Set“, das eine eigene Box mittels Keypad, elektronischem Schloss und App zu einer „intelligenten Box“ macht. Die Verwendungsmöglichkeiten seien vielseitig, sagt das Gründer-Paar. Mit einer logismart-Box vor der Wohnung sind Zusteller und Kunde bei Lieferung bzw. Rücksendung von Paketen unabhängig voneinander. Im Stiegenhaus könnten Nachbarn Werkzeug o.ä. miteinander „sharen“. Kaufhäuser könnten ihre Öffnungszeiten erweitern, indem sie Waren für Kunden hinterlegen. Privatpersonen könnten Dokumente oder Schlüssel übergeben, ohne sich zur selben Zeit am selben Ort treffen zu müssen.

„Entwickle Produkte und Leistungen die wirklich genutzt werden!“

logismart will in der kommenden Zeit mit B2B-Projekten weiter Fuß fassen, um langfristig der führende Anbieter von Sharing-Areas im DACH-Raum zu werden. Hürden gibt es derzeit bei den Ressourcen. Bislang gibt es noch keine Investments, sodass Geld an manchen Stellen fehlt. Da das Trio logismart „nebenbei“ hochzieht, seien sie oft auch an zeitliche Grenzen gestoßen. Doch sie haben Vertrauen in ihre Idee und wollen sie weiter bekannt machen. Hierzu nutzten sie intensiv Printmedien, Fachmessen und Social Media. Sie haben erkannt, was das wichtigste für ihr Startup ist: „Bringe logismart als Firma (und Produkt) in die Köpfe der Leute und vor allem, entwickle Produkte und Leistungen die wirklich genutzt werden!“

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Die Pimcore-Geschäftsführer Dietmar Rietsch und Matthias Blauth (v.l.) © Pimcore

Der britische Private-Equity-Investor Tenzing steigt bei Pimcore ein: Wie Tenzing in einer Mitteilung bekannt gab, übernimmt das Unternehmen die Mehrheitsanteile, die bisher der Münchner Wachstumsfonds Nordwind Growth hielt. Laut Firmenbuchdaten hält der zu Nordwind gehörende NC Growth Fund I GmbH & Co. KG aktuell 73,25 Prozent an der Pimcore GmbH. Die Transaktion steht laut beiden Unternehmen noch unter Vorbehalt der Kartellbehörden.

Salzburger Unternehmen für Datenverwaltung

Pimcore wurde 2009 in Salzburg gegründet und bietet eine Plattform für die Verwaltung von Produkt-, Kunden- und Asset-Daten. Laut Tenzing laufen mehr als 120.000 Installationen und über 400 Unternehmenskund:innen auf der Software. Der Deal ist der nächste Schritt in der Finanzierungsgeschichte, über die brutkasten mehrfach berichtet hat.

2018 investierte die Münchner Auctus Capital 3,5 Mio. US-Dollar in das Open-Source-Tool. 2022 sicherte sich Pimcore eine Series-B-Runde über zwölf Mio. US-Dollar, die Nordwind Growth anführte und sich damit die seither bestehende Mehrheitsbeteiligung sicherte, mit dem Ziel, die globale Expansion des Salzburger Unternehmens voranzutreiben. Rund zehn Monate später folgte die Eröffnung eines deutschen Standorts in Langenfeld sowie die Erweiterung des Management-Teams durch Matthias Blauth.

Zweites DACH Investment für Tenzing

Tenzing begründet den Einstieg mit dem wachsenden Bedarf an kontrollierten Unternehmensdaten für KI-Anwendungen. Milan Kellner, Investment Lead bei Tenzing, wird in der Mitteilung zitiert: Pimcore habe „etwas Seltenes geschaffen – eine einzige Plattform, die Unternehmen eine verlässliche Version ihrer Produkt-, Kunden- und Asset-Daten liefert, während die meisten Mitbewerber nur einen Teilbereich abdecken.“

Finanziert wird die Übernahme aus Tenzings 900 Millionen Pfund schwerem Fund III, aus dem der Investor seit 2023 investiert. Pimcore ist Tenzings zweite Investition im DACH-Raum nach dem IT-Dienstleister Mahr EDV.

Persönliches Schreiben der Pimcore-Geschäftsführer

In einem Blogbeitrag ordnen die Co-CEOs Dietmar Rietsch und Matthias Blauth die Übernahme ein: Unverändert blieben der offene Plattform-Kern („Open-Core“), das freie Deployment (Cloud, On-Premise, PaaS), die Führung durch die beiden Co-CEOs sowie die Produkt-Roadmap rund um die „Data Spine“-Strategie und die KI-native Weiterentwicklung.

Mehr Ressourcen für internationales Wachstum

Was sich laut den Geschäftsführern ändert, sind vor allem die Ressourcen für internationales Wachstum: Tenzing bringe mit rund 1,7 Milliarden Pfund verwaltetem Vermögen, 20 Portfoliounternehmen und Standorten in London, Stockholm und München zusätzliche Reichweite, um die Skalierung, auch über Zukäufe, voranzutreiben. Zudem kündigt man mehr Investitionen in Partner-Enablement, Zertifizierungen und gemeinsame Vermarktung mit dem bestehenden Ökosystem an.

Den bisherigen Investor Nordwind Growth würdigen Rietsch und Blauth für den Umbau vom Open-Source-Projekt zum Enterprise-Softwareunternehmen: In den knapp vier Jahren seit dem Einstieg sei der jährlich wiederkehrende Umsatz um mehr als das Fünffache gewachsen, das Unternehmen operativ profitabel geworden und ein Standort in Nordamerika aufgebaut worden.

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