10.03.2026
AGRIFOOD

Livin Farms startet vollautomatisierte Insektenmast-Anlage in Deutschland

Das Wiener Startup Livin Farms hat in Bayern eine vollautomatisierte Anlage zur Produktion von Larven der schwarzen Soldatenfliege in Deutschland gestartet. Die Anlage soll jährlich rund 1.000 Tonnen Lebendlarven produzieren.
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Livin Farms-Gründerin Katharina Unger | (c) Paris Tsitsos / Livin Farms
Livin Farms-Gründerin Katharina Unger | Foto: Paris Tsitsos / Livin Farms

Gemeinsam mit einem bayerischen Landwirt (Manfred Aue, Spitzöd) hat Livin Farms eine vollautomatische Produktion für Larven der Schwarzen Soldatenfliege im Nachbarland gestartet. Die Anlage produziert nun direkt vor Ort auf dem landwirtschaftlichen Betrieb der Familie Aue Lebendlarven und frischen Dünger.

Livin Farms: 1.000 Tonnen Larven

Aktuell ist sie auf eine Menge von 1.000 Tonnen Lebendlarven pro Jahr ausgelegt, geplant ist eine Steigerung auf bis zu 3.000 Tonnen. Das System sei zudem so aufgebaut, dass in Zukunft Nebenprodukte aus der Lebensmittel- und Futtermittelherstellung genutzt werden können. Das schließe regionale Kreisläufe und spare Kosten.

„Wir zeigen mit dieser Anlage, dass ein vollautomatisches Hightech-System mitten im Stall funktionieren kann“, sagt Katharina Unger, Geschäftsführerin von Livin Farms. „Es geht uns darum, Technik zu liefern, die in den landwirtschaftlichen Alltag passt und einen echten Mehrwert für unsere Landwirte bietet.“ Die Umsetzung der Livin-Farms-Anlage am Spitzöderhof erfolgte mit der Partnerfirma Agritech Solutions, die sich im Projekt unter anderem um die Genehmigung und Infrastruktur kümmerte.

Die Anlage in Bayern gilt als Teil der europäischen Netzwerkstrategie von Livin Farms: Nach Unternehmensangaben werden an Standorten in ganz Europa bereits rund 100.000 Tonnen Nebenprodukte aus der Lebensmittel- und Futtermittelindustrie pro Jahr verarbeitet – darunter etwa Reststoffe aus der Fruchtsaft- oder Stärkeproduktion. Die daraus entstehenden Insektenproteine würden somit dort produziert, wo entsprechende Rohstoffe verfügbar sind. Neue Anlagen sollen dazu beitragen, zusätzliche Verwertungsmöglichkeiten für Nebenprodukte zu schaffen und landwirtschaftliche Betriebe stärker in diese Wertschöpfung einzubinden.

Ein neuer Weg

Laut Unger öffne sich hier für die Branche zudem ein völlig neuer Weg: Die Verfütterung lebender Insekten an Schweine und bald auch an Geflügel und Fische. In der Ferkelmast zeige sich bereits Erfolg: „Die Tiere wiegen nach der Mast deutlich mehr als bei herkömmlicher Fütterung. Neben dem Gewicht steigt auch die Vitalität der Tiere spürbar. Die Ringelschwänzchen bleiben ebenfalls dran; es gibt kein Schwanzbeißen mehr. Das führt zu weniger Infektionen und einer geringeren Sterblichkeit. Auch Durchfall tritt deutlich seltener auf“, heißt es in einer Aussendung.

Ein weiterer Vorteil sei, dass Larven nicht mehr getrocknet oder gepresst werden müssten, da sie lebend verfüttert werden. Das spare Energie und mache den Prozess effizienter. Livin Farms liefert hierbei eine schlüsselfertige Lösung für die Insektenproduktion.

Livin Farms mit weiteren Plänen

Das Herzstück von Livin Farms ist, neben der Automatisierung durch drei robotische Systeme, ein patentiertes System für die Lieferung von Junglarven. Diese werden so vorbereitet, dass sie zehn Tage lang haltbar sind und genau passend in die Anlage eindosiert werden können.

Für die Zukunft gibt es bereits weitere Vorhaben des Startups: Die Technologie von Livin Farms soll es bald ermöglichen, die geernteten Larven vollautomatisch direkt in die Schweinebuchten zu transportieren.

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Der neue Bauteil 4 des XISTA Science Parks © XISTA

Mit dem extra eingerichteten Shuttlebus kommt man von Wien recht gemütlich bis nach Maria Gugging, dem Teil von Klosterneuburg, in dem der Campus des Institute of Science and Technology Austria (ISTA) zu Hause ist. Wo sich sonst Wohnhäuser und landwirtschaftliche Flächen abwechseln, ist ein moderner Science-Hub gewachsen, der 2024 auch von EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen besucht wurde. Nun wurde der dazugehörige XISTA Science Park offiziell um einen neuen Bauteil erweitert.

v.l. LAbg. Bürgermeister Christoph Kaufmann, Uli Grabenwarter (Equity Investments at European Investment Fund), ISTA-Präsident Martin Hetzer, Geschäftsführerin tecnet equity Doris Agneter, Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner, Hwst. Prälat Anton W. Höslinger, (Can.Reg, Propst des Stiftes Klosterneuburg), ecoplus Geschäftsführer Helmut Miernicki, Markus Wanko, XISTA und Superintendent Michael Simmer (Evangelische Kirche A.B. in Niederösterreich) © NLK Pfeiffer

3.000 Quadratmeter Forschungsfläche

Der von der Wirtschaftsagentur ecoplus unter der Leitung von Bernadette Schabbauer „on time und in budget“ errichtete Neubau erweitert die vermietbare Fläche um rund 3.000 Quadratmeter für Biotech- und Deep-Tech-Unternehmen. Rund 22 Millionen Euro soll die Errichtung des neuen Bauteils gekostet haben, wie auf Nachfrage von Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner erwähnt wird. Damit möchte der Standort auf die steigende Nachfrage nach spezialisierten Chemie-, Zellkultur- und Mikrobiologielabors reagieren. Ein Großteil der neuen Flächen wird vorerst vom ISTA selbst beansprucht, mit dem Ziel, dort künftig bis zu vier Spinoffs unterzubringen.

„Im Kern steht die Entwicklung neuer Unternehmen aus der Forschung heraus“, erklärte Markus Wanko, Geschäftsführer von XISTA. Während das ISTA die naturwissenschaftliche Grundlagenforschung mit rund 90 Forschungsgruppen und 1.400 Mitarbeitenden abdeckt, übersetzt XISTA diese Erkenntnisse über den Science Park und den Venture-Arm XISTA Science Ventures in die Praxis.

Biotech-Startup Solgate zieht ein

Als erstes Unternehmen nutzt das Biotech-Startup Solgate die neu geschaffenen Laborflächen. Die Ausgründung des ISTA und des CeMM (Forschungszentrum für Molekulare Medizin) fokussiert sich auf die Entwicklung neuartiger Therapeutika, die gezielt auf Membran-Transportproteine wirken. Mit der Laborinfrastruktur vor Ort möchte das internationale Team unter der wissenschaftlichen Leitung von Enrico Girardi, der durch die neu bezogenen Räumlichkeiten führte, seine Pharma-Forschung direkt am Standort fortsetzen.

Laborflächen am ISTA-Gelände © ISTA

30. Investment von XISTA-Fund

Die Erweiterung fällt mit Fortschritten auf der Finanzierungsseite zusammen. Erst vor wenigen Tagen besiegelte der XISTA-Science-Venture-Fonds sein mittlerweile 30. Investment, wie Geschäftsführer Markus Wanko verrät. Genauere Details über den Deal möchte man aktuell noch nicht verraten.

Was man hingegen deutlich hervorheben möchte, ist der wirtschaftliche Hebel des Standorts. Bisher wurden laut eigenen Angaben über XISTA etwas mehr als 30 Millionen Euro in Startups investiert. „Die Unternehmen selbst haben das genutzt, um 300 Millionen Euro selbst einzuwerben. Also ich glaube, wir haben es geschafft, da ein System aufzubauen. Das funktioniert“, so Wanko über den Hebeleffekt von 1:10.

Die europäische Komponente

Unterstützt wird das Modell auch von europäischer Seite. Uli Grabenwarter vom European Investment Fund (EIF), der als Ankerinvestor bei XISTA Science Ventures Funds II fungiert, betonte: „Das Engagement des EIF spiegelt unser Vertrauen in die enge Anbindung von XISTA an führende Forschungseinrichtungen sowie in seinen langfristigen Ansatz im Deep-Tech-Bereich wider. Genau das, was Europas Innovationsökosystem braucht“.

Für das ISTA ist der Neubau ein zentraler Baustein der eigenen Translation. „Dieses Gebäude ist ein ganz essentieller Teil, dass wir eine Wirkung, die über die Forschung und die Labors hinausgeht, in die Gesellschaft hineinbringen“, hielt ISTA-Präsident Martin Hetzer fest.

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