LiveVoice: Salzburger Audio-App erhält in erster Finanzierungsrunde sechsstelliges Investment
Das Salzburger Startup LiveVoice hat eine App-Lösung entwickelt, die Smartphones zu einem flexiblen Audioübertragungs-System für On-Site- und Online-Veranstaltungen macht. Nun steigen Electric Love Festival Mitgründer Tim Moser (TM Group) und Branchenexperte Martin Kaswurm (Chaka2) als Investoren ein.
Wir kennen sie alle, die kleinen grauen Kästchen mit Kopfhörern, die man bei Veranstaltungen für Übersetzung, oder auch bei Touristenführungen bekommt. Doch wozu teure und komplizierte Hardware, wenn heute jeder sein Smartphone mit dabei hat? Das hat sich das österreichische Startup LiveVoice mit Sitz in Salzburg gedacht und eine Lösung entwickelt, die mittlerweile für zahlreiche Live Event Audioübertragung auf allen fünf Kontinenten im Einsatz ist. Der groß angelegte Launch der SaaS-Lösung erfolgte übrigens bereits 2020 – brutkasten berichtete.
Die Einsatzmöglichkeiten von LiveVoice
LiveVoice macht dazu aus Smartphones und Computern ein flexibles Audioübertragungs-System für Simultandolmetschen und mehr. Ob Vor-Ort, Online- oder Hybrid-Event ist dabei egal. So ist LiveVoice etwa auch als Tourguide-System in New York im Einsatz, als Audio Drop-In App beim Fifteen Seconds Festival in Graz oder für Audio-Deskription an der Oper von Philadelphia. Die App steht sowohl im Google Play Store und App Store von Apple zur Verfügung.
(c) LiveVoice Lukas Pilz
Branchen-Experten steigen bei LiveVoice ein
Tim Moser und Martin Kaswurm, beide selbst aus der Eventbranche und mittlerweile auch als Angel Investoren aktiv, haben laut LiveVoice das Potential erkannt und steigen nun in das Startup ein. Dabei handelt es sich um die erste Finanzierungsrunde von LiveVoice. Das Investment beläuft sich auf eine sechsstellige Summe.
Johannes Wigand, Geschäftsführer von LiveVoice dazu: „Für uns als Gründerteam war immer klar, dass wir nur strategische Investoren an Bord holen wollten. Tim und Martin sind genau das: Sie bringen nicht nur wichtige Finanzen ein, sondern auch ihr Know-how und ihr Netzwerk in der Branche.“
Gemeinsam mit den neuen Investoren an Bord soll nun das weitere Wachstum vorangetrieben werden. Tim Moser: „Wir freuen uns, dass wir nun an Bord sind und unsere Erfahrung und unser Netzwerk einbringen können. LiveVoice hat riesiges Potential und wird die Event-Welt noch ordentlich rocken.“
Online Marketing Rockstars Festival (OMR) als Großkunde
Und das Startup aus Salzburg hat bereits zahlreiche Großprojekte in der Pipeline: Demnächst wird LiveVoice etwa das Online Marketing Rockstars Festival (OMR) in Hamburg ganzheitlich in Sachen Live Audio betreuen. Zum Festival, das vom 17 Mai bis 18. Mai stattfinden wird, werden mehr als 10.000 Besucher:innen erwartet.
„Wir haben als Event-Agentur viele Kunden, die auf der Suche nach genau so einer innovativen Lösung sind – gerade in diesen Zeiten in denen viel in der Event-Branche im Umbruch ist. Und weil LiveVoice als Cloud-Lösung konzipiert ist und damit weltweit genützt werden kann, sehe ich hier noch unglaubliches Skalierungspotential“, so Martin Kaswurm über die Zusammenarbeit.
(c) OMR
Zu erleben ist LiveVoice übrigens demnächst auch live in Salzburg auf der Salz21, wo sich das Unternehmen im Rahmen der Startup Salzburg FACTORY präsentieren wird. Zudem war das aufstrebende Startup auch Teil der Startup Salzburg Investors Lounge, die Anfang April über die Bühne ging. Mehr darüber könnt ihr auch hier nachlesen.
10 Jahre Global Incubator Network Austria: Ein Jahrzehnt internationaler Vernetzung – gefeiert im Herzen Wiens
Zehn Jahre, sechs Partnerregionen, 756 Startups: Beim Jubiläum von Global Incubator Network Austria (GIN) im Wien Museum wurde greifbar, wie aus einem Förderprogramm ein globales Netzwerk wurde. brutkasten war vor Ort.
10 Jahre Global Incubator Network Austria: Ein Jahrzehnt internationaler Vernetzung – gefeiert im Herzen Wiens
Zehn Jahre, sechs Partnerregionen, 756 Startups: Beim Jubiläum von Global Incubator Network Austria (GIN) im Wien Museum wurde greifbar, wie aus einem Förderprogramm ein globales Netzwerk wurde. brutkasten war vor Ort.
Während der ViennaUP wurde Wien einmal mehr zur internationalen Drehscheibe der Startup-Welt. Inmitten dieser Woche voller Begegnungen, Ideen und Innovationen setzte ein Event einen ganz besonderen Akzent: Im Wien Museum, mit weitem Blick über den Karlsplatz, kamen zahlreiche Founder, Investor:innen, Corporate-Partner und Wegbegleiter:innen zusammen, um ein Jubiläum zu feiern, das sinnbildlich für den internationalen Fokus des österreichischen Innovationsstandorts steht: 10 Jahre Global Incubator Network Austria (GIN).
Schon beim Eintreten wurde spürbar, was GIN über das vergangene Jahrzehnt ausgemacht hat – das Zusammenspiel aus österreichischen Wurzeln und globaler Reichweite. Gründer:innen aus Wien trafen auf asiatische Startups, die diese Woche in der Stadt zu Gast waren, um in Europa Fuß zu fassen.
Foto: epilogy.photography
Eine von ihnen war Nga Chi Lydia Yip, Co-Founderin und CSO von Elleon Biotech aus Hongkong. Ihr Startup hat ein Reagenz entwickelt, mit dem sich markierte Zellen – etwa Krebs- oder virusinfizierte Zellen – mit bloßem Auge oder per Smartphone sichtbar machen lassen, ganz ohne teure Mikroskope oder geschultes Personal. „Ich habe in den letzten Tagen mehr wertvolle Leads getroffen als in zwei Jahren in Hongkong“, erzählte sie. Über das GIN-Programm war sie auf der Suche nach einem strategischen Partner für die Antikörper-Produktion – und wurde bei einem der Networking-Momente tatsächlich fündig. „Ich liebe den Vibe hier. Die Leute sind wirklich da, um einander zu helfen.“
Genau diese Atmosphäre baut GIN seit 2016 systematisch auf: Verbindungen, die weit über ein einzelnes Programm oder eine Delegationsreise hinausreichen.
Ein Jahrzehnt Brückenbauen zwischen Österreich und Asien
Seit seiner Gründung 2016 verfolgt GIN ein klares Ziel: innovative Startups beim internationalen Wachstum zu unterstützen und gleichzeitig Österreich als zentralen Innovationsstandort zu stärken. Unter dem Leitgedanken „Connecting the Circles of Growth“ hat sich daraus ein Netzwerk entwickelt, das weit über klassische Förderprogramme hinausgeht.
Die Bilanz nach zehn Jahren spricht für sich: 756 unterstützte Startups, 71 internationale Programm-Batches, 7 zentrale Partnerregionen und über 30 internationale Innovationspartner. Im Zentrum stehen die beiden Programme GO ASIA und GO AUSTRIA, die den Austausch in beide Richtungen ermöglichen – ein zweiseitiger Ansatz, der GIN zu einer einzigartigen Brückenbauerin macht. Geschichten wie jene von Elleon Biotech zeigen, was das konkret bedeutet.
Foto: epilogy.photography
Zur Beginn reflektierten Henrietta Egerth (Geschäftsführerin FFG) und Bernhard Sagmeister (Geschäftsführer aws) über die Vision hinter GIN, die gemeinsame Steuerung der beiden Programme und den Blick nach vorne. „Zehn Jahre Global Incubator Network Austria bedeuten zehn Jahre messbaren Impact für das österreichische Startup-Ökosystem und weit darüber hinaus“, betont Henrietta Egerth. „Allein am aktuellen GIN-Programm nehmen 56 Startups aus sieben asiatischen Zielregionen teil – mehr als jemals zuvor.“
Panel: Local Roots, Global Reach
Unter dem Titel „Local Roots, Global Reach: The New Rules of Internationalization“ diskutierte ein hochkarätig besetztes Panel die veränderten Spielregeln internationaler Expansion. Marcus Berger (CEO, Aviloo), Ayashi Das Majumder (Co-Founderin & COO, Sensegrass), Markus Lang (General Partner, Speedinvest) und Andreas Mühlberger (Infineon Technologies Austria) brachten vier sehr unterschiedliche Perspektiven zusammen. Die zentrale Botschaft: Für einen kleinen Exportmarkt wie Österreich ist Internationalisierung essenziell – gleichzeitig aber komplexer geworden, und sie gelingt nur durch starke Partnerschaften und langfristige Begleitung.
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Workshop: Impulse für die nächsten zehn Jahre
Im interaktiven Workshop-Teil, moderiert von Viktoria Ilger (Venture Clienting Austria), wurden die Gäste selbst zu Mitgestaltenden. An mehreren Tischen diskutierten sie in kleinen Runden über die zentralen Fragen rund um Internationalisierung. Begleitet wurde der Nachmittag von einem Live-Graphic-Recording-Team, das die wichtigsten Gedanken und Erkenntnisse in Echtzeit visuell festhielt – ein wachsendes Bild, das ebenso entstand wie die Insights selbst und am Ende eindrucksvoll präsentiert wurde.
Foto: epilogy.photography
Blick nach vorne: Indien als nächster Meilenstein
Mit der geplanten Erweiterung von GIN GO ASIA nach Indien ab 2027 wurde ein klares Signal für die nächste Phase gesetzt. Bereits heute holt das aktuelle GO AUSTRIA Programm sieben indische Deep-Tech-Startups nach Österreich. Indien zählt mittlerweile über 130 Startup-Unicorns und entwickelt sich mit enormer Dynamik zu einem der wichtigsten Technologie- und Wachstumsmärkte der Welt. Mit der India-Austria Startup Bridge wurde bereits vor zwei Jahren ein erstes Instrument geschaffen, um indische Startups nach Österreich zu holen – ab 2027 öffnen sich die Türen gezielt auch für österreichische Startups in diesen Zukunftsmarkt. So festigt GIN Österreichs Rolle als europäisches Gateway für Innovation, Technologie und internationale Zusammenarbeit.
Foto: epilogy.photography
Eine Community feiert
Zum Abschluss wurde sichtbar, was GIN über die Zahlen hinaus ausmacht: eine globale Community aus Foundern, Partner:innen, Mentor:innen und Freund:innen. In einem Happy-Birthday-Video schickten Wegbegleiter*innen aus aller Welt ihre Glückwünsche. Das GIN-Team kam auf die Bühne, die Gläser wurden erhoben – und der Nachmittag mündete in eine Feier, die anschließend bei GIN & Friends am Karlsplatz ihre Fortsetzung fand. Für Lydia Yip stand da nur noch ein letztes Meeting an, bevor auch sie dazustieß: „Ich hätte nie erwartet, dass eine Geschäftsreise so viel Freude macht.“
Das Global Incubator Network Austria (GIN) ist eine Initiative der österreichischen Bundesregierung und wird von der Austria Wirtschaftsservice (aws) und der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) umgesetzt. Ziel ist es, Start-ups, Investor:innen und Innovationspartner:innen international zu vernetzen und den Innovationsstandort Österreich nachhaltig zu stärken. Der Artikel wurde in Kooperation mit der Austria Wirtschaftsservice (aws) umgesetzt.
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