30.03.2021

Lion Decor: Mit dem Smartphone im Supermarkt zur Rapid-Torte

Christoph Brabec hat mit Lion Decor ein Startup erschaffen, dass das Individualisieren von Torten vereinfachen soll. Mittels Display-Technologie, Smartphone und einem Lebensmitteldrucker.
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(c) Lion Decor/FB - Lion Decor-Gründer Christoph Brabec bietet im Onlineshop Fußball-Tortenböden an, hat aber mit Displaytechnologie auch anderes vor.

Gleich vorweg erwähnt, es gibt neben dem Rapid-Tortenboden – mit dem das Startup auf der Webseite wirbt – auch andere Fan-Motive (BVB, Chelsea) oder Kinderartikel (Peppa Pig, Star Wars) zu erstehen, sowie die Möglichkeit eigene Fotos vom Smartphone online hochzuladen. Soviel zur Homepage. Andere Pläne des Mistelbacher Unternehmens adressieren den Lebensmittelhandel: Im Detail: Lion Decor-Gründer Christoph Brabec plant in gängigen Supermärkten Displayautomaten zu platzieren, an denen man seine eigenen Motive per Smartphone für eine Fototorte nutzen kann. Ein Lebensmitteldrucker druckt dann das gewünschte Bild im Backshop aus, während man den Rest seines Einkaufs erledigt.

Eigens entwickelter Lebensmitteldrucker vom Lion Decor-Gründer

Lion Decor, das ein Tochterunternehmen des Konditoreibetriebs „Süße Kunststube“ ist, stellt dafür veganes, koscheres, halal und glutenfreies Esspapier zur Verfügung. Das ein eigens entwickelte Drucker mit Lebensmittelfarbe in knapp unter einer Minute auswirft. Der Onlineshop mit einem Konfigurator für selbst gestaltete Bilder soll neben den Supermarkt-Eroberungsvorhaben weiter bestehen.

(c) LD – Fan-Pralinen der beiden Champions League-Sieger Borussia Dortmund und FC Bayern München.

Die Fußball-Pralinen

Aktuell befindet sich die Software im Testbetrieb beim Merkur in Wien Floridsdorf und wird laut Gründer stetig optimiert. Zu den Plänen von Brabec gehört es für seinen Onlineshop weitere Lizenzen für Fan-Motive zu erhalten – darunter von Vereinen aus der Premier League und Italien. Auch in Entwicklung befindet sich die Idee, kleine Pralinen mit den Motiven von Fußballclubs auf den Markt zu bringen.

Lion Decor, das wie Brabec erzählt, langfristig auch eine europaweite Ausweitung seines Service im Auge hat, stellt sich heute Abend bei „2 Minuten 2 Millionen“ den TV-Investoren vor. Weiters dabei: Brüsli, Magic School, Tickety und YoRoller.

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Der deutsche Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) | (c) Sandro Halank via Wikimedia Commons
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Im Vergleich zu Österreich hatte Deutschland die Nase bei Startup-Finanzierungen auch in Relation zur Gesamtbevölkerung zuletzt deutlich vorne. Im Vergleich zu den USA steht Österreichs großes Nachbarland aber vor demselben Problem, das auch hierzulande nur allzu gut bekannt ist: Während die Frühphasenfinanzierung im Land noch recht gut abgedeckt werden kann, sind die großen Kapitalbeträge für spätere Wachstumsphasen oft nur in Übersee zu holen – und das immer wieder in Verbindung mit einer Verlegung des Firmensitzes.

„Deutlich mehr privates Kapital“

„Mein Ziel ist, dass die Weltmarktführer von morgen in Deutschland gegründet werden und hier groß werden können“, sagte der deutsche Finanzminister und Vizekanzler Lars Klingbeil nun gegenüber der Nachrichtenagentur „RedaktionsNetzwerk Deutschland“ (RND) im Vorfeld eines Treffens mit der ostdeutschen Startup-Szene. Mit besseren steuerlichen Bedingungen für Startup-Investments wolle die deutsche Regierung daher dafür sorgen, „dass deutlich mehr privates Kapital in junge, innovative Unternehmen fließt“.

Zuletzt große Budget-Zusagen für staatliche Finanzierungsvehikel

Zudem sollen größere Startup-Finanzierungen durch deutsche Staatsfonds mehr privates Kapital mobilisieren. Dazu stehen mehrere Vehikel bereit, die zuletzt mitunter Budget-Zusagen im neun- bis zehnstelligen Bereich bekommen haben, etwa „Scale-up Direct“ von KfW Capital, für das bis Ende 2030 eine Milliarde Euro vorgesehen ist, womit Einzelinvestments bis zu 50 Millionen Euro umgesetzt werden können.

Beteiligungsfreibetrag in Österreich weiterhin nur am Wunschzettel

Wie die angedachten steuerlichen Begünstigungen konkret aussehen sollen, ist aktuell noch nicht bekannt. Ein typisches Modell wäre ein Beteiligungsfreibetrag nach Vorbild des Vereinigten Königreichs, wie er auch von den österreichischen Startup-Stakeholdern seit Jahren gefordert wird. Hierzulande schaffte es diese Maßnahme abermals nicht ins laufende Regierungsprogramm – dem Vernehmen nach vor allem wegen Widerständen des Koalitionspartners SPÖ. Dass nun im Nachbarland mit Lars Klingbeil ein sozialdemokratischer Minister einen solchen Vorschlag von sich aus aufs Tapet bringt, ist in diesem Kontext durchaus bemerkenswert.

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