03.09.2025
APP

Linzer Startup SURFJobs bringt eine App für Berufseinsteiger:innen auf den Markt

Ein Startup aus Linz bringt Berufsorientierung ins digitale Zeitalter: Die neue App SURFJobs kombiniert TikTok-ähnliche Kurzvideos mit direkter Bewerbungsmöglichkeit – und kommt bereits an über 120 Schulen zum Einsatz.
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Gründungsteam: Florian Girlinger, Elias Ramoser, Robert Hartl, Emin Vojnikovic. Foto: Antonio Bayer

Ein Frisör schneidet Haare, erklärt seinen Alltag. Weitergescrollt. Ein Metalltechniker schweißt, Funken sprühen durch die Gegend, fasziniert schaut man zu und klickt auf „Beruf erkunden“. Auf der SURFjobs-App können Schüler:innen bzw. Berufseinsteiger:innen oder Arbeitssuchende verschiedene Berufe entdecken, Einblicke in den Arbeitsalltag bekommen, Schnuppertage vereinbaren und sich direkt bewerben.

Arbeitgeber:innen haben das Potenzial von Social Media schon längst erkannt. Berufs- und Jobmessen sind eben Oldschool – dort erreicht man nur noch die wenigsten Jugendlichen. Plattformen wie der TikTok- und Instagram-Kanal #gemmalehre, das Kurzvideo-Portal watchado oder jopsy von der Arbeiterkammer haben sich bereits auf die digitale Lebenswelt der Zielgruppe eingestellt und setzen dort gezielt auf Berufsorientierung. Das von JKU Studierenden gegründete Linzer Startup SURFJobs verfolgt ein ähnliches Konzept.

Was unterscheidet SURFjobs?

„Anders als Plattformen wie watchado setzen wir gezielt im Berufsorientierungsunterricht an Mittel- und Polytechnische Schulen an“, sagt Co-Gründer Robert Hartl gegenüber brutkasten. Der USP von SURFJobs liege in der Kombination aus authentischen Kurzvideos, der direkten Bewerbungsmöglichkeit und der schulischen Integration. Ein Algorithmus sorgt für personalisierte Inhalte.

Besonders im Fokus steht der Unterricht: „Mit einem eigenen Lehrer-Interface bieten wir Lehrkräften eine strukturierte Übersicht und effiziente Unterrichtsorganisation“, so Hartl weiter. Pädagog:innen erhalten Video- und Unterrichtsmaterial, um ihre Stunden interaktiv zu gestalten. Jugendliche wiederum lernen reale Lehrbetriebe kennen, geben Interessen an und bekommen Orientierung zu passenden Berufsbildern. Die Idee dazu entstand direkt aus der Praxis – und zwar im Klassenzimmer selbst.

Vom Seminarraum ins Klassenzimmer

Nicht ganz. Die erste Idee entwickelte sich in einem Seminarraum der JKU Linz – damals noch als reine Kurzvideo-App für Lehrstellen. „Schnell erkannten wir das Potenzial im Bereich Berufsorientierung und entwickelten uns gezielt in diese Richtung weiter“, sagt Robert Hartl. 2023 begannen sie mit der Entwicklung des Prototyps, das sie bei der Berufsorientierungsmesse „Jugend & Beruf“ in Wels 2023 testeten. Im Frühjahr 2024 wurde das Startup offiziell gegründet.

Hintergründe der Gründer

„Für die meisten von uns ist es das erste Startup“, sagt Robert Hartl. Mit den unterschiedlichen Hintergründen der Founder sollen die Stärken gezielt gebündelt werden. Zunächst bestand das Team aus drei Personen, später wurde aus strategischen Gründen ein viertes Gründungsmitglied aufgenommen. Heute besteht das SURFJobs-Team aus sechs Personen.

Die vier Gründer sind: Robert Hartl (Geschäftsführung, Sales, Rechtliches), Florian Girlinger (Schulkooperationen, Partnermanagement) Emin Vojnikovic (Frontend-Development) und Elias Ramoser (Backend-Development, AI Development).

Meilensteine und Finanzierung

Im September 2024 wurde die App offiziell gelauncht. Im ersten Schuljahr wurden laut eigenen Angaben bereits über 7.400 App-Downloads verzeichnet, 124 Schulen nehmen teil. Zudem zählt SURFJobs bereits 40 Unternehmenskunden, darunter namhafte Partner wie Spar, DM, Rewe und Thalia.

Die einmaligen Setup-Kosten betragen 2.375 Euro, wobei es Förderungen der WKO gibt, die über die Hälfte des Betrags abdeckt. Kleine Unternehmen können ab 90,75 Euro monatlich einsteigen. Zusätzlich bietet SURFJobs Videoproduktionen sowie Workshops zu Themen wie Unternehmensbotschafter:innen und Videomarketing an.

Finanziert wurde das Startup bislang durch Eigenmittel, den Oberösterreichischen Gründerfonds sowie durch eigenen Cashflow.

Expansion: Ziel ist der DACH-Raum

Das Linzer Startup plant nun die Expansion über Oberösterreich hinaus in ganz Österreich. Ein neues Feature für den Bildungs- und Berufsorientierungsunterricht soll das Matching sowie die Unterrichtsqualität weiter verbessern. Auch das Partnernetzwerk soll erweitert und das Team vergrößert werden.

In den nächsten Jahren sieht sich SURFJobs „als führende Berufsorientierungsplattform im DACH-Raum – mit Tausenden täglichen Nutzer:innen, starker Marktposition und einem echten Impact auf die Berufswahl der nächsten Generation“, so Hartl abschließend.

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Martin Huber und Hans Schlick
Die Amrax-Gründer Martin Huber und Hans Schlick | (c) Metaroom by Amrax

Amrax, bekannt für seine Plattform Metaroom, verkündete heute eine Finanzierungsrunde im mittleren siebenstelligen Bereich. Leadinvestoren sind der aws Gründungsfonds und SymbiaVC, unter Beteiligung des Bestandsinvestors ArborEleven Ventures sowie mehrerer Business Angels. SymbiaVC mit Sitz in Tirol bringe neben Kapital vor allem industrielle Expertise und ein starkes Industrienetzwerk ein. Amrax operiert im Bereich der Spatial Intelligence, also der 3D-Erfassung von Räumen.

„Wir freuen uns sehr, mit dem aws Gründungsfonds und SymbiaVC zwei so starke und regionale Partner an Bord zu haben. Beide teilen unseren Anspruch, konsequent und nachhaltig Wert aufzubauen – als eines der innovativsten KI-Unternehmen für Spatial Intelligence weltweit“, sagt Martin Huber, CEO und Co-Founder von Amrax.

Mit dem Kapital möchte Amrax sein Wachstum beschleunigen und die Produktentwicklung ausbauen. So sollen etwa der Vertrieb und Partnerschaften in der DACH-Region und international verstärkt werden.

Das Flaggschiff: Metaroom

Im Fokus des Investments steht aber auch die Weiterentwicklung der Digitalisierungsplattform Metaroom. Die KI-getriebene Plattform kann physische Räume erfassen, verstehen und in planungsreife Daten übersetzen (brutkasten berichtete). Innerhalb weniger Minuten wird so ein Raum mit dem Smartphone erfasst und als 3D-Modell samt 2D-Grundriss abgebildet. Diese KI-Modelle entwickelt und trainiert Amrax auf Basis eines Datensatzes realer Räume und Gebäude. Die 3D-Daten lassen sich in mehr als 40 Formaten exportieren und direkt in gängigen Planungswerkzeugen, wie etwa Bluebeam, Graphisoft oder DDScad, weiterverwenden.

„Amrax hat gezeigt, dass sich hochpräzise 3D-Gebäudedaten mit dem Smartphone erfassen lassen – und dass daraus ein skalierbares Software- und OEM-Geschäft entsteht. Überzeugt haben uns die technologische Tiefe, die internationale Traktion und vor allem das Gründerteam“, sagt Markus Jandrinitsch, Geschäftsführer des aws Gründungsfonds.

Senior Investment Manager von SymbiaVC, Alex Burger, ergänzt: „Spatial Intelligence wird zu einem Schlüssel für die Digitalisierung von Bau, Handwerk und Industrie. Amrax verbindet exzellente Technologie mit einem klaren Geschäftsmodell und starken Industriepartnern.“

Genutzt in über 175 Ländern

Die Einsatzgebiete von Metaroom sind etwa Architektur, Bauwesen, Facility Management und Energieberatung. Gelauncht wurde die Plattform 2020, mittlerweile ist man in mehr als 175 Ländern tätig. Zuletzt hat Amrax in Süddeutschland ein 60.000 Quadratmeter großes Krankenhaus mit Smartphones digitalisiert – und zwar bei laufendem Betrieb.

Neben der eigenen Plattform entwickle Amrax auf Basis seiner Technologie OEM-Anwendungen für Industrieunternehmen. Die Partner integrieren dabei die Raumerfassung von Amrax direkt in ihre eigenen Planungs- und Verkaufsprozesse. Auch diese OEM-Lösungen sollen durch das frische Kapital ausgebaut werden.

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