02.02.2023

Dieser Linzer schützt deine Google-Daten vor Hackerangriffen

Daniel Fabian ist gebürtiger Linzer und verantwortlich für die Datensicherheit von Millionen Google-Nutzer:innen. Als selbsternannter “Staff Digital Arsonist” hackt Fabian seit 2009 in die Systeme von Google, um die firmeninternen Sicherheitsmaßnahmen zu stärken.
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Daniel Fabian bezeichnet seine Position bei Google als "Staff Digital Arsonist". (c) Google

Er lebt, denkt und atmet wie ein Hacker, denn der einzige Weg, die Handlungen eines Hackers vorauszusehen, ist, selbst ein Hacker zu sein. Daniel Fabian ist Senior Staff Manager des Offensive Security and Red Teams bei Google und verantwortlich für die Datensicherheit von Milliarden Google-User:innen. Die Aufgabe des gebürtigen Österreichers aus Linz ist klar – er hackt Google. Der Linzer leitet das Google-Red-Team in Zürich, mit weiteren Standorten in New York und Sunnyvale in Silicon Valley. Damit unsere Daten und die Systeme von Google vor Angreifer:innen geschützt werden, penetriert der Offensive Security Manager bewusst die Netzwerke von Google, um Sicherheitslücken zu identifizieren und Schwachstellen zu beheben.

Vor allem in Zeiten, wo das Thema Cybersicherheit in aller Munde ist, setzt Google vermehrt den Fokus auf die Sicherheit seiner Produkte. Wie die Google Trends Analyse zur Computersicherheit im Rahmen des Safer Internet Days 2023 bestätigt, wurde in Österreich noch nie so stark nach den Begriffen Phishing, Cyberattacken sowie Passwort-Manager gesucht, wie im Jahr 2022. Das steigende Interesse an diesen Themen ist darauf zurückzuführen, dass es in den letzten Jahren vermehrt zu größeren Cyberattacken kam.

“Als Hacker muss man Dinge kaputt machen”

Fabian hatte schon in jungem Alter hinterfragt, wie Sachen funktionieren. Daher beschloss er, eines Tages aus Neugier die Uhr seiner Mutter zu zerlegen. “Ich konnte sie natürlich nicht wieder zusammensetzen. Das hat meine Mutter ziemlich verärgert”, sagt der Hacker, der sich selbst als “Staff Digital Arsonist” bezeichnet und ergänzt: „Aber als Hacker muss man Dinge kaputt machen, um sie zu verstehen.”

Der gebürtige Linzer arbeitet nun seit 2009 bei Google und richtet sich nach dem “Rules of Engagement”-Regelwerk von Google. Dieses beschließt, dass Red-Teamer während Penetrationsprozessen keine Systemabstürze gewollt hervorrufen dürfen. Somit hat sich Fabian das Kaputtmachen von Gegenständen inzwischen abgewöhnt. Er genießt es aber dennoch, die mechanischen Funktionsweisen von Technologien zu erkunden.

Was bedeutet Red Teaming?

In seinem Job ist der Offensive Security Manager dafür zuständig, mit dem Red-Intelligence-Team realistische Angriffe auf die IT-Systeme von Google zu simulieren. Während dieses Prozesses identifiziert das Team, wie sich Angreifer:innen in ihren Netzwerken bewegen können und versuchen, alle Schwachstellen bzw. Lücken zu füllen. Diese und weitere Maßnahmen sind notwendig, um einerseits Angreifer:innen aufzuhalten, aber andererseits zu lernen, wie man zukünftig das Leben von Hackern schwieriger gestalten kann.

Darüber hinaus ist das Red-Team (firmeninterne Angreifer:innen) vom Blue-Team (Verteidiger:innen) zu unterscheiden. Um sicherzugehen, dass Sicherheitslücken erfolgreich geschlossen wurden und zukünftige Threads vermieden werden, stimmt das Red Team mit dem Blue Team die Vorgehensweise ab und überprüft, welche Angriffe erkannt wurden und welche unerkannt geblieben sind.

Um sicherzugehen, dass nicht nur Personen, die Googles Systeme kennen, nach Schwächen suchen, bildet der Suchmaschinenriese auch sogenannte Orange-Teams. Diese bestehen aus Junior-Angestellten, die nicht unbedingt im Security-Team arbeiten und versuchen, die Systeme von Google zu hacken. Google möchte aus den Erfolgen des Orange-Teams erkennen, wie schnell ein externer Angreifer:innen die Systeminfrastruktur komprimieren könnte. “Um die Möglichkeit einer Cyberattacke im Unternehmen zu reduzieren, müssen Unternehmen das Sicherheitsbewusstsein sowohl im Management, als auch in Engineering-Teams stärken”, sagt Fabian abschließend.

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EY IPO Barometer: Vier Neuzugänge in Wien und ATX auf Rekordhoch

Das EY IPO Barometer Q3 2026 zeigt eine positive Entwicklung am österreichischen Kapitalmarkt: Vier Neuzugänge an der Wiener Börse, zwei Auslands-Listings und ein ATX-Allzeithoch stehen zu Buche. Ein klassischer IPO im geregelten Markt blieb im dritten Quartal allerdings aus.
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© Wiener Börse/Nik Pichler

Österreichische Unternehmen setzten im bisherigen Jahresverlauf 2026 positive Impulse am Kapitalmarkt, auch wenn die Belebung noch nicht alle Marktsegmente erfasste. Wie das aktuelle IPO Barometer der Prüfungs- und Beratungsorganisation EY zeigt, stehen vier Neuzugänge an der Wiener Börse, ein neuer ATX-Rekord sowie zwei Börsengänge österreichischer Unternehmen im Ausland zu Buche.

Die zwei Auslands-Listings waren das Unternehmen Asta Energy, das im Jänner in Frankfurt an die Börse ging, sowie Innio Jenbacher mit dem Börsengang im Juni an der Nasdaq. Parallel dazu entwickelte sich der heimische Aktienmarkt stark: Der ATX inklusive Dividenden erreichte am 28. September mit 17.618,00 Punkten ein neues Allzeithoch und liegt seit Jahresbeginn mehr als 30 Prozent im Plus.

Vier Neuzugänge an der Wiener Börse

Am österreichischen Kapitalmarkt verzeichnete die Wiener Börse im laufenden Jahr vier Neuzugänge. Mit dem Handelsstart der Biogena Good Vibes AG am 10. September im Segment direct market plus kam der vierte Neuzugang an die Börse – brutkasten berichtete. Dem Listing ging eine außerbörsliche Kapitalerhöhung mit öffentlichem Aktienangebot voraus. Laut Unternehmensangaben zeichneten mehr als 2.300 neue Aktionär:innen Aktien, wobei sich der Mittelzufluss auf fast 18 Mio. Euro belief. Zuvor gingen dieses Jahr die Emerald Horizon AG im standard market (brutkasten berichtete), die FIT Group AG im direct market plus und die K2G Holding AG im direct market an den Wiener Markt.

Ein klassischer IPO eines österreichischen Unternehmens im geregelten Markt wurde im dritten Quartal hingegen nicht verzeichnet. Seit Anfang Juli ist der direct market plus zudem als EU-KMU-Wachstumsmarkt registriert, was insbesondere Wachstumsunternehmen und KMU den Zugang zum Kapitalmarkt erleichtern soll.

„Für nachhaltige Belebung des IPO-Markts braucht es gut vorbereitete Pipeline börsenreifer Unternehmen“

„Das dritte Quartal zeigt ein differenziertes Bild: Ein klassischer IPO im geregelten Markt blieb zwar aus, zugleich belegen die Neuzugänge und insbesondere das zusätzliche Listing von Biogena, dass der Kapitalmarkt auch für österreichische Wachstumsunternehmen eine relevante Finanzierungsoption sein kann. Dass mehr als 2.300 neue Aktionärinnen und Aktionäre gewonnen und fast 18 Millionen Euro eingeworben wurden, ist ein positives Signal für die Mobilisierung privaten Kapitals“, analysiert Martina Geisler, Partnerin und Leiterin IPO bei EY Österreich.

„Für eine nachhaltige Belebung des heimischen IPO-Markts braucht es nun eine gut vorbereitete Pipeline börsenreifer Unternehmen. Entscheidend sind eine überzeugende Equity Story, transparente Governance, realistische Bewertungsvorstellungen und die Bereitschaft, den Kapitalmarkt frühzeitig in die Wachstumsstrategie einzubinden. Der EU-KMU-Wachstumsmarkt kann dabei helfen, die Einstiegshürden für kleinere und mittlere Unternehmen zu senken“, so Geisler weiter.

Wer den Kapitalmarkt in Betracht ziehe, müsse daher „frühzeitig Börsenreife herstellen und seine Equity Story klar auf die Bedürfnisse eines internationalen Investorenkreises ausrichten“, heißt es von EY.

Erweiterung im global market

Neben den Neuzugängen erweiterte die Wiener Börse am 9. September den global market – das Handelssegment für bereits an anderen Börsen notierte internationale Aktien – um 45 Titel aus dem Nasdaq 100 und dem S&P 500. Damit sind dort nun erstmals mehr als 1.000 internationale Wertpapiere in Euro, zu Inlandskonditionen und während der Wiener Börsenzeiten handelbar. Bei diesen Einbeziehungen handelt es sich nicht um österreichische IPOs.

Im weltweiten Vergleich blieben die IPO-Märkte im dritten Quartal 2026 mit 367 Börsengängen nahezu stabil (Vorjahresquartal: 374), während das Emissionsvolumen um 79 Prozent auf 93,3 Mrd. US-Dollar stieg. „Die hohen Emissionsvolumina dürfen nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Erholung des IPO-Markts noch nicht in der Breite angekommen ist. Das dritte Quartal wurde stark von wenigen sehr großen Transaktionen geprägt“, erläutert Geisler.

Weltweit entfielen im dritten Quartal rund 75 Prozent des Platzierungsvolumens auf die Branchen Advanced Manufacturing und Technology. Getragen werde der Markt laut EY von Equity Stories, die auf kritische Infrastruktur und Energie, KI und Robotik sowie Verteidigung einzahlen.

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