06.12.2017

Linzer Startup My Esel gewinnt weltgrößten Sport-Innovations-Award

Erfolg für My Esel beim ISPO Brandnew Award, der in München vergeben wird. Das Linzer Startup überzeugte mit der Kombination aus Maßanfertigung und Massenproduktion.
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My Esel: Investor Bernhard Lehner (l.) mit den Foundern Christoph Fraundorfer und Heinz Mayerhofer
(c) My Esel: Investor Bernhard Lehner (l.) mit den Foundern Christoph Fraundorfer (m.) und Heinz Mayerhofer (r.)

Das Linzer Startup My Esel rühmt sich, das weltweit erste maßangefertigte Fahrrad in Massenproduktion anzubieten. Ein Algorithmus berechnet dabei die optimalen Abmessungen des Fahrrads individuell für den Käufer. Bei der Entwicklung der Software arbeitet das Startup mit dem Orthopädischen Spital in Wien-Speising zusammen. Den Fahrrad-Rahmen erzeugt eine Maschine, die mit den Käufer-Daten versorgt wird, in Massenproduktion.

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Holz statt Carbon

Und zwar nicht aus Metall, sondern aus Holz. Die ISO-zertifizierten Rahmen würden etwa Schläge und Vibration deutlich besser abdämpfen, als Carbon-Produkte, heißt es vom Startup. „Holz ist ein Faserwerkstoff, ganz ähnlich wie Carbon, aber im Gegensatz dazu organisch gewachsen und nachhaltig. Holz federt und ist trotzdem steif. Mit der richtigen Verarbeitung ist es absolut alltagstauglich bei jedem Wetter“, erklärt My Esel Co-Founder Christoph Fraundorfer.

My Esel als Gesamtsieger, Tubolito gewinnt Teilwertung

Mit dem Konzept konnte sich My Esel nun den Gesamtsieg beim ISPO Brandnew Award holen. Er gilt als weltgrößter Jungunternehmer-Preis im Sport-Bereich. Sieger vorangegangener Jahre waren etwa GoPro, Maloja oder On. Besonders sei man bei ISPO von der Kombination aus Maßanfertigung und Massenproduktion gewesen, heißt es vom Startup. Den Einzelsieg im Bereich Accessories holte sich mit Tubolito ebenfalls ein österreichisches Fahrrad-Startup. Das Wiener Unternehmen stellt einen besonders widerstandsfähigen Fahrradschlauch her.

Bernhard Lehner als größter Investor

My Esel befindet sich noch zu über 80 Prozent in Founder-Besitz. Den Löwenanteil hält dabei mit 68 Prozent Fraundorfer. Daneben ist startup300 mit drei Prozent beteiligt. startup300-Mitglied Bernhard Lehner ist aber über seine Lebe Medien! mit weiteren rund 14 Prozent beteiligt. Im Moment strukturiere man eine weitere Finanzierungsrunde, um 2018 das Wachstum vorantreiben zu können, heißt es von My Esel. Das Startup hatte bereits 2015 bei 2 Minuten 2 Millionen auf sich aufmerksam gemacht.

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Die Gewinner:innen des SME EnterPRIZE 2026 der Generali Österreich | (c) Niko Cami

Die Generali Österreich hat auch heuer wieder kleine und mittlere Unternehmen (KMU) mit dem SME EnterPRIZE ausgezeichnet. Der Preis würdigt laut dem Versicherer Betriebe, die ökologische und soziale Aspekte mit wirtschaftlicher Entwicklung verbinden und nachhaltige Lösungen in ihrem Wirkungsbereich umsetzen.

Vergeben wurde der Award in drei Hauptkategorien: Nachhaltiges Geschäftsmodell, Nachhaltige Produkte und Dienstleistungen sowie Nachhaltige Startups. Die Erstplatzierten erhalten jeweils 10.000 Euro Preisgeld, eine einjährige Mitgliedschaft bei der Climate Academy des Startups Glacier sowie die Chance, am internationalen SME EnterPRIZE Event in Brüssel teilzunehmen. Zusätzlich vergab die Generali einen Sonderpreis für nachhaltige Familienunternehmen, dotiert mit je 3.000 Euro.

„KMU sind ein zentraler Bestandteil der österreichischen Wirtschaft. Hinter jedem Unternehmen stehen Menschen, die den Mut haben, Verantwortung zu übernehmen und neue Wege zu gehen. Mit dem SME EnterPRIZE machen wir jene sichtbar, die nachhaltige Aspekte in ihr wirtschaftliches Handeln einfließen lassen und damit Impulse für ihre Branche setzen“, sagt Gregor Pilgram, CEO der Generali Österreich.

2nd Cycle gewinnt Startup-Kategorie

In der Kategorie Startups setzte sich die 2nd Cycle FlexCo aus Niederösterreich durch. Das Startup entwickelt Lösungen für die Wiederverwendung und das Recycling von Photovoltaikmodulen und will damit die Kreislaufwirtschaft in der Solarbranche stärken. Das Amstettener Unternehmen ist in der heimischen Startup-Szene kein Unbekannter: Bereits bei der Gründung Anfang 2024 stiegen Business Angel Michael Altrichter und die Müller-Guttenbrunn Gruppe ein, im Oktober 2025 folgte eine Finanzierungsrunde über rund eine Million Euro, unter anderem mit eQventure und Angels United.

Den Preis in der Kategorie Nachhaltiges Geschäftsmodell erhielt die Sonnenschmiede GmbH aus der Steiermark. Das Unternehmen ermöglicht gemeinschaftlichen Sonnenstrom in Mehrparteienhäusern und macht die Energiewende damit für Mieter:innen und Wohnungseigentümer:innen leichter zugänglich. Die Gründer Thomas Auer und Alexander Hojas haben ihr Modell im Mai 2025 im brutkasten-Talk „Climate Business“ erläutert. Das gebootstrappte Unternehmen hatte damals nach eigenen Angaben bereits mehr als 200 PV-Anlagen in ganz Österreich realisiert.

In der Kategorie Nachhaltige Produkte und Dienstleistungen ging der Preis ebenfalls in die Steiermark: Die lixtec GmbH entwickelt intelligente Sensorsysteme für bedarfsgerechte Außenbeleuchtung und verbindet damit Energieeffizienz mit dem Schutz von Mensch und Umwelt. brutkasten hat die Grazer Firma bereits 2022 vorgestellt, damals im Kontext der Energiekrise: Die radarbasierte Sensorik soll laut lixtec Energieeinsparungen von bis zu 85 Prozent bei der Straßenbeleuchtung ermöglichen.

Sonderpreis geht ex aequo an Luftburg und Rabmer

Der Sonderpreis für nachhaltige Familienunternehmen wurde ex aequo vergeben. Die Kolarik im Prater GmbH mit dem Restaurant Luftburg in Wien wurde für ihre familiengeführte Gastronomie mit Fokus auf biologische Lebensmittel, Regionalität und Ressourcenschonung ausgezeichnet. Die Rabmer Gruppe GmbH aus Oberösterreich überzeugte mit Lösungen in den Bereichen Wasser-, Energie- und Ressourceneffizienz sowie regionaler Wertschöpfung.

Über die Auszeichnungen entschied eine Expertenjury aus Wirtschaft, Nachhaltigkeit und Wissenschaft. Bewertet wurden unter anderem die gesellschaftliche Wirkung der umgesetzten Maßnahmen, der Innovationsgrad, nachhaltigkeitsbezogene Strategien im Unternehmen, die Einbindung relevanter Stakeholder sowie das Potenzial für die weitere Entwicklung.

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