04.12.2023

Lignovations: TU-Wien-Spinoff holt sich 2,2 Mio. Euro in Seed-Finanzierungsrunde

Lignovations schließt ein Seed-Investment in Millionenhöhe für die Kommerzialisierung von ligninbasierten Biomaterialien ab. Und möchte damit Nachhaltigkeit im Alltag vorantreiben.
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Lignovations
(c) Ligovations - (v.l.n.r.) Stefan Beisl, Pål Romberg, Martin Miltner, Angela Miltner, Victor Tibo und Martin Lersch.

Lignovations, das bereits 2022 Kapital in siebenstelliger Höhe lukrieren konnte, siehe hier, und heuer im September die internationale „IFSCC Sustainability Challenge“ in Barcelona gewonnen hat, verkündet nun den Abschluss einer Seed-Runde in Höhe von 2,2 Millionen Euro – einschließlich einer Minderheitsbeteiligung von Borregaard, einem globalen Anbieter von Materialien auf Basis von lignocellulosehaltiger Biomasse. Weitere Finanzmittel wurden vom Co-Investor Valnon Holding, bestehenden Investoren sowie den Fördergeber aws und FFG bereitgestellt.

Lignovations möchte Produkte des täglichen Verbrauchs nachhaltiger machen

„Wir freuen uns, mit Borregaard ein Unternehmen als Investor gewonnen zu haben, das unser Engagement für Nachhaltigkeit und Innovation teilt“, sagte Martin Miltner, CEO von Lignovations. „Borregaard kann uns dabei helfen, die Entwicklung und Kommerzialisierung einer neuen Generation von funktionalen Materialien auf Ligninbasis zu beschleunigen und den Übergang zu einer nachhaltigeren Welt voranzutreiben.“

Lignovations entwickelt konkret umweltfreundliche Prozesse und Materialien, die problematische und auf fossilen Rohstoffen basierende Inhaltstoffe ersetzen können und viele Produkte des täglichen Verbrauchs nachhaltiger machen sollen.

Es ist, eigenen Angaben nach, das erste Unternehmen, das kolloidale Ligninpartikel kommerziell herstellt, eine leistungsstarke, multifunktionale Alternative zu vielen synthetischen Chemikalien, die zum Beispiel in Kosmetika, Beschichtungen, Verpackungen, Klebstoffen und anderen Anwendungen verwendet werden.

Evolution nutzen

„Wir machen uns 500 Millionen Jahre Evolution in der Natur zunutze. Lignin schützt Pflanzen vor Sonnenlicht, Oxidation und anderen negativen Umwelteinflüssen. Durch unsere patentierte Technologie können wir diese schützenden Eigenschaften von Lignin in Verbraucherprodukten nutzbar machen“, erklärt Stefan Beisl, Leiter der Forschung und Entwicklung von Lignovations.

Die Partnerschaft mit Borregaard soll nicht nur die Position von Lignovations in der biobasierten Industrie stärken, sondern dem Startup auch die Möglichkeit geben, seine Forschungs- und Entwicklungsanstrengungen auszuweiten, die Produktionskapazitäten zu vergrößern und seine Biomateriallösungen einem breiteren Spektrum von Branchen zugänglich zu machen.

Lignovations mit transformativem Potential

„Durch die Investition in Lignovations sehen wir die Möglichkeit, ein bahnbrechendes Startup zu unterstützen, das sich mit unserem Engagement für nachhaltige Lösungen und die Verringerung der Abhängigkeit von fossilen Ressourcen deckt“, sagt Pål Romberg, Director Acquisitions and New Investments bei Borregaard. „Wir glauben an das transformative Potential von Materialien auf Ligninbasis und freuen uns darauf, Lignovations dabei zu unterstützen, neue Möglichkeiten für Lignin zu schaffen.“

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Bildunterschrift: V. l. n. r.: Jonathan Grothaus (CEO & Founder myflexbox), Martin Trittler (CFO DeinFach), Lukas Beckedorff (CEO DeinFach) und Peter Klima (CTO & Founder myflexbox) | (c) myflexbox

Der Salzburger Paketstationen-Anbieter myflexbox und DeinFach, eine Tochter der Deutschen Post AG, schließen sich zusammen. Das gaben die DHL Group und myflexbox am Donnerstag in einer Aussendung bekannt. Die anbieteroffenen Automatennetze der beiden Unternehmen sollen künftig unter der Marke myflexbox geführt werden. Die Marke DeinFach wird schrittweise in myflexbox überführt.

Laut Aussendung betreibt myflexbox rund 3.000 Paketstationen in Deutschland und Österreich. Sie ergänzen das deutsche Automatennetz aus rund 19.000 DHL-Packstationen, Poststationen und DeinFach-Automaten. Nach Angaben der Unternehmen entsteht damit das mit Abstand größte anbieteroffene Paketstationsnetz im deutschsprachigen Raum. Das Modell, Stationen für verschiedene Paketdienstleister bereitzustellen, soll erhalten bleiben.

Verkauf an die DHL-Gruppe

Wie der Deal rechtlich und wirtschaftlich ausgestaltet ist, geht aus der Aussendung nicht hervor. Dort ist von einem Zusammenschluss die Rede, Angaben zu Anteilen, Kaufpreis und künftiger Führung fehlen.

Laut einem Bericht von salzburg.ORF.at wird myflexbox an die DHL-Gruppe verkauft. Der Kauf erfolge über die DHL-Tochter AZL GmbH, die bisher die Marke DeinFach betreibt. Verkäufer sei Star Capital, zum Kaufpreis gebe es keine Angaben.

brutkasten hat bei der Deutschen Post AG zur Deal-Struktur angefragt. Bis zum Erscheinen dieses Artikels gab es keine Rückmeldung.

50.000 Paketautomaten bis 2030

Die Deutsche Post AG verbindet mit dem Schritt ein Ausbauziel. Bis 2030 will sie Verbraucher:innen in Deutschland insgesamt rund 50.000 Paketautomaten zur Verfügung stellen. Mehr als die Hälfte davon sollen anbieteroffene myflexbox-Stationen sein. Langfristig soll die große Mehrheit der Menschen in Deutschland eine Paketstation in fünf bis zehn Gehminuten erreichen.

„Gemeinsam bringen wir den Ausbau des größten offenen Paketstations-Netzwerks auf eine neue Ebene“, wird myflexbox-CEO und Founder Jonathan Grothaus in der Aussendung zitiert. DeinFach-Geschäftsführer Lukas Beckedorff erklärt, man nutze bestehende Standorte, erschließe zusätzliche und verkürze damit die Wege für Verbraucher:innen.

Gegründet bei der Salzburg AG

myflexbox wurde 2018 als Corporate-Startup der Salzburg AG gegründet und 2022 ausgegründet. Im Februar 2023 holte das Unternehmen 75 Millionen Euro vom Star IV Fonds, der von Star Capital Partnership LLP verwaltet wird (brutkasten berichtete). Seither stand es im Mehrheitsbesitz eines Investorenkonsortiums.

Zuletzt ist das Unternehmen stark gewachsen. Im September 2025 betrieb myflexbox fast 1.400 Paketstationen in Deutschland und Österreich, davon 660 in Österreich (brutkasten berichtete). Mit den nun genannten rund 3.000 Stationen hat sich das Netz in etwa einem Jahr mehr als verdoppelt.

Mitgründer und Ex-Co-CEO Lukas Wieser ist seit Mai 2026 als Interim Head of Growth beim Linzer HR-Tech teamecho tätig (brutkasten berichtete).

Post und DPD als Partner in Österreich

In Österreich zählen unter anderem die Österreichische Post und DPD zu den Logistikpartnern. Die Post mietet seit 2024 Abholfächer in den myflexbox-Stationen (brutkasten berichtete). DPD sicherte sich im Vorjahr rund 9.000 Fächer und damit fast ein Viertel der hierzulande verfügbaren Fächer. Wie sich der Deal mit einer Tochter der Deutschen Post AG auf diese Partnerschaften auswirkt, lässt die Aussendung offen.

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