13.02.2026
INSOLVENZ

LifeTaq: Klosterneuburger BioTech-Startup muss Konkurs anmelden

Mit seinen 3D-Gewebemodellen wollte LifeTaq eine Alternative zu Tierversuchen in der Wirkstoffentwicklung etablieren. Trotz einer erfolgreichen Crowdinvesting-Kampagne im Herbst musste man nun Konkurs anmelden.
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(c) LifeTaq-Analystics GmbH
(c) LifeTaq-Analystics GmbH

Ergebnisse aus Tierversuchen sind nur eingeschränkt auf den Menschen übertragbar. Diese Erkenntnis war Ausgangspunkt der Entwicklung hinter dem Klosterneuburger BioTech-Startup LifeTaq. „Wir wollten eine Alternative entwickeln, die besser vorhersagt, wie etwas im menschlichen Körper funktioniert“, erzählte Gründer und CEO Manfred Taschner vor wenigen Monaten gegenüber brutkasten.

Die Lösung des Unternehmens: Eine vollautomatisierte Kulturmaschine, die 3D-Gewebemodelle für die Wirkstoffforschung produziert. Einen Fokus setzte das Unternehmen dabei etwa auf die „Lungenbarriere“, eine Grenzflächen, die viele inhalierbare Medikamente passieren müssen, um im Inneren des Körpers wirksam zu werden.

Förderungen in Millionenhöhe und zuletzt 300.000 Euro via Crowdinvesting

Die Hightech-Maschinen sind dabei, wie im BioTech-Bereich nicht ungewöhnlich, ausgesprochen kostspielig. Im Gegenzug gab das Startup im Herbst im Zuge eine Crowdinvesting-Kampagne auf der Plattform Rockets an, bereits ab vier verkauften Maschinen profitabel zu sein. Bereits für 2027 plante man demnach den Break Even und bis zu vier Millionen Euro Gewinn. Die besagte Kampagne verlief erfolgreich: Etwas mehr als 300.000 Euro kamen dabei herein. Schon zuvor hatte LifeTaq mehrere Förderungen und kleinere Investments erhalten, darunter 3,5 Millionen Euro als FFG-Leuchtturmprojekt.

(c) LifeTaq-Analytics GmbH

Dennoch musste das Startup nun, wenige Monate nach der erfolgreichen Crowd-Finanzierung, einen Konkursantrag einbringen, wie die Kreditschutzverbände KSV1870 und AKV vermelden. Bei einem Konkurs ist die Fortführung des Unternehmens prinzipiell ausgeschlossen. Ein etwaiger Sanierungsantrag könnte aber auch nachträglich eingebracht werden. Zudem besteht die Möglichkeit, dass die Technologie (und weitere Assets) im Zuge des Konkursverfahrens aufgekauft und von einem anderen Unternehmen genutzt werden.

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Elias und Matthias Bohun von Traivelling bei der Prämierung der besten Geschäftsidee Niederösterreichs 2019
Elias und Matthias Bohun von Traivelling bei der Prämierung der besten Geschäftsidee Niederösterreichs 2019 (c) Daniela Matejschek

Interkontinentale Zugreisen einfach und nachhaltig zu ermöglichen, dafür wurde Traivelling vor gut fünf Jahren gegründet. Ursprünglich war das Unternehmen im B2C-Bereich tätig. Privatpersonen sollten ohne großartige Recherche weite Strecken mit dem Zug zurücklegen können. Zuletzt wollte man sich im B2B-Bereich verstärken, doch nun ist das Unternehmen insolvent. Ein Konkursverfahren am Handelsgericht Wien wurde eröffnet.

„Wir arbeiten in einem knappen Margenbereich“

Zuletzt arbeitete Traivelling daran, eine Softwareschnittstelle im B2B-Bereich anzubieten, über die Tickets weitervermittelt werden sollten. Das Wiener Startup hätte dafür monatliche Fees von B2B-Partnern und eine Provision von Bahnfirmen erhalten. Aus einer Aussendung des Kreditschutzverbands KSV1870 geht hervor, dass Traivelling dadurch Umsätze in einer Größenordnung generieren wollte, die für einen langfristigen Unternehmenserfolg entscheidend sein sollten. Im Endeffekt war laut KSV 1870 eben diese Softwareschnittstelle für die Nutzung durch Unternehmenskunden, also der B2B-Bereich, die Ursache für die Insolvenz.

Die Entwicklung dieser Schnittstelle konnte nämlich bis dato nicht fertiggestellt werden. Auch ein Rettungsversuch durch Verhandlungen mit Investoren scheiterte. „Es waren unüberbrückbare vertragliche Differenzen zwischen den Investoren und uns“, erklärt Geschäftsführer Elias Bohun, der die Namen der Investoren nicht nennen möchte.

„Wir arbeiten in einem knappen Margenbereich. Am Ende ist uns leider das Geld ausgegangen, obwohl wir jeden Tag Buchungen hatten. Wir hätten aber ein Vielfaches gebraucht“, sagt Bohun. Bereits gebuchte Tickets würden ihre Gültigkeit behalten. Das Unternehmen hatte zwei Mitarbeiter.

Die Verbindlichkeiten betragen laut Kreditschutzverband 435.000 Euro, rund 200 Gläubiger seien betroffen. Die Zahl der Gläubiger sei so groß, weil Traivelling sich unter anderem mittels Crowdfunding finanzierte.

Crowdfunding und FFG-Förderung

Das Startup konnte im Jahr 2025 über eine Crowdfunding-Aktion 200.000 Euro einsammeln (brutkasten berichtete). Um diese Summe zu erreichen, habe es laut Geschäftsführer Elias Bohun nur zehn Tage gebraucht. Zusätzlich erhielt das Wiener Startup eine FFG-Basisförderung. Insgesamt konnten man eine Finanzierung in Höhe von rund 600.000 Euro aufstellen.

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