12.05.2026
ÜBERBLICK

Legal Tech Map Austria 2026: „Szene hat Experimentierphase hinter sich gelassen“

Future-Law präsentierte die alljährliche Legal Tech Map Austria. Der aktuelle Befund lautet einmal mehr: Legal Tech ist in der Juristerei angekommen. Der Markt entwickelt sich aber weiterhin dynamisch.
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Future-Law-Gründerin Sophie Martinetz gibt die Legal Tech Map Austria heraus | (c) Future-Law
Future-Law-Gründerin Sophie Martinetz gibt die Legal Tech Map Austria heraus | (c) Future-Law

„In der Anwaltsbranche kommt die Automatisierung auf Samtpfoten“, schrieb brutkasten in einem Artikel 2017. Schon damals engagierte sich Sophie Martinetz mit ihrer Organisation Future-Law für den Legal-Tech-Bereich in Österreich. Und mittlerweile hat sich das Bild deutlich verändert.

„Die Frage ist nicht mehr, ob wir Legal Tech einsetzen, sondern ob wir es schaffen, unsere Arbeitsweise nachhaltig zu verändern und echten Mehrwert daraus zu generieren“, sagt Martinetz heute anlässlich der Präsentation der Legal Tech Map Austria 2026, die seit Jahren von Future-Law herausgegeben wird. Die österreichische Legal-Tech-Szene habe die reine Experimentierphase hinter sich gelassen. Es ist keine ganz neue Erkenntnis: Schon vergangenes Jahr lautete Martinetz‘ Befund zur aktualisierten Map: „Die digitale Transformation der Rechtsbranche ist kein Zukunftsszenario mehr – sie passiert jetzt.“

Abgeschlossen ist die Entwicklung dabei, geht man nach Future-Law, aber definitiv nicht. Die Legal Tech Map Austria 2026 zeige, dass sich der Markt dynamisch entwickle. Und zwar zu einem integrierten Ökosystem, in dem Legal AI, Prozessoptimierung und digitale Infrastruktur immer stärker zusammenwachsen. Gleichzeitig gebe es großes Potenzial in pragmatischen Lösungen, die administrative Prozesse vereinfachen und juristische Teams im Alltag entlasten.

KI, Spezialisierung und Professionalisierung im Zentrum

„Im Mittelpunkt stehen nicht nur generative KI und neue Recherchelösungen, sondern vor allem die Frage, wie juristische Prozesse effizienter, strukturierter und strategischer gestaltet werden können“, heißt es von Future-Law. Der größte Mehrwert entstehe dort, wo Technologie konkrete Arbeitsabläufe verbessere, etwa im Contract Management, Matter Management oder im Access to Justice.

Zudem konstatiert Future-Law eine zunehmende Professionalisierung des Markts. Es entstünden neue spezialisierte Anbieter in Bereichen wie Recherche, Compliance und Vertragsmanagement. Dabei seien Datenqualität, Integration und Legal Operations von wachsender Bedeutung. Die kommenden Jahre seien nun entscheidend für die strategische Umsetzung von Legal Tech in Kanzleien, Unternehmen und Organisationen.

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Die nächste Finanzinfrastruktur wird gerade gebaut – die Frage ist nur, von wem

In seiner Kolumne zum „Proof of Talk“-Event in Paris zeigt Dejan Jovicevic: Blockchain wird zur neuen Finanzinfrastruktur. Europa muss jetzt handeln, um seine digitale Souveränität zu sichern.
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© brutkasten

Wer Blockchain hört, denkt oft noch immer an Kryptowährungen, Kursentwicklungen und die Spekulationsexzesse der vergangenen Jahre. Dieses Bild greift jedoch zunehmend zu kurz. Nach zwei Tagen beim Proof of Talk in Paris, einem der relevantesten europäischen Treffen für Web3, digitale Assets und Finanzinnovation, ist mein Eindruck vor allem einer: Die Diskussion hat sich fundamental verändert.

Bemerkenswert war dabei weniger die Technologie selbst als die Zusammensetzung der Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Neben Gründer:innen und Technologieunternehmen waren Banken, Asset Manager, institutionelle Investoren, Zahlungsdienstleister und Regulatoren präsent. Viele der Gespräche drehten sich nicht mehr um die Frage, ob Blockchain-Technologien künftig eine Rolle spielen werden, sondern darum, wo und wie sie konkret eingesetzt werden können. Die Debatte hat die Nische verlassen und ist in der Mitte des Finanzsystems angekommen.

Genau darin liegt auch die eigentliche Relevanz der Entwicklung. Im Kern geht es längst nicht mehr um Kryptowährungen. Es geht um die Infrastruktur der Finanzwelt von morgen. Diskutiert wurden Themen wie Tokenisierung, Stablecoins, digitale Identitäten, neue Kapitalmarktmodelle und die Frage, wie Finanztransaktionen künftig abgewickelt werden. Viele dieser Entwicklungen stehen noch am Anfang. Dennoch entsteht zunehmend der Eindruck, dass sich hier grundlegende Bausteine einer neuen Finanzarchitektur herausbilden.

Besonders häufig fiel in Paris das Schlagwort Tokenisierung. Die dahinterstehende Idee ist, reale Vermögenswerte digital abzubilden und damit einfacher handelbar, teilbar und zugänglich zu machen. Befürworter sehen darin die Chance auf effizientere Kapitalmärkte und einen leichteren Zugang zu Investitionen. Ob sich diese Vision in vollem Umfang verwirklichen wird, bleibt abzuwarten. Unübersehbar ist jedoch, dass erhebliche Ressourcen und Aufmerksamkeit in diese Richtung fließen.

Für Europa stellt sich dabei eine weit größere Frage als jene nach einzelnen Technologien oder Geschäftsmodellen, nämlich die Wettbewerbsfähigkeit. In den vergangenen Jahren wurde intensiv darüber diskutiert, wie Europa bei künstlicher Intelligenz, Cloud-Infrastruktur oder Halbleitern eine stärkere Rolle einnehmen kann. Weniger Aufmerksamkeit erhält bislang die Frage, wer die Finanzinfrastruktur des digitalen Zeitalters gestaltet.

Dabei sind die Parallelen offensichtlich. Wer die Standards definiert, die Plattformen betreibt und die Infrastruktur kontrolliert, verfügt über einen erheblichen strategischen Vorteil. Wenn Europa digitale Souveränität ernst meint, sollte diese Debatte daher nicht bei KI oder Cloud-Lösungen enden. Sie muss auch den Finanzsektor umfassen.

Die Voraussetzungen dafür wären grundsätzlich vorhanden. Europa verfügt über starke Universitäten, technologisches Know-how, hohe Sparquoten und etablierte Finanzinstitutionen. Gleichzeitig zeigt sich seit Jahren ein wiederkehrendes Muster: Innovationen entstehen häufig in Europa, werden aber anderswo skaliert. Genau deshalb wird es entscheidend sein, Forschung, Unternehmertum, Kapital und Regulierung stärker zusammenzuführen und die Umsetzungsgeschwindigkeit zu erhöhen.

Proof of Talk hat mir vor allem eines vor Augen geführt: Die Diskussion befindet sich an einem anderen Punkt als noch vor wenigen Jahren. Die Frage lautet nicht mehr, ob Blockchain-Technologien jemals relevant werden könnten. Die Frage lautet zunehmend, welche konkreten Anwendungen sich durchsetzen und welche Regionen von dieser Entwicklung profitieren werden.

Ob Blockchain tatsächlich die Finanzwelt grundlegend verändern wird, kann heute niemand mit Sicherheit beantworten. Sicher ist jedoch, dass Banken, Investoren, Unternehmen und Regulatoren diese Möglichkeit mittlerweile ernsthaft diskutieren. Allein das unterscheidet die aktuelle Situation grundlegend von jener vor einigen Jahren.

Gerade deshalb lohnt es sich, die Entwicklungen aufmerksam zu verfolgen. Nicht, weil jede technologische Vision Realität wird. Sondern weil in solchen Phasen oft die Grundlagen jener Infrastrukturen entstehen, die Wirtschaft und Gesellschaft über Jahrzehnte prägen. Die nächste Finanzinfrastruktur wird möglicherweise genau jetzt gebaut. Die entscheidende Frage für Europa lautet daher nicht, ob sie kommt, sondern welche Rolle wir dabei spielen werden.

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