22.09.2025
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Leftshift One: Gründer Patrick Ratheiser übergibt Geschäftsführung an Stefan Horn

Das Grazer KI-Startup Leftshift One meldet den Rückzug von Gründer und CEO Patrick Ratheiser und die Übergabe der Geschäftsführung an Stefan Horn.
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Stefan Horn, Patrick Ratheiser. Foto: Leftshift One

Anfang letztes Jahres gab es bereits einen Wechsel in der Führungsebene: Co-Gründer Stefan Schmidhofer verließ das KI-Startup, das vor allem mit seinem Chatbot myGPT als europäische Alternative für Unternehmen zu ChatGPT bekannt wurde (brutkasten berichtete). Am heutigen Montag, dem 22. September, wurde nun der nächste Rücktritt angekündigt. Nach sieben Jahren übergibt Gründer und CEO Patrick Ratheiser die Geschäftsführung an Stefan Horn. Ratheiser bleibt als Gesellschafter und Berater. Er selbst wolle sich künftig stärker als Gesellschafter, Keynote-Speaker und Universitätslektor widmen.

„Stefan Horn bringt die richtige Energie und Expertise mit, um das nächste Kapitel aufzuschlagen“, schreibt Patrick Ratheiser in seinem Abschiedsbeitrag auf LinkedIn.

Vertriebsausbau, Expansion in den DACH-Raum sowie nach Skandinavien vorantreiben

Horn begleitet das Grazer KI-Startup bereits seit 2020. Er sei ein erfahrener Vertriebsprofi und setze sich drei Ziele: den Vertriebsausbau forcieren, die Expansion nach Deutschland, in die Schweiz und nach Skandinavien vorantreiben und den Mittelstand mit praxisnahen KI-Lösungen unterstützen.

„Wir sind überzeugt: Europäische KI-Anwendungen können nicht nur technologisch mithalten, sondern bieten durch Kundennähe und Vertrauen entscheidende Vorteile“, so Horn.

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Gründer-Duo Josef Chen (l.) und Ivan Tregear (r.) mit dem Roboter Fusion. (c) Kaikaku

Im China-Restaurant seiner Eltern in Linz schälte Josef Chen bereits in seiner Kindheit Kartoffeln und half im Betrieb. Die Idee für sein Startup kam dem Oberösterreicher genau hier: Wiederkehrende Restaurantarbeit mit Robotik zu automatisieren. Über Chens Werdegang hat brutkasten bereits berichtet.

Nach einigen Gründungen verzeichnete Chen durch Kaikaku seinen bislang größten Erfolg: Innerhalb von drei Monaten nach der Gründung im April 2023 konnten dafür bereits 750.000 US-Dollar an Investments eingesammelt werden. Nun gibt der Founder die Übernahme durch das US-Unternehmen Reef, und damit einen erfolgreichen Exit bekannt.

„Kaikaku haben wir in London aufgebaut. Die Idee entstand aber im Restaurant meiner Eltern in Linz. Dass wir jetzt bei Reef daran weiterarbeiten können, macht mich stolz“, sagt Chen.

360 Bowls pro Stunde

Das Herzstück von Kaikaku heißt Fusion, ein modularer Roboter. Im eigenen Bowl-Restaurant Common Room, das bis November 2024 in London geöffnet hatte, wurde der Roboter getestet. Mittlerweile hat Kaikaku fünf Generationen von Fusion entwickelt. Der Roboter portioniert die Zutaten nach Bestellung. Nach Unternehmensangaben schafft die fünfte Generation je nach Konfiguration bis zu 360 Bowls pro Stunde.

30 Mio.-Dollar Bewertung

„Wir haben eine (bisher) unangekündigte Seed-Runde über 4 Millionen Dollar in einer Branche eingesammelt, die die meisten Investoren – ehrlich gesagt – als total unsexy abgeschrieben hatten“, kommentiert der Founder auf LinkedIn. Das Unternehmen wurde nach Angaben von Chen Ende 2025 mit 30. Mio.-US-Dollar bewertet.

Über den jetzigen Verkaufspreis an Reef wird geschwiegen. Was bekannt ist: Kaikaku bringt seine Technologie und sein Kernteam zu Reef.

SoftBank Vision Fund 1 als Investor

Das US-Unternehmen Reef – spezialisiert auf digitale Infrastruktur für Gastronomie und lokale Services – hat seit der Gründung über 1,5 Milliarden US-Dollar Kapital eingeworben. Zu den Investoren zählt unter anderem der 98,6 Milliarden US-Dollar schwere SoftBank Vision Fund 1. Details zur aktuellen Finanzlage, der Eigentümerstruktur oder der genauen Höhe einzelner Beteiligungen lässt Reef in seiner aktuellen Ankündigung allerdings offen.

„Reef ist die Skalierung“

Mit den Worten: „Wir sind nicht hier, um einfach nur einen beeindruckenden Roboter zu bauen. Wir sind angetreten, um zu beweisen, dass die Technologie reif ist, die Unit Economics funktionieren und das Einzige, was jetzt noch fehlt, Skalierung ist. Reef ist diese Skalierung. Bald mehr dazu“, lässt Chen die Zukunft des Unternehmens offen. Was nach Chen jedenfalls feststeht: Im Markt für Gastronomie-Infrastruktur und Kitchen-Tech würde sich derzeit eine Phase hoher Kapitalzuflüsse abzeichnen.

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