18.07.2022

LeaseMyBike: Oberösterreichisches Startup entwarf Dienstrad-Plattform

LeaseMyBike möchte das Fahrrad/E-Bike als Mobilitätsfaktor voranbringen.
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(c) LeaseMyBike - Gerhard Mayrhofer von LeaseMyBike.

Es war der Beginn des ominösen Jahres 2020. Am ersten Jänner trat hierzulande eine Steuerreform in Kraft und Dienstfahrräder waren plötzlich dem E-Dienstauto gleichgestellt. Die Folge: Arbeitnehmer:innen mussten das Dienstrad von da an nicht als geldwerten Vorteil versteuern – auch nicht bei einer ausschließlichen privaten Nutzung. Gerhard Mayrhofer hat gemeinsam mit seiner Frau Ann-Kathrin diesen Wendepunkt erkannt und LeaseMyBike gegründet.

LeaseMyBike: Dienstradleasing-Konzept für Österreich

Der Gründer hat lange in der Digitalisierung und Automatisierung gearbeitet, Ann-Kathrin betreibt selbst seit zehn Jahren ein Fahrradgeschäft. Gemeinsam wollten sie das Konzept des Dienstradleasings den Menschen in Österreich zur Verfügung stellen.

Es begann mit einer Marktanalyse und der Erkenntnis, dass verfügbare Angebote nicht den Anforderungen genügen. Etwa die aufwändige, reine Abwicklung über eine Leasingbank, oder altbekannte Modelle, die entweder Händler massiv benachteiligen, keinen guten Versicherungsschutz bieten, viel Aufwand für Arbeitgeber:innen darstellen oder einfach nicht für die österreichische Gesetzeslage geeignet sind, so die beiden Founder. Die Schlussfolgerung: sie entwickelten ihr eigenes Konzept.

Für die Mayerhofers war bei ihrer Planung eine Win-Win Situation für alle – Händler:innen, Unternehmer:innen und Arbeitnehmer:innen am wichtigsten, um langfristige Kooperationen und Partnerschaften entstehen zu lassen.

Rad-Plattform seit Februar 2022 live

Dass die Abwicklung völlig digital passieren muss, war dem Paar ebenfalls klar, schlanke und schnelle Prozesse sollten im Vordergrund stehen und das Papierchaos der Vergangenheit angehören. Mit dem Ziel: Für Arbeitgeber:innen möglichst wenig Aufwand – für Arbeitnehmer:innen ein Schutz vor Zusatzkosten mittels Versicherungspaket.

Nach einem dreiviertel Jahr dieser Vorarbeit in der Produktentwicklung und Partnerauswahl wurde schlussendlich im Oktober 2021 die LeaseMyBike GmbH gegründet. Nach der Entwicklungsphase ging die Plattform im Februar 2022 live.

Über 200 Fachhändler bei LeaseMyBike

Das Bike-Startup arbeitet heute mit über 200 Fachhändlern in ganz Österreich zusammen – mehrere hundert Firmen, mit in Summe mehr als 35.000 Mitarbeiter:innen, sind aktive Kooperationspartner.

„Der Fokus, eine Dienstleistung zu entwickeln, von der alle Beteiligten profitieren, trägt Früchte. Die Kund:innen schätzen die durchdachte Lösung, die nur wenig Aufwand verursacht, einen großen Benefit für alle bietet und hinterher keine versteckten Kosten mit sich bringt. Wer sich diesen Sommer noch für ein neues Fahrrad entscheidet, kommt an unserem Dienstradleasing-Konzept nicht vorbei“, so die beiden Gründer:innen.


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Noxtua-Gründer Leif-Nissen Lundbæk und Manz-Geschäftsführerin Susanne Stein-Pressl | © Kidizin Sane
Noxtua-Gründer Leif-Nissen Lundbæk und Manz-Geschäftsführerin Susanne Stein-Pressl | © Kidizin Sane

Das Berliner Legal-Tech-Scaleup Noxtua hat seine Series-C-Finanzierungsrunde mit einem Volumen von mehr als 100 Millionen Euro abgeschlossen. Es ist die bislang größte Geldspritze für ein Rechts-KI-Unternehmen in Deutschland. Im Zuge der Kapitalerhöhung übernimmt der deutsche Fachverlag C.H.Beck die Mehrheit an dem Unternehmen, während die Wiener Manz’sche Verlags- und Universitätsbuchhandlung als neuer Investor einsteigt.

Susanne Stein-Pressl, geschäftsführende Gesellschafterin bei Manz, ordnet den Schritt in die Unternehmensgeschichte ein: „Seit mehr als 40 Jahren nimmt Manz eine Pionierrolle in der Digitalisierung des Rechtswesens ein“. Das Investment sei vor diesem Hintergrund eine konsequente Fortführung der eigenen Digitalisierungsstrategie. „Deshalb ist für uns die Investitionsrunde der nächste logische Schritt“, so Stein-Pressl.

Manz mit langer Digitalisierungs-Geschichte

Für den 1849 in Wien gegründeten Fachverlag fügt sich die Beteiligung in eine Reihe bestehender Innovationen ein. Manz führte bereits 1986 die Rechtsdatenbank (RDB) in Österreich ein und stellte Anfang 2025 mit „Genjus KI“ einen eigenen Rechercheassistenten vor. Seit 2025 kooperiert der Verlag zudem operativ mit Noxtua an der Lösung „Manz-Noxtua“, um Fachinformationen auf einer gemeinsamen Plattform zu bündeln.

Mit dem Einstieg will das Wiener Verlagshaus die Qualitätsstandards juristischer Inhalte auch im KI-Zeitalter sichern. „Vertrauenswürdige Inhalte der Rechtsverlage bilden dabei schon immer das Fundament, auf dem Rechtsexpertinnen und -experten in ganz Europa arbeiten und das es zu schützen gilt“, betont Stein-Pressl. Als Verlag sehe sich Manz als Garant für die Wahrung dieser Qualität.

Gesellschafterkreis von Noxtua formiert sich um

Die Mehrheit der Anteile liegt nach dem Abschluss der Runde bei C.H.Beck. Der Münchner Traditionsverlag war bereits im April 2025 bei der Series B als Hauptinvestor eingestiegen. Klaus Weber aus der Gesamtgeschäftsführung von C.H.Beck begründet die Aufstockung mit den Veränderungen im Markt: „Die Verbindung qualitativ hochwertiger Daten mit innovativer KI-Technologie ist das Erfolgsrezept in einem sich rasch wandelnden Markt“. Zudem betont er die strategische Ausrichtung der Partner: „Für uns als Traditionsverlag ist dieses Engagement gemeinsam mit Manz auch eine Investition in die Zukunft des Rechts“.

Parallel zum Wechsel der Mehrheitsbeteiligung wird die Gesellschafterstruktur neu geordnet. Bisherige Wagniskapitalgeber wie die Global Brain Corporation, der KDDI Open Innovation Fund sowie Einzelinvestor Dominik Schiener scheiden als Eigner aus. Auch die Wirtschaftskanzleien CMS und Dentons geben ihre Anteile ab, verbleiben aber laut Unternehmensangaben als Ankerkunden. CMS hatte die Entwicklung der Software 2024 mitinitiiert.

Internationale Expansion

Noxtua wurde 2017 auf Basis von Forschung an der Universität Oxford und dem Imperial College London von Leif-Nissen Lundbæk und Michael Huth gegründet. Nach Unternehmensangaben beschäftigt das Scaleup derzeit rund 100 Mitarbeiter:innen an sechs europäischen Standorten – darunter Berlin, Paris, Stockholm, Zagreb, München und Fribourg – und kommt auf mehr als 30.000 Nutzerinnen und Nutzer.

Das frische Kapital soll laut Aussendung vor allem in die Weiterentwicklung der spezialisierten Arbeitsbereiche sowie in die Expansion in weitere europäische Märkte fließen. Die Software deckt typische juristische Arbeitsabläufe wie Recherche, Analyse und Dokumentenerstellung ab und greift dabei auf Daten lizenzierter Fachverlage zurück.

Leif-Nissen Lundbæk, CEO und Gründer von Noxtua, kommentiert den Abschluss der Runde: „Wir entwickeln Noxtua basierend auf den exklusiven Inhalten führender Fachverlage vom ganzen Kontinent und haben so u.a. bereits Europas größte Rechtsdatenbank und Europas größtes Netzwerk unabhängiger Rechtsverlage aufgebaut“. Die Vertiefung der Partnerschaft ordnet er als Signal ein: „Die gemeinsame Investition von C.H. Beck und Manz in Noxtua ist deshalb auch ein starkes Zeichen an den Markt“.

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