22.09.2015

Launch von Knowbie.io: Startup-Mentoren antworten auf Fragen per Video

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Larisa Stanescu und Eva Krizsantis haben knowbie.io ins Leben gerufen.

Wer selbstständig werden möchte, an Idee und Konzept arbeitet oder sich bereits in der Gründungsphase befindet, kennt das Problem: Man hat meist mehr Fragen, als Antworten. Jene, die noch keine Mentoren an der Seite wissen oder keine Zeit haben, sich bei Community-Get2gethers wie dem Austrian Startups Stammtisch auszutauschen, verschwenden oft zu viel Zeit mit der Suche nach einer geeigneten Lösung. Oft sind es nämlich die kleinen, unbedeutend anmutenden Fragen, die einen anstehen lassen.

Larisa Stanescu und Eva Krizsanits kennen diese Problematik von iNiTS, wo sie täglich mit Startups konfrontiert waren. Noch während sie dort ihrem Brotberuf nachgegangen sind, haben sie das Projekt „Girls n‘ Code“ gestartet: Eine Online-Anleitung via Video-Tutorials zum Website-Erstellen.

„Wir haben bei unserem ersten Projekt festgestellt, dass Tag für Tag neue Fragen aufgepoppt sind, die wir uns teilweise selbst durch mühsame Recherche beantwortet haben. Und obwohl es schön ist, Schritt für Schritt und auf eigene Faust Erfahrungen zu machen, wäre es doch manchmal ganz praktisch, von den Erfahrungen anderer zu profitieren, die schon einen ähnlichen Weg gegangen sind“, so Co-Founderin Eva Krizsanits. Darum haben die beiden knowbie.io ins Leben gerufen.

Auf der Video-Plattform kann man Fragen stellen, die von passenden „Knowbies“ (Berater) via Kurzvideos beantwortet werden. Damit werden bereits erfahrene Gründer, Mentoren, Business Angels „vor die Kamera geholt“, die Gründern bei der Antwortsuche helfen und Einblick in ihre persönliche Geschichte geben. Mit jeder neuen Frage, wächst somit auch die Plattform.

„Als wir damit begonnen haben Gespräche mit erfahrenen Entrepreneuren aus der Startup-Szene zu führen, haben wir festgestellt, dass wir durch deren persönliche Ratschläge enorm an Tempo zugelegt haben. Knowbie ist praktisch aus unserem Bedürfnis entstanden, Antworten auf unsere (Business-)Fragen zu bekommen.“

Wie das funktioniert: Pro Woche soll ein/e Knowbie vorgestellt werden. Das soll sich auch nicht auf Österreich beschränken, denn die beiden jungen Frauen planen gleich zu Beginn Reisen nach Bratislava, Berlin oder Budapest angedacht. Auf der Plattform soll Diversität eine große Rolle spielen und daher auf ein ausgewogenes Gleichgewicht zwischen Frauen und Männern, Nationalitäten, Branchen etc. geachtet werden. „Wir wissen, dass es zu jeder Frage unterschiedliche Sichtweisen gibt. Diese hängen maßgeblich von den persönlichen Erfahrungen ab, die natürlich von länderspezifischen Gegebenheiten, Mindsets, Geschlecht, Alter usw. beeinflusst werden“, erklärt Krizsanits.

Knowbie soll jeder werden können, denn es geht um Personen mit Erfahrung in einem gewissen Gebiet oder speziellen Branchen-Insights. Menschen, die ihre Learnings & Fails teilen möchten und damit anderen Gründern helfen. Knowbies selbst sollen jeweils zwei neue Knowbies nominieren – so soll das Netzwerk weiter wachsen.

Die ersten Knowbies gibt es bereits, die ihnen zugeteilten Fragen wurden im Vorfeld via Facebook, Twitter und E-Mail ermittelt.

Eine Auswahl der ersten Videos findet man auf der Website und hier:

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(v.l.) John Brady von poptop, Fußballprofi Thomas Müller als Star-Investor sowie Christian Bezdeka und Marcus Ihlenfeld von woom. (c) poptop

„Niederösterreich, es war schön. Aber ihr habt einfach zu wenige gute Leute.“ Mit diesem Satz, versehen mit einem Herz-Emoji, hat John Brady auf LinkedIn den Umzug seines Startups kommentiert. poptop hat den Mietvertrag für ein Büro in 1050 Wien unterschrieben, ab September 2026 arbeitet das Team dort. In dasselbe Büro zieht soundslikeaplan, das Programm der beiden poptop-Mitgründer Marcus Ihlenfeld und Christian Bezdeka.

poptop wurde 2023 von Ihlenfeld, Bezdeka und Brady gegründet und entwickelt Kindermöbel, darunter einen mechanisch höhenverstellbaren Kinderschreibtisch, der ohne Strom auskommt. Im zweiten vollen Geschäftsjahr lag der Umsatz bei mehr als zwei Millionen Euro, für 2026 peilt das Unternehmen sechs Millionen Euro und erstmals Profitabilität an. Seit 2025 ist Fußballprofi Thomas Müller, über eine siebenstellige Finanzierungsrunde, als Investor an Bord. Das Tagesgeschäft liegt von Beginn an bei Brady als CEO, Ihlenfeld und Bezdeka verantworten Produktvision und Design.

Bekannt sind die beiden vor allem durch woom: 2013 in einer Wiener Garage gegründet, ab 2015 von Klosterneuburg aus gewachsen und im Geschäftsjahr 2025 bei rund 149 Millionen Euro Umsatz. Aus der operativen Führung des Kinderfahrradherstellers haben sie sich 2022 zurückgezogen, seither sind sie dort Miteigentümer und im Beirat. Seit 2025 geben sie mit soundslikeaplan ihr Wissen an andere Gründer:innen weiter. Es ist das einzige der drei Unternehmen, das sie selbst operativ betreiben, und der Grund, warum sie beim Wiener Büro mit an Bord sind.

„Wenn du schnell sein willst, musst du im selben Raum sitzen“

Bisher waren die Teams auf zwei Standorte verteilt: Operations und Marketing von poptop in Traiskirchen, die Produktentwicklung gemeinsam mit dem soundslikeaplan-Team im 19. Wiener Gemeindebezirk. Was nach Arbeitsteilung aussah, sei in Wahrheit ein Effizienzproblem gewesen, heißt es in einer Aussendung: Meetings über zwei Standorte hinweg, Wege, die niemand fahren wollte, Entscheidungen, die zu lange dauerten. „Wenn du schnell sein willst, musst du im selben Raum sitzen. Punkt“, sagt Brady. Es sei der vierte Umzug in drei Jahren.

Zwölf Mitarbeiter:innen, doppelt so viele bis 2028

Den Wechsel nach Wien begründet Brady mit dem Personalbedarf. poptop wachse und brauche qualifizierte Leute, in Niederösterreich sei das schwieriger als nötig. „Niederösterreich hat uns gut behandelt. Aber der Talentpool in Wien ist um ein Vielfaches größer. Wenn wir das Team aufbauen wollen, das poptop in den nächsten Jahren braucht, führt kein Weg an einem zentralen Wiener Standort vorbei“, so der CEO.

Konkret zählt poptop nach eigenen Angaben aktuell zwölf Mitarbeiter:innen. Bis 2028 soll sich das Team verdoppeln, Schwerpunkte sind laut Brady Produktentwicklung sowie Marketing und Sales.

Auch woom hat Niederösterreich verlassen: Das Unternehmen übersiedelte im Februar 2024 von Klosterneuburg in den 19. Wiener Gemeindebezirk, 155 der 162 Beschäftigten wechselten mit. Der Grund war damals allerdings ein anderer, die Geschäftsführung führte Platzmangel an. Ihlenfeld und Bezdeka waren zu diesem Zeitpunkt bereits nicht mehr operativ tätig.

Ausgelagert wird die Endmontage, nicht die Produktion

In der Aussendung heißt es, Produktion und Fulfilment würden komplett ausgelagert. Auf Nachfrage von brutkasten präzisiert Brady das: Die Kernproduktion sei immer extern gelaufen, mit den bestehenden Zulieferern arbeite poptop schon bisher zusammen. In Traiskirchen habe das Unternehmen lediglich die Endmontage einzelner Produkte selbst gemacht, und die übernehmen künftig ebenfalls die Zulieferer. „Es geht also nicht um eine Verlagerung eigener Produktion, sondern um die Bündelung von Arbeitsschritten“, sagt der CEO.

Bis Ende Oktober sollen alle Produkte verkaufsfertig an den neuen Fulfilment-Partner Quivo gehen und von dort direkt zu den Kund:innen. Hinter Quivo steht die Wiener LOGSTA GmbH, deren Fulfilment-Center beim Flughafen Schwechat liegt. Die Logistik bleibt damit in Österreich. Parallel baut poptop laut Brady einen zusätzlichen Produktionspartner in Serbien auf, der bereits im Herbst starten soll. Damit stehe die Fertigung künftig auf zwei Beinen – Asien und Europa – und das Unternehmen werde lieferfähiger und flexibler.

Marcus Ihlenfeld begründet den Schritt in der Aussendung so: „Unsere Stärke liegt in Produktentwicklung und Marketing. Das [Anm. Fertigung] können andere besser. Und je früher man das akzeptiert, desto besser.“

Eine Stelle fällt weg

In Produktion und Fulfilment arbeiten nach Angaben von Brady aktuell zwei Personen, im Operations-Team zwei weitere. Eine Stelle im Fulfilment fällt bis Jahresende weg. Eine Person betreut künftig von einem externen Standort aus das gesamte Retourenmanagement und bleibt an Bord. Das zweiköpfige Operations-Team wechselt nach Wien und soll verstärkt werden, weil die Steuerung der externen Produktions- und Fulfilment-Partner mehr Gewicht bekommt. Den Standort Traiskirchen gibt poptop bis Ende Oktober vollständig auf.

Werkstatt und Schauraum ziehen mit

Die Produktentwicklungswerkstatt zieht mit und soll am neuen Standort mehr Platz bekommen. Prototypen sollen künftig direkt neben dem Büro gebaut, getestet, verworfen und neu gemacht werden. Dazu kommt laut Aussendung ein Schauraum, in dem Eltern und der Fachhandel die Produkte direkt am Standort testen können.

Für soundslikeaplan entsteht am neuen Standort außerdem ein eigener Schulungsraum. „Wir haben zehn Jahre lang jede Lektion selbst durchgemacht, mit allen Umwegen und Schmerzen“, sagt Christian Bezdeka. „Wenn wir anderen Gründern ein paar dieser Umwege ersparen können, ist schon viel gewonnen. Dafür brauchen wir einen Raum, in dem das persönlich passiert. Und den haben wir jetzt.“

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