05.06.2020

LanzaJet: 85 Mio. US-Dollar Budget für „nachhaltigen Flugzeug-Treibstoff“

LanzaTech aus Chicago arbeitet seit rund 15 Jahren an nachhaltigen Treibstoffen aus Recycling-Gasen. Mit LanzaJet wurde nun ein Tochter-Unternehmen speziell für Flugzeug-Treibstoff ausgegründet und von Investoren gleich mit Kapital und weiteren Zusagen ausgestattet.
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LanzaJet - Chicago-Unternehmen holt Kapital für nachhaltigen Flugzeug-Treibstoff
(c) fotolia.com - whitelook

Das kürzlich gegründete und gestern gelaunchte US-Unternehmen LanzaJet hat sich das ambitionierte Ziel gesetzt, ökologisch vertretbaren Flugzeug-Treibstoff zu entwickeln und auf den Markt zu bringen. Ferne Zukunftsmusik? Nicht ganz, denn das Alter der Firma täuscht. Im Hintergrund steht das in Chicago ansässige BioTech-Unternehmen LanzaTech, das seit rund 15 Jahren an nachhaltigen Treibstoffen auf Basis unterschiedlicher Recycling-Ressourcen arbeitet. Und für die neue Ausgründung LanzaJet gibt es, wie TechCrunch berichtet, bereits Investmentzusagen über 85 Millionen US-Dollar vom japanischen Mischkonzern Mitsui & Co und dem kanadischen Öl- und Gas-Konzern Suncor Energy. Dazu kommen weitere 14 Millionen US-Dollar Förder-Gelder. Zudem besteht eine Kooperation mit der japanischen Fluglinie All Nippon Airways.

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LanzaJet: 25 Mio. US-Dollar für Pilot-Fabrik für nachhaltigen Flugzeug-Treibstoff

In einer ersten Tranche werden LanzaJet 25 Millionen US-Dollar zu Verfügung stehen, um eine Pilot-Fabrik umzusetzen. Diese soll dann jährlich knapp unter 40 Millionen Liter (Zehn Millionen US-Gallonen) „nachhaltigen Flugzeug-Treibstoff“ und „erneuerbaren Diesel“ herstellen. Zum Vergleich: Ein Airbus A380 verbraucht auf einem Transatlantik-Flug (Westeuropa-Ostküste) etwas über 100.000 Liter Kerosin.

Abgase, städtischer Müll und Industrie- und Agrar-Abfälle als Rohstoffe

LanzaTech bezeichnet sich selbst als führend im Bereich Synthesegas-Fermentation, einem Prozess bei dem mit Hilfe von Mikroorganismen Gase wie Ethanol hergestellt werden, auf das auch das unternehmen fokussiert. Als Ausgangsstoff genutzt werden vom BioTech dazu etwa Industrie-Abgase oder synthetische Gase aus städtischem Müll, organischen Industrie-Abfällen bzw. Agrar-Abfällen. Man könne auf diese Weise rund 100 Chemikalien herstellen, heißt es von LanzaTech, wobei man mit der Ausgründung LanzaJet nun den oben beschriebenen Fokus setzt.

LanzaTech: Recycling für „zirkulärere Kohlenstoff-Ökonomie“

Generell will das US-Unternehmen eine „zirkulärere Kohlenstoff-Ökonomie“ realisieren. Dabei gelte es aber zu beachten, Ethanol-Quellen zu finden und zu nutzen, die tatsächlich niedrige CO2-Emissionen verursachen, erklärt CEO Jennifer Holmgren gegenüber TechCrunch. Dazu arbeite man mit unabhängigen Organisationen aus dem Bereich erneuerbare Energie zusammen. Die Ausgründung von LanzaJet sei erfolgt, um mit dem neuen Unternehmen Rohstoffe anderer Anbieter zuzukaufen und damit weitere Unternehmen dazu zu motivieren, an Ethanol-Quellen mit niedrigem CO2-Fußabdruck zu arbeiten, so Holmgren.

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Die DropForce-Gründer Jakub Hamdard und Christian Mühl | (c) DropForce
Die DropForce-Gründer Jakub Hamdard und Christian Mühl | (c) DropForce

Es gibt für sie unzählige Einsatzmöglichkeiten, in den vergangenen Jahren dominieren sie aber vor allem eines: die Kriegsberichterstattung. Drohnen sind nicht nur zum Sinnbild für moderne Kriegsführung geworden, sondern auch zu einer Produktkategorie, die europäischen Scaleups mitunter Milliardeninvestments einbringt. Von dieser Kategorie ist das Wiener Startup DropForce aktuell noch weit entfernt, das Konzept, mit dem es antritt, ist aber durchaus ambitioniert und vor allem neu.

Drohne aus dem 3D-Drucker im Van oder Container

„Alle anderen Drohnen-Anbieter haben eine zentrale Fabrik und brauchen für den Bau einer Drohne meistens viel länger als nötig. Wir haben unsere Drohne so konzipiert, dass man sie von überall aus bauen kann”, sagt Jakub Hamdard. Er hat DropForce gemeinsam mit Christian Mühl gegründet. Beide bringen dabei Berufserfahrung aus dem Aerospace-Bereich mit.

Ein weiterer großer Unterschied zu anderen Anbietern: „Bei anderen Drohnen sind die Teile zusammengelötet. Daraus ergeben sich viele Fehlerquellen. Außerdem sind sie stark auf chinesische Bauteile angewiesen, die oft nicht halten, was sie versprechen”, so Hamdard. Die DropForce-Drohne kommt dagegen ohne Löten aus. Die Strukturteile und Module, etwa Kamera-Aufsätze, kommen aus dem 3D-Drucker; Platinen, Motoren und Propeller werden in Europa produziert und vom Startup als Bausatz dazugeliefert. „Man kann die Teile im 3D-Drucker aktuell in ca. 20 Minuten drucken und braucht dann zehn bis 15 Minuten, um die Drohne zusammenzubauen”, sagt der Gründer.

Und dieser Vorgang soll künftig eben nicht in einer einzelnen Fabrik, sondern in kompakten Einheiten direkt beim Kunden passieren, in einem Van oder Container, so die Vision. Denkt man an den DefenseTech-Bereich, heißt das: direkt an der Front. Die Vans bzw. Container sollen dann verkauft, die Produktion lizenziert werden. „Mit dem Van wäre man komplett mobil. Er kann direkt am Einsatzort innerhalb von Minuten Drohnen produzieren, die dann gleich losstarten können”, skizziert Hamdard.

So ein Einsatzort könnte etwa auch der Schauplatz einer Naturkatastrophe sein. In der Kundenansprache fokussiere man aber aktuell primär auf den Verteidigungsbereich. Dort will man, wenn alles nach Plan läuft, um den Jahreswechsel in die ersten Pilotprojekte starten.

Sechsstelliges Investment von BarnVentures und deutscher LNX GmbH

Bereits im Sommer holte sich DropForce für seine Expansionspläne auch ein Investment. BarnVentures rund um Filip Zganjer und die deutsche LNX GmbH stiegen mit einem sechsstelligen Betrag ein und sicherten sich jeweils 20 Prozent am Unternehmen. „Die Idee von einer dezentralen Massenproduktion im Baukasten-System hat mir so gut gefallen. Eine zentrale Produktionsstätte ist in Zeiten wie diesen gefährlich”, kommentiert Zganjer im Gespräch mit brutkasten. Das Startup unterstütze man nun nicht nur mit Geld, sondern auch durch Beratung.

Das Kapital sei bislang vor allem in die Weiterentwicklung, aber auch in Personalkosten geflossen, sagt Hamdard. Zudem sei man aktuell auch im Prozess der Patentanmeldung. Und auch an weiteren Drohnen-Modellen arbeite man bereits. Denn, so die Vision: „Kunden können sich später dann aus einem Portfolio genau die Drohnen aussuchen, die sie gerade brauchen. Wir haben schon einige Ideen, was man machen kann.”

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LanzaJet: 85 Mio. US-Dollar Budget für „nachhaltigen Flugzeug-Treibstoff“

  • Das kürzlich gegründete und gestern gelaunchte US-Unternehmen LanzaJet hat sich das ambitionierte Ziel gesetzt, ökologisch vertretbaren Flugzeug-Treibstoff zu entwickeln und auf den Markt zu bringen.
  • Im Hintergrund steht das in Chicago ansässige BioTech-Unternehmen LanzaTech, das seit rund 15 Jahren an nachhaltigen Treibstoffen auf Basis unterschiedlicher Recycling-Ressourcen arbeitet.
  • In einer ersten Tranche werden LanzaJet 25 Millionen US-Dollar zu Verfügung stehen, um eine Pilot-Fabrik umzusetzen.
  • Diese soll dann jährlich knapp unter 40 Millionen Liter „nachhaltigen Flugzeug-Treibstoff“ und „erneuerbaren Diesel“ herstellen.
  • Generell will das US-Unternehmen eine „zirkulärere Kohlenstoff-Ökonomie“ realisieren.
  • Die Ausgründung von LanzaJet sei erfolgt, um mit dem neuen Unternehmen Rohstoffe anderer Anbieter zuzukaufen und damit weitere Unternehmen dazu zu motivieren, an Ethanol-Quellen mit niedrigem CO2-Fußabdruck zu arbeiten, so CEO Jennifer Holmgren.

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