17.11.2025
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LANNER Media connects Wien und Kärnten

Beim ersten Netzwerktreffen „Kärnten Connects Wien“, organisiert von LANNER Media, wurde deutlich, dass die neue Südbahn mehr ist als ein Infrastrukturprojekt: Sie ist ein Impuls für Wirtschaft, Forschung und Startups.
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Das erste Netzwerktreffen „Kärnten Connects Wien“ fand im KELSEN im Parlament statt. | © LANNER Media

Mit der Koralmbahn und dem Semmering-Basistunnel wachsen die Bundeshauptstadt und der Süden enger zusammen – sowohl wirtschaftlich als auch kulturell. Das Event „Kärnten Connects Wien“ im Parlament machte spürbar, was diese neue Verbindung bedeutet: Aufbruchsstimmung, Kooperation und ein gemeinsamer Blick in die Zukunft. Rund 150 Vertreter:innen aus Politik, Wirtschaft und Gründerszene folgten der Einladung von Lanner Media, um die neue Dynamik zwischen Kärnten, Wien und dem Alpe-Adria-Raum zu diskutieren. Für Gastgeber Andreas und Sebastian Lanner steht das Event sinnbildlich für die neue Zeit: „Wir können keinen Tunnel graben, aber Brücken bauen.“

Zwei Stunden und 40 Minuten

Ab 2030 dauert die Zugfahrt von Klagenfurt nach Wien nur mehr zwei Stunden und 40 Minuten. Schon ab Dezember 2025 verbindet die Koralmbahn Klagenfurt und Graz in nur 41 Minuten. Für Kärntens Landeshauptmann Peter Kaiser ist das „ein epochales Projekt“, wie er beim Netzwerkevent betonte. Mit einem Augenzwinkern fügte er hinzu: „Wien ist mit rund 80.000 Kärntnerinnen und Kärntnern die zweitgrößte Stadt Kärntens.“

Kaiser sieht in der Bahn nicht nur ein Infrastrukturprojekt, sondern einen Impuls für Wirtschaft, Arbeit, Kultur und Startups: „Ich habe nur eine Bitte: Nutzen wir diese immensen Chancen gemeinsam – schlagen wir dem Dauerpessimismus ein Schnippchen.“

Auch Wiens Bürgermeister Michael Ludwig betonte die menschliche Dimension: „Die Verbindung der Menschen ist das Wichtigste.“ Als überzeugter Europäer erinnere er daran, dass Vernetzung mit den Nachbarregionen in Italien und Slowenien wesentlich sei, „um unsere wirtschaftliche Kraft aufrechtzuerhalten“.

l.n.r.: Andreas Lanner, Michael Ludwig, Peter Kaiser und Sebastian Lanner | © LANNER Media

Vernetztes Ökosystem

Die vier Panels, moderiert von brutkasten-Gründer und -CEO Dejan Jovicevic, zeigten, wie stark die Innovationsachse zwischen Kärnten und Wien bereits pulsiert. Denn Kärnten ist längst mehr als eine Tourismusregion: Es gibt ein wachsendes Innovationsökosystem mit Hightech-Industrie, Forschung und internationaler Vernetzung. Claudia Mischensky, Vize-Generalsekretärin der Industriellenvereinigung, sieht in der neuen Bahn eine Riesenchance: „In Kärnten zu leben, in Kärnten zu arbeiten und in Kärnten Ausbildung zu genießen – das ist eine wunderbare Kombination. Durch die Koralmbahn und den Semmeringtunnel wird dieses Netzwerk noch enger.“

Für die Startup-Szene bedeutet die neue Verbindung auch eine stärkere Kollaboration zwischen Leitbetrieben und Gründer:innen. Kambis Kohansal Vajargah, Head of Startup-Services der WKO, sagte dazu: „Es geht am Ende des Tages um die besten Köpfe. Kürzere Wege und flexiblere Modelle werden eine neue Dynamik bringen – und Sichtbarkeit für den gesamten südösterreichischen Raum.“

Innovation entlang der Achse

Das Wissensdreieck zwischen Forschung, Wirtschaft und Bildung spielt hier eine entscheidende Rolle. Thereza Christina Grollitsch von der Kärntner Standortagentur BABEG verwies auf konkrete Erfolge: Technologieparks, Forschungscluster und internationale Ansiedlungen entlang der Bahnlinie. „Das ist eine Mega-Chance. Man muss nicht mehr entscheiden, ob man in Wien oder in Kärnten leben will – man kann beides.“

Die Bedeutung der Südbahn wurde auch aus Unternehmer:innensicht beleuchtet. „In Wien hast du Kapital und Netzwerk, in Kärnten Fokus und Tatendrang. Mit der neuen Zugverbindung verschwinden Distanzen – das ist ein Booster für digitale Souveränität und neue Arbeitsmodelle”, sagte Alexander Windbichler, CEO von Anexia.

Für die Industrie sei das Potenzial ebenso groß. Reinhard Draxler, Vorstand der Kelag, sprach von Investitionen in grüne Energie und digitale Infrastruktur. Elektrizität und Vernetzung seien nämlich die Grundlage jeder Innovation. Kärnten könne somit zum Energie- und Datenknoten im Süden Österreichs werden.

Neuer Wirtschaftsraum entsteht

Die Südbahn schafft einen neuen, zusammenhängenden Wirtschaftsraum zwischen Wien, Klagenfurt und Graz. Der Ballungsraum Klagenfurt/Villach bildet mit rund 300.000 Menschen einen Zentralraum, der künftig ähnlich dynamisch werden könnte, wie Graz.

Auch strukturschwache Regionen entlang der Strecke – etwa Wolfsberg oder südsteirische Gemeinden – profitieren. Was heute noch Abwanderungsgebiete sind, könnte zu neuen Zuwanderungs- und Unternehmensstandorten werden. Wiener Betriebe könnten sich dort ansiedeln und von der Nähe zu Italien, Slowenien und den Märkten des Westbalkans profitieren.

Mehrfach betont wurde auch die internationale Bedeutung der Strecke: Die ausgebaute Südstrecke ist Teil der baltisch-adriatischen Achse, der zweitstärksten Nord-Süd-Güterverbindung Europas. Damit positioniert sich Kärnten als entscheidender Knotenpunkt zwischen Zentral- und Südeuropa.

Brückenbauer

Der Abend im Parlament verband Genuss – Kärntner Slow Food und Wiener Schmankerln – mit politischem und wirtschaftlichem Optimismus. Musikalisch sorgte das „Bläserquartett Kärnten & Wien“ unter der Leitung von David Lanner für die Verbindung der Töne.

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Mit Ignite Ventures ist die WU eine von fünf Hochschulen, die im Rahmen von Modul 1 der Spin-off Initiative eigene Beteiligungsstrukturen aufgebaut haben. | (c) BOAnet_LC

Österreichs Hochschulen sollen als Quelle neuer Unternehmen an Schlagkraft gewinnen. Im Rahmen von Modul 1 der Spin-off Initiative unterstützt das Austria Wirtschaftsservice (aws) dafür ausgewählte Hochschulen mit einer Anschubförderung von insgesamt 1,5 Millionen Euro beim Auf- und Ausbau professioneller Ausgründungs- und Beteiligungsstrukturen, die internationalen Standards entsprechen.

Finanziert wird die Förderung aus Mitteln der Nationalstiftung für Forschung, Technologie und Entwicklung (Fonds Zukunft Österreich), die Projektlaufzeit beträgt rund drei Jahre. Ziel ist es, akademische Spin-offs frühzeitig auf Gründungs- und Skalierungstauglichkeit vorzubereiten und damit jene strukturelle Lücke zu schließen, die Österreich im internationalen Vergleich seit Jahren aufweist.

Was die einzelnen Häuser vorweisen

Die BOKU University begleitet mit der hundertprozentigen Tochter Connective Base GmbH Spin-offs und Startups aus dem universitären Umfeld vom ersten Prototyp bis zum Exit. Im ersten Jahr wurden gemeinsam mit internationalen Expert:innen die rechtlichen und strukturellen Grundlagen für einen professionellen und raschen Ausgründungs- und Investmentprozess geschaffen. Erste Beteiligungen und Spin-offs befinden sich laut Aussendung bereits in Umsetzung.

An der JKU wurde im September 2025 die JKU Technology Transfer GmbH (TTG) gegründet. Als Teil des House of Research and Innovation (HoRI) entwickelt sie Schutzrechts- und Verwertungsstrategien, initiiert Kooperationen mit Unternehmen und begleitet Forschende auf dem Weg zum Spin-off.

Das 2024 gegründete MedLifeLab der Medizinischen Universität Innsbruck begleitet Wissenschaftler:innen und Gründer:innen in den Bereichen Life Sciences, MedTech und BioTech von der Idee bis zur marktreifen Lösung, von Technologietransfer und IP-Management bis zu Unternehmensgründung und Finanzierung. Über Bildungsangebote und Community Building soll ein Ökosystem entstehen, das Tirol regional und international vernetzt.

Die TU Wien hat mit NOCTUA Science Ventures gemeinsam mit Speedinvest einen eigenen Spin-off-VC-Fonds aufgebaut. Er soll mehr als 40 österreichische Spin-offs finanzieren und bis Ende 2026 ein Zielvolumen von bis zu 25 Mio. Euro erreichen. Bis dato wurden über 200 österreichische Spin-offs gesichtet und evaluiert. Über die technischen Hochschulen der TU Austria als Gesellschafter und Partner soll eine tiefe Verankerung in den Universitäten sichergestellt werden.

WU Ignite Ventures setzt bereits am sogenannten „Ignite Moment“ an. Gründer:innen erhalten bis zu 50.000 Euro Pre-Seed-Kapital in zwei Tranchen über ein gründerfreundliches SAFE-Instrument, dazu Zugang zum WU-Netzwerk und eine Alumni-Co-Investment-Plattform. Drei Investments wurden bereits getätigt, zudem startete gemeinsam mit VC-Partnern ein VC Analyst Program für WU-Studierende.

Tipp der Redaktion

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