30.05.2022

Linzer InsurTech Lamie expandiert in über 10 Länder & zählt 600.000 Kund:innen

Der österreichische Digitalversicherer Lamie hat sich auf die Implementierung von digitalen Versicherungsprozessen in versicherungsfremde Unternehmen spezialisiert. Mittlerweile ist das Scaleup aus Linz in über zehn Ländern aktiv.
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(c) Lamie

Lamie wurde ursprünglich im Jahr 2015 von den beiden Brüdern Christian und Roland Pedak gegründet. In den letzten Jahren hat sich der Digitalversicherer aus Linz zu Österreichs führendem  full-stack InsurTech entwickelt, wobei das Unternehmen einen B2B2C-Schwerpunkt verfolgt. Dabei werden unter anderem digitale Versicherungstechnologien in bereits vorhandene Kunden-Ökosysteme versicherungsfremder Unternehmen integriert.

Zu den Partnern zählt beispielsweise der Mobilfunkanbieter Drei. So können sich Kund:innen seit 2020 bei Abschluss eines Internetvertrags auch zeitglich gegen Onlinebetrug versichern lassen. Aber auch die automatische Aktivierung eines Reiseversicherungsschutzes im Ausland basierend auf Roaming Daten von Mobilfunkanbietern ist möglich.

Lamie setzt beim Wachstum auf Bootstrapping

Das Unternehmen verzeichnete in den letzten ein rasantes Wachstum und vollzog erfolgreich einen Markteintritt in Osteuropa. Das Besondere: Bisher finanzierte das Unternehmen sein Wachstum aus eigenen Mitteln. Zudem zählt das Lamie mittlerweile über 70 Mitarbeiter:innen und bietet seinen Service in über zehn Ländern an.

Das Wachstum untermauerte das InsurTech nun mit konkreten Wirtschaftskennzahlen. Demnach beläuft sich das gebuchte Prämienvolumen im Jahr 2021 auf rund 24,8 Millionen Euro (2017 betrug das Volumen noch 15,1 Millionen Euro). Damit schafft Lamie erstmalig den Aufstieg in die europäische FinTech Top-Liga. Laut den InsurTech-Daten von Finanz-Szene belegt Lamie umsatzmäßig aktuell Platz 11 im europäischen FinTech/InsurTech-Ranking. Platz Eins entfällt auf Sumup mit 387 Millionen Euro, gefolgt von N26 mit 128,1 Millionen Euro und WeFox mit rund 119 Millionen Euro.

600.000 Kund:innen & weitere Markteintritte geplant

Neben dem gebuchten Prämienvolumen machte das Unternehmen auch Angaben zu seiner wachsenden Kundenbasis. Mittlerweile zählt das Scaleup 600.000 Kund:innen in insgesamt zehn Ländern. Neben Österreich und Deutschland ist Lamie mit seinen B2B2C-Kooperationen beispielweise in Slowenien, Kroatien, Bulgarien oder Serbien aktiv.

„Mit unseren Markteintritten innerhalb und sogar außerhalb der EU haben wir unsere Expansionsfähigkeit unter Beweis gestellt. Diese Stärke werden wir zusätzlich ausbauen“; so Lamie CRO Roland Pedak. Weitere Markentritte sollen laut dem Unternehmen demnächst folgen.


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Die Stadtwerke Klagenfurt versorgen die Region unter anderem mit Strom, Gas, Fernwärme, Wasser und verantworten den öffentlichen Personennahverkehr. © Stadtwerke Klagenfurt

Ob E-Mails, vertrauliche Kunden-Dokumente oder interne Richtlinien: Viele österreichische Unternehmen haben verstanden, dass der Einsatz von künstlicher Intelligenz unausweichlich wird, stehen allerdings vor der Herausforderung, KI sicher in die eigenen Arbeitsabläufe zu integrieren. Bei den Stadtwerken Klagenfurt entschied man sich bewusst gegen Standard-Lizenzen externer US-Hyperscaler und entwickelte stattdessen eine maßgeschneiderte Inhouse-Lösung: den „Stadtwerke GPT“, auch liebevoll „Susi-Sorglos“ genannt.

Die Vision: Ein DSGVO-konformer „Büro-Buddy“

Das Hauptziel war von Beginn an klar definiert: eine sichere Umgebung zu schaffen, in der Mitarbeiter:innen Bedenken bezüglich des Datenschutzes komplett ausräumen können. „Wir wollten unseren Mitarbeitern einen souveränen, DSGVO-konformen Chatbot anbieten, den sie komplett bedenkenlos nutzen können, wo sie personenbezogene Daten von Kunden reinkopieren und vertrauliche Dokumente hochladen können“, erklärt Peter Weratschnig, IT-Bereichsleiter der Stadtwerke Klagenfurt.

Neben der Chatbot-Funktion dient die KI als intelligenter „Büro-Buddy“. Über ein Retrieval-Augmented-Generation-System (RAG) wurden ca. 2.000 Seiten an internen Dokumenten, von Konzernrichtlinien bis hin zu IT-Anleitungen, eingebunden, um Fragen zu regulatorischen Vorgaben oder Systembedienungen direkt zu beantworten.

Der Gamechanger: Die Austria Wirtschaftsservice (aws)-Förderung

Das Projekt hat man nicht alleine umgesetzt, sondern entstand durch den Kontakt mit dem Wiener KI-Startup BReact, das 2022 von Raphael Fakhir und Nemanja Klincov gegründet wurde. Der entscheidende Impuls für die Realisierung lag in der Förderlandschaft. Denn das finanzielle Gesamtinvestment bewegte sich im fast sechsstelligen Bereich, erklärte Weratschnig im Interview.

Hier kam die IÖB-Toolbox-Förderung der Austria Wirtschaftsservice (aws) als entscheidender Beschleuniger ins Spiel. „Ohne diese Förderung hätten wir es nicht gemacht“, betont Weratschnig rückblickend. Die Förderung reduzierte das finanzielle Risiko für die Stadtwerke entscheidend und machte den Weg frei für die gemeinsame Entwicklung mit dem Startup.

Das Förderungsprogramm aws IÖB-Toolbox richtet sich an öffentliche Beschaffer und hat den Zweck, die Planung und Umsetzung von IÖB-Challenges als innovativem Instrument der Markterkundung, juristische und/oder technische Expertise für die Erstellung von Unterlagen für eine geplante Ausschreibung (Modul Prepare), sowie die Durchführung von innovativen Beschaffungen (Modul Transfer) zu ermöglichen. Damit sollen Anreize für eine verstärkte Innovationsnachfrage durch den öffentlichen Sektor gesetzt werden, insbesondere für Vorhaben mit positiven Beiträgen in den Bereichen Nachhaltigkeit und Digitalisierung.

Europäische KI-Architektur On-Premise

Auch technisch setzten die Partner auf digitale Souveränität: Als Sprachmodell dient ein Modell des französischen KI-Unternehmens Mistral, das Mitte des Jahres auch das Linzer Startup EmmiAI kaufte. Die Datenhaltung erfolgt laut Weratschnig ausschließlich On-Premise in eigenen IT-Systemen. Lediglich die reine GPU-Rechenleistung wird bei einem italienischen Anbieter angemietet. „Sobald das Modell nachdenkt, tut es das in dieser Infrastruktur ohne persistente Datenspeicherung. Danach sind keine Datenspuren außerhalb unseres IT-Systems zu finden“, erklärt der IT-Bereichsleiter. Das Resultat ist der angestrebte „Susi Sorglos“-Bot für den internen Arbeitsalltag.

Große Begehrlichkeiten & wertvolle Erkenntnisse

Nach der schrittweisen Bereitstellung als internes Web-Service stieß das Tool auf enormes Interesse in den Fachbereichen. Neben Fachfragen zu Richtlinien entstehen bereits Ideen für eigene Teil-Wissensdatenbanken oder interaktive Schulungsassistenten.

Gleichzeitig liefert das Projekt wertvolle Erkenntnisse für künftige KI-Initiativen. „Der Benefit aus unseren Lessons Learned ist fast ebenso hoch einzustufen wie das Tool an sich“, fasst Weratschnig zusammen. Seine zentralen Ratschläge an andere Unternehmen: Von Beginn an die eigene IT-Architektur und Lieferkette der Dienstleister genau prüfen sowie die Qualität der zugrundeliegenden Analog-Dokumente gründlich analysieren.


Disclaimer: Dieser Artikel ist im Rahmen einer Medienbeauftragung mit der Austria Wirtschaftsservice (aws) entstanden.

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