16.08.2021

Lamborghini setzt bei neuem Countach auf Hybrid – und ist Rimac unterlegen

Von der Neuauflage des legendären Modells Countach will Lamborghini nur 112 Stück produzieren. An den vollelektrischen Rimac Nevera aus Kroatien kommt der Hybrid in Sachen Leistung nicht heran.
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Lamborghini: Der neue und der alte Countach nebeneinander
(c) Lamborghini: Der neue und der alte Countach nebeneinander

Es geht bei einem Auto natürlich nicht nur um Dinge wie Beschleunigung und Höchstgeschwindigkeit. Und das trifft nicht nur für praktische Familienautos zu. Auch Sportwagen-Marken wie Lamborghini verkaufen noch viel mehr als nur schnöde Zahlen. Und doch wird man sich als Mensch, der das nötige Geltungsbedürfnis und das passende Kleingeld auf der langen Kante hat, um sich ein Supercar zuzulegen, fragen, warum die super-exklusive Neuauflage des legendären Lamborghini Countach (LPI 800-4) im Vergleich mit dem kroatischen Scaleup-Supercar Rimac Nevera so gar nicht mithalten kann?

Nevera gegen Countach: vollelektrisch schlägt Hybrid

Die technische Antwort: Es liegt wohl am gewählten Antrieb. Der neue Countach, von dem nur 112 Stück produziert werden sollen, ist ein Hybrid auf Basis eines 780 PS-Zwölfzylinder-Benzinmotors. Dazu kommt ein 34 PS-E-Motor. Der Rimac ist bekanntlich vollelektrisch. Und weil Lamborghini sich noch nicht ganz traut mit der Zeit zu gehen, müssen Käufer eben gewisse Nachteile im Vergleich zur Konkurrenz wegstecken.

Zugegeben, das Ganze spielt sich auf denkbar hohem Niveau ab. Der Countach LPI 800-4 beschleunigt von Null auf Hundert in unter drei Sekunden. Der Nevera schafft es halt in weniger als zwei Sekunden. Das italienische Supercar hat eine Höchstgeschwindigkeit von 355 Kilometer pro Stunde. Beim kroatischen sind es halt 412 km/h. Der Rimac-E-Motor hat mit 1914 PS eben erheblich mehr Leistung.

Lamborghini als Supercar-Schnäppchen

Und deswegen ist das ganze natürlich auch eine Frage des Preises. Rimac verlangt für seinen Nevera rund zwei Millionen Euro. Dagegen sind die aktuellen Lamborghini-Modelle Huracán und Aventador mit ab 220.000 Euro bzw. ab 330.000 Euro nahezu Schnäppchen. Für den besonders exklusiven Countach wurde vom Unternehmen kein Preis genannt.

Rimac hat erst kürzlich mit einem denkbar spektakulären Deal im Supercar-Segment für weltweite Schlagzeilen gesorgt: Das kroatische Scaleup übernahm über ein Joint Venture mit Porsche die Mehrheit der französischen Marke Bugatti. Diese passt mit dem derzeit teuersten in Serie produzierten Auto der Welt wohl auch besonders gut mit dem kroatischen Unternehmen zusammen.

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Zwei der PlanRadar-Co-Founder, Sander van de Rijdt und Ibrahim Imam | (c) PlanRadar
Zwei der PlanRadar-Co-Founder, Sander van de Rijdt und Ibrahim Imam | (c) PlanRadar

Das Unternehmen konnte sein Standing innerhalb Österreichs in den vergangenen Jahren konstant halten: 2013 in Wien gegründet zählt PlanRadar zu den erfolgreichsten Scaleups im Land – nicht zuletzt wegen seiner anhaltenden internationalen Expansion. Nun legte das Unternehmen seinen Jahresabschluss 2025 und einen begleitenden Lagebericht vor, die nicht nur Einblicke in die Finanzen geben.

Umsatz steigt auf 33,64 Millionen Euro

Aber zunächst zu den zentralen Kennzahlen: Im vergangenen Jahr erzielte die Wiener PlanRadar GmbH, die nach wie vor als Muttergesellschaft der internationalen Gruppe fungiert, Umsatzerlöse in Höhe von 33,64 Millionen Euro nach 31,97 Mio. Euro im Vorjahr. Das entspricht einer Steigerung von 5,24 Prozent. Und das „trotz eines herausfordernden Marktumfelds“ im europäischen Kernmarkt, wie die Geschäftsführung im Lagebericht festhält. Zu beachten ist hier, dass es sich um den Einzelabschluss der GmbH handelt und für die internationalen Tochtergesellschaften keine Zahlen vorliegen. Der ausgewiesene Umsatz enthält auch sogenannte Intercompany-Umsätze, da die Muttergesellschaft ihren Vertriebstöchtern konzernintern Lizenzgebühren für die Softwarenutzung verrechnet.

Als wesentliche Treiber der Entwicklung im Jahr 2025 nennt das Unternehmen „sowohl die Akquise neuer Kunden als auch die Erweiterung bestehender Verträge“. Während der europäische Markt unter den Nachwehen des Rückgangs im Wohnungsbau gelitten habe, sei die Konjunktur in den Wachstumsmärkten MENA (Middle East / Northern Africa) und APAC (Asia Pacific), wo Großprojekte für eine erhöhte Nachfrage sorgten, dynamischer verlaufen, heißt es weiter. Gerade in der MENA-Region hat sich die Gesamtlage bekanntermaßen seitdem geändert: Im Lagebericht weist die Geschäftsführung explizit auf eine erhöhte geopolitische Unsicherheit infolge des Konflikts im Iran hin. Zudem musste ein konzerninternes Darlehen an die Tochtergesellschaft in Dubai bereits vollständig abgeschrieben werden.

Zudem gab es 2025 laut Lagebericht Konsolidierungsmaßnahmen in mehreren Märkten. So wurden die Tochtergesellschaften in Brasilien und der Schweiz im Geschäftsjahr 2025 geschlossen, in Deutschland läuft eine Liquidation und der Rückzug aus Russland dauere aufgrund bürokratischer Hürden weiter an.

Sprung beim Betriebsergebnis (EBIT)

Auf operativer Ebene konnte die PlanRadar GmbH ihre Profitabilität deutlich steigern. Das Betriebsergebnis (EBIT) stieg laut Jahresabschluss von 2,52 Millionen Euro im Vorjahr auf 3,98 Millionen Euro im Jahr 2025 – ein Zuwachs von knapp 58 Prozent. „Diese Entwicklung spiegelt die fortgesetzte Ausrichtung des Unternehmens auf effizientes Wachstum wider“, heißt es von der Geschäftsführung dazu im Lagebericht.

Hauptverantwortlich für die verbesserte operative Marge war eine erhöhte Kosteneffizienz. Laut der im Lagebericht enthaltenen Kostenanalyse blieben die Marketingkosten im Verhältnis zum Umsatz konstant bei drei Prozent, während der Personalaufwand im Verhältnis zum Umsatz von 48 Prozent im Vorjahr auf 42 Prozent sank. Die durchschnittliche Mitarbeiteranzahl stieg gleichzeitig von 144 auf 157 Personen. Ein Wermutstropfen blieb dabei laut Bericht die Zahlungsmoral mancher Kunden: Wegen Uneinbringlichkeit mussten 2025 Forderungen in Höhe von 344.000 Euro abgeschrieben werden – ein deutlicher Anstieg gegenüber den 190.000 Euro im Jahr 2024.

Negativer Finanzerfolg sorgt unterm Strich für Minus

Dem positiven Betriebsergebnis steht beim Finanzerfolg ein Minus von 4,71 Millionen Euro gegenüber (2024: minus 5,55 Millionen Euro). Dieser Posten ist maßgeblich durch Aufwendungen aus Finanzanlagen in Höhe von 6,72 Millionen Euro geprägt. Dabei handelt es sich im Wesentlichen um Abschreibungen auf Ausleihungen an (internationale) Tochtergesellschaften. Dem standen teilweise Wertzuschreibungen bei Finanzanlagen in Höhe von rund 393.000 Euro gegenüber. Zudem wurde ein Teil des Darlehens an die italienische Tochtergesellschaft zur Finanzierung in Eigenkapital umgewandelt, womit die Wiener Muttergesellschaft einen entsprechenden Forderungsverzicht übte.

Unterm Strich ergibt sich ein Jahresfehlbetrag von minus 732.699 Euro. Der Verlust konnte gegenüber dem Vorjahresfehlbetrag (-3,02 Millionen Euro) dabei um mehr als 75 Prozent reduziert werden. Unter Berücksichtigung des Verlustvortrags aus Vorjahren (-52,89 Millionen Euro) lag der Bilanzverlust zum 31. Dezember 2025 bei minus 53,62 Millionen Euro.

17 Millionen Euro liquide Mittel

Zur Einordnung der finanziellen Gesamtlage und der Risikostruktur verweist das Unternehmen auch auf seine Barreserven und den operativen Zahlungsstrom. Die liquiden Mittel erhöhten sich demnach auf rund 17 Millionen Euro (2024: ca. 15 Millionen Euro). Der Cashflow aus der Betriebstätigkeit stieg auf 5,38 Millionen Euro nach 3,66 Millionen Euro im Jahr 2024.

„Wachstumsaussichten bleiben optimistisch“

Für die Weiterentwicklung setzt PlanRadar laut Lagebericht weiterhin auf Produktinnovationen und Expansion. Im Geschäftsjahr 2025 wurden 4,06 Mio. Euro für Forschung und Entwicklung ausgegeben und durchschnittlich 37 Mitarbeiter in diesem Bereich beschäftigt. Neben KI-gestützten Funktionen hebt das Unternehmen die Markteinführung der Technologie „PlanRadar SiteView 360°“ hervor.

Und wie geht es weiter? „Trotz der anhaltenden Herausforderungen bleiben unsere Wachstumsaussichten aber optimistisch. Das Unternehmen strebt eine moderate Umsatzsteigerung an, während wir unsere Dienstleistungen über die Bauindustrie hinaus auf Branchen wie Facility Management und Brandschutz ausweiten“, heißt es von der Geschäftsführung.

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