27.05.2022

Orbillion: Laborfleisch-Startup von Grazerin sieht sich knapp vor Durchbruch

Schon 2026 will das Laborfleisch-Startup Orbillion der Grazer Gründerin Patricia Bubner preislich mit konventionellem Fleisch mithalten können.
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Laborfleisch - Das Orbillion-Team vlnr. Samet Yildirim (COO), Patricia Bubner (CEO) und Gabriel Levesque-Tremblay (CTO)
Das Orbillion-Team vlnr. Samet Yildirim (COO), Patricia Bubner (CEO) und Gabriel Levesque-Tremblay (CTO) | (c) Orbillion

Bislang gibt es weltweit nur ein Laborfleisch-Produkt auf dem Markt – „Chicken-Nuggets“ in Singapur. Und die können preislich noch nicht mit ihrem konventionellen Pendant mithalten. Doch die Situation dürfte sich in den kommenden Jahren ändern. Zahlreiche „Cultivated Meat“-Unternehmen behaupten, bald marktfähig zu sein. Eines davon wurde von einer Grazer Forscherin mitgegründet: Orbillion. Patricia Bubner (CEO) gründete das Startup gemeinsam mit Gabriel Levesque-Tremblay (CTO) und Samet Yildirim (COO) erst 2020 – der brutkasten berichtete bereits mehrmals.

Orbillion: In Entwicklung „18 mal schneller“ als die Konkurrenz

Nun sorgte Bubner beim Weltwirtschaftsforum in Davos mit einer ambitionierten Ansage für Aufsehen. Kommendes Jahr will Orbillion auf den Markt gehen. Schon 2026 will man preislich mit konventionellem Fleisch mithalten können. Denn bislang sei man in der Entwicklung der Laborfleisch-Produkte 18 mal schneller vorangekommen, als die Konkurrenz. Das führt Bubner vor allem auf die Zusammensetzung des Founder-Teams zurück, das bereits zuvor in der einschlägigen Forschung tätig war, wie Bubner schon früher gegenüber dem brutkasten sagte. Das Startup durchlief 2021 das bekannte Silicon Valley-Startup-Programm Y Combinator und holte sich bislang rund 9,5 Millionen US-Dollar Investment.

Laborfleisch in außergewöhnlichen Sorten

Orbillion setzt bei seinen Produkten auf besonders erlesene und hochpreisige Fleischsorten. So startete man mit Wagyu-Rind, Elch, Lamm und Bison und konnte bereits nach vier Monaten, im Frühling 2021, erfolgreiche Verkostungen durchführen. „In der Zellkultur sind wir aber in der Wahl der Tierarten nicht eingeschränkt. Warum sollten wir jene nehmen, die in der klassischen Zucht am meisten Ertrag bringen? Wir können stattdessen jene nehmen, die wirklich den besten Geschmack haben“, sagte Bubner dazu gegenüber dem brutkasten. Es gibt übrigens andere Startups, die das Prinzip von unkonventionellen Fleischsorten noch deutlich weiter treiben. Besonders auffällig sind hier etwa Primeval, das Fleischsorten wie Elefant, Tiger, Löwe oder Zebra anbieten will, oder Bitelabs, das überhaupt Salami aus Laborfleisch von Prominenten wie Jennifer Lawrence und Kanye West machen will.

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Rivero
© Rivero - (v.l.) Stephan Wächter, Fatemeh Nikayin und Thomas Müller.

Rivero, die europäische Plattform für Zahlungsoperationen, hat heute bekanntgegeben, dass Elevator Ventures, der Corporate-Venture-Capital-Fonds der Raiffeisen Bank International (RBI), als Investor beim Schweizer Fintech eingestiegen ist. Die Partnerschaft soll Riveros weitere Expansion in Europa unterstützen, mit besonderem Fokus auf die Märkte in Zentral- und Osteuropa. Über die genaue Summe ist nichts bekannt.

Rivero: Kajo und Amiko

Rivero wurde von Thomas Müller, Fatemeh Nikayin und Stephan Wächter gegründet, um Intelligenz und Automatisierung in einige der besonders komplexen operativen Herausforderungen der Zahlungsbranche zu bringen. Die Technologie soll es Finanzinstituten ermöglichen, stark regulierte und ressourcenintensive Zahlungsprozesse zu modernisieren und manuelle Arbeitsabläufe durch intelligente Automatisierung zu ersetzen.

Die Compliance-Plattform von Rivero heißt Kajo und soll die Compliance in Zahlungsnetzwerken vereinfachen, indem sie Updates automatisch verteilt, eine Übersicht auf einen Blick liefert und fragmentierte Dokumente und Anforderungen der Zahlungsnetzwerke in ein KI-gestütztes Wissensverzeichnis verwandelt.

Die KI-gestützte Anwendung Amiko indes bringt agentische KI in das Streitfallmanagement (Dispute Management) und die Betrugsrückgewinnung. Die Lösung sortiere Fälle intelligent vor, koordiniere die nächsten sinnvollen Schritte und automatisiere Dispute-Workflows vom Eingang bis zur Lösung, während sie Agent:innen bei komplexen Fällen anleitet, die menschliche Spezialist:innen erfordern. Das soll Instituten helfen, Gelder schneller zurückzuholen, den operativen Aufwand zu reduzieren und ein besseres Erlebnis für Karteninhaber:innen zu bieten.

„Elevator Ventures von strategischer Relevanz“

Während Rivero in Europa expandiert, konzentriert sich das Unternehmen zunehmend nicht nur auf den Ausbau seiner Technologie, sondern auch auf die Stärkung seiner Position im breiteren europäischen Bankenökosystem. Für die nächste Entwicklungsphase von Rivero sei Elevator Ventures von besonderer strategischer Relevanz: Durch die Verbindung zur RBI Group und das Netzwerk in Zentral- und Osteuropa verfüge Elevator Ventures über umfangreiche Erfahrung darin, Technologieunternehmen, die Finanzinstitute bedienen, zu unterstützen und ihnen bei der Orientierung und Expansion in europäischen Bankenmärkten zu helfen, heißt es.

„Europas Finanzinstitute suchen nach besseren Wegen, zunehmend komplexe Zahlungsoperationen zu managen, und wir sehen eine große Chance, Riveros Technologie zu vielen weiteren Instituten auf dem Kontinent zu bringen“, sagt Thomas Müller, CEO von Rivero. „Da wir nun in die nächste Wachstumsphase eintreten, wollen wir Investor:innen am Tisch haben, die sowohl die Komplexität des Bankgeschäfts als auch die Märkte verstehen, in denen wir tätig sind. Die Expertise von Elevator Ventures im Finanzdienstleistungsbereich und ihr besonders starkes Netzwerk in Zentral- und Osteuropa machen sie zu einem hoch relevanten strategischen Partner für Rivero.“

Maximilian Schausberger, Managing Director bei Elevator Ventures, ergänzt: „Rivero adressiert eine Reihe operativer Herausforderungen, die für Banken und Zahlungsinstitute in ganz Europa immer wichtiger werden. Das Team verbindet tiefgehende Zahlungsverkehrsexpertise mit Technologie, die speziell auf die Anforderungen regulierter Finanzinstitute ausgelegt ist. Wir sehen eine starke Übereinstimmung zwischen Riveros Ambitionen und unserer Erfahrung und unserem Netzwerk im europäischen Bankwesen und freuen uns darauf, das Unternehmen bei seiner weiteren Expansion zu unterstützen.“

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