31.10.2025
AGRITECH

Pilze statt Pestizide: Wie Kwizda Agro biologische Alternativen marktreif macht

Für das britisches Bio-Tech-Unternehmen FA Bio übernimmt Kwizda Agro die Formulierung und Produktentwicklung zweier neuartiger mikrobieller Biostimulanzien. In Feldversuchen konnte bei Mais und Weizen eine Ertragssteigerung von bis zu 25 Prozent erzielt werden.
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Foto: Kwizda Agro GmbH

Die Landwirtschaft steht vor einem Umbruch: Immer mehr Produzenten setzen auf biologische Alternativen zu chemischen Pflanzenschutzmitteln. Sie sollen Pflanzen stärken, Erträge sichern und die Bodenfruchtbarkeit verbessern – ohne ökologische Belastungen. Besonders im Fokus stehen derzeit mikrobielle Biostimulanzien, also Mittel auf Basis lebender Mikroorganismen oder Pilze. Sie gelten als Schlüsseltechnologie für eine nachhaltigere und zugleich ertragreiche Landwirtschaft.

Neue Partnerschaft von Kwizda Agro

In diesem Zukunftsmarkt besetzt Kwizda Agro aus Wien eine zentrale Rolle. Das Unternehmen übernimmt für das britische Biotech-Startup FA Bio die Formulierung und Produktentwicklung zweier neuartiger, pilzbasierter Biostimulanzien. Ziel ist, die empfindlichen Wirkstoffe aus der Forschung in stabile, einfach anwendbare und marktfähige Produkte zu überführen. Die in Großbritannien entwickelten Mikroorganismen erzielten in Feldversuchen bei Mais und Weizen Ertragssteigerungen von bis zu 25 Prozent.

Foto: Kwizda Agro GmbH

„Die Formulierung ist der entscheidende Schritt, damit biologische Wirkstoffe ihr volles Potenzial entfalten können“, sagt Kwizda-Agro-Geschäftsführer Ronald Hamedl. Biologische Substanzen seien sensibel gegenüber Temperatur, Feuchtigkeit und UV-Strahlung – ohne die richtige technologische Verpackung gehe ihre Wirkung verloren. Kwizda bringt hier jahrzehntelange Erfahrung in der Stabilisierung und Skalierung biologischer Produkte ein.

Mikroben werden im Wurzelraum erfasst

Die Basis der FA-Bio-Technologie bildet die sogenannte SporSenZ Microbial Discovery Platform, mit der nützliche Mikroben direkt im Wurzelraum von Pflanzen erfasst werden können. Laut einer Aussendung von Kwizda ist die „Entdeckungsrate um bis zu 6.000-mal effizienter“ als mit klassischen Laborverfahren.

„Kwizda Agro ist für uns der ideale Partner, um unsere Entdeckungen rasch in die Praxis zu bringen“, erklärt FA-Bio-CEO Angela de Manzanos Guinot. „Dank ihres umfassenden Formulierungswissens, ihrer modernen technischen Ausstattung und ihres tiefen Marktverständnisses können wir biologische Lösungen effizient und sicher zu den Landwirten bringen.“

Fokus auch auf Digitalisierung

Kwizda Agro ist auch im Bereich der Digitalisierung der Landwirtschaft aktiv. Über die eigene Plattform KX bietet das Unternehmen digitale Microservices wie Spritzplan-Tools, Wetter- und Krankheitsprognosen sowie Entscheidungshilfen für den präzisen Einsatz von Pflanzenschutzmitteln. Wie Kwizda Agro dabei traditionelle landwirtschaftliche Expertise mit technologischer Innovation verbindet, könnt ihr hier nachlesen.

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Sabrina Masur, CEO und Co-Founderin von Nifty
Sabrina Masur, CEO und Co-Founderin von Nifty | Foto: Nifty

Stile und Werke von Kreativschaffenden landen oft ungewollt im Training generativer KI. Nifty IP will das ändern – mit einem Werkzeug, das Schutz und Kontrolle ermöglichen soll – brutkasten berichtete bereits im Vorjahr.

Nifty IP mit frischem Kapital

Seitdem hat sich bei der Wiener FlexCo einiges getan. Man erhielt eine Förderung in Höhe von 250.000 Euro – 150.000 Euro aus dem „AI Adoption Programm“ des aws, 40.000 Euro Förderung durch das „Media Innovation Lab“ der Wiener Zeitung und rund 60.000 Euro Eigeninvestitionen der Gründer. Zudem etwa 2.000 Euro an „Google Cloud Credits“.

Die neuen Mittel werden künftig für den Aufbau der technischen Infrastruktur, die Analyse großer Datensätze und KI-Modelle sowie die Weiterentwicklung der Plattform eingesetzt.

„Millionen Bilder, Illustrationen und kreative Werke wurden bereits für das Training generativer KI-Systeme verwendet. Für die meisten Rechteinhaber ist jedoch kaum nachvollziehbar, ob ihre Inhalte betroffen sind oder welche Möglichkeiten sie haben, darauf zu reagieren“, sagt Sabrina Masur, Co-Founderin und CEO von Nifty IP. „Der aktuelle Prototyp von uns unterstützt Rechteinhaber dabei, mögliche Verwendungen ihrer Werke im KI-Kontext zu identifizieren und zu analysieren.“

Dokumentation der Ergebnisse

Dabei können Nutzer:innen ihre Bilder hochladen und prüfen lassen, ob Hinweise auf eine Nutzung ihrer Inhalte in Datensätzen oder im Umfeld generativer KI vorliegen. Die Ergebnisse werden dokumentiert und in nachvollziehbarer Form aufbereitet. Darüber hinaus bietet die Plattform Monitoring-Funktionen: Rechteinhaber können ihre Werke registrieren und werden benachrichtigt, wenn künftig neue potenzielle Verwendungen erkannt werden. Ziel des Teams ist es nicht nur, vergangene Nutzungen sichtbar zu machen, sondern auch zukünftige Verwendungen frühzeitig zu erkennen.

Technisch nutzt Nifty IP eine Kombination aus Bildanalyse-, Vergleichs- und Forensikverfahren. Registrierte Bilder werden mit bekannten Datensätzen und Bildsammlungen – die für das Training von KI verwendet werden – und weiteren relevanten Quellen abgeglichen, um potenzielle Verwendungen urheberrechtlich geschützter Inhalte zu identifizieren und nachvollziehbar zu dokumentieren.

„Membership-Inference“

Zusätzlich setzt Nifty IP sogenannte „Membership-Inference“-Verfahren ein. Diese ermöglichen es, punktuell auch sogenannte Blackbox-Modelle zu untersuchen, also KI-Modelle, deren Trainingsdaten von den Anbietern nicht offengelegt werden.

Ein weiterer Bestandteil der Plattform ist die Analyse von Websites auf Schutzmaßnahmen gegen KI-Crawler. Nifty IP prüft bestehende Schutzmechanismen und kann technische Maßnahmen empfehlen oder automatisiert umsetzen, um die Sichtbarkeit für KI-Crawler einzuschränken.

„Viele Künstler, Agenturen oder Museen wissen gar nicht, dass ihre Inhalte automatisiert von KI-Systemen erfasst werden können, wenn man dies nicht explizit verbietet“, erklärt Masur. „Nifty IP deckt daher den gesamten Schutzprozess ab: von der Prävention gegen KI-Crawler über den Nachweis und die Dokumentation der unerlaubten Nutzung zum Training von KI bis hin zum Monitoring zur Früherkennung von weiteren Verstößen.“

Nifty IP: Fokus auf größere Unternehmen

Zur Zielgruppe des Startups gehören Künstler:innen, Fotografen:innen, Illustrator:innen und Agenturen, da sie besonders stark von den Auswirkungen generativer KI betroffen seien. Über die Plattform können jene ihre Werke analysieren, überwachen und „künftig besser schützen“.

„Unser momentaner Fokus liegt zurzeit jedoch stark bei größeren Unternehmen und Organisationen, die umfangreiche Content-Bestände verwalten. Dazu zählen besonders große Stock-Plattformen, Verwertungsgesellschaften, Medienhäuser und Verlage, die Millionen von Werken verwalten. Mit mehreren großen Akteuren aus diesen Bereichen stehen wir bereits im Austausch und das Interesse ist sehr hoch“, präzisiert die Founderin.

Überwachen statt Verändern

Die Abgrenzung zur bestehenden Konkurrenz wie Glaze, Nightshade oder Spawning.ai liegt darin, dass etwa Glaze und Nightshade einen präventiven Ansatz verfolgen würden und Inhalte vor der Veröffentlichung verändern, um zukünftiges KI-Training zu erschweren oder die Qualität späterer Modelltrainings zu beeinflussen.

„Nifty IP verfolgt dagegen einen anderen Ansatz. Wir versuchen nicht, KI-Modelle oder Trainingsprozesse zu beeinflussen, sondern entwickeln forensische Werkzeuge, die Rechteinhabern helfen sollen, die potenzielle Nutzung ihrer Inhalte nachzuweisen, zu dokumentieren und kontinuierlich zu überwachen. Damit beschäftigen wir uns eher mit der Frage: Was passiert, wenn Inhalte trotz Schutzmaßnahmen oder ohne Wissen der Rechteinhaber bereits für KI-Training verwendet wurden“, erklärt Masur ihre Arbeitsweise. „Darüber hinaus arbeiten wir gemeinsam mit spezialisierten Kanzleien an standardisierten Prozessen für Dokumentation und rechtliche Durchsetzung, um die Brücke zwischen technischer Analyse und praktischer Anwendbarkeit für Rechteinhaber zu schließen. Unser Ziel ist es nicht nur mehr ihnen Transparenz zu verschaffen, sondern Betroffenen auch konkrete Handlungsmöglichkeiten zu geben, wenn ihre Inhalte ohne Zustimmung genutzt werden.“

Ziel: Datenbasis aufbauen

In den kommenden Monaten konzentriert sich Nifty IP auf die kontinuierliche Indexierung relevanter Datensätze und den Ausbau seiner Analyse- und Monitoring-Infrastruktur. Parallel dazu steht man mit mehreren größeren Plattformen, Rechteinhabern und Akteuren der Kreativwirtschaft im Austausch, um strategische Partnerschaften und erste Pilotprojekte zu evaluieren, wie die Founderin erklärt.

„Gleichzeitig“, gibt Masur einen weiteren Einblick in die nächste Zeit ihres Unternehmens, „bereiten wir die nächsten Wachstumsschritte (Seed-Round) vor und führen Gespräche mit potenziellen Investoren und strategischen Partnern. So wollen wir den weiteren Ausbau der Plattform beschleunigen und den Schutz kreativer Inhalte im Zeitalter generativer KI langfristig stärken.“

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