15.05.2025
NEUE APP

kW‑Solutions: Wiener Startup bringt „negative Strompreise“ auf den E-Auto-Parkplatz

Negativstrompreise an der Wallbox? Das Wiener Startup kW‑Solutions macht es mit einer neuen App möglich.
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Founder und Geschäftsführer | (c) Korbinian Kasinger

Das Wiener Startup kW‑Solutions stellt heute seine neue App‑Funktion „Charly Smart Charging“ vor. Der Clou: Die Software kombiniert erstmals ein lokales Lastmanagement für Mehrparteienanlagen mit live abgefragten Börsenpreisen der European Power Exchange (EPEX) und startet den Ladevorgang automatisch genau dann, wenn Strom besonders günstig – oder sogar negativ – notiert.

Dynamische Tarife für alle – ganz ohne Einstellaufwand

Bisher mussten E‑Auto‑Fahrer:innen entweder manuell Preis­daten auswerten oder fixe Ladefenster definieren. „Unser Produkt war gut, aber noch nicht perfekt. Jetzt sind wir dort, wo sich der Ladevorgang zu hundert Prozent selbst optimiert“, sagt Gründer und CEO Korbinian Kasinger. Laut unternehmens­internen Berechnungen spart die App im Schnitt rund ein Drittel der Stromkosten – dank der Weitergabe von Minuspreisen kann Laden im Extremfall sogar Geld einbringen.

Vom Kellerverteiler bis zur Tiefgarage

Kern des Systems bleibt der bereits 2022 eingeführte Energiemanager „Charly“, der Lastspitzen in großen Wohnanlagen oder Firmenparkhäusern verhindert und die Verrechnung automatisiert. Die neue App‑Komponente fungiert als Brücke zu den Endnutzer:innen: Sie übernimmt den Preisabgleich, priorisiert Ladebedarfe und sorgt dafür, dass alle Fahrzeuge vor dem Fahrantritt wieder voll sind. Für die Netzbetreiber bedeutet das glattere Lastkurven, für Bewohner:innen ein smarter Nebenkostenhebel.

Wachstum mit Rückenwind von Investor:innen

kW‑Solutions, 2021 von Korbinian Kasinger und Benjamin Walch gegründet, betreibt inzwischen rund 2000 Ladepunkte in Österreich und adressiert mit „Charly“ gleichermaßen B2B‑Kund:innen und die Wohnungs­wirtschaft. 2023 holte sich das Team ein mittleres sechs­stelliges Investment des CleanTech‑Investors FSP Ventures. (brutkasten berichtete)

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Das Bitpanda Headquarter in Wien © Bitpanda

Das Wiener Krypto-Unternehmen Bitpanda erweitert seine Plattformarchitektur. Mit der Einführung des sogenannten Model Context Protocol (MCP) und einer neuen API-Integration (Application Programming Interface) können Anleger:innen künftig externe KI-Assistenten wie ChatGPT oder Claude nutzen, um unter anderem ihre Portfolios per Spracheingabe zu steuern.

Investieren ohne Programmierkenntnisse

Im Kern handelt es sich bei dem MCP laut Bitpanda um ein offenes, standardisiertes Schnittstellenprotokoll, über das kompatible KI-Assistenten Anfragen in natürlicher Sprache verarbeiten und ohne Programmierung direkt mit API-Endpunkten interagieren können. Privatanleger:innen ohne technischen Hintergrund können dadurch in natürlicher Sprache Kontostände abrufen, Positionen im Blick behalten oder Trades vorbereiten, ohne eigenen Code schreiben zu müssen.

Bitpanda selbst bezeichnet diesen Schritt als „nächste strukturelle Entwicklungsstufe finanzieller Schnittstellen“, die sich von passiven Chatbots zu aktiven Werkzeugen wandeln. Für Entwickler:innen steht eine klassische API bereit, um maßgeschneiderte Finanzanwendungen zu programmieren.

Elf Werkzeuge für KI-Assistenten

Konkret stellt der Bitpanda-MCP-Server nach der Verbindung elf native Tools bereit, die sich in drei Kategorien gliedern: Für Markt- und Portfoliodaten stehen unter anderem Funktionen zum Abrufen von Kursen, verfügbaren Assets und der eigenen Portfolio-Historie bereit. Im Bereich Staking und Earn lassen sich zum Beispiel aktive Positionen einsehen sowie Staking- und Unstaking-Vorgänge auslösen.

Sicherheit und Systemlimits

Die Künstliche Intelligenz agiert jedoch nicht autonom. Jeder Systemzugriff erfordert laut Bitpanda einen API-Key mit individuell festgelegten Berechtigungen, sogenannten „Scopes“. Das Trading basiert auf einem Request-for-Quote-Modell (RFQ): Ein Trade muss von der KI zuerst als Preisangebot angefragt und anschließend vom Menschen oder durch vorab definierte Regeln ausdrücklich bestätigt werden.

Dadurch bleiben alle Aktionen innerhalb des regulierten MiCAR-Rahmens der EU, heißt es vom Unternehmen. Christian Trummer, Chief Scientist und Mitgründer von Bitpanda meint: „Agentic Finance kann zu einer zentralen Schnittstelle für Finanzdienstleistungen werden. Wir werden diese Entwicklung in Europa verantwortungsvoll mitgestalten.“

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