04.09.2017

Kunde ist König: Darum sollen Unternehmen auf Chatbots setzen

Im Wettlauf um die Kunden von morgen müssen Unternehmen und Marken auf neue Technologien zur Optimierung des Einkaufsprozesses setzen. Eine aktuelle, breit angelegte Studie mit 15.000 Teilnehmern liefert nun Erkenntnisse darüber, ob Künstliche Intelligenzen von Kunden bereits angenommen werden.
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Die Kunden von morgen legen auf Persönlichkeit während des Einkaufprozesses wert.

Das Sprichwort „Der Kunde ist König“ gilt als Motto vieler Unternehmen, die an langfristigen Kundenbeziehungen arbeiten. Mit der Voranschreitenden Digitalisierung hat sich nicht nur das Einkaufsverhalten der Kunden verändert, sondern auch deren Wünsche.

Kunde muss König bleiben

Auf ein besonderes und persönliches Einkaufserlebnis legen auch die Kunden der der Zukunft wert. Darum müssen Unternehmen bereits jetzt in neue Technologien investieren, um den Anschluss nicht zu verlieren. Vor allem Chatbots können dabei helfen, Kunden auch Online persönlich zu betreuen. Für eine Studie des Marketingperformanceunternehmen OMD zusammen mit der Londoner Universität Goldsmiths wurden nun mehr als 15.000 Verbraucher in 13 EU-Ländern zu ihrem Verhalten in Bezug auf Künstliche Intelligenz befragt.

15.000 Umfrageteilnehmer

Wie lässt sich AI einsetzen, um das Einkaufserlebnis der Zukunft zu gestalten? Die Studie soll bei der Beantwortung der Frage helfen, indem sie Aufschluss über den Status quo geben will.

  • Rund ein Viertel verwendet bereits ein A.I.-Gerät oder eine A.I.-App und weitere 41 Prozent planen eine entsprechende Anschaffung
  • Nur 17 % der Konsumenten würden Hilfe von „künstliche Assistenten“ im Einzelhandelssektor ablehnen.
  • Fast 50 % gaben zu, ungeduldiger zu sein, wenn sie wüssten, dass sie nicht mit einem Menschen interagieren

Für die Studie wurden außerdem zwei Gruppen ermittelt, die sich dem Umgang mit der neuen Technologie widersetzen: Zum einen junge Menschen, die die neuen Entwicklungen für überflüssig erachten, sowie alte Menschen, die diese nicht verstehen.

Mehrwert schaffen

Drei Themen sind in Hinblick auf Kundenbeziehungen in Bezug auf virtuelle Assistenten besonders wichtig: Die Schaffung von Mehrwert für den Kunden, der Vertrauensaufbau durch Transparenz (Thema Datenschutz) und dass der Kunde das Gefühl hat, die Kontrolle über seine Interaktionen zu haben.

„Das Problem ist häufig die Vorstellungskraft der Menschen. Sie sollten von Marken inspiriert werden, aber dabei sollte es gezielt um die täglichen Bedürfnisse gehen. Marken müssen die Vorteile vermitteln, nicht die Features“, meint Jean-Paul Edwards von OMD in Hinblick auf die Ergebnisse.

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Das Founder-Team von Serwas, v.l. Timo Berkmann, Manuel Untergasser und Lucas Bolte | © Johannes Aitzetmüller
Das Founder-Team von Serwas, v.l. Timo Berkmann, Manuel Untergasser und Lucas Bolte | © Johannes Aitzetmüller

Im KI-Boom werden immer mehr Server benötigt und diese produzieren viel Wärme. Die Abwärme zum Heizen zu benutzen, liegt also auf der Hand, ein großer Einwand ebenso: Der Bedarf an Heizwärme unterliegt für gewöhnlich starken saisonalen Schwankungen, jener an Rechenleistung nicht. Das Innsbrucker Startup Serwas Technologies will diese Diskrepanz mit seinem System auflösen – brutkasten berichtete erst im September über ein Pre-Seed-Investment für das Unternehmen.

„Wollen Rechenleistung dort aufbauen, wo die entstehende Wärme direkt gebraucht wird“

„Wir wollen Rechenleistung dort aufbauen, wo die entstehende Wärme direkt gebraucht wird. Gerade Schwimmbäder sind dafür besonders interessant, weil sie das ganze Jahr über einen hohen Wärmebedarf haben“, erklärt Serwas-Mitgründer Timo Berkmann. Das Startup kann so gleichzeitig Abwärme an Projektpartner und Rechenleistung an externe Unternehmen verkaufen.

Das Innenbecken im StuBay im Tiroler Stubaital | (c) StuBay

In einem Hallenbad in Innsbruck läuft das System bereits. Nun wurde mit dem Freizeitcenter StuBay im Tiroler Stubaital ein weiterer Partner präsentiert. Noch vor Jahresende sollen erste Server in der Anlage aufgebaut und in die bestehende Gebäudetechnik eingebunden werden. Die eigens entwickelte Kühltechnologie ermögliche es, die entstehende Abwärme mit Temperaturen von bis zu 70 °C nutzbar zu machen, ohne dass dafür eine zusätzliche Wärmepumpe benötigt werde, heißt es vom Startup.

Schrittweiser Ausbau im StuBay geplant

Nach der ersten Anbindung gemeinsam mit anderen beteiligten Fachunternehmen soll beim System im StuBay dann ein schrittweiser Ausbau erfolgen, „der sich am Wärmebedarf und den technischen Möglichkeiten des Freizeitcenters orientiert“. Mit dem weiteren Ausbau wolle man einen wachsenden Beitrag zur Wärmebereitstellung leisten.

Nach der erwähnten Pre-Seed-Finanzierung über knapp 300.000 Euro durch Gateway Ventures, Business Angels aus dem Pioneers Club und das MCI Innsbruck will Serwas zudem weiteres Kapital aufnehmen: Aktuell läuft eine Crowdinvestingkampagne des Startups.

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