10.08.2022

Krypto-Winter: Insolvenz von Berliner Kryptobank, Milliardenverlust für Coinbase

Die Insolvenz von Nuri kommt nach massiven Problemen in den vergangenen Monaten nicht überraschend. Auch Coinbase macht derzeit keine gute Figur.
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Der Krypto-Winter schlägt bei Nuri und Coinbase zu
Der Krypto-Winter schlägt zu | (c) Rythik via Unsplash

Mit etwa einer halben Million Kund:innen zählt die Berliner Kryptobank Nuri (ehem. Bitwala) zwar nicht zu den größten, aber doch zu den relevanten Playern in der Branche. Bereits seit Monaten versuchte man, sich mit einer Finanzierungsrunde aus einer schlechten finanziellen Lage aufgrund des Krypto-Winters herauszumanövrieren. Das gelang nicht. Nun musste Insolvenz angemeldet werden. Eine Sanierung und damit eine Fortführung des Unternehmens wird angestrebt.

Celsius-Crash als Schicksalsschlag für Nuri

Zum Schicksalsschlag war für Nuri neben der generell schlechten Lage im Krypto-Winter auch der Zusammenbruch von Celsius geworden. Das ebenfalls insolvente US-Krypto-Service war der zentrale Partner des sogenannten „Bitcoin Ertragskonto“ der Berliner Kryptobank. Schon im Juni entließ Nuri 45 von damals rund 200 Angestellten. Auch jetzt in der Insolvenz wird jedoch versichert: Die Krypto-Einlagen der Kund:innen seien gesichert. Die App ist nach wie vor online.

1,1 Milliarden US-Dollar Verlust im zweiten Quartal

Währenddessen läuft es auch bei einem der weltweit bekanntesten Player in der Kryptowelt alles andere als rund. Die US-Kryptobörse Coinbase vermeldete nun für das zweite Quartal 1,1 Milliarden US-Dollar Verlust nach 1,6 Milliarden Gewinn im Vergleichsquartal im Vorjahr. Der Umsatz ist im Vergleich zum Vorjahresquartal um 60 Prozent eingebrochen.

Coinbase nennt Krypto-Winter als Grund

Die Zahlen liegen unter den ohnehin sehr gedämpften Erwartungen der Analysten im Vorfeld. Entsprechend büßte auch die Coinbase-Aktie nach Veröffentlichung des Quartalsberichts einige Prozent an Wert ein. Zurückgeführt wird die zuletzt schlechte Performance auf die stark gesunkenen Krypto-Kurse im Krypto-Winter. „Der aktuelle Abschwung kam schnell und heftig, und wir sehen, dass das Kundenverhalten das der vergangenen Abschwünge widerspiegelt“, heißt es im Brief an die Aktionär:innen. Insgesamt sei das Unternehmen finanziell aber stabil aufgestellt.

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Björn Elting ist neuer CTO der Trenkwalder Group AG | (c) Trenkwalder Group AG
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Mit rund 550 Millionen Euro Jahresumsatz und etwa 20.000 Mitarbeiter:innen ist die Trenkwalder Group AG mit Hauptsitz in Wien Österreichs größtes HR-Unternehmen. Dabei befindet sich der aktuell in 15 europäischen Ländern tätige Konzern, was die Geschäftszahlen angeht, momentan keineswegs an seinem bisherigen Höhepunkt: Vor etwas weniger als 20 Jahren machte man noch mehr als eine Milliarde Euro Jahresumsatz. Es folgten auch durch die damalige Finanzkrise bedingte Krisenjahre. 2011 erfolgte der Mehrheitsverkauf an die deutsche Droege Group, die nach wie vor Haupteigentümerin ist. Auch zuletzt war die Umsatzentwicklung dem Vernehmen nach negativ – noch 2024 war seitens des Unternehmens von rund 700 Millionen Euro Jahresumsatz die Rede, nun steht man nach eigenen Angaben bei den eingangs erwähnten 550 Millionen.

„Anspruch, KI-Vorreiter der Branche zu sein“

Die Strategie für die gewünschte Rückkehr auf den Wachstumspfad überrascht wenig: „AI First“. Man habe den Anspruch, KI-Vorreiter der Branche zu sein, sagt CEO Mark Pollok. Dafür besetzte Trenkwalder nun einen neu geschaffenen Chief-Technology-Officer-Posten (CTO) mit Björn Elting. Dieser war zuletzt in Düsseldorf, wo auch die Trenkwalder-Mutter Droege Group ihren Sitz hat, als Managing Director und Head of Tech & Digital Advantage in Insurance von BCG Platinion für Europa, den Nahen Osten, Südamerika und Afrika tätig. BCG Platinion ist die Technologieberatungs-Sparte der Boston Consulting Group (BCG).

Im Zentrum von Eltings Aufgaben stünden nun die großangelegte Weiterentwicklung KI-basierter Lösungen sowie der Ausbau der datengetriebenen, europaweiten Workforce-Plattform, heißt es von Trenkwalder. Darüber hinaus werde er die strategische Weiterentwicklung des Outsourcing-Geschäftes der Gruppe maßgeblich mitgestalten. KI unterstütze bereits jetzt zentrale Abläufe von der Vorqualifikation und dem Matching von Talenten bis zur Kommunikation mit Kunden. Auf Basis der paneuropäischen Datenbank mit mehr als einer Million Talenten soll nun die grenzüberschreitende Workforce-Vermittlung deutlich skalierbarer werden.

Elting: „Innovationsgeschwindigkeit wird zum entscheidenden Wettbewerbsvorteil“

„Björn Elting verbindet umfassende Technologie- und Transformationserfahrung mit der Fähigkeit, Veränderungen in komplexen Organisationen umzusetzen. Genau diese Kombination brauchen wir, um KI als Wachstumstreiber in unseren Kernprozessen zu verankern und unsere europaweite Plattformstrategie zu beschleunigen“, kommentiert Trenkwalder-CEO Pollok.

Elting selbst sieht in seiner neuen Position die seltene Chance, „ein Unternehmen in seiner nächsten Wachstumsphase technologisch neu aufzubauen und damit die Zukunft der Arbeit in Europa mitzuprägen“. „Mich reizt besonders, wie konsequent Trenkwalder bestehende Prozesse aus einer AI-First-Perspektive neu denkt. Denn die HR-Service-Branche wird in den kommenden Jahren eine besondere Dynamik erleben, und die Innovationsgeschwindigkeit wird zum entscheidenden Wettbewerbsvorteil“, so der neue CTO.

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