19.04.2022

Wie es Deutschland auf Platz 1 der wichtigsten Krypto-Nationen geschafft hat

Während Österreich seinen Platz in dem Ranking der Top-Krypto-Länder hält, gibt es einige steile Aufsteiger und einen wenig überraschenden letzten Platz.
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Sparkasse
© Unsplash

Deutschland landete in einem Report von Coincub auf Platz 1 der krypto-freundlichsten Länder. Insgesamt 45 Länder wurden anhand von 9 Kriterien untersucht, wobei besonders viel Gewicht auf „Financial Services“, Regulierung, Steuern und Trading-Volumen lag. Deutschland folgen im Ranking Singapur, USA, Australien und die Schweiz, während Österreich auf Platz 13 landete.

Deutschland stieg im Vergleich zum Ranking aus dem letzten Quartal 2021 im aktuellen Q1-Ranking von Platz 4 an die Spitze auf und löste dort Singapur ab. Deutschland überzeuge mit einer hohen Anzahl an Bitcoin Nodes (Platz 2 nach den USA) und einer progressiven Besteuerung, aber vor allem verdankt das Land die gute Platzierung offenbar der Sparkasse. Noch ist zwar nichts in trockenen Tüchern, aber die deutsche Sparkassen-Gruppe spielt laut mit dem Gedanken, Krypto-Trading für seine rund 50 Millionen Kund:innen einzuführen. „Einem so breiten Kundenkreis den Zugang zu Transaktionen digitaler Währungen durch ein etabliertes Finanzinstitut zu ermöglichen, ist ein gewaltiger Schritt nach vorn, mit dem Deutschland allen anderen Volkswirtschaften voraus ist“, schreibt Coincub.

Hong Kong und Niederlande unter größten Aufsteigern

Während etwa Österreich im Vergleich zum letzten Report seinen Platz gehalten hat, gab es einige besonders steile Aufsteiger. Hong Kong zum Beispiel sprang um 29 Plätze auf Platz 6 – es war eine Rückkehr in die Top-Ränge, nachdem die Unsicherheit, ob China dort für einen Krypto-Bann sorgen könnte, ausgeräumt war. Ebenfalls von weit hinten schafften es die Niederlande in die Top 10 – das Land sprang um 13 Plätze auf Platz 7 und zwar vor allem aufgrund der Offenheit des Finanzsektors, der vielen Bitcoin Nodes und Krypto-Startups.

Interessant ist, dass es El Salvador, wo Bitcoin seit vergangenem Jahr als offizielle Währung anerkannt wird, auf Platz 36 landet – abgerutscht von Platz 9 im letzten Ranking. Weniger überraschend landete auf dem letzten Platz China, wo der Handel mit Kryptowährungen verboten ist.

Das Coincub-Ranking der krypto-freundlichsten Länder

CountryRank Q1 2022Gov RegulationFinancial ServicesPopulationTaxationTalentProliferationTradingFraudEnvironmental
Germany19132-21173-13
Singapore2692-23186-22
United States38111-51197-32
Australia49122-32153-22
Switzerland5782-22163-13
Hong Kong6691-24164-21
Netherlands7883-2114301
France89101-3012303
Canada9952-31193-20
Japan109121-51133-33
United Kingdom115101-52175-32
Portugal129101-308304
Austria139102-2011200
Poland149101-40123-22
Finland15881-20122-20
Spain169101-60123-13
Ireland17791-40132-13
Denmark188912092-10
India193111-20114-13
Russia20441-20176-11
South Korea21861-21113-33
UAE22861008203
Israel23891-50102-13
Taiwan24881-2010200
Malta25761-20104-12
Romania26571-3012203
South Africa27661-40114-13
Hungary28651-1012200
Ukraine29931-108500
Philippines30861-208300
Norway31791-3092-10
ITALY32591-4383-10
Sweden33591-5010300
Vietnam34471-2094-10
Turkey35252-209302
El Salvador36860-405500
Greece37541-2010200
Nigeria38542-2072-13
New Zealand39781-4072-20
Mexico40461-509300
Belgium41441-409300
Brazil42161-50104-10
Cyprus43371-4082-21
Pakistan44151-205300
China450300172-20
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Christoph Schmidt (dritter v. l.) wird Präsident des neu gegründeten Bundesverbandes Energiespeicher Österreich. (c) BMWET

Österreich erzeugt zunehmend mehr erneuerbaren Strom, als das System in Echtzeit aufnehmen kann, heißt es von Seiten des neu gegründeten Bundesverbandes Energiespeicher Österreich. Das Problem: Überschussstrom werde zu Niedrigstpreisen exportiert, während man in anderen Phasen auf Importstrom angewiesen ist. Energiespeicher, wie jener in Nickelsdorf im Burgenland, sollen eine Lösung sein, indem sie Energieüberschüsse speichern und das Netz bei Bedarf stabilisieren.

Um die Energiespeicher in ihrer Entwicklung voranzutreiben, wurde mit dem Bundesverband Energiespeicher Österreich eine eigenständige Interessenvertretung geschaffen, die als Partner von Politik und Regulierungsbehörden auftreten soll.

Geschäftsführer von Bloch3 S als Präsident

Die Funktion des Präsidenten nimmt Christoph Schmidt ein. Als Geschäftsführer von Bloch3 S, der Speichersparte der Blochberger Gruppe, bringt er mehr als 15 Jahre Erfahrung in Energie- und Infrastrukturunternehmen mit. Schmidt ist unter anderem auch als ehemaliger Geschäftsführer des Vienna Airport Conference & Innovation Center bekannt.

Der Verband repräsentiert mehr als 35 Unternehmen und Organisationen aus den Bereichen Speicherbetrieb, Projektentwicklung, Energiewirtschaft, Technologie, Infrastruktur, Finanzierung und Vermarktung. Darunter fallen: EVN Naturkraft, BE Energy GmbH, Blackvolt Energy, Bloch3, Püspök, Electrify, Enspired, Contour Global, Enrail, Metaplan, Amarenco, Impeto und Hello Energy.

Ziel: Überwindung von Hemmnissen

Von Seiten des Verbands wird kritisiert, dass Energiespeicher in Österreich aktuell wie „Endverbraucher“, wie beispielsweise Haushalte oder Industriebetriebe, behandelt werden und dadurch doppelte Netzentgelte anfallen. Obwohl sie den Strom nicht selbst verbrauchen, sondern ihn für das Stromnetz zwischenspeichern und bei Bedarf wieder abgeben, blockiert diese finanzielle Doppelbelastung laut Verband aktuell geplante Investitionen von bis zu fünf Milliarden Euro.

Um diesen Investitionsstau aufzulösen, fordert der Bundesverband die rechtliche Anerkennung von Speichern als essenzielle Netzinfrastruktur und will nun darauf drängen, dass auf Basis des neuen Erneuerbaren-Ausbau-Beschleunigungsgesetzes (EABG) diese regulatorischen Hürden in der Praxis endgültig abgebaut werden.

„Wir fordern keine Förderungen – wir fordern faire Spielregeln. Wenn Österreich die regulatorischen Hürden beseitigt, werden private Unternehmen die nötigen Milliarden investieren. Das Ergebnis: niedrigere Energiekosten, mehr Versorgungssicherheit und ein stärkerer Wirtschaftsstandort“, so Christoph Schmidt.

Österreich als Energiestandort

Als potenzieller Vorreiter für erneuerbare Energien in Mitteleuropa bringe Österreich beste Voraussetzungen mit. Der Bundesverband setzt sich dafür ein, dieses Potenzial durch einen einheitlichen nationalen Plan nutzbar zu machen. So sollen langfristig eine verlässliche Energieversorgung, wirtschaftliche Stärke und nationale Unabhängigkeit im Energiesektor gesichert werden.

Eine aktuelle Ausarbeitung belege laut Verband das Potenzial: Ein konsequenter Speicherausbau könne Österreich jährlich bis zu 4,1 Milliarden Euro an vermeidbaren Systemkosten einsparen. Haushalte würden von einer Entlastung von rund 200 Euro pro Jahr profitieren.

„Jede Kilowattstunde, die wir intelligent speichern, ist eine Kilowattstunde weniger Abhängigkeit von Gaslieferungen und geopolitischen Risiken. Energiespeicher sind keine Technologiefrage – sie sind eine wirtschaftspolitische Notwendigkeit und eine nationale Chance“, appelliert Schmidt.

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